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Keine Parallelstrukturen bei den Freiwilligendiensten.

Diakonie Bayern: „Miteinander statt Konkurrenzkampf“.

Nürnberg, 23.09.2025 Zurückhaltend reagiert die Diakonie Bayern auf den Vorschlag von CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, ein sogenanntes Bayernjahr einzuführen. Zwar seien zusätzliche Anreize wie die Übernahme beispielsweise der Führerscheinkosten ein guter Weg, mehr Menschen für die Freiwilligendienste zu motivieren. Aber, so die Präsidentin der Diakonie Bayern, Sabine Weingärtner: „Die Strukturen dafür gibt es bereits.“

„Es gibt mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr und den Bundesfreiwilligendiensten bereits entsprechende Angebote für Menschen, die sich engagieren wollen“, sagte die Diakoniepräsidentin heute in Nürnberg. „Hier Parallelstrukturen aufzubauen, führt zu unnötiger Konkurrenz.“ Stattdessen, so Weingärtner, sollten die bestehenden Angebote ausgebaut und besser finanziert werden. „Weitere Anreize wie die Übernahme der Führerscheinkosten in Bayern schließt das ja nicht aus.“

Philipp Feichtenbeiner, als Vorstand Wirtschaft im Diakonischen Werk Bayern auch zuständig für die Freiwilligendienste, verwies auf die heutige Bundestagsdebatte zum Bundeshaushalt 2026. „Hier sind erfreulicherweise mehr Mittel für die Freiwilligendienste vorgesehen.“ Sie zu stärken, sei der richtige Weg. Die bestehenden Dienste böten Weingärtner zufolge auch älteren Menschen die Möglichkeit, sich freiwillig zu engagieren – im Bundesfreiwilligendienst (BFD) 27+. „Auch hier würde das vorgeschlagene Bayernjahr eine Konkurrenz darstellen und bewährte Strukturen schwächen.“

Eine Absage erteilt die Diakonie erneut einem möglichen verpflichtenden Charakter eines solchen Jahres. Diakoniepräsidentin Weingärtner: „Wir setzen weiterhin auf Freiwilligkeit. Im Mittelpunkt einer solchen Lebensphase geht es auch um Erfahrungsräume und um die persönliche Entwicklung.“ Freiwilliges Engagement mit der Forderung zu koppeln, man müsse dem „Staat etwas zurückgeben“, schrecke eher ab. Vielmehr sei ein solcher Dienst doch die Chance, die Gesellschaft in positiver Weise mitzugestalten. Weingärtner: „Wir wollen das gleiche, nämlich dass sich Menschen allen Alters freiwillig engagieren können. Moralischer Druck ist der falsche Weg.“

Im Raum der bayerischen Diakonie können sich Menschen unter dem Label „Miteinander. Freude. Leben“ sowohl im Bundesfreiwilligendienst unter und über 27 Jahren als auch im Freiwilligen Sozialen Jahr an Standorten im ganzen Freistaat engagieren.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher