Digitale Transformation

Telematik und Digitalisierung in der Pflege

Die Digitalisierung und Telematik durchdringen zunehmend alle Lebensbereiche und halten auch in der Pflege Einzug. Jedoch stellt die fortschreitende Digitalisierung diakonische Einrichtungen vor große Herausforderungen, eröffnet aber gleichzeitig viele neue Möglichkeiten. Mit großem Potential, die Versorgung zu verbessern, die Effizienz zu steigern und den Arbeitsalltag der Pflegekräfte zu erleichtern.

Im Projekt „Telematik und Digitalisierung in der Pflege“ soll der Fokus auf den einzelnen Einrichtungen liegen, vor allem bei der Einführung und Implementierung der neuen Technologie. Die Einrichtungen und Dienste werden vor, bei und nach der Einführung von Telematik und digitalen Technologien professionell beraten und unterstützt. Neben der individuellen Hilfe wird ein Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung verschiedener Leistungsträger im diakonischen Bereich aufgebaut, damit die Synergieeffekte genutzt werden können.

Was ist die Telematikinfrastruktur (TI) in der Pflege?

Die Telematikinfrastruktur in der Pflege bezieht sich auf die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, um die Versorgung und den Betreuungsprozess in der Pflege zu unterstützen und zu optimieren.

Folgende Dienste der Telematik sind in Einrichtungen und Diensten der Pflege bereits in Benutzung:

  • eRezept
  • KIM

In absehbarer Zeit folgen noch weitere Dienste.

Diese Technologien sollen die Effizienz, Qualität und Sicherheit in der Pflege erhöhen, die Kommunikation verbessern und die Patienten und Bewohner stärker in den Pflegeprozess einbeziehen.

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen war eine lange Zeit freiwillig. Mit einem neuen Gesetzesentwurf ändert sich dies jedoch: Der Entwurf zum Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) enthält eine Verpflichtung für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste, sich bis Juli 2025 an die Telematikinfrastruktur anzuschließen.

Ziele des Projekts 

Durch das Projekt werden Telematik und Digitalisierung in diakonische Dienstleistungen integriert. Das Diakonische Werk Bayern e.v. erkennt die Chancen digitaler Transformation und nutzt sie für ihre Einrichtungen und Dienste. Ein Netzwerk mit anderen Akteuren ermöglicht den Austausch von Best-Practice-Beispielen und kann negative Erfahrungen vermeiden. Führungskräfte werden befähigt die digitale Transformation zu begleiten. Das Wissen im Netzwerk beschleunigt die Umsetzung und ermöglicht den Austausch mit anderen Trägern. Digitale Lösungen verbessern die Lebensqualität älterer Menschen, fördern ihre Selbstständigkeit und ermöglichen ein aktiveres Leben. Diakonie Bayern gestaltet die digitale Transformation aktiv und nachhaltig mit.

Wie sieht die Projektarbeit aus?

Mit der Einführung neuer Technologien in der Pflege tauchen viele neue Fragen auf. Wie zum Beispiel:

  • Welchen Nutzen und Zweck haben die digitalen Lösungen im Einzelfall?
  • Wie sicher sind die neuen Technologien? Sind die Daten der Patienten/ Bewohner geschützt?
  • Welche Auswirkungen sind auf die Arbeitsprozesse zu erwarten?
  • Welche Auswirkungen sind auf die Mitarbeitenden und Bewohner zu erwarten?
  • Was sind die Anforderungen an die Infrastruktur und Geräte?

 

Die Beantwortung dieser Fragen erfordert Fachwissen und Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen. Die Projektstelle soll eine zentrale Ansprechstelle für Telematik und Digitalisierung im Bereich der Pflege sein. Die Einbettung in das Diakonische Werk Bayern e.v. soll die bestehenden Hemmschwellen vieler Einrichtungen und Dienste für den für sie teilweise neuen Bereich senken.

Mit der Durchführung von Befragungen zur Ermittlung der Wünsche der Einrichtungen und Dienste soll der Ist-Stand erfasst werden, um ein Angebot zu entwickeln, welches den verschiedenen Zielgruppen besonders gerecht wird.

Es sollen individuelle Beratungs- und Informationsangebote für die Einrichtungen und Dienste geschaffen werden und für die Mitarbeitenden und Führungskräfte Fortbildungen im Bereich Digitalisierung angeboten werden. Digitale Produkte sollen im Rahmen von Produktpräsentationen vorgestellt werden. Durch praktische Vorführungen, Zurverfügungstellung zielgruppenrelevanter Informationen und Abbau von Hemmschwellen und Vorbehalten, soll der Umgang mit Telematik und digitalen Produkten auch im Bereich der Altenhilfe ein selbstverständlicher Teil des Alltags werden. Die Mitarbeitenden werden dadurch befähigt, auch eigenständig das Thema Digitalisierung und Telematik weiterzuentwickeln.

Ihr Kontakt:

Markus Bünemann Referent Krankenhäuser, Teilstationäre Pflege. Referent/Projektleitung „Telematik und Digitalisierung in der Pflege“