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ERASMUS+ Projekt SARAH

Diakonie im ländlichen Raum

 

Das Diakonische Werk Bayern erhielt im Sommer 2018 von der Nationalen Agentur ‚Bildung für Europa‘ die Bewilligung für eine ERASMUS+-Förderantrag im Bereich “Strategische Partnerschaften zum Austausch guter Praxis“. Das Projekt wird von Mitte September 2018 bis Mitte April 2020 durchgeführt und trägt den Titel: “Extending skills and knwoledge of social actors working with people in rural areas in Germany, Finland, Hungary and Estonia” (Die Erweiterung von Fähigkeiten und Wissen von sozialen Akteuren, die mit Menschen in ländlichen Gebieten in Deutschland, Finnland, Ungarn und Estland arbeiten). Die Kurzform lautet „SARAH – Social learning Activities in Rural Areas for Hidden People/ SARAH – Soziale Aktivitäten im ländlichen Raum mit verborgenen Menschen/Menschen, die von Ausgrenzung bedroht sind.“

Den Anstoß für den Projektantrag SARAH gab ein länderübergreifendes Treffen der Evang.-Luth. Kirchen und der Diakonie zur Situation ausgegrenzter Menschen in ländlichen Gebieten.  Hier wurde deutlich: Oft fehlt es im ländlichen Raum an Infrastruktur und Möglichkeiten, Menschen mit multiplen Problemlagen zu unterstützen.Doch gerade hier leben Menschen, die von sozialer Ausgrenzung z. B. aufgrund von Arbeitslosigkeit, psychischen Problemen, Zukunftsängsten und geringen Perspektiven bedroht sind. Ungeachtet länderspezifischer Gegebenheiten gibt es Veränderungsprozesse auf dem Land, die neue Formen der Sozialarbeit erfordern. Umgekehrt gibt es nur wenige Angebote für Menschen in ländlichen Gebieten, die Hilfsangebote zur Verbesserung ihrer Lebenssituation in Anspruch nehmen müssten. Zudem mangelt es an öffentlichen Verkehrsmitteln, was den Kontakt zu Sozialarbeiter/-innen und ehrenamtlichen Helfenden zusätzlich erschwert. Sozialarbeiter/-innen und Ehrenamtliche, die mit Menschen in ländlichen Gebieten arbeiten, stehen daher vor großen Herausforderungen. Ihnen fehlen nicht nur Ressourcen, sondern auch die Unterstützung im Sinne von Empowerment und Handlungsanleitungen.

Das Projekt SARAH zielt darauf ab, professionelle Sozialarbeitende und Ehrenamtliche der Diakonie aus Ungarn, Finnland, Estland und Deutschland zusammenzubringen um erfolgreiche Ansätze auszutauschen,  wie sie ihre Klient/-innen auf dem Land trotz aller Widrigkeiten unterstützen können. Im Rahmen des Projekts besuchen die 16 Teilnehmenden aus den vier Ländern soziale Akteure in ländlichen Gebieten in Ungarn, Finnland und Deutschland. Die Steuerungsgruppe, bestehend aus fünf Personen der beteiligten Partnereinrichtungen, begleitet die Teilnehmenden und bringt die Projektergebnisse in den politischen Diskurs des jeweiligen Landes mit ein. Für Bayern ist Fritz Blanz vom Diakonischen Werk Bay-ern verantwortlich. Er hat gleichzeitig die Rolle des Projektkoordinators. Die Teilnehmenden aus Deutschland kommen aus der Diakonie Hochfranken und der Diakonie Achental, die gute Beispiele aus Deutschland/Bayern beisteuern.

Im Verlauf des Projekts werden Methoden und Strategien von Sozialarbeiter/-innen aus den vier teilnehmenden Ländern verglichen und Impulse für die soziale Arbeit mit Menschen gesammelt.Hierzu wurden Antworten zu folgenden Fragen erarbeitet:

Welche Instrumente/Ansätze können Fachleute und Ehrenamtliche anwenden, um Menschen in großen ländlichen Gebieten zu erreichen?

Was müssen Fachkräfte und Ehrenamtliche tun, um soziale Fürsorge und soziale Teilhabe zu gewährleisten, damit der Hilfsbedarf ihres Klientels angemessen berücksichtigt wird?

Wie können Fachkräfte und Ehrenamtliche Selbsthilfegruppen und Eigeninitiativen stärken und unterstützen?

Wer bzw. was bietet Unterstützung für Netzwerke von Arbeitnehmern im sozialen Bereich, in Zielgruppen und öffentlichen Versorgungssystemen?

 

SARAH vernetzt Fachkräfte, Ehrenamtliche und – wo möglich – Behörden, um bewährte Praktiken und Ansätze auszutauschen. Dies hilft sozialen Akteuren, die mit hilfsbedürftigen Menschen arbeiten, neue Ansätze kennenzulernen und umzusetzen. Letztlich profitieren die Menschen von diesem Projekt, die in der öffentlichen Wohlfahrt verloren gehen, sogenannte „Hidden People“. Deshalb sollen durch dieses Projekt das Bewusstsein und die Wahrnehmung für hilfsbedürftige Menschen in ländlichen Räumen geweckt werden.

Die Projektteilnehmer werden  „transnationale“ Meetings in jedem Teilnehmerland abhalten. Dort werden die Teilnehmenden unterschiedliche Projekte vorstellen, welche den Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen im ländlichen Raum thematisieren.

Die Kick-off-Veranstaltung in Budapest im September 2018  brachte erste konkrete Ergebnisse. So bildeten die Projektteilnehmenden einen Konsens zum Thema ‚Würde des Menschen‘ und der ganzheitliche Sicht im Betreuungssetting. Des Weiteren wurden Rahmenbedingungen angesprochen, in denen jede und jeder Zugang zur Gemeinschaft und zu den Angeboten hat. Ein Teilnehmer brachte es mit dem Satz auf den Punkt: „Find the right water for the right fish“. Um künftige Good-Practice-Beispiele zu identifizieren, einigten sich die Teilnehmenden auf wesentliche Kriterien. So sollen die Verteilung von Verantwortung und Macht zu mehr Autonomie und Unabhängigkeit führen (Empowerment) und Netzwerke mit qualifizierten Beziehungen das Engagement unterstützen. Bei den Good-Practice- Projekten soll auf ein frühzeitiges soziales Engagement Wert gelegt werden, um nachhaltig Schäden zu vermeiden (early prevention). Dies gilt insbesondere für die gesundheitliche Versorgung auf dem Land.

In den kommenden Monaten sind die Teilnehmenden aufgefordert, jeweils zwei Projekte aus Finnland, Estland, Ungarn und Bayern zu identifizieren, die im zweiten transnationalen Treffen in Järvenpää, Finnland verglichen werden. Ziel ist es, Methoden und Strategien für die Versorgung von Menschen im ländlichen Raum zu identifizieren.

 

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