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„Welthospiztag: Gute Begleitung am Lebensende für alle“

„Suizidpräventionsgesetz ist überfällig.“

Nürnberg, 10. Oktober 2026. Zum Welthospiztag fordert die Diakonie Bayern, Hospiz- und Palliativangebote im Freistaat weiter auszubauen und dauerhaft abzusichern. Der Welthospiztag steht in diesem Jahr unter dem Motto „So bunt wie das Leben. Hospiz.“ Für die Diakonie bedeutet das auch: Menschen müssen unabhängig von Herkunft, Alter, Religion, Behinderung, Lebensform oder Wohnort Zugang zu guter Begleitung am Lebensende haben.

„Menschen leben unterschiedlich, und sie brauchen auch am Ende ihres Lebens eine Begleitung, die ihre persönliche Geschichte, ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse ernst nimmt“, sagt Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern. „Eine gute Hospiz- und Palliativversorgung gehört deshalb für uns zu einer Gesellschaft, die Menschen auch in schwerer Krankheit, in Krisen und im Sterben nicht allein lässt.“

Gute Hospiz- und Palliativarbeit leistet nach Ansicht der Diakonie Bayern auch einen wichtigen Beitrag zur Suizidprävention. Umso kritischer bewertet die Diakonie darum, dass die gesetzliche Stärkung der Suizidprävention seit Jahren auf sich warten lässt. Bereits im Juli 2023 hatte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Ein erster Anlauf aus dem Jahr 2024 kam nicht mehr zur parlamentarischen Beratung. Der im Juli dieses Jahres vorgelegte neue Entwurf befindet sich weiterhin im Referentenstadium.

„Mehr als drei Jahre nach dem klaren Auftrag des Bundestages ist das schlicht zu langsam“, kritisiert Schuhmann. „Suizidprävention betrifft Menschen in existenziellen Krisen. Hier können wir uns keine jahrelange politische Hängepartie leisten. Wir wissen seit Langem, dass niedrigschwellige Beratung, Krisendienste, Hospiz- und Palliativversorgung, Pflege, Seelsorge und Trauerbegleitung verlässlich erreichbar sein müssen. Diese Strukturen brauchen Planungssicherheit und eine dauerhafte Finanzierung. Es ist jetzt Aufgabe des Bundes, aus Ankündigungen und Entwürfen endlich verbindliche Regelungen zu machen.“

Für die Diakonie Bayern gehört dazu auch, vorhandene Hilfen dauerhaft abzusichern und miteinander zu vernetzen. „Die Einrichtungen und Dienste leisten diese Arbeit längst. Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit Hilfe nicht von befristeten Projekten, regionalen Unterschieden oder unsicheren Finanzierungen abhängt“, so Schuhmann. „Ein wirksames Suizidpräventionsgesetz ist überfällig.“

Unter dem Dach der Diakonie Bayern gibt es derzeit sechs stationäre Hospize, drei ambulante Hospize und ein Tageshospiz. Darüber hinaus ist die Begleitung am Lebensende in zahlreichen Einrichtungen der Altenhilfe, der Pflege und der Eingliederungshilfe Teil der täglichen Arbeit. Bayernweit engagieren sich rund 7.500 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter in mehr als 140 ambulanten Hospizdiensten. Sie begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause und in stationären Einrichtungen und unterstützen deren An- und Zugehörige

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher