Freiwilliges Engagement und gemeinschaftliche AktivitätZugleich gelebte Demokratie und Solidargemeinschaft

Das freiwillige Engagement mit und in all seinen Facetten ist im Sozialbericht umfänglich beschrieben. In diesem Bereich der originär demokratisch mitgestaltenden und solidarischen Bürgerbeteiligung ist Bayern im Bundesvergleich tatsächlich ein führendes Bundesland. Die Verankerung in der Verfassung, die Etablierung einer oder eines Beauftragten für das Ehrenamt, die deutliche Zunahme der finanziell-strukturellen Förderung sowie die partizipative Zusammenarbeit zwischen (halb-)staatlichen Akteur:innen und Vereinen sowie Wohlfahrtsverbänden ist in den letzten zwei Jahrzehnten systematisch ausgebaut und verbessert worden.
Die Diakonie als bedeutende Akteurin, Mittlerin, Trägerin und Ort des Engagements begrüßt und unterstützt diese Entwicklung ausdrücklich.

Bayerischer Ehrenamtskongress ist ein bundesweites Aushängeschild

Der von der „Hochschulkooperation Ehrenamt“ und dem bayerischen Staat regelmäßig durchgeführte mehrtägige Kongress wird bundesweit als Maßstab für Bestandsaufnahme, wissenschaftlichen Austausch und Praxisdarstellung wahrgenommen und beachtet. Die Diakonie als Verband ist hier ebenso miteinbezogen wie weitere relevante Akteur:innen.

Steuerrecht ist nicht alles

Naturgemäß ist die staatliche Förderung des Ehrenamtes auch eine steuerrechtliche Variable. So wurde die Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. In der Praxis sind aber die Rahmenbedingungen vor Ort, die Begleitung durch die Hauptberuflichen sowie Qualifizierung und die öffentliche Anerkennung des freiwilligen Engagements mindestens ebenso wichtig.

Migranten und Community

Die oftmals geringere Quote von Engagierten mit Migrationshintergrund ist im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der folgenden Fluchtbewegung (auch) nach Bayern eindrucksvoll widerlegt worden.
Es haben sich spontan und an vielen Orten hier schon lange lebende bayerische Bürger:innen auch aus den „Nachfolgestaaten der Sowjetunion“ in vielfältigster Weise engagiert. Dies umfasste u. a. Sprachhilfen, Begrüßungen, Wohnraumbeschaffung und Ämterhilfen. Die Diakonie war und ist hier eine wichtige und gesuchte Partnerin.

 

Die Diakonie und die evangelische Kirche sind traditionelle und gleichzeitig moderne Orte, Akteur:innen und Motor des freiwilligen Engagements. Sie begreifen das Engagement ausdrücklich auch unter dem Blickwinkel der Mitgestaltung und Mitverantwortung für die Gesellschaft, sprich als demokratiestärkendes Handeln.

  • Das Ehrenamt darf nicht nach Kassenlage beurteilt und begleitet werden. Der von der Bayerischen Staatsregierung eingeschlagene Weg der Beteiligung möglichst vieler gesellschaftlicher Akteur:innen und der gemeinsamen inhaltlichen Weiterentwicklung des Engagements muss weiterverfolgt werden. Kirchen, Wohlfahrt und Diakonie sind hierfür ideale Partner:innen.

Ehrenamt ist mehr als Steuerrecht. Ehrenamt und Freiwilliges Engagement sind idealerweise gelebte Demokratie und Solidargemeinschaft zugleich. Dieser Blickwinkel ist zu fördern und zu fordern.

 

Der Realitätscheck zum Download: