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Weltkindertag 2026

Diakonie Bayern fordert verlässliche Hilfen für Kinder und Jugendliche

Nürnberg, 18. September 2026. Zum Weltkindertag fordert die Diakonie Bayern, Bildung, Inklusion, psychische Gesundheit und die materielle Absicherung von Kindern und Jugendlichen bei den anstehenden Sozialstaatsreformen dauerhaft zu sichern. „Kinder brauchen verlässliche Strukturen, auf die sie und ihre Familien sich verlassen können. Auch wenn Hilfen verändert werden, muss sichergestellt sein, dass die notwendige Unterstützung weiter erreichbar bleibt und ausreichend finanziert ist“, sagt Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern.


 

Dies gelte insbesondere für Bildungschancen, die „für alle Kinder erreichbar sein müssen“, wie Schuhmann betont. „Dazu gehören gute frühkindliche Bildung, verlässliche Unterstützung in der Schule und Hilfen für Kinder, die aufgrund ihrer sozialen Situation oder einer Behinderung zusätzliche Unterstützung benötigen.“

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen die aktuellen PISA-Ergebnisse. Die im September veröffentlichten Daten der PISA-Studie 2025 weisen für Deutschland in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung aus. Besonders deutlich bleibt zugleich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg: In Naturwissenschaften lagen sozioökonomisch begünstigte Schülerinnen und Schüler in Deutschland 125 Punkte vor benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Im OECD-Durchschnitt betrug dieser Abstand 85 Punkte.

Auch die psychische Gesundheit junger Menschen bleibt der Diakonie zufolge eine zentrale Aufgabe. Nach der COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf waren im Herbst 2025 rund 23 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychisch belastet. Aus Sicht der Diakonie Bayern braucht es deshalb ausreichend Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit und niedrigschwellige Beratungsangebote sowie einen verlässlichen Zugang zu weiterführender Unterstützung.

Zur Chancengerechtigkeit gehört für die Diakonie auch die materielle Absicherung von Familien. Die geplanten Einsparungen bei Familienleistungen sieht der Verband deshalb kritisch. Im Bundeshaushalt 2027 sollen unter anderem die Ansätze für Elterngeld und Unterhaltsvorschuss sinken; auch beim Wohngeld sind Kürzungen vorgesehen. „Kinderarmut lässt sich nicht allein mit Bildungsangeboten bekämpfen“, sagt Schuhmann. „Familien müssen ihren Alltag verlässlich finanzieren können. Leistungen für Kinder müssen deshalb so ausgestaltet sein, dass sie das tatsächliche Existenzminimum sichern und Familien mit niedrigen Einkommen gezielt erreichen.“ Die Diakonie fordert deshalb, Einschnitte bei familienbezogenen Leistungen zurückzunehmen und das Existenzminimum von Kindern bedarfsgerecht neu zu bestimmen.

Besondere Bedeutung hat für die Diakonie die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe. Individuelle Rechtsansprüche und Unterstützungsleistungen wie die Schulbegleitung müssen so gestaltet werden, dass Kinder mit Beeinträchtigungen weiterhin bedarfsgerecht am Unterricht teilnehmen können. „Für viele Kinder entscheidet die passende Unterstützung ganz konkret darüber, ob Teilhabe an Bildung gelingt“, sagt Schuhmann. Die SGB-VIII-Reform dürfe darum keine individuellen Rechtsansprüche schwächen, bevor tragfähige Ersatzstrukturen finanziert sind.

„Starke Kinder brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, so Schuhmann. „Dazu gehören gute Bildung, Teilhabe, erreichbare Hilfen und eine materielle Absicherung, die Familien trägt. Daran sollten sich Reformen messen lassen.“

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher