„WIR LEBEN IM ZEITALTER DES GLOBALEN EGOISMUS“
67. Aktion Brot die Welt für Bayern eröffnet Nürnberg/Augsburg, 30. November 2025 Mit einem Festgottesdienst in der St. Anna-Kirche in Augsburg ist am heutigen 1. Advent die 67. Aktion Brot für die Welt in Bayern eröffnet worden. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Predigt von Pfarrerin Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin des Diakonischen Werks Bayern. Unter dem bundesweiten Motto „Kraft zum Leben schöpfen“ rief sie dazu auf, den globalen Herausforderungen mit Solidarität statt Rückzug zu begegnen. Weingärtner griff in ihrer Predigt die weltweite Zuspitzung von Klimakrise, Armut und Ungleichheit auf und fand deutliche Worte zur internationalen Entwicklungspolitik: „Wir leben in einem Zeitalter des globalen Egoismus“, sagte Weingärtner „Wenn Staaten Entwicklungszusammenarbeit kürzen, hat das dramatische Folgen. Projekte, die Menschen ein Leben in Würde ermöglichen, stehen auf dem Spiel.“ Ihre Kritik richtet sich auch auf die jüngsten Haushaltsentscheidungen in Deutschland. Im Bundeshaushalt 2026 soll der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um 251 Millionen Euro sinken und künftig 10,055 Milliarden Euro betragen. Das entspricht einem weiteren Rückgang um 2,44 Prozent gegenüber dem Vorjahr und insgesamt fast 20 Prozent seit 2023. Gleichzeitig bleibt die humanitäre Hilfe auf dem niedrigsten Stand seit 2016: Im Etat des Auswärtigen Amtes sind für 2026 1,048 Milliarden Euro vorgesehen, weiterhin mehr als 50 Prozent weniger als noch 2024. „Leider befindet sich Deutschland in guter Gesellschaft“, so Weingärtner. So hat die US-Regierung in diesem Jahr etwa 80 Prozent der Programme der Entwicklungsbehörde USAID eingestellt und große Teile der Auslandsprogramme eingefroren. „Solche Kürzungen haben fatale Folgen – etwa im Sudan. Hier sind 30 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – nahezu zwei Drittel der Bevölkerung.“ Vor diesem Hintergrund betonte Weingärtner die Bedeutung langfristiger und verlässlicher Unterstützung: „Projekte wie die von ARARIWA in Peru zeigen, wie Menschen mit Hilfe vor Ort Regenwasser nutzen, Ernten sichern und ihre Zukunft gestalten. Diese Projekte ermöglichen es, im wahrsten Sinn des Wortes Kraft zum Leben zu schöpfen.“ Weltweit haben mehr als zwei Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Brot für die Welt arbeitet in nahezu 90 Ländern daran, Wasserzugang zu verbessern, nachhaltige Landwirtschaft zu stärken und Gemeinden widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise zu machen. Im vergangenen Jahr förderte das Entwicklungswerk knapp 3.000 Projekte in 81 Ländern. Seit Beginn der Aktion 1959 wurden allein in Bayern über 300 Millionen Euro gespendet. Traditionell ist die Weihnachtskollekte der etwa 14.000 evangelischen Gemeinden in Deutschland für Brot für die Welt bestimmt. Kirchengemeinden im gesamten Freistaat beteiligen sich mit Gottesdiensten, Kollekten, eigenen Veranstaltungen und Informationsangeboten an der Spendenaktion. Die bundesweite Eröffnung findet traditionell am 1. Advent statt. Spendenkonto: |
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