Menschen mit BehinderungLandeseinheitliche Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung schaffen

Die Diakonie Bayern begrüßt es sehr, dass sich die Bayerische Staatsregierung mit Programmen beispielsweise zur Digitalisierung, Konversion von Komplexeinrichtungen und „Bayern barrierefrei“ die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat und so versucht, die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Aufgrund des Umfangs beschränkt sich der Realitätscheck für den Bereich ‚Menschen mit Behinderung‘ auf folgende zentrale Aspekte:

Bedarfe in manchen Bereichen größer als Angebotsdichte

In den Bereichen der Frühförderung und Heilpädagogischen Tagesstätten besteht vielerorts ein höherer Bedarf an Angeboten als bislang vorhanden. Aufgrund langer Wartelisten können Kinder und Jugendliche benötigte Unterstützung meist nicht sofort in Anspruch nehmen.

Im Bereich der Offenen Behindertenarbeit (OBA) erweist sich der Stellenschlüssel für Fach- und Durchführungskräfte von 1 : 50.000 (Verhältnis von Bevölkerungszahl des Landkreises oder der kreisfreien Stadt zu den Fach- und Durchführungskräften), der bayernweit Anwendung findet, oftmals als problematisch. Aufgrund besserer Infrastrukturen leben verhältnismäßig mehr Menschen mit Behinderung im urbanen Umfeld als auf dem Land, sodass es hier zu einer überproportionalen Dichte der Bedarfe kommt, die im Stellenschlüssel keine Berücksichtigung findet.

Des Weiteren wird es im Bereich der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) aufgrund der neuen Regelungen durch die EUTBV ab 2023 zu einem Abbau der Vollzeitäquivalente kommen.

Wohnen für Menschen mit Behinderung

Die Wohlfahrtsverbände meldeten 2019 für die Konversion in Bayern einen Investitionsbedarf von 1,2 Mrd. Euro. Das 2019 verabschiedete „Sonderinvestitionsprogramm zur Konversion von Komplexeinrichtungen“ sah für den Doppelhaushalt 2019/2020 ursprünglich 20 Mio. Euro vor und wurde dann auf 5 Mio. Euro gekürzt, sodass in diesem Bereich keine substanziellen und systemrelevanten Veränderungen angestoßen werden konnten.

Die Angebote der Diakonie Bayern beginnen bei Frühförderstellen und Tagesstätten an Förderschulen und reichen über Internate, Wohngruppen sowie besondere Wohnformen bis hin zu Werkstätten und Berufsbildungsstätten. Menschen mit Behinderung werden in ihrem Handeln als selbstbestimmte Individuen und bei ihrer gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft unterstützt. Deshalb gewinnen ambulante Angebote wie familienunterstützende Dienste oder betreute Wohnformen immer mehr an Bedeutung.

  • Konversion umsetzen und barrierefreien Wohnraum schaffen, um Inklusion in der Gesellschaft zu ermöglichen;
  • landeseinheitliche Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung schaffen, sodass Menschen mit Behinderung unabhängig von ihrem Wohnort einheitliche Leistungsangebote wahrnehmen können;
  • Beratungsstellen fördern und ausbauen, um Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige ausreichend informieren und unterstützen zu können.

 

Der Realitätscheck zum Download: