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„Mit einer Stimme sprechen“

Kirchliche Gesundheitseinrichtungen gründen gemeinsame Landesarbeitsgemeinschaft

Nürnberg, 20. Juli 2026. „Die Krankenhauslandschaft in Bayern steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Gerade jetzt müssen konfessionelle  Einrichtungen, die nicht der Rendite, sondern den Patientinnen und Patienten und dem Gemeinwohl verpflichtet sind, gemeinsam ihre Stimme erheben“, sagt Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern. Mit der heute in Nürnberg gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft der christlichen Gesundheitseinrichtungen in Bayern wollen evangelische und katholische Träger künftig ihre Kräfte bündeln.

Die Landesarbeitsgemeinschaft wurde gemeinsam vom Diakonischen Werk Bayern, dem Deutschen Caritasverband, Landesverband Bayern, und den beteiligten christlichen Gesundheitseinrichtungen ins Leben gerufen. Sie vertritt deren gesundheitspolitische Anliegen gegenüber der bayerischen Landespolitik und schafft zugleich ein verbindliches ökumenisches Netzwerk für fachlichen Austausch und Zusammenarbeit.

„Die aktuellen Reformen treffen auf ein Gesundheitssystem, das massiv unter Druck steht“, betont Schuhmann. „Steigende Kosten, fehlende Fachkräfte und neue gesetzliche Vorgaben zwingen viele Einrichtungen zu grundlegenden Veränderungen. Dabei darf aber nicht aus dem Blick geraten, dass Krankenhäuser für die Menschen vor Ort unverzichtbare Bestandteile der Daseinsvorsorge sind.“ Gleichzeitig gerieten die Interessen der Mitarbeitenden, aber auch der Patienten und Patientinnen immer häufiger aus dem Blick der Verantwortlichen: „Wenn etwa die Tarife von Caritas und Diakonie nicht mehr refinanziert werden, trifft das die Kolleginnen und Kollegen, am Ende aber auch die Patienten.“

Die Krankenhausreform verändere die Finanzierung und die Aufgabenverteilung der Kliniken grundlegend. Leistungen sollen stärker gebündelt und den Krankenhäusern bestimmte Leistungsgruppen zugewiesen werden. Gleichzeitig müssten die Einrichtungen ihre medizinischen Angebote, ihre wirtschaftlichen Strukturen und ihre Zusammenarbeit mit anderen Versorgungsbereichen neu ausrichten. „Besonders im ländlichen Raum stellt sich die Frage, wie eine gut erreichbare und qualitativ hochwertige Versorgung langfristig erhalten werden kann,“ so Schuhmann

Landes-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg weist auf die historische Dimension der konfessionellen Krankenhäuser hin: „Die Sorge um kranke und leidende Menschen war schon immer Teil des christlichen sozialen Engagements. Deshalb sind die konfessionellen Gesundheitseinrichtungen gemeinnützig und leisten einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Versorgung der Menschen in Bayern.“

Die neugegründete Landesarbeitsgemeinschaft will gemeinsame fachpolitische Positionen entwickeln und die Anliegen ihrer Mitglieder in die gesundheitspolitischen Beratungen auf Landesebene einbringen. Darüber hinaus dient sie dem Austausch über wirtschaftliche Fragen, gesetzliche Rahmenbedingungen und neue Versorgungsformen. Erfolgreiche Ansätze und Erfahrungen sollen zwischen den Mitgliedern weitergegeben sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung gestärkt werden.

„Gesundheitsversorgung darf nicht allein danach organisiert werden, welche Behandlung besonders wirtschaftlich ist“, sagt Schuhmann. „Auch pflegeintensive und vulnerable Patientengruppen haben Anspruch auf eine verlässliche Versorgung. Für diese Verantwortung brauchen die Einrichtungen auskömmliche finanzielle Rahmenbedingungen.“

Die neue Landesarbeitsgemeinschaft will sich deshalb für eine regionale, transparente und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsversorgung einsetzen. Ihr Ziel ist es, den Zugang zu hochwertigen medizinischen, pflegerischen und seelsorglichen Angeboten in allen Regionen Bayerns zu sichern.

Bei den anstehenden Reformen muss deshalb genau auf eine faire und gerechte Verteilung der Lasten geachtet werden, sagt Landes-Caritasdirektor Magg: „Nur mit einer verantwortungsvollen und transparenten Krankenhausplanung kann es gelingen, die qualitative und hochwertige Versorgung der Menschen sicherzustellen. Es darf nicht sein, dass sich Krankenhäuser nur an den lukrativen Leistungen orientieren und die notwendige breite aber nicht so gut finanzierte Versorgung aufgegeben wird.“

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft werden können konfessionelle Träger ambulanter, teilstationärer und stationärer Gesundheitseinrichtungen. Das Diakonische Werk Bayern und der Landes-Caritasverband Bayern sind geborene Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft.

Über die Diakonie Bayern

Das Diakonische Werk Bayern ist der soziale Spitzenverband der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Ihm gehören rund 1.220 Mitglieder mit mehr als 3.180 Einrichtungen und über 100.000 Mitarbeitenden an. In evangelischer Trägerschaft werden in Bayern neun Allgemein- und Fachkrankenhäuser mit 1.316 Betten sowie zwei Kliniken für Kinder und Jugendliche mit 255 Betten betrieben. Hinzu kommen Rehabilitationskliniken, eine Tagesklinik, eine Dialyseklinik und Medizinische Versorgungszentren.

Über die Caritas in Bayern

Der Deutsche Caritasverband, Landesverband Bayern, bündelt und vertritt die Interessen der katholischen Caritas in Bayern. Rund 184.000 hauptamtliche und etwa 59.000 ehrenamtliche Mitarbeitende engagieren sich in mehr als 6.000 Diensten und Einrichtungen. Dazu gehören fast 30 Krankenhäuser sowie zahlreiche weitere Einrichtungen der gesundheitlichen, pflegerischen und sozialen Versorgung.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher