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Herbstsammlung 14. - 20. Oktober 2019

„Sucht hat viele Gesichter und kennt keine Altersgrenze.“

 

Suchtprobleme sind lösbar.
Suchterkrankungen beziehungsweise riskanter Suchtmittelkonsum sind weit verbreitet und spielen in jedem Lebensalter eine Rolle. Die körperlichen, seelischen und sozialen Folgewirkungen belasten die Lebensqualität der Betroffenen ebenso wie deren soziales Umfeld: Partner, Kinder, Eltern, Freunde, Familie, Arbeitskollegen.
Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, sind aber immer noch ein Tabuthema und mit Schuld und Scham belastet.

Sucht ist kein Einzelschicksal.
In Bayern leben schätzungsweise 1,4 Mio. Menschen, die entweder alkoholabhängig sind oder Alkohol in riskanter Weise konsumieren. Klinisch relevanter Medikamentenmissbrauch liegt bei ca. 180.000 Menschen vor, wobei ein problematischer Medikamentenkonsum weitaus verbreiteter ist. Bei etwa 97.000 Personen zeigt sich ein missbräuchlicher Konsum von Cannabis. In Bayern gelten aktuell 37.000 Menschen als pathologische Glücksspielsüchtige, weitere 34.000 zeigen ein problematisches Spielverhalten.

Um den Betroffenen und deren Angehörigen Hilfestellung und Unterstützung in ihrer jeweiligen Lebenssituation zu geben, bieten die diakonischen Träger mit ihren ambulanten und stationären Suchthilfeeinrichtungen ein vielfältiges und breit gefächertes Beratungs- und Behandlungsangebot an:

  • 19 Ambulante Suchtberatungs- und Behandlungsstellen
  • 2 Fachkliniken für alkoholabhängige Männer und Frauen (insgsamt 120 Plätze)
  • 1 Therapiezentrum für Drogenabhängige (22 Plätze)
  • 5 Sozialtherapeutische Facheinrichtungen (insgesamt 100 Plätze)
  • 3 Übergangs- und Nachsorgeeinrichtungen (insgesamt 50 Plätze)
  • 7 Betreute Wohngemeinschaften und Betreutes Einzelwohnen (insgesamt 41 Plätze)
  • 5 Externe Suchtberatungen in Justizvollzugsanstalten
  • 2 Pflegeheime (insgesamt 104 Plätze)

Ein wichtiger Baustein der Suchthilfe unter dem Dach der Diakonie Bayern ist die Selbsthilfe mit ihren zahlreichen Gruppen für Betroffene und Angehörige.

  • Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe, Landesverband Bayern
  • Blaues Kreuz, Landesverband Bayern

Ziel der Suchthilfe ist es, Angebote zur Verfügung zu stellen, die für die betroffenen Menschen in ihrer momentanen Situation adäquat sind. Es geht darum, neue Perspektiven zu zeigen und Lösungen im Umgang mit dem Suchtmittel zu entwickeln, die eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft, eine selbstverantwortliche Lebensführung ermöglichen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Für mehr Gesundheit, Lebensqualität und Lebensfreude ist niemand zu alt.
Aufgrund des demografischen Wandels rückt das Thema Sucht im Alter immer mehr in den Fokus. Lange Zeit wurde Suchthilfe für alte Menschen als randständige Aufgabe gesehen. Im Hinblick auf den medizinischen Fortschritt werden Suchtkranke älter. Zunehmend gibt es Menschen, bei denen Suchtprobleme erst im Alter auftreten. Diese Zielgruppen sollen mit spezifischen Hilfen und Unterstützungsangeboten besser vom Suchthilfesystem erreicht werden.

 

Die Diakonie hilft. Helfen Sie mit.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie vor allem die Angebote der Suchtberatungsstellen, die Weiterbildung der Mitarbeitenden sowie alle anderen Angebote und Leistungen der Diakonie in Bayern.

 

70% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort.

30% der Spenden an die Kirchengemeinden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Info- und Werbematerial finanziert.

 

Spenden können Sie:

  • bei Ihrem Evang.-Luth. Pfarramt
  • an das Diakonische Werk in Ihrer Nähe
  • an das Diakonische Werk Bayern e.V.,
    Evangelische Bank eG
    IBAN: DE20 5206 0410 0005 2222 22
    BIC: GENODEF1EK1
    Stichwort: Herbstsammlung 2019
  • mit einem Anruf bei unserer Spendenhotline 0800 7005080*:   Spenden Sie einmalig 5 €, 10 € oder 15 € oder unterstützen Sie die Diakonie als Dauerspender! (* Der Anruf ist gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz)

Herzlichen Dank!


Weitere Informationen zum Sammlungsthema

Sucht hat viele Gesichter
Zur Suchtkrankheit rechnet man neben Alkoholmissbrauch und Medikamentenmissbrauch, den Gebrauch von illegalen Drogen, Spielsucht, Medienmissbrauch und Ess-Störungen. Die Anreize für einen übermäßigen Gebrauch von Substanzen oder exzessiv ausgeübtes Verhalten sind weit verbreitet und scheinen weiter zuzunehmen. Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, sind aber immer noch ein Tabuthema.

Sucht ist immer mit persönlichen Schicksalen verbunden und betrifft nicht nur die Abhängigen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld, Partner, Kinder, Eltern, Freunde, Arbeitskollegen. Die Gründe für eine Abhängigkeitserkrankung sind ebenso vielfältig wie ihre Auswirkungen und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Der Konsum von Suchtmitteln birgt das Risiko einer Abhängigkeitserkrankung. Sucht entsteht aber nicht von heute auf morgen und nicht allein durch den Kontakt mit Suchtmitteln. Vielmehr sind verschiedene Faktoren für eine Erkrankung verantwortlich. Suchterkrankungen sind komplex, verursachen erhebliche gesundheitliche, soziale und gesellschaftliche Probleme. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere zehntausend Menschen vorzeitig infolge ihres Alkoholkonsums, mehrere hunderttausend müssen im Krankenhaus behandelt werden. Hinzu kommen soziale Folgen, etwa durch Gewalttaten unter Alkoholeinfluss, und wirtschaftliche Auswirkungen. Sucht stellt damit nicht nur eine individuelle Herausforderung dar. Abhängiger und riskanter Suchtmittelkonsum belastet die Lebensqualität, nicht nur der Betroffenen sondern auch der Angehörigen.

Sucht ist kein Einzelschicksal
Alkohol ist das Hauptsuchtmittel in Deutschland

Sucht beziehungsweise Abhängigkeit ist kein Einzelschicksal. In Bayern leben schätzungsweise insgesamt 1,4 Mio. Menschen, die entweder alkoholabhängig sind oder Alkohol in gesundheitlich riskanter oder schädlicher Weise konsumieren. Klinisch relevanter Medikamentenmissbrauch liegt bei ca. 180.000 Menschen vor, wobei ein problematischer Medikamentenkonsum weitaus höher ist. Bei etwa 97.000 Personen zeigt sich ein missbräuchlicher Konsum von Cannabis. In Bayern gelten aktuell 37.000 Menschen als pathologisch Glücksspielsüchtige, weitere 34.000 zeigen ein problematisches Spielverhalten. In den ambulanten und stationären Einrichtungen verteilen sich die Behandlungsfälle auf ca. 65% bei einer Alkoholerkrankung, ca. 30 % Abhängigkeit von illegalen Drogen, 5 % weitere Indikatoren wie pathologisches Spielen, Medikamenten-abhängigkeit, Ess-Störungen. Die Behandelten sind im Bereich Alkohol durchschnittlich 44 Jahre alt, bei illegalen Drogen beträgt der Altersdurchschnitt 30 Jahre. Etwa ein Viertel der Behandelten sind Frauen.

Suchtprobleme sind lösbar
Bei einem Missbrauch oder Abhängigkeit von Suchtmitteln ist weder wegschauen, noch strafend den Konsum verbieten eine angemessene Reaktion, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Ziel der Suchthilfe ist es Angebote zur Verfügung zu stellen, die für die betroffenen Menschen in ihrer momentanen Situation adäquat sind. Es geht darum, neue Perspektiven zu zeigen und Lösungen im Umgang mit dem Suchtmittel zu entwickeln, die eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft, eine selbstverantwortliche Lebensführung ermöglichen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Allen Betroffenen und deren Angehörigen steht ein spezialisiertes Suchthilfesystem zur Verfügung. Die ambulanten und stationären Suchthilfeeinrichtungen der diakonischen Träger in Bayern bieten vielfältige und breit gefächerte Beratungs- und Behandlungsangebote, um suchtkranken Menschen und deren Angehörigen Hilfestellung und Unterstützung in ihrer jeweiligen Lebenssituation und Impulse zur Veränderung ihrer suchtfördernder oder suchterhaltender Verhaltensweisen zu geben. Die seelische, soziale und körperliche Gesundheit soll gefördert, eine selbstverantwortliche Lebensführung und Teilhabe in der Gesellschaft ermöglicht werden. Dies geschieht vor allem durch verschiedene Maßnahmen im Bereich der Prävention, durch psychosoziale Beratung und Behandlung und Rehabilitation.

Hilfe ist möglich
In den psychosozialen Beratungsstellen und Suchthilfeeinrichtungen der Diakonie Bayern beraten und betreuen Fachkräfte, überwiegend Sozialpädagog*innen mit suchtspezifischer Zusatzqualifikation, die betroffenen Menschen und deren Angehörige. Die Beratungsstellen sind oft die erste Anlaufstelle für Ratsuchende.

In einem professionellen Beratungsgespräch wird eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut und es wird zunächst die momentane Situation besprochen. Zusammen mit dem Betroffenen werden neue Perspektiven und Ziele erarbeitet. Die Wahrung von Autonomie und Eigenverantwortung der Hilfesuchenden im verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln nimmt eine zentrale Funktion im Beratungsprozess ein. Je nach individueller Ausgangslage und Art der Sucht werden die spezifischen Anliegen und individuellen Hilfebedarfe und das weitere Vorgehen erarbeitet und adäquate Behandlungen vermittelt. Eine nachhaltige Suchtbehandlung erfordert immer einen ganzheitlichen Blick auf die betroffene Person. Für das Erreichen der Ziele der Betroffenen ist auch die Arbeit mit den Angehörigen von wesentlicher Bedeutung. Die Verbesserung der Lebenssituation und der Gesundheit, eine selbstverantwortliche Lebensführung und die Teilhabe in der Gesellschaft stehen im Mittelpunkt. Die Auswertungen der deutschen Suchthilfestatistik zeigen, dass Suchtberatungsstellen eine stabilisierende Wirkung auf Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum haben. Es werden deutliche Stabilisierungs- bzw. Besserungseffekte in den Bereichen Wohnen, Lebensunterhalt, Partnerbeziehung und Aufnahme einer Erwerbsarbeit festgestellt.

Die diakonischen Träger in Bayern bieten neben den psychosozialen Suchtberatungsstellen und den Fachkliniken für Suchtrehabilitation weitere spezifische Angebote für Menschen mit einer Suchtproblematik an. Betreutes Wohnen in Wohngemeinschaften oder in Einzelwohnungen, sozialtherapeutische Einrichtungen, Pflegeheime für pflegebedürftige Abhängige und Suchtbe-ratung für Suchtkranke in den Justizvollzugsanstalten.

Selbsthilfe
Die Suchtselbsthilfe ist ein wichtiger Baustein neben dem professionellen Suchthilfesystem. Ehrenamtliche Mitarbeitende begleiten Suchtkranke in den angeleiteten Gesprächsgruppen des Blauen Kreuzes und der Freundeskreise. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe stellt eine wichtige Stütze dar. Die Gruppen zeichnen sich durch die Kompetenzen, die Lebens- und Suchterfahrung betroffener Menschen aus. Ein Prinzip der Selbsthilfe ist die Begegnung auf Augenhöhe und damit die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden werden motiviert aus der Sucht auszusteigen, Abstinenz aufrechtzuerhalten und die Teilnahme an den Gruppen dient auch der Vorbeugung von Rückfällen. Die Selbsthilfe setzt auf freiwillige Mitwirkung aller Teilnehmenden und bietet in geschützter Atmosphäre Raum für Erfahrungsaustausch, Möglichkeiten zur Thematisierung von Ängsten und Schuldgefühlen und für stabilisierende Beziehungen. Die Räumlichkeiten für die Gruppentreffen werden oft von den Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt.

Weiterentwicklung
Gesamtgesellschaftliche Veränderungen führen auch bei der Arbeit mit suchtgefährdeten und suchtkranken Menschen zu einem ständigen Wandel und erfordern neue Ansätze. Es wird immer deutlicher, dass suchtkranke Menschen oftmals vielfältigen Beeinträchtigungen sowohl in gesundheitlicher Hinsicht als auch in verschiedenen Lebensbereichen gegenüber stehen. Digitalisierung, demografischer Wandel, Veränderungen in den Konsummustern und bei den Zielgruppen, veränderte Anforderungen und Erwartungen den Betroffenen stellen neue Herausforderungen dar und dafür müssen weiterhin vielfältige und spezifische Angebote gestaltet und weiterentwickelt werden, um die Betroffenen mit den Hilfsangeboten zu erreichen. Digitale Medien und Onlineangebote können eine wertvolle Ergänzung und Unterstützung bei der Behandlung darstellen, aber die "traditionellen" Methoden nicht ersetzen. Dem persönlichen Austausch wird weiterhin ein hoher Stellenwert beigemessen.

Angehörige von Suchtkranken
Wenn Suchtkrankheiten in der Öffentlichkeit thematisiert werden, wird häufig die viel größere Zahl der Angehörigen von Suchtkranken vergessen. Lebenspartner, Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen sind als Mitbetroffene in die Suchterkrankung einbezogen und verwickelt. Häufig kommen suchtgefährdete und suchtkranke Menschen über die Vermittlung von Angehörigen in die Suchthilfeeinrichtungen. Oftmals suchen auch Angehörige für sich selbst Hilfe. Die Arbeit mit Angehörigen von Suchtkranken ist von wesentlicher Bedeutung zum einen für die eigene Stabilität des Angehörigen zum anderen für die Motivation zur Veränderungsbereitschaft und für die Unterstützung des Suchtkranken bei der Zielerreichung. Der engere Kontakt oder das Zusammenleben mit einem Suchtkranken kann für die Menschen im sozialen Umfeld sehr belastend und leidvoll sein, weil es sie überfordert und auch an ihre Grenzen bringt. Angehörige von Abhängigen versuchen zu helfen. Es ist gut gemeint, wenn Menschen helfen und Kranke unterstützen wollen, kann aber in diesen Fällen der falsche Weg sein. Angehörige von Suchtkranken haben ein erhöhtes Risiko stressbedingt zu erkranken und weisen eine Vielzahl von psychosomatischen Symptomen auf. Möglicherweise kann auch ebenfalls eine eigene Suchterkrankung entwickelt werden. Besonders schwierig ist die Situation der Kinder von Suchtkranken. Sie tragen ein sechsfach höheres Risiko selbst suchtkrank zu werden. Kinder von suchtkranken Eltern haben kaum Möglichkeiten in einer kindgerechten Welt aufzuwachsen, sie leben oft recht isoliert und übernehmen eine tragende Rolle und Verantwortung im Familienleben. Dazu kommt, dass Sucht stigmatisiert. Neben der emotionalen Belastung erleben die Kinder suchtkranker Eltern häufig auch Gewalt, denn Alkohol setzt die Hemmschwelle herunter.

Sucht im Alter
Sucht kennt keine Altersgrenzen und spielt in jedem Lebensalter eine Rolle.

Für die meisten Erwachsenen in Deutschland gehören alkoholische Getränke zum Alltag und erst recht zu Feierlichkeiten in der Familie oder mit Freunden. Alkohol belastet ganz allgemein den Organismus und mindert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Das Älterwerden bringt jedoch Veränderungen mit sich, die zu einem besonders bewussten und mäßigen Umgang mit Alkohol raten. Mit zunehmendem Alter wirken Substanzen stärker auf den Organismus, zeigen mehr unerwünschte Effekte und Wechselwirkungen. Die Alkoholverträglichkeit nimmt im höheren Lebensalter ab. Mengen, die früher problemlos vertragen wurden, rufen schädliche Konsequenzen hervor und können deshalb zu Betrunkenheit, zu Stürzen und anderen Unfällen führen. Auch die Nerven im Gehirn werden feinfühliger gegenüber Alkohol. Ein schlechtes Allgemeinbefinden oder das Nachlassen von Konzentration und Aufmerksamkeit können durch Alkohol oder schädlichen Gebrauch von Medikamenten verursacht sein. Abhängiger und riskanter Suchtmittelkonsum beschwert die Lebensqualität, kann zu finanziellen Problemen und zu Einsamkeit und Isolation führen.

Im Hinblick auf den demografischen Wandel rückt das Thema Sucht im Alter immer mehr in den Fokus. Alkohol, Tabak und psychoaktive Medikamente führen auch im höheren und hohen Lebensalter zu Missbrauch und Abhängigkeit sowie weiteren schweren gesundheitlichen Schäden. Ältere Menschen nehmen aufgrund der Zunahme von Erkrankungen und Beschwerden mehr Medikamente ein als jüngere Menschen. Die größte Rolle bei Sucht im Alter spielen Suchtmittel wie Alkohol und Medikamente. Der Konsum von Alkohol zusammen mit Medikamenten bedeutet ein Risiko für die Gesundheit, da es zwischen den Wirkstoffen vieler Medikamente und Alkohol zu gesundheitsschädigenden und sogar gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann. Besonders problematisch ist die Kombination von Alkohol und psychisch wirksamen Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva.

Aufgrund des medizinischen Fortschritts werden Suchtkranke älter und können ihr Suchtverhalten bis ins hohe Alter fortsetzen. Zunehmend gibt es Menschen, bei denen sich Suchtprobleme erst im höheren Alter entwickeln oder verfestigen. Wer trinkt, um körperliche Beschwerden zu lindern oder negative Gefühle wie Trauer, Einsamkeit, Langeweile oder Angst besser ertragen zu können, ist gefährdet. Meist werden für den späten Beginn einer Alkoholstörung kritische Lebensereignisse, die typischerweise mit dem höheren Lebensalter einhergehen, verantwortlich gemacht. Dazu gehören Verlust des Lebenspartners und der Übergang aus dem Berufsleben in die Berentung und damit verbundene Vereinsamung oder finanzielle Einbußen. Reduzierte soziale Kontakte begünstigen die Ausprägung einer Abhängigkeit.

Für mehr Gesundheit, Lebensqualität und Lebensfreude ist niemand zu alt
Lange Zeit wurde Suchthilfe für alte Menschen als randständige Aufgabe gesehen. Schädlicher Suchtmittelkonsum und Abhängigkeit im Alter werden bisher zu wenig beachtet und oftmals nicht erkannt. Angehörige und Pflegepersonal sind nicht ausreichend auf den Umgang mit Suchtproblemen vorbereitet und Hilfsangebote werden nicht genügend genutzt. Auch bei illegalen Drogen gibt es eine wachsende Gruppe älterer Konsumenten, deren Bedarf an Hilfe und Unterstützung über die übliche Behandlung der Drogenabhängigkeit hinausgeht.

Ältere Menschen mit Suchtproblemen sollten in Zukunft verstärkt vom Suchthilfesystem erreicht werden können. Diese Zielgruppen und ihre Angehörigen benötigen spezifischen Hilfen und Unterstützungsangebote. Die Suchtbehandlung von älteren Menschen zielt auf die Verbesserung der Lebenssituation und der körperlichen und seelischen Gesundheit. Veränderungen im Umgang mit Suchtmitteln lohnen sich in jedem Alter, da sich meist in kurzer Zeit die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verbessert und somit sich die Möglichkeiten einer selbstverantwortlichen Lebensführung und der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erhöhen.

 

Susanne Ehrler, Referentin für Suchthilfe und AIDS im Diakonischen Werk Bayern

Die NahAufnahme Oktober 2019 zum Lesen.

Weitere Bilder zum Thema finden Sie hier: NahAufnahmePLUS

Tabuthema Sucht im Alter

Sucht im Alter ist in Deutschland nach wie vor ein Tabuthema und findet oft hinter verschlossenen Türen statt. Auch das Ausmaß wird häufig unterschätzt. Das trägt auch dazu bei, dass Abhängigkeitserkrankungen älterer Menschen häufig unentdeckt bleiben oder erst sehr spät auffallen. Deswegen will die Diakonie die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und geeignete Unterstützung bereitstellen.

Weitere Informationen im Infoportal Diakonie Deutschland: Sucht im Alter

Die Diakonie Deutschland hat in der Rubrik "Wissen Kompakt" Informationen zum Thema Sucht im Alter zusammengestellt.

 

Wieso ist Sucht gerade im Alter ein Problem?

Sucht im Alter ist schwerer zu erkennen. Im Alter leben viele Menschen alleine und haben weniger soziale Kontakte. Eine Suchterkrankung wird daher selten oder oft erst sehr spät, zum Beispiel von Angehörigen oder Ärzten, entdeckt. Sucht bei älteren Menschen ist auch dadurch schwierig zu erkennen, dass ihre Symptome typische Begleiterscheinungen des Alters darstellen. So können Stürze, nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit, Antriebs- und Interesselosigkeit oder Stimmungsschwankungen Zeichen einer Sucht sein, aber auch Anzeichen einer Depression, einer Demenz oder ganz normalen Alterns.

Welche besonderen Risiken haben ältere Menschen, süchtig zu werden?

Sucht im Alter hat vielfach soziale Gründe: Zunehmend mehr ältere Menschen leben in Armut. Häufig sind sie sozial isoliert und leiden unter mehreren, auch chronischen Erkrankungen. In höherem Lebensalter müssen sich Menschen zudem verstärkt mit psychisch belastenden Themen auseinandersetzen. Dazu zählen beispielsweise der Bedeutungsverlust nach dem Ende der Erwerbstätigkeit, der Tod des Lebenspartners oder auch das Bewusstsein über die eigene Endlichkeit. Auch die körperlichen Risiken sind bei älteren Menschen anders als bei jüngeren. So ist beispielsweise der Stoffwechsel älterer Menschen verlangsamt, der Flüssigkeitshaushalt im Körper sinkt. Stoffe wie Alkohol werden durch die Leber nicht mehr so gut abgebaut. Die körperlichen Schäden sind höher als bei jungen Menschen. Ein weiteres Risiko: Viele ältere Menschen nehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente ein. Diese können teilweise süchtig machen. Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel haben ein besonders hohes Suchtpotenzial. Hinzu kommt: Sucht im Alter ist in der Gesellschaft ein Tabuthema und wird als Problem an sich sowie in seinem Ausmaß häufig ignoriert oder unterschätzt.

Das PDF können Sie hier downloaden: Wissen Kompakt - Sucht im Alter.

Sucht im Alter

Herausforderungen und Lösungswege für diakonische Arbeitsfelder

Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem Projekt „Sucht im Alter – Herausforderungen und Lösungswege für diakonische Arbeitsfelder“

Die Diakonie greift mit dieser Arbeitshilfe die oft unterschätzte Problematik des Themas „Sucht im Alter“ auf. Sucht im Alter entzieht sich weitgehend der öffentlichen Wahrnehmung und bleibt dadurch unsichtbar. Sie spielt sich häufig hinter verschlossenen Türen ab und wird von den Betroffenen, deren nahen Bezugspersonen, aber auch von Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften nicht erkannt, geleugnet oder bagatellisiert. Missbrauch und Abhängigkeit von Suchtstoffen betreffen eine große Anzahl älterer Menschen und die damit einhergehenden Folgeerkrankungen stellen ein ernstzunehmendes individuelles, aber auch vor allem ein gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Problem dar, das durch den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft noch zunehmen wird. Gleichzeitig belasten Suchterkrankungen beziehungsweise riskanter Suchtmittelkonsum und deren Folgewirkungen die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig.

 

Die vollständige Arbeitshilfe zum Nachlesen: Diakonie Texte 10/2008

Zuhören statt verurteilen!

Die unten stehende Geschichte ist Teil der Kampagne UNERHÖRT! Damit wirbt die Diakonie Deutschland für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht. Doch jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden.

Manche Geschichte fordert Widerspruch heraus. Zuhören bedeutet nicht automatisch Zustimmung. Und nicht alles, was erzählt wird, entspricht unserem Menschenbild oder den Positionen der Diakonie. Darüber müssen wir reden - denn häufig steckt hinter einer Geschichte eine existenzielle Notlage.

Die Kampagne, die von 2018 bis 2020 laufen soll, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen, sie will zur Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe werden.

 

UNERHÖRT! - Diese Alltagshelden

Thomas Keim ist alkoholkrank und koordiniert acht Selbsthilfegruppen

4. Juni 2018

Thomas Keim leitet ehrenamtlich eine Selbsthilfegruppe und koordiniert alle Gruppen in der Suchthilfe vom Blauen Kreuz der Evangelischen Kirche Ortsverein Osnabrück. Er wünscht sich weniger Bürokratie bei dieser Arbeit.

Hören Sie seine Geschichte! oder lesen Sie die Geschichte von Thomas (Text).

Daten und Fakten

Das DHS Jahrbuch Sucht 2019 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) liefert die aktuellen Zahlen, Fakten und Trends zum Konsum legaler und illegaler Drogen sowie zu abhängigem Verhalten.

Zur Pressemeldung: DHS Jahrbuch Sucht 2019

„Alkohol war einfach zu dem Zeitpunkt mein Mittel, das Leben zu leben“

Bereits im Alter von 14 Jahren ist es öfter vorgekommen, dass ich zu viel Alkohol getrunken habe. Obwohl ich während meiner Zeit bei der Bundeswehr einen schweren Unfall unter Alkoholeinfluss hatte und nur knapp überlebte, trank ich weiter.

Das Ganze legte sich etwas, als ich mit 25 Jahren heiratete. Im Alter von 32 Jahren, nach der Geburt meiner Tochter, verstärkte sich der Alkoholkonsum nochmals. Im Alter von 38 Jahren trennten sich meine Frau und ich und ich zog aus. Danach erhöhte sich der Konsum kontinuierlich bis zum 52. Lebensalter.

Eines Tages bekam ich Herzrasen und Schweißausbrüche. Ich vermutete, dass es jetzt mit mir zu Ende gehen würde und so rief ich den Notarzt und kam zur Entgiftung. Am nächsten Morgen musste ich meinen Arbeitgeber informieren, sowie auch meine Tochter. Ich bat sie, mir ein paar Sachen vorbei zu bringen. Den eisigen Blick, als sie das Krankenhauszimmer betrat, werde ich wohl nie vergessen. „Papa, das mache ich heute das einzige Mal - das mache ich nie wieder!“ Mehr sagte sie nicht. Dieser Satz ging mir sehr nach.

Während der Entgiftung wurde ich auf die Suchtberatungsstellen aufmerksam und vereinbarte meine ersten Termine für die Zeit nach der Klinik. Im April 2013 beschloss ich eine 15-wöchige Langzeittherapie zu machen. Die Einsicht, dass ich mit dem Trinken aufhören wollte, erfolgte aber erst während der Therapie. Als ich eines Tages in der Natur unterwegs war, ergriff es mich auf einmal. Und ich dachte mir, dass es mir doch eigentlich gut geht und ich es wieder schaffen kann, mein Leben ohne Alkohol zu genießen. Auf einmal liefen mir Tränen übers Gesicht und ich dachte mir, dass es doch so, ohne Alkohol, viel schöner ist. Das war der Moment, in dem ich beschloss: Ich möchte mein Leben ohne Alkohol fortsetzen. Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.

Unterstützung erhielt ich in der Zeit vor und vor allem nach der Therapie durch die Suchtberatungsstellen Nürnberg/Fürth, bei denen ich auch heute regelmäßig Gesprächstermine vereinbare und an einer Gruppe teilnehme. Zudem bin ich in die Selbsthilfegruppe „Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe“ eingetreten, für die ich mich auch sehr engagiere, z. B. durch Öffentlichkeitsarbeit und inzwischen auch als Vorstand. Alleine diese Engagements haben mich in meiner Weiterentwicklung sehr unterstützt und weiter gebracht.

In meinem Umfeld selbst hat sich nicht allzu viel verändert. Was sich geändert hat, ist mein eigenes Inneres, meine Gedanken, sowie das Empfinden meines eigenen Lebens. Mein Bewusstsein hat sich erweitert. Die Zeit, in der ich getrunken habe, möchte ich nicht vergessen, auch wenn es ganz schlechte Zeiten dabei gab. Aber es hat zu mir gehört. Ich würde auch nicht sagen, dass ich diese Zeit bereue. Es war zu dem Zeitpunkt mein Mittel, das Leben zu leben.

Sucht sehe ich als einen Weg. Es geht darum, dass man mit anderen Sachen nicht klar kommt. Dadurch gerät man in die Sucht. So war es zumindest bei mir. Sobald man ein Suchtmittel nimmt, um etwas anderes damit zu verdrängen, kann man von Sucht sprechen. Man merkt, dass man in der Abhängigkeit ist, wenn die Gedanken nur noch um das Thema kreisen.

Ich denke der Hauptgrund war die Unzufriedenheit mit mir, weil ich bestimmte Dinge nicht konnte. Es war ein langer Weg von dieser Erkenntnis bis dahin, dass ich tatsächlich etwas in meinem Leben geändert habe. Dieser Weg war anscheinend notwendig. Nach dieser Umstellung ist das Leben wesentlich lebenswerter, das kann ich definitiv sagen.


Interview mit einer Rehabilitandin

Interview mit Frau Maier (61, Name geändert), geführt von Herrn Schmidt (Therapeutischer Leiter)

 

Herr Schmidt:
Frau Maier, wie ist bei Ihnen die Sucht entstanden, wie hat es sich entwickelt?

Frau Maier:
Mit 18 Jahren habe ich das erste  Mal, bei meinem eigenen Geburtstag, Alkohol getrunken. Danach habe ich bei Festen, Kirchweih, Geburtstagen und in Gesellschaft geringe Mengen Alkohol getrunken. Meistens war es Sekt oder Bier gewesen. Den allmählichen Alkoholanstieg habe ich gar nicht so wahrgenommen. 2014 war es schon ein fast  täglicher Konsum von Alkohol. Es waren an vier Tagen in der Woche jeweils eine Flasche Sekt. An Wochenenden waren es auch dann schon zwei Flaschen Sekt. Ab 2017 kam dann der Wendepunkt. Dann habe ich täglich bis zu drei Flaschen Wein getrunken. Die Belastungen auf meiner Arbeit nahmen zu. Die Arbeit war für mich wie eine Familie. Ich wurde gemobbt und meine Arbeit wurde nicht mehr wertgeschätzt. Ich habe mit Herzblut im Verkauf gearbeitet und das über 40 Jahre. Ich habe dann einmal vergessen meine Krankmeldung rechtzeitig abzugeben und dann wurde ich gekündigt. Zu der Arbeit kam noch die Pflege meiner Mutter. Das war alles zu viel. Da verlor ich die Kontrolle über meinen Alkoholkonsum. Ich wollte nichts mehr wahrnehmen.

Herr Schmidt:
Welche Konsequenzen ergaben sich aus dem Alkoholkonsum?

Frau Maier:
Ich habe mich gehen lassen, meine Wohnung vernachlässigt, die sozialen Kontakte eingeschränkt. Es kann auch sein, dass ich mit Restalkohol zur Arbeit gegangen bin.

Herr Schmidt:
Was war der Auslöser etwas zu ändern?

Frau Maier:
Meiner Verwandtschaft ist das sehr aufgefallen. Das mit meiner Wohnung, das ich die sozialen Kontakte eingeschränkt habe und meine Panikattacken wurden mehr. Die Probleme haben sich durch den Alkohol nicht gelöst, sie wurden mehr. Der Hausarzt hat mich auch auf meinen gesundheitlichen Zustand angesprochen und mir eine Entwöhnungsbehandlung angeraten. Ich habe dann zwei Entgiftungen durchgeführt und wurde immer wieder rückfällig. Da wusste ich, dass ich eine Therapie machten musste. Meine Verwandtschaft war eine wichtige Unterstützung.

Herr Schmidt:
Wie ist die Veränderung gelungen?

Frau Maier:
Anfangs tat ich mir in der Entwöhnungsbehandlung schwer. Das ist meine erste Therapie. Ich habe mich auf mich konzentriert. Mir ist vieles bewusst geworden und ich habe gelernt bewusst wahrzunehmen. Ich bin mir wichtig. Ich werde nicht mehr in diesen Arbeitsbereich zurückgehen. 40 Jahre reichen. Die Kündigung hat auch ihr Gutes gehabt. Sonst hätte ich so weiter gemacht. Ich denke an die Rente oder nur noch in Teilzeit zu arbeiten. Ich will nicht mehr den Stress. In der Therapie bin ich offener geworden, ich habe sogar eine Strickgruppe  gegründet. Auch wenn ich von den jüngeren Patientinnen erst einmal belächelt wurde. Zuletzt kamen die auf mich zu, um etwas gestrickt zu bekommen. Außerdem war das für meinen Geist wichtig. Auch das Personal war wichtig. Ich konnte immer jeden ansprechen.

Herr Schmidt:
Welche Hilfsangebote wurden genutzt?

Frau Maier:
Die Gruppentherapie, Einzelgespräche, Selbsthilfegruppenbesuche, die Gemeinschaft und die Medizin. Die Gespräche und der Tagesablauf.

Herr Schmidt:
Wie ist die Lebenssituation heute?

Frau Maier:
Ich gehe in zwei Tagen. Ich gehe in eine Selbsthilfegruppe, ziehe jetzt erst einmal bei meiner Tante ein, werde mir eine neue Wohnung suchen und bin familiär eingebunden. Ich kann mir aber auch ein betreutes Wohnen vorstellen. Ich will aber wieder eigenständig leben. Ich strebe die Rente an.

 

Das Interview führte Dipl.-Psychologe Daniel Schmidt, Leitender Psychologe an der Fachklinik in Weibersbrunn.

Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V.
Hauptstraße 280
63879 Weibersbrunn
Tel. 06094/9715-138
Fax 06094/1846

daniel.schmidt@hephata.de
www.fachklinik-weibersbrunn.de
www.hephata.de

 


Martinas Geschichte

Als ich am 02.12.2009 nach Bad Neustadt zu meiner Entwöhnungstherapie gefahren bin, hatte ich zwar den festen Vorsatz, nie mehr in meinem Leben Alkohol zu trinken, aber ganz ehrlich gesagt, hatte ich riesen Zweifel, dass mir das tatsächlich gelingen würde. Nun sind es 9 ½ Jahre, in denen ich abstinent lebe und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht „Danke“ sage. 

Die Frage nach dem „Warum“ hat mich lange Zeit beschäftigt. Aufgewachsen in einer gutbügerlichen, intakten Familie, gut in der Schule, großer Freundeskreis, alles lief nach Plan. Warum bin also ich, die ja immer als die selbstbewusste, starke Frau galt, in der Sucht gelandet? Antworten gibt es viele. Aber fangen wir am Besten von vorne an: 

Die gutbürgerliche, intakte Familie hat nur nach außen hin existiert. Meine Eltern waren wie Hund und Katz, Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Weshalb die beiden eigentlich geheiratet haben, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Wenn ich an meinem Vater denke, ...

Lesen Sie hier die ganze Geschichte von Martina Keck: Martinas Geschichte


"Ich habe es geschafft"

Geboren bin ich im Jahr 1945 als uneheliches Kind, bin bei meiner Großmutter und ihrem späteren Ehemann aufgewachsen; sie waren für mich „Mama“ und „Papa“. In dem Dorf im Landkreis Regensburg gehörten wir zur evangelischen Minderheit und erfuhren als „Zuagroaste“ manche Diskriminierung.

Als begabtes Kind konnte ich als einziger aus meiner Klasse aufs Gymnasium kommen, wo ich vor allem an den alten Sprachen, an Biologie und Geschichte Interesse hatte. Da meine Erziehungsberechtigten als Frührentner eher zu den Ärmeren zählten, bekam ich aus einer kirchlichen Stiftung Zuwendungen als „Büchergeld“ und ab dem 17. Lebensjahr verdiente ich mir im Stadtlagerhaus als Ferienarbeiter zusätzlich Geld, z. B. für ein neues Fahrrad. Mit dem fuhr ich die sieben Kilometer zur Schule und sparte Geld für den Bus.

Mein Papa war regelmäßiger Biertrinker und machte im Keller seinen eigenen Beerenwein; die Mama braute ab und zu selber Weizenbier. Der Hopfen wurde am Waldesrand gesammelt. Immer wieder hatte Papa auch einen Quartalsrausch. Seit meiner Studienzeit war ich dann auch „Spiegeltrinker“, erst mit Bier, dann auch Wein und zwischendurch auch des Öfteren Whiskey oder Weinbrand. Auch gewöhnte ich mir das Rauchen an, das ich dann im Alter von 51 Jahren beim Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik (wegen Burnout) wieder loswerden konnte. Allerdings bin ich auf das Tabakschnupfen übergegangen, das ich bis heute nicht aufgeben konnte.

Mit meinem Alkoholmissbrauch ist es dann immer schlimmer geworden, als ich im Ruhestand war und meine Ehefrau, die drei Jahre älter war, nach einem Schlaganfall pflegebedürftig wurde: 5 Jahre konnte sie noch einige Schritte gehen und im Rollstuhl fahren. Aber dann war sie die letzten 5 Jahre ihres Lebens nur noch bettlägerig, und ich war rund um die Uhr mit der Pflege beschäftigt, hatte aber zweimal täglich eine Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Als meine Frau vor 4 ½ Jahren gestorben war, begab ich mich auf Anraten meiner drei Kinder, die mich immer wieder seelisch unterstützten, in eine Entziehungskur (zwei Wochen) und 4 Monate darauf in eine Langzeittherapie in der Fachklinik in Furth im Wald. Seitdem bin ich trocken, ohne Rückfälle und Suchtdruck – ein ganz neues Lebensgefühl!

Regelmäßig besuche ich seitdem die Selbsthilfegruppe im Diakonischen Werk Coburg und nehme seit Oktober 2018 an einer Fortildung zum ehrenamtlich-freiwilligen Suchthelfer teil (bis Mai 2019). Besonders dankbar bin ich meiner Tochter B. (44), die mich immer wieder von München aus anruft. Sie ist ja auch sozusagen „vom Fach“ als Sozialpädagogin. Eine Hilfe besonderer Art ist auch mein Glaube, der durch Übungen wie Meditation und Achtsamkeit unterstützt wird.


Mir geht es gut "ohne"

Jahrelang konsumierte ich Alkohol, teilweise berufsbedingt, in Gesellschaft, bei Stress und auch aus Genuss. Der passende Wein zum Essen, der Cognac nach dem Essen und so weiter. Viel zu spät bemerkte ich, dass ich einen Punkt erreicht hatte, an dem es ohne Alkohol nicht ging.

Es folgten Jahre, in denen ich meinen Alkoholkonsum verheimlichte. Nur nicht auffallen, das war die Devise. Das ging auch eine ganze Zeit gut, aber mit der Zeit wurde dieser Zustand unübersehbar für mein Umfeld und natürlich auch für meine Familie.

Vor etwa 12 Jahren kam dann die erste Entgiftung mit einer aus meiner Sicht notgedrungen Nachsorge und ich dachte, das funktioniert schon. Lange ging das nicht gut und das Spiel begann von vorne. Irgendwann konnte ich mir selbst nicht mehr in die Augen schauen und meine Beziehung drohte zu zerbrechen. So konnte es nicht weitergehen.

Vor etwa neun Jahren entschied ich mich selbst zu einer weiteren Entgiftung mit entsprechender Nachsorge. Ich fühlte mich gut und stark und dachte ich kriege das hin mit viel eisernem Willen und Selbstdisziplin. Ein weiterer, wenn auch kurzer Rückfall zeigte mir, wie ernst diese Krankheit ist und ich erkannte auch, alleine funktioniert das nicht. Also besuchte ich mehrere Nachsorgegruppen und das damals mit einigem unguten Gefühl und Magenkribbeln – wen treffe ich da, wer sieht mich, wer kennt mich – das waren meine Befürchtungen. Eine dieser Nachsorgegruppen war dann der Freundeskreis. Vom ersten Abend in dem Kreis derer, die genauso wie ich betroffen waren fühlte ich mich gut aufgenommen und verstanden. Es wurde auf Augenhöhe ohne Beurteilung und Verurteilung mit einander gesprochen. Wichtig war zu erfahren, ich bin nicht allein. Ich lernte durch die vielfältigen Erfahrungen der Mitglieder mit meiner Krankheit umzugehen. Speziell dadurch, dass auch Angehörige mit in der Gruppe waren, verstand ich dann auch, wie es meinen Angehörigen mit mir ergangen war. Nach etwa einem halben Jahr regelmäßiger Gruppenbesuche konnte ich für mich eingestehen, dass ich Suchtkrank bin, dass mich diese Krankheit mein Leben lang begleitet. Ich erkannte, dass es für mich ein Umdenken geben muss. Ich konnte die Abstinenz für mich als etwas Positives entdecken, keine Verlustgedanken mehr, z. B. ein gutes Essen schmeckt auch ohne Wein. Ich baute für mich eine Distanz zum Alkohol auf, lernte für mich darauf zu achten, was tut mir gut und was tut mir nicht gut. Mit der Zeit bemerkte auch mein Umfeld meine persönliche Veränderung, kein Misstrauen mehr, sondern eine Wertschätzung.

Im Laufe der Jahre halfen mir in meiner Persönlichkeitsentwicklung mehrere Seminare, die vom Freundeskreis regelmäßig angeboten werden. Heute kann ich sagen, dass ich meine, wenn auch nicht immer so tolle Vergangenheit als Teil meines Lebens akzeptiert habe und nicht mehr mit ihr hadere.

Mir geht es gut „Ohne“. Der Freundeskreis ist für mich zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden und ich habe dort nicht nur Betroffene gefunden, sondern Freunde.

Seit etwa viereinhalb Jahre begleite ich als Gruppenbegleiter die Mittwochsgruppe und versuche von meinen positiven Erfahrungen anderen etwas mit zu geben oder teilhaben zu lassen. Fast ebenso lange informiere ich mit weiteren Freundeskreismitgliedern im 14 tägigen Rhythmus im BKH die Personen, die gerade eine Entgiftung durchlaufen, über den Freundeskreis und die Notwendigkeit einer dauerhaften Nachsorge.


Mit Bier fing es an

Ich wuchs in einem Dorf im Altlandkreis Kempten auf, in dem Bier immer einen hohen Stellenwert hat. Um mich in den Vereinen etwas zu trauen, war trinken hilfreich, denn der Alkohol lies manche Schüchternheit und Hemmungen kleiner werden.

So zogen einige Jahre ins Land, Freunde heirateten - und ich blieb mit meinen Flaschen zurück.
In den Folgejahren hagelte es Abmahnungen von meinem Arbeitgeber, die aber folgenlos blieben (leider).

Im Jahre 2006 trat ein neuer Chef auf den Plan! Nach durchzechter Nacht trat ich, wieder Mal, betrunken meinen Dienst an und wurde prompt nach Hause geschickt. Am darauf folgenden Tag stellte mich mein neuer Vorgesetzter zur Rede und ich spürte, der macht jetzt ernst. Nachdem die Arbeit mein letzter sozialer Anker war, machte ich mich auf den Weg zum Hausarzt, der mich zur Entgiftung ins BKH überwies. Dort wurde der Kontakt zur Suchtambulanz hergestellt.

Nach einigen Besuchen der Infogruppe dort, war mir klar, dass ich alle Hilfe annehmen will, die ich kriegen kann. Da fiel mir ein Faltblatt des Freundeskreises für Suchtkrankenhilfe in die Hände und weil der gleich um die Ecke meiner Wohnstätte war, besuchte ich den Freundeskreis im Frühjahr 2007 das erste Mal. Etwas bleich um die Nase stand ich im Türstock und wurde freundlich hereingebeten. Schon nach kürzester Zeit fühlte ich mich wohl und traute mich, meine Geschichte zu erzählen – alle hörten zu, keiner lachte mich aus oder kam mit „guten“ Ratschlägen. So machte ich eine ambulante Therapie über 18 Monate und besuchte parallel den Freundeskreis. Dadurch, dass im Freundeskreis Angehörige und Betroffene miteinander in der Runde sitzen, wurde mir nach und nach klar, welche Verletzungen ich meinem Umfeld zugefügt hatte. In der Runde wurde mir aber klar gemacht, dass ich durch meine Sucht nur bedingt die Verantwortung dafür trage und ich mich nicht dafür schämen soll.

Durch viele Gruppengespräche und auch wegen der Seminarbesuche, die mir der Freundeskreis ermöglichte, lernte ich mein eigenes Leben (ich hab kein anderes) zufrieden anzunehmen.

Heute moderiere ich mit meiner Frau eine Selbsthilfegruppe im Freundeskreis und bringe mich auch an anderer Stelle aktiv im Freundeskreis ein.



Frauen und Sucht: Hilfe finden im Suchthilfezentrum

Sonntagsblatt, 8.03.2018 Nürnberger Suchtberatung
Von Timo Lechner

Wenn aus dem vermeintlich kultivierten Glas Wein am Abend »zum Runterkommen« oder einer vor rübergehenden Schlafmittel-Einnahme in Stressphasen Gewohnheit wird, dann kommen immer mehr Frauen in den Sog einer Abhängigkeit. Und die ist lautlos, aber weniger »gesellschaftsfähig« als bei Männern. Häufig trifft dies progressive, gebildete und durchaus erfolgreiche Frauen, die unter ihrer Doppel- und Dreifachbelastung einfach nicht mehr »ohne« abschalten können.
...

Hier weiterlesen: Artikel im Sonntagsblatt

 

INFO: Im Suchthilfezentrum der Stadtmission Nürnberg gibt es für Frauen maßgeschneiderte Behandlungsangebote für Süchtige.

Mehr unter: www.stadtmission-nuernberg.de/suchthilfe/suchthilfezentrum


Glücksspielsüchtige erzählen

 

Die Geschichte von Mathias

Mathias erzählt, wie er innerhalb kurzer Zeit in die Glücksspielsucht abgerutscht ist. Anfangs zockte er nur gelegentlich an Automaten. Schnell verlor er jedoch die Kontrolle. Er gelangte an einen Punkt, an dem er keinen Ausweg mehr sah. Schließlich fand er Hilfe in einer Fachklinik für Glücksspielsucht. Dieser Film zeigt, wie er jetzt den Start in ein neues Leben wagen kann.

 

Die Geschichte von Sven und Hassan

Sven und Hassan berichten, wie es sich anfühlt, mitten in der Glücksspielsucht zu stecken. Damals kreisten die Gedanken ständig um das Glücksspielen. Das Vertrauen von Familie und Freunden war dahin. Beide suchten sich schließlich Hilfe und machten eine Therapie in einer Fachklinik für Glücksspielsüchtige. Gemeinsam planen sie jetzt das Projekt "Check das Game", um Jugendliche vor den Gefahren von Glücksspielen zu warnen.

 

Die zwei kurzen Filme unter dem Titel "Glücksspielsüchtige erzählen" sind erschienen auf dem Youtube Kanal der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen.


Drei Videoclips zum Thema Glücksspielsucht bei Frauen:

Der Sucht ein Gesicht geben
 Interviews von Glücksspielsüchtigen und Angehörigen.

»Wir spielen anders...«
Frauen erzählen von ihrer Glücksspielsucht.

»Wenn Frauen spielen...«
Interview mit Dr. Monika Vogelgesang, Fachärztin für Neurologie, Psychatrie und Chefärztin der AHG-Klinik Münchwies/Saarland

 

Weitere Videoclips können auf der homepage der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW angesehen werden (Flashplayer erforderlich).


weitere Lebensgeschichten

Auf der Internetseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) gibt es beim Projekt "Unabhängig im Alter – Suchtprobleme sind lösbar" noch weitere Lebensgeschichten zum Nachlesen.

Zu den Geschichten: DHS - Betroffene erzählen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt Unterrichtsmaterialien zu Basisthemen der Gesundheitserziehung und -förderung für alle Schularten und Schulstufen heraus.

Alle Handreichungen enthalten Sachinformationen zur Thematik und baukastenartige Angebote zur Realisierung des Themas im Unterricht. Die einzelnen Unterrichtsbausteine sind didaktisch aufbereitet und „offen“ gestaltet, d.h. sie beinhalten Angebote, aus denen entsprechend der Klassen- und Schulsituation ausgewählt werden kann. Grundsätzlich eignen sich die Bausteine für den Fachunterricht sowie für die fächerübergreifende Vorgehensweise. Wo die Möglichkeit besteht, können sie auch im Projektunterricht eingesetzt werden.

Viele Medien wie Kopiervorlagen für Folien und Arbeitsblätter, Spiele, Fragebogen und Rätsel ergänzen das Angebot. Die überwiegende Zahl der Medien kann von den Schülerinnen und Schülern selbsttätig bearbeitet werden.

Schulen und interessierte Lehrkräfte können die Handreichungen bei der BZgA kostenlos beziehen.

Zur Medien-/Materialseite: BZgA


Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Sucht hat viele Gesichter

Im Rahmen schulischer Gesundheitsförderung spielt Suchtprävention eine wichtige Rolle. Neben Wissensvermittlung stehen dabei vor allem Persönlichkeitsbildung und Erziehung zu einer lebensbejahenden, selbstbewussten, selbstständigen und belastbaren Lebensführung im Fokus.

Zur Medien-/Materialseite: DGUV


Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Alkohol und Nikotin sind als gesellschaftlich akzeptierte Alltagsdrogen nach wie vor für Jugendliche wie auch für Erwachsene ein großes gesundheitliches Risiko. Die volkswirtschaftlichen Schäden durch ihren Missbrauch sind immens. Trotz guter Erfolge bei der schulischen Präventionsarbeit ist die Suchtprävention weiter eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Gesundheitsförderung.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat auf der Interseite eine Liste mit Informationen zum Thema Suchtprävention zusammengestellt.

Zur Medien-/Materialseite: StMUK - Ich bleibe clean!

Postkarten-Aktion der Suchtberatung Neu-Ulm
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung (HfK + G) Ulm

Das Team der Suchtberatung hatte im Frühjahr diesen Jahres die Idee, durch eine Aktion mehr Menschen zu dem Thema Sucht anzusprechen und auf das Hilfsangebot der Suchtberatung aufmerksam zu machen. Der Übergang zwischen Missbrauch und Abhängigkeit ist fließend und je früher Hilfsangebote in Anspruch genommen werden, desto besser können Hilfsmaßnahmen greifen.

Insbesondere jüngere Menschen sollen im Bereich Alkohol, Glücksspiel oder Medien angesprochen werden. Deshalb wurde in einer Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung (HfK + G) in Ulm, Herr Prof. Mark Schmid, Dozent Robert Heissman und Studenten Postkarten entworfen, die in Bars, Clubs, Kneipen verteilt wurden. Die Studenten des zweiten Semesters des Studiengangs Kommunikationsdesign befassten sich intensiv mit dem Thema Sucht und setzten ihre Ideen grafisch um. "Unsere Studenten sollen auch Erfahrungen mit Realprojekten sammeln. Zudem ist das Thema Sucht ein gesellschaftlich wichtiges. Das fanden unsere Studenten interessant" erzählt Professor Mark Schmid. Das bestätigt Studentin Sinem Misirli. Für sie sind diejenigen die sich zu ihrer Sucht bekennen und Hilfe holen die wahren Helden. "Ich hatte beim Projekt das Gefühl etwas für die Gesellschaft zu leisten".

Es wurden insgesamt 10 Postkartenentwürfe für die Aktion von der Diakonie ausgewählt. Wir hoffen auf weitere interessante Aktionen in gemeinsamer Kooperation!

Suchtberatung Diakonie Neu-Ulm e.V.

Projekt Suchtgefährdete Alte Menschen (SAM)
des Suchthilfezentrums der Stadtmission Nürnberg

Immer mehr Menschen in Pflegeheimen sind alkohol- und/oder tabelettensüchtig.

Ziel des Projekts SAM ist, laut Sozialpädagogin Beate Schwarz, durch Leitlinien eine Orientierungshilfe für den Umgang mit suchtbetroffenen Senioren in Pflege- und Altenhilfeeinrichtungen zu erarbeiten.

Zum Weltdrogentag am 26.06. ist ein Artikel im Sonntagsblatt über das Projekt SAM erschienen.

Alkoholkranke werden immer jünger

Eine Sucht, 10 Mal stärker als nach Schokolade

Alkohol ist eine Volksdroge: In Bayern sollen 260.000 Menschen abhängig sein, und die Tendenz ist steigend. Bundesweit schätzt man 1,6 Millionen Suchtkranke. Hilfe gibt es zum Beispiel im Haus Martinsruh bei Gräfenberg, einer Einrichtung der Stadtmission Nürnberg.

Lesen Sie den ganzen Artikel im Sonntagsblatt.

Stiller Freund

Alkohol- und Medikamentenmissbrauch im Alter

Von Svenja Pelzel

SWR2 Tandem - Sendung vom Mi, 17.2.2016 | 10.05 Uhr (Produktion: DLR Kultur 2015)

Der Text zur Sendung kann hier nachgelesen werden: Stiller Freund

 

 

Süchte im Alter

Opas Schnäpschen und Omas Tablettchen

Sucht im Alter ist in der Gesellschaft und in der Medizin sehr lange unterbewertet worden. Vor allem auch von den Suchtforschern selbst. Noch im Jahr 2000 gab es keine einzige Studie, in der ältere Menschen einbezogen waren. Doch inzwischen ist klar: Es ist beileibe kein Einzelfall, dass Senioren süchtig sind.

Hier weiterlesen: SWR2 Impuls

SWR2 Impuls. Von Anna Florenske; Internetfassung: Ulrike Barwanietz & Ralf Kölbel, Stand: 10.3.2014, 16.54 Uhr

 

Zoey

Spielfilmproduktion über die Lebenswelt von Kindern in suchtbetroffenen Familien

In dem 40-minütigen fiktionalen Spielfilm geht es um die 14-jährige Zoey, die mit dem Rückfall ihres alkoholkranken Vaters zu kämpfen hat. Der Alltag des Teenagers gerät ins Wanken und sie muss Verantwortung für ihren Vater, ihren 8-jährigen Bruder und sich selbst übernehmen, was nicht ohne Folgen bleibt.

Der Aufklärungsfilm wurde produziert vom Medienprojekt Wuppertal im Auftrag des Blauen Kreuz Deutschland e.V.

Der DVD ist eine Broschüre mit anschaulichem und aussagekräftigem Arbeitsmaterial für die Nutzung des Filmes in der Prävention in Schulen und Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen beigelegt.

2015, 40 Min., freigegeben ab 0 Jahren.
DVD Kauf 32,- EUR | Ausleihe 12,- EUR | Preis V & Ö 80,- EUR
Stream 9,- EUR | Download 25,- EUR

Infos und Bezug über Medienprojekt Wuppertal

 

 

Alles ganz normal

Ein Film über co-abhängige Angehörige von Alkoholsüchtigen

Der Film schildert, wie Angehörige von Suchtkranken zu Co-Abhängigen werden. Anhand der Portraits zweier Familien wird deutlich, wie sich eine Alkoholkrankheit oft langsam und unbemerkt anbahnt. Ist ein Familienmitglied erstmal suchtkrank, folgen meistens Versuche, dies geheim zu halten und der Umwelt den Anschein zu geben, dass alles ganz normal ist. Manchmal wird die Sucht auch vor einem Teil der eigenen Familienmitglieder verheimlicht – z.B. vor den eigenen Kindern. Die Kinder von Suchtkranken dagegen entwickeln ein hohes Maß an Selbstständigkeit, um die Krankheit ihres Elternteils zu verheimlichen. Die Folgen sind oft Isolation und extreme Angstzustände, da sie sich aus Scham niemandem anvertrauen.

2013, 45 Min. (plus 23 Min. Bonus), freigegeben ab 12 Jahren.
DVD Kauf 32,- EUR | Ausleihe 12,- EUR | Preis V & Ö 80,- EUR
Stream 9,- EUR | Download 25,- EUR

Infos und Bezug über Medienprojekt Wuppertal

 

 

Liebe und Hass

Ein Film über Jugendliche, deren Eltern alkoholabhängig sind

Fünf junge Menschen im Alter zwischen 15 und 23 Jahren erzählen, wie es ist, mit einem alkoholkranken Elternteil zu leben. Sie sprechen offen über ihre Gefühle und erinnern sich an negative Momente, in denen ihnen ein geliebter Mensch völlig entfremdet schien.

45 Min. (plus Bonus: 30 Min.), freigegeben ab 0 Jahren.
DVD Kauf 32,- EUR | Ausleihe 12,- EUR | Preis V & Ö 80,- EUR
Stream 9,- EUR | Download 25,- EUR

Infos und Bezug über Medienprojekt Wuppertal

 

 

Alkoholismus im Alter

Alkohol ist für Senioren auch deshalb so gefährlich, weil sie häufig mehrere Medikamente nehmen.

3sat, Sendereihe nano, Dauer: 6:25 Min., Beitrag vom 07.09.2018

 

 

Alkoholsucht im Alter erkennen und behandeln

Zu viel Alkohol kann für ältere Menschen schnell ein Problem werden. Wer ist besonders gefährdet, an Alkoholsucht zu erkranken? Und wie behandelt man die Abhängigkeit?

NDR, Visite, Dauer: 6:35 Min.,

 

 

Was passiert beim Trinken im Gehirn?

Schätzungsweise zweieinhalb Millionen Bundesbürger sind abhängig von Alkohol, knapp 10 Millionen trinken in gesundheitsschädlichen Mengen. ...

3sat, Sendereihe scobel, Dauer: 5:14 Min., Beitrag vom 22.06.2017

 

 

Ignorierte Sucht: Alkohol im Alter

Abhängigkeit im Alter hat nicht immer nur mit Hilfsbedürftigkeit zu tun. Ein Grund für die Sucht ist oft fehlende soziale Kontrolle oder der Verlust des Partners.

NDR, Panorama 3 -


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