Nürnberg, 12.06.26 „Die Flüchtlings- und Integrationsberatung ist ein wichtiger Baustein für gelingende Integration in Bayern. Sie hilft Menschen dabei, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden, und stärkt zugleich den Zusammenhalt vor Ort“, sagt die Präsidentin der Diakonie Bayern, Dr. Sabine Weingärtner. Die Diakonie Bayern begrüße darum, dass die Bayerische Staatsregierung die Flüchtlings- und Integrationsberatung auch in den kommenden Jahren weiter fördern will. „Der Bedarf ist nach wie vor groß, und angesichts der angespannten Haushaltslage ist das ein wichtiges Signal für die Integrationsarbeit im Freistaat.“
Allerdings würden die derzeit diskutierten Regelungen der neuen Bayerischen Beratungs- und Integrationsrichtlinie (BIR IV) voraussichtlich Anpassungen in den bestehenden Strukturen erforderlich machen. „Dies wird die Flüchtlings- und Integrationsberatung in Bayern vor große Herausforderungen stellen.“ Welche Auswirkungen dies konkret auf einzelne Standorte und Träger haben wird, ist derzeit Gegenstand laufender Abstimmungen zwischen dem Innenministerium und den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Sicher sei aber, dass die Beratungsangebote nicht im bisherigen Umfang erhalten bleiben würden.
„Wir sehen ausdrücklich, dass sich das Bayerische Innenministerium und die zuständigen Fachabteilungen mit großem Engagement dafür eingesetzt haben, die Förderung der Flüchtlings- und Integrationsberatung auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen bestmöglich fortzuführen“, sagt Dr. Sabine Weingärtner. „Dafür sind wir dankbar. Die Gespräche der vergangenen Monate waren von dem gemeinsamen Ziel getragen, trotz knapper Mittel Menschen vor Ort weiterhin verlässliche Beratungsangebote zur Verfügung zu stellen.“
Für die Diakonie Bayern stehe ein Ziel im Mittelpunkt: Die Beratungsangebote müssten sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum möglichst erhalten bleiben. „Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte brauchen wohnortnahe Unterstützung. Gleichzeitig benötigen die Mitarbeitenden Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochwertige Beratung weiterhin ermöglichen“, so Weingärtner. Und schließlich profitiere die Gesellschaft als Ganze von einer gelingenden Integration zugewanderter Menschen.
Aus Sicht der Diakonie sollte bei der künftigen Ausgestaltung der Förderprogramme allerdings noch stärker berücksichtigt werden, dass Integration ein langfristiger Prozess ist. „In politischen Debatten wird häufig einzig auf die Zahl neu ankommender Menschen geschaut. Die eigentliche Integrationsarbeit beginnt jedoch oft erst danach und begleitet viele Menschen über mehrere Jahre hinweg“, sagt Weingärtner. „Wer Arbeit aufnimmt, eine Ausbildung beginnt oder eine Wohnung, benötigt oftmals auch nach längerer Zeit Beratung und Unterstützung.“ Dies gelte erst recht für die langfristige Integration in die Gesellschaft, wie beispielsweise in einen Verein oder ein Ehrenamt.
Die Diakonie Bayern setze darum darauf, dass im weiteren Verfahren gemeinsam Lösungen gefunden werden, die den unterschiedlichen regionalen Bedarfen gerecht werden und die vorhandenen Beratungsstrukturen im Freistaat langfristig sichern.
„Integration ist eine Investition in die Zukunft Bayerns“, betont Weingärtner. „Deshalb sollten wir alles daransetzen, die Menschen zu unterstützen, die tagtäglich dazu beitragen, dass Integration vor Ort gelingt.“
Die Flüchtlings- und Integrationsberatung unterstützt Menschen unter anderem bei Fragen zu Arbeit, Ausbildung, Wohnen, sozialer Absicherung und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie trägt dazu bei, dass Integration gelingt, Konflikte vermieden und Perspektiven geschaffen werden.