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Regionale Infoveranstaltung KADia – Hitzeschutz im Fokus Wann: Dienstag, 24.03.2026 I 09-13 Uhr - Wo: Bamberg, Spiegel-Saal

Hitzeschutz im Fokus: Zentrale Erkenntnisse der KADia-Veranstaltung am 24.03.2026 in Bamberg

Extreme Hitze ist längst Realität und stellt soziale Einrichtungen zunehmend vor neue Herausforderungen. Im Rahmen der KADia-Veranstaltung „Hitzeschutz im Fokus“ wurde deutlich, wie stark die Auswirkungen bereits heute sind – insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Mitarbeitende in der Sozialwirtschaft. 

Die Veranstaltung brachte medizinische, systemische und kommunale Perspektiven zusammen und zeigte konkrete Ansätze für die Praxis auf.

Gesundheitliche Auswirkungen und praktische Maßnahmen

Dr. Andrea Nakoinz verdeutlichte, dass Hitze direkt auf die Physiologie des Menschen wirkt und damit Pflege, Betreuung und Arbeitsfähigkeit beeinflusst. Dabei wurde besonders hervorgehoben, dass der „durchschnittliche Mensch“, an dem Hitzebelastung häufig orientiert wird, in der Praxis nicht existiert. Die Auswirkungen von Hitze sind individuell sehr unterschiedlich und komplex.

Zu den zentralen Erkenntnissen zählen:

  • veränderte Wirkung von Medikamenten, insbesondere bei Psychopharmaka und Antidepressiva 
  • unterschiedliche Belastung je nach Gesundheitszustand 
  • häufig unterschätzte Risiken im Alltag 

Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele wirksame Maßnahmen keine zusätzlichen finanziellen Mittel erfordern. Entscheidend ist vielmehr ein geschärftes Bewusstsein für bestehende Strukturen und Abläufe, etwa:

  • die Aufheizung von Gebäuden 
  • belastende Tagesabläufe bei Hitze 
  • vermeidbare Risiken im Arbeitsalltag 

Bereits kleine Anpassungen können hier eine große Wirkung entfalten.

Klimawandel als strukturelle Herausforderung

Dr. Eberhard Faust ordnete die Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang ein. Wetterextreme nehmen nicht nur zu, sondern dauern auch länger an. Diese Veränderungen sind Ausdruck eines Klimawandels, der bereits im Gange ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Die notwendigen Anpassungen – etwa im Hinblick auf klimaresiliente Städte – stellen eine tiefgreifende Transformation dar, die mit historischen Umbrüchen wie der Einführung der Elektrizität vergleichbar ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die bekannten Risiken und Szenarien nicht übertrieben sind, sondern eine realistische Grundlage für zukünftiges Handeln bilden.

Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz:
Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist unverzichtbar. Einrichtungen, die frühzeitig Maßnahmen ergreifen, können Risiken reduzieren und ihre Handlungsfähigkeit langfristig sichern.

Sozial-ökologische Transformation und Handlungsperspektiven

Die Veranstaltung machte deutlich, dass es weniger an Wissen als an Umsetzung fehlt. Die Sozialwirtschaft ist dabei nicht nur von den Auswirkungen betroffen, sondern spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen.

Im Rahmen des KADia-Projekts wurden daher konkrete Unterstützungsangebote vorgestellt, darunter:

  • Informationen zu Fördermöglichkeiten 
  • praxisnahe Einstiegsansätze für Einrichtungen 
  • Begleitung bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen 

Fazit

Hitzeschutz beginnt nicht mit großen Investitionen, sondern mit Aufmerksamkeit, Wissen und der Bereitschaft, bestehende Strukturen zu hinterfragen und anzupassen. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass sowohl der Handlungsbedarf als auch die Bereitschaft zur Veränderung hoch sind – nun gilt es, die vorhandenen Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu überführen.

 

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Klimaanpassungsbeauftragte der Diakonie Bayern“ (KADia) statt und wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Impressionen von der Veranstaltung