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Positionen der Diakonie
Chancen und Risiken in Bayern
Das wirtschaftsstarke Bayern ist für viele Menschen ein Ort der Sicherheit, des Aufstiegs und der Perspektiven. Doch auch im Freistaat wächst die Zahl derer, die vor existenziellen Herausforderungen stehen. Dazu tragen steigende Lebenshaltungskosten, der angespannte Wohnungsmarkt und wachsende soziale Ungleichheiten bei. Wo Chancen ungleich verteilt sind, entstehen neue Risiken. Diese Ambivalenz prägt die sozialpolitische Entwicklung. Wer über ausreichende Ressourcen verfügt, kann Belastungen auffangen. Wer auf Unterstützung angewiesen ist, hat zunehmend Probleme, seinen Alltag zu bewältigen.
Soziale Versorgung unter Druck
Die Diakonie in Bayern erlebt diese Spannungsfelder täglich und auf allen Ebenen. Die diakonischen Träger und Einrichtungen bilden in Städten, Landkreisen und ländlichen Räumen eine tragende Säule sozialer Infrastruktur. Sie sichern Beratung, Pflege, Teilhabe und Unterstützung für Menschen in allen Lebenslagen. Doch der wirtschaftliche Druck wächst massiv. Angespannte Haushalte der Kommunen, steigende Anforderungen und strukturelle Unterfinanzierungen gefährden die Stabilität bewährter Angebote. Vor allem präventive und niedrigschwellige Strukturen drohen wegzubrechen. Diese Lücken lassen sich weder kurzfristig noch kostengünstig schließen.
Lobbyarbeit der Diakonie
Der Landesverband bündelt diese Erfahrungen, macht sie politisch sichtbar und vertritt die Interessen der diakonischen Träger gegenüber Politik und Verwaltung. Die Diakonie in Bayern setzt sich vor Ort, regional und auf Landesebene für die Menschen ein, die keine Lobby haben und am Rand der Gesellschaft stehen. Sie brauchen ein Sozialsystem, das Orientierung bietet, Zuständigkeiten sinnvoll ordnet und Unterstützung nachvollziehbar organisiert. Es muss den Zugang zu Hilfe erleichtern und zugleich die Handlungsfähigkeit aller Beteiligten stärken.
Reform des Sozialstaats
Die Diakonie Bayern bringt sich in die Diskussion um eine Reform des Sozialstaats ein. Ende Januar 2026 wurden die Ergebnisse der Sozialstaatskommission veröffentlicht. Die geplante Vereinfachung, Digitalisierung und Entbürokratisierung soll die Wirksamkeit der sozialen Sicherungssysteme erhöhen. Diese Maßnahmen dürfen jedoch nicht zu Lasten der Betroffenen gehen. Die Diakonie in Bayern fordert, dass Existenzsicherung sich an den realen Lebensbedingungen orientiert und dauerhaft verlässlich ausgestaltet wird. Das ist der UNTERSCHIED.
Foto im Header: Der Vorstand des Diakonischen Werkes Bayern, v. l. n. r.: Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales; Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin; Philipp Feichtenbeiner, Vorstand Wirtschaft
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