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Herbstsammlung 11. - 17. Oktober 2021

„Gemeinsam Wege finden“

Ambulante Hilfen zur Erziehung in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Familie ist für ein Kind kaum zu ersetzen. In schwierigen Lebenssituationen können Familien ambulante Hilfen zur Erziehung in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer vertrauten Umgebung zu lassen, die Familien insgesamt zu stärken und alle zur Verfügung stehenden Kräfte und Möglichkeiten im Umfeld mit einzubeziehen. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen:

In der Sozialen Gruppenarbeit (SGA) werden Kinder oder Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen gemeinsam unterstützt und gefördert. Wesentliche Kennzeichen der Gruppenarbeit sind Persönlichkeitsentwicklung, Gewährleistung von Erziehungsverantwortung, Prävention und Niedrigschwelligkeit.
Kinder, deren Eltern sich getrennt haben, machen oft ähnliche Erfahrungen. Sie erleben sich hin- und hergerissen zwischen Vater und Mutter, die möglicherweise in heftige Streitigkeiten verwickelt sind. Sie haben Loyalitätskonflikte und können mit der Situation und den damit verbundenen Gefühlen oft nicht gut umgehen.
In der sozialen Gruppenarbeit erleben die Kinder, dass es nicht nur ihnen so geht und dass ihre Gefühle ganz normal sind. Ihnen wird vermittelt, dass sie beide Elternteile lieben dürfen, auch wenn diese nicht mehr zusammen sein wollen. Den Erwachsenen wird vermittelt, dass sie die Elternrolle auch getrennt ausfüllen können.

Durch die Erziehungsbeistandschaft (EZB) erhalten einzelne Kinder oder Jugendliche eine besondere Aufmerksamkeit und Förderung innerhalb der Familie.
In manchen Situationen ist es hilfreich, wenn ein einzelnes Kind in einer Familie gezielt Unterstützung erhält. Wenn Kinder in der Schule einen nicht erklärlichen Leistungsabfall haben oder der Trainer im Sportverein bemerkt, dass ein Kind sich so ganz anders verhält als gewohnt, sind oft Spannungen in der Familie, ungelöste Konflikte oder emotional belastende Situationen der Grund dafür. Kinder psychisch- oder suchtkranker Eltern geraten häufig in solche Situationen. In der Erziehungsbeistandschaft werden Räume und Situationen geschaffen, in denen die Kinder wieder Kind sein können.

Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) nimmt die gesamte Familie in den Blick. Die Kernaufgaben sind: Erziehungsaufgaben meistern, Alltagsaufgaben bewältigen, Konflikte und Krisen bearbeiten, Gefährdungssituationen abwehren und die Familie an den Sozialraum anbinden.
Hierbei zeigen sich die ganze Komplexität und Vielfalt von Familie und auch die Gefahren, die damit verbunden sind. Jeder Elternteil will für seine Kinder das Beste, aber die Umsetzung gelingt nicht immer. Nicht immer ist das, was Eltern geben können, auch das, was ihre Kinder brauchen.
Vor diesem Hintergrund setzt SPFH bei den Ressourcen innerhalb des Familiensystems an und fördert diese. Sie weckt Verständnis für die gegenseitigen Bedürfnisse und zeigt einen Weg auf, diese auf adäquate Weise zu kommunizieren.

 

 „Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“ (Martin Luther)

 

Seit Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes vor über 30 Jahren haben sich ambulante Hilfen inhaltlich weiterentwickelt und an Bedeutung enorm zugenommen. Alleine von 1995 bis 2016 hat sich die Zahl der in Anspruch genommenen ambulanten Hilfen in Deutschland mehr als verdreifacht.

Ambulante Hilfen zur Erziehung werden von der öffentlichen Hand finanziert und sind ein Hilfeangebot für Eltern und ihre Kinder, die in problematischen Lebenslagen und/oder Krisen Hilfe benötigen. In den meisten Fällen gehen die
Fachkräfte zu den Familien nach Hause, um vor Ort Unterstützung anzubieten. Gerade durch diesen sehr intensiven und unmittelbaren Kontakt zu den Familien werden auch materielle Nöte und Defizite sichtbar, die nicht von unserem Sozialsystem aufgefangen werden.

Eltern, die zwar eine Arbeit haben, aber gerade noch nicht auf staatliche Hilfe angewiesen sind, können schnell in Notlagen geraten. Wenn zum Beispiel das Auto defekt wird und der Weg zur Arbeit auf dem Land nicht mehr bewältigt werden kann, wenn die Waschmaschine streikt oder das Geld für die Klassenfahrt der Zwillinge nicht reicht, ist die Grenze schnell überschritten. Oft trifft es Eltern, die sich nur mit einem zusätzlichen Mini-Job über Wasser halten können. Fällt dieser weg – wie beispielsweise in der Gastronomie während der Corona-Krise – ist die Existenz der gesamten Familie in Gefahr. Hier unterstützen wir unbürokratisch mit finanziellen Einzelfallhilfen.

Die Diakonie hilft. Helfen Sie mit.

Damit die Einzelfallhilfen im Rahmen der ambulanten Hilfen zur Erziehung und alle anderen Leistungen der Diakonie auch weiterhin angeboten werden können, bitten wir bei der Herbstsammlung vom 11. bis 17. Oktober 2021 um Ihre Spende. Herzlichen Dank!

 

70% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort.

30% der Spenden an die Kirchengemeinden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Info- und Werbematerial finanziert.

 

Spenden können Sie:

  • bei Ihrem Evang.-Luth. Pfarramt
  • an das Diakonische Werk in Ihrer Nähe
  • an das Diakonische Werk Bayern e.V.
    Evangelische Bank eG
    IBAN: DE20 5206 0410 0005 2222 22
    BIC: GENODEF1EK1
    Stichwort: Herbstsammlung 2021
  • mit einem Anruf bei unserer Spendenhotline 0800 700 50 80*:   Spenden Sie einmalig 5 €, 10 € oder 15 € oder unterstützen Sie die Diakonie als Dauerspender! (* Der Anruf ist gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz)

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