Zum Inhalt springen
Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2020

Deutschland Schlusslicht in Sachen Lohngerechtigkeit.

Weiterlesen >

Evangelische Organisationen und Einrichtungen in Bayern zum Equal Pay Day

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Auf diese, Gender Pay Gap genannte, geschlechtsspezifische Lohnlücke zwischen Männer- und Frauenlohn machen evangelische Organisationen und Einrichtungen in Bayern aufmerksam. Anlass ist der „Equal Pay Day“ (EPD) – der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Da die Lohnlücke 21 Prozent betrug, ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 366 Tagen); das Datum des diesjährigen EPD ist damit der 17. März 2020.

Zwar lässt sich ein Teil dieser Lohnlücke durch sogenannte „strukturelle Unterschiede“ erklären, so Elke Beck-Flachsenberg, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Bayern: „Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.“ Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechne und Frauen und Männer betrachte, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergäbe sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent. Damit ist Deutschland Schlusslicht im internationalen Vergleich. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Lücke noch größer.

Als Gründe nennt Sandra Schuhmann, Fachvorständin im Diakonischen Werk Bayern, unter anderem das Fehlen von Frauen in bestimmten, zum Teil sehr gut bezahlten Branchen, in der Regel den sogenannten MINT-Berufen. „Frauen ergreifen - immer noch – verstärkt frauendominierte Berufe in Bereichen wie Erziehung und Pflege.“ Diese seien aber weiterhin unterdurchschnittlich bezahlt, sagt Schuhmann. „Nicht zuletzt auch angesichts des steigenden Bedarfs in den sozialen Berufen müssen wir über den Stellenwerte und die Bezahlung in sogenannten SAGE-Berufen nachdenken.“ Der 2012 geprägte Begriff SAGE für die Berufe am anderen Ende des Spektrums: SA wie Soziale Arbeit, G wie Gesundheit und Pflege, E wie Erziehung und Bildung. Er bezeichnet damit die bisher auch als „Care-Berufe“ bekannten typischen Frauensparten Sozialarbeiterinnen, Alten- und Krankenpflegerinnen, Betreuerinnen, Erzieherinnen, Lehrerinnen.

Zudem, so Dr. Sabine Weingärtner, stellvertretende Leiterin des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, unterbrechen Frauen häufiger ihre Arbeitszeit – oder reduzieren sie familienbedingt für die Betreuung von Kindern bzw. pflegebedürftigen Angehörigen. Dr. Weingärtner: „Einer aktuellen Studie zufolge sind knapp 70 Prozent aller pflegenden Angehörigen weiblich – und der Umfang der häuslichen Pflege beläuft sich auf rund 21 Stunden pro Woche. Dies ist in der Regel nur in Kombination mit einer Teilzeit-Erwerbstätig­keit möglich.“

„Auf Augenhöhe verhandeln“, so lautet der Titel der diesjährigen Kampagne zum   Equal Pay Day. Dass sich der Faktor Geschlecht signifikant auf Verhandlungsführungen auswirken kann, ist für Dr. Andrea König, forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB, ein wichtiger Aspekt: „Der Einfluss, den Geschlechterrollen ausüben, ist stark. Weichen Frauen vom weiblichen Rollenbild ab, werden sie nicht selten negativer wahrgenommen als Männer, die ein ähnliches Verhalten zeigen.“ Studien zeigen aber auch, so König, dass sich der Geschlechtereffekt aufbrechen lässt: „Der Weg zu (Lohn-) Gerechtigkeit führt immer auch über die Auseinandersetzung mit Rollenbildern.“

Dass der Gender Pay Gap allerdings nicht auf die klassische Erwerbsarbeit beschränkt sei, zeige sich Martina Frohmader, Amt für evang. Jugendarbeit, zufolge schließlich an einer aktuellen Studie von HypeAuditor. Ihr zufolge gibt es auch bei den sogenannten „Influencern“ – Werbeträger in den sozialen Medien – den Gender Pay Gap. Auch hier verdienen Frauen weniger: Je nach Follower-Zahl im Durchschnitt sieben Prozent weniger für einen Instagram Beitrag als ihre männlichen Kollegen im Netz. 

Alle Organisationen stimmen darin überein, dass es „bedauerlich ist, dass wir vor zwei Jahren den Equal Pay Day ebenfalls nach 77 Tagen begangen haben.“ Ihr Wunsch ist darum, den nächsten EPD am 1. Januar 2021 zu feiern.

In Bayern wird die Kampagne zum Equal Pay Day unter anderem von einem breiten Bündnis evangelischer Organisationen unterstützt, zu dem die Diakonie Bayern und die Stabsstelle für Chancengerechtigkeit der ELKB, die Evangelischen Frauen in Bayern, das Frauenwerk Stein, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda), das forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), das Amt für Jugendarbeit der ELKB und der Deutsche Evangelische Frauenbund - Landesverband Bayern gehören.

 

Übrigens - das Diakonie.Kolleg., die Fortbildungseinrichtung der Diakonie in Bayern, bietet zu diesem Thema gezielte Fortbildungen an - zum Beispiel hier:

www.diakoniekolleg.de/inhouse-angebote/ueberblick/2020-501/

< Schliessen

Mehr um das Kümmern kümmern!

Weiterlesen >

Evangelisches Bündnis zum Equal Care Day fordert Aufwertung von Sorgearbeit

Nürnberg, 25.02.2020 Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen – der Großteil der menschlichen Arbeit ist Sorgearbeit. Gleichzeitig bleiben die öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung von Care-Arbeit hinter ihrer gesellschaftlichen Relevanz zurück. Auf die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit zwischen Frauen und Männern macht nun erstmals zum bundesweiten Aktionstag Equal Care Day am 29. Februar 2020 ein evangelisches Bündnis aus verschiedenen Organisationen und Einrichtungen aufmerksam.

Wer heute bezahlte wie auch unbezahlte Care-Arbeit leistet, nimmt eine Reihe von teilweise beträchtli-chen Nachteilen in Kauf. Weil nach wie vor Frauen einen Großteil dieser Arbeit leisten, sind sie es, die am häufigsten mit den nachteiligen Konsequenzen konfrontiert sind. Rund zwei Drittel der unbezahlten Sorge- oder Care-Arbeit wird von Frauen geleistet. Sie wird häufig stillschweigend vorausgesetzt und bleibt unsichtbar. Bei der bezahlten Care-Arbeit, die oft schlecht entlohnt und wenig anerkannt ist, ist der Prozentsatz noch höher.

"Sorgearbeit ist nach wie vor größtenteils Frauensache", so Dr. Andrea König vom forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB. Rund 80% der Care-Arbeit wird von Frauen geleistet, sowohl im professionellen Bereich und mehr noch im privaten. "Die gesellschaftliche Verantwortung der Care-Arbeit wird individualisiert und lastet vorwiegend auf dem Rücken von Frauen", so König. Die Übernahme der familiären Sorgearbeit bedeutet für Frauen in der Regel den Bruch ihrer Erwerbsbiographie. Fehlende Anerkennung von Pflegezeiten führen zu Lücken in der Alterssicherung. Altersarmut droht.

Aus dem 2019 veröffentlichten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und einer Studie der Inter-nationalen Arbeitsorganisation (ILO) geht hervor, dass Frauen im Schnitt viermal mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer verrichten. Der so genannte Gender Care Gap beziffert die geschlechtsspezifische Differenz des Zeitaufwands, der für unbezahlte Sorgearbeit aufgebracht wird. Die meiste Care-Arbeit leisten alleinerziehende Frauen, insbesondere solche mit kleinen Kindern. Bei ihnen zeigt sich auch der größte Gender Care Gap. "Alleinerziehende Frauen kommen oftmals vor lauter Sorgearbeit überhaupt nicht zum Durchatmen, weil ihnen neben der Sorgearbeit auch noch die Be-schaffung des Familieneinkommens obliegt. Dies wird kaum thematisiert", so Karin Mack von der Evang. Fachstelle Alleinerziehende. Die Zahl der Frauen, die aufgrund familiärer Belastung an Erschöpfungssymptomen leiden, steigt seit Jahren. Dies bestätigt auch Michaela Wachsmuth, geschäftsführende Vorständin vom FrauenWerk Stein: "Der Druck der ständigen Verfügbarkeit und der Erwartungshaltung sich stets um alles kümmern zu müssen, kann Frauen und Mütter krank machen. Viele Frauen und Mütter kommen mit Erschöpfungssyndromen in Vorsorge und Rehabilitationskliniken für Mutter/Mütter- Kind."


"Die gesellschaftliche Wertschätzung von Sorgearbeit muss sich wandeln", so Doris Weigand vom Diakonischen Werk Bayern. Dies bestimmt auch Bezahlung und Rahmenbedingungen. Dass dies weitreichende Folgen hat, zeigt auch der Umstand, dass Sorgearbeit zunehmend an Frauen aus anderen Ländern meist mit niedrigerem Lohnniveau ausgelagert wird. Dies sorgt in den Herkunftsländern der in Deutschland pflegenden Frauen wiederum für eine Care-Lücke. "Bei der Suche nach Lösungen zum Thema Pflegenotstand und Arbeitsmigration muss dies mitbedacht werden", so Hanna Kaltenhäuser vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt.

Die eaf bayern setzt sich für die Stärkung und Unterstützung von Frauen und Männern ein, die CareArbeit und Erwerbstätigkeit miteinander vereinbaren wollen oder müssen. Renate Zeilinger, Geschäftsführerin der eaf bayern, dazu: "Damit Frauen wie Männer den Spagat zwischen Pflegeverantwortung und Erwerbstätigkeit besser bewältigen können, bedarf es dringend einer Reform des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes." Besonderes Augenmerk muss dabei auf einen finanziellen Ausgleich für die übernommenen Pflege- und Betreuungszeiten gelegt werden, der nicht darlehensbasiert ist. Gleichzeitig bedarf es einer verlässlichen pflegesensiblen Personalpolitik von Unternehmen, die Mitarbeitenden mit Pflegeverantwortung in ihrer Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Erwerbsarbeit unterstützen.

Auch Männer wollen im Alltag zunehmend Zeit mit ihren Kindern verbringen, sich vermehrt an der Unterstützung kranker Angehöriger oder alter Eltern beteiligen. Sie stoßen ebenso auf Hindernisse, welche die Kombination dieser Aufgaben mit Erwerbstätigkeit schwierig machen. "Sorgearbeit geht uns alle an", so Christine Falk vom forum familie im Amt für Gemeindedienst der ELKB. Dass das Konzept "Caring Communities" (Sorgende Gemeinschaften) ein Anstoß für neue Ansatzpunkte vor Ort im Miteinander von Kirchen- und Bürgergemeinden sein könnte, davon ist Peter Dienst, Studienleiter der Rummelsberger Akademie überzeugt. "Wir alle brauchen Fürsorge, um gut aufwachsen, gut leben und schließlich gut sterben zu können", so Dienst. "Care ist die Basis unseres gemeinsamen Zusammenlebens."


Der Equal Care Day ist eine bundesweite Initiative, die auf mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam macht. Der Aktionstag soll das Bewusstsein schärfen, dass Care-Arbeit und Pflege, Care-Arbeiter*innen und Sich Kümmernde in unserer Gesellschaft allzu oft schlecht bis gar nicht honoriert werden und es neue Impulse braucht. Da Care-Arbeit wie der Schalttag oft übergangen wird, liegt der Equal Care Day auf dem 29. Februar 2020. In Bayern wird die Initiative zum Equal Care Day von einem breiten Bündnis evangelischer Organisationen und Einrichtungen unterstützt, zu dem neben der Diakonie Bayern auch das forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), das forum familie im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda), das FrauenWerk Stein e.V., die Evang. Fachstelle Alleinerziehende, die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Bayern e.V. (eaf), die Rummelsberger Akademie sowie die Stabsstelle für Chancengerechtigkeit der ELKB gehören.

< Schliessen

Sabine Lindau ergänzt Spitze der Diakonie Bayern

Weiterlesen >

Verstärkte Präsenz in der Landeshauptstadt

Nürnberg, 12. 02. 2020 Der Vorstand der Diakonie Bayern, der Landesverband der bayerischen Diakonie mit Hauptsitz in Nürnberg, wird erweitert. Damit sollen die Präsenz in der Landeshauptstadt verstärkt und die Kontakte zu Ministerien, Parteien und Verbänden intensiviert werden. Der Diakonische Rat hat die Theologin und Betriebswirtin Sabine Lindau in den Vorstand des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes berufen. Sie ist bislang Geschäftsführerin der Bezirksstelle der Diakonie Bayern in München und Mitglied der Leitungskonferenz der Inneren Mission München. Sabine Lindau wird ihre Aufgaben schwerpunktmäßig von der „Münchener Stelle“ des Landesverbands aus wahrnehmen.

Die 1966 geborene Lindau war nach dem Studium der Theologie in Tübingen und Berlin sowie einem Betriebswirtschaftsstudium in Stuttgart zunächst Vorstandsassistentin bei der Unternehmensgruppe „Dienste für Menschen“, Stuttgart, ehe sie als Referentin für stationäre Altenhilfe in das Diakonische Werk Württemberg wechselte. Im Oktober 2000 wechselte sie zur Inneren Mission München. Hier war sie zunächst Assistentin des Vorstandes, ehe sie als Abteilungsleiterin unter anderem die Bereiche Ehrenamt, Fortbildung und ab 2003 den Bereich Sozialpsychiatrie und Gesundheit übernahm. Seit 2011 ist Lindau Geschäftsführerin der Bezirksstelle München und hat Erfahrung in der Spitzenverbandsarbeit auf Bezirks- sowie Kommunalebene.

„Sabine Lindau ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand der Diakonie Bayern perfekt“, begrüßt der Vorsitzende des Diakonischen Rats, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, die Berufung. „Sie bringt nicht nur langjährige Erfahrung aus nahezu allen diakonischen Arbeitsfeldern mit. Sie kennt die Diakonie in Bayern durch ihre Mitarbeit in zahlreichen Gremien und Projekten, und ist auch in München bestens vernetzt.“ Dies seien ideale Voraussetzungen, um die Präsenz des in Nürnberg ansässigen Verbands in der Landeshauptstadt weiter auszubauen.

Im Diakonischen Werk Bayern wird Lindau neben der landesverbandlichen Vertretung in München künftig die Bereiche Integration, Migration und Flüchtlingshilfe sowie Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen verantworten. Sie ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand, bestehend aus Diakoniepräsident und 1. Vorstand, Pfarrer Michael Bammessel, dem 2. Vorstand Wolfgang Janowsky (Wirtschaft und Recht) sowie Fachvorständin Sandra Schuhmann (Gesundheit und Teilhabe). Der genaue Zeitpunkt ihres Amtsantritts in Nürnberg steht noch nicht fest, wird jedoch voraussichtlich im Sommer erfolgen.

Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V. ist der zweigrößte Wohlfahrtsverband in Bayern. In ihm sind über 1.300 Träger mit mehr als 90.000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle mit ca. 120 Mitarbeitenden befindet sich in Nürnberg.

< Schliessen

„Ein profilierter Vertreter der Diakonie – weit über die Grenzen Münchens hinaus“

Weiterlesen >

Diakonie Bayern würdigt Dr. Günther Bauer

Nürnberg, 05. Februar 2020. Über ein Vierteljahrhundert war er das Gesicht der Diakonie - in München, aber auch über Grenzen der Landeshauptstadt hinaus. Am kommenden Freitag wird Dr. Günther Bauer nun als Vorstand der Inneren Mission München offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, würdigte den evangelischen Theologen als profilierten und streitbaren Vertreter der Diakonie: „Er hat die Innere Mission München in den letzten 25 Jahren zu einem modernen Sozialunternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitenden entwickelt.“

Dies, so Bammessel, sei in einer Zeit entscheidender sozialpolitischer Weichenstellungen geschehen. So wurde das Selbstkostendeckungsprinzip abgeschafft und die Pflegeversicherung eingeführt. „Die damit verbundene stärkere Ökonomisierung des Sozialen war eine gewaltige Herausforderung.“ Das Wachstum der Inneren Mission sei ein Beispiel dafür, dass die Diakonie diesen Wechsel erfolgreich bewältigt habe.

Bauer promovierte bei Professor Wolfgang Huber, dem späteren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), über “Sozialgestalt und Recht der Kirche“, war dann fünf Jahre lang theologischer Referent im Landesverband der Diakonie Bayern in Nürnberg und wurde 1994 zum Vorstand zur Inneren Mission München berufen.

Auch das diakonische Arbeitsrecht, wie es heute in Bayern Anwendung findet, trägt zum Teil die Handschrift von Bauer. Der Arbeitsrechtlichen Kommission, die Arbeitsrecht und Tarife in Kirche und Diakonie festlegt, gehört er seit vielen Jahren sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene an; hier führt er derzeit den Vorsitz.

Bammessel: „Günther Bauer hat das Gesicht der Diakonie in München, aber auch darüber hinaus, maßgeblich geprägt. Er scheute sich nicht, laut und vernehmlich auf Missstände aufmerksam zu machen, z.B. bei der Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge. Er war dabei für andere nicht immer bequem; es ging ihm jedoch immer um die Aufgabe der Diakonie, Menschen in allen Lebenslagen beizustehen.“

< Schliessen

Ergebnisse der Pflegemindestlohnkommission sind ein vernünftiger Kompromiss

Weiterlesen >

Erhöhung zum 1. 7. 2020

Berlin, 29.1. 2020 Das Bundesarbeitsministerium hat jetzt die Ergebnisse der Pflegemindestlohnkommission vorgestellt. Damit ist ein Branchenmindestlohn in der Pflege ab dem 1. Mai 2020 weiter gesichert. Der Beschluss sieht vor, die derzeit geltenden Werte für den Zeitraum vom 1.5. bis 1.7. 2020 weiterzuführen, die erste Erhöhung findet zum 1.7. 2020 statt. Der Pflegemindestlohn für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung steigt zum 1. Juli auf 11,20 Euro in den östlichen Bundesländern (aktuell 10,85 Euro) und auf 11,60 Euro in den westlichen Bundesländern (aktuell: 11,35 Euro). Ab dem 1.9.2021 ist für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung erstmals ein bundesweiter Branchenmindestlohn von zwölf Euro vorgesehen. 

 

"Mit den Beschlüssen ist ein vernünftiger Kompromiss gelungen. Das Ergebnis ist gut im Sinne der Pflegekräfte und gibt Planungssicherheit für die Zukunft. Ziel muss es sein, auch in Zukunft, die Pflege zu stärken und den Pflegeberuf finanziell und gesellschaftlich aufzuwerten", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

 

Ab April bzw. Juli 2021 werden darüber hinaus die Pflegemindestentgelte abhängig von der Qualifikation gestaffelt. So erhalten ab dem 1.4.2021 Hilfskräfte mit einjähriger Ausbildung erstmalig einen Pflegemindestlohn in Höhe von 12,20 Euro in den östlichen Bundesländern und 12,50 Euro in den westlichen Bundesländern, während sich zum selben Zeitpunkt für Hilfskräfte ohne Ausbildung der Mindestlohn auf 11,50 Euro (Ost) bzw. 11,80 Euro (West) erhöht. Für Pflegefachkräfte wird ab dem 1.7.2021 ein bundeseinheitlicher Mindestlohn in Höhe von 15,00 Euro eingeführt.

 

Für Pflegekräfte in der Diakonie haben die Ergebnisse der Pflegekommission keine direkten Auswirkungen. Die Entgelte in den diakonischen Tarifwerken liegen zum Teil deutlich über den vereinbarten Vergütungen. Hinzu kommen kirchentarifliche Zusatzleistungen wie beispielsweise Pflegezulagen, Beiträge zur kirchlichen Betriebsrente und eine Jahressonderzahlung. Der 4. Pflegekommission gehörten Vertreter der Arbeitnehmer und von Arbeitgeberverbänden, der kirchlichen Dienstnehmer und Dienstgeber (Arbeitsrechtliche Kommission der Diakonie Deutschland bzw. des Deutschen Caritasverbandes), sowie ein unabhängiger, nicht stimmberechtigter Beauftragter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales an. Der Beschluss der Pflegekommission bildet die Grundlage für den Bundesarbeitsminister zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Pflegebranche durch den Erlass einer Rechtsverordnung. Die bisherige Verordnung gilt bis zum 30. April 2020.

 

Alle Zahlen und Fakten zu den neuen Pflegemindestlöhnen unter

https://www.diakonie.de/journal/faq-neuer-pflegemindestlohn-ab-1-juli-2020

< Schliessen

Begegnungen schaffen.

Weiterlesen >

Diakonie-Wettbewerb 2020 fördert ehrenamtliche Projekte

Nürnberg, den 28. Januar 2020 Ehrenamtliche in Diakonie und Kirche leisten einen wesentlichen Beitrag für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Sie engagieren sich für Menschen, um deren Teilhabe am öffentlichen Leben zu fördern, um Solidarität und Gemeinsinn zu stärken. Mit dem Diakonie-Wettbewerb 2020 möchte das Diakonische Werk Bayern dieses ehrenamtliche Engagement für mehr Teilhabe fördern.

 

Ab 1. Februar 2020 können sich alle Mitglieder der bayerischen Diakonie – z. B. diakonische Träger und Einrichtungen, Kirchengemeinden und Diakonievereine  – um einen der fünf Preise im Gesamtwert von 6.500 Euro bewerben. Es kommen ganz unterschiedliche Projekte für eine Bewerbung in Frage, beispielsweise inklusive und integrative Projekte in der Behindertenarbeit, Angebote der offenen Altenarbeit, diakonische Nachbarschafts- und Stadtteilinitiativen u. v. m. Die Einsendefrist endet am 31. Mai 2020. Im Internet steht ein Formular für die Bewerbung zur Verfügung. Dort ist auch das Faltblatt zum Diakonie-Wettbewerb 2020 mit den genauen Teilnahmebedingungen zum Herunterladen eingestellt.

 

Die Preisverleihung wird im Rahmen der Messe „ConSozial“ am 29. Oktober 2020 im Nürnberger Messezentrum stattfinden. Die Preisträger werden in Form von kurzen Filmen präsentiert.

 

Das Diakonische Werk Bayern bedankt sich bei den Sponsoren für die kontinuierliche Förderung des Wettbewerbs. Der 1. Preis in Höhe von 2.000 Euro wird vom Versicherer im Raum der Kirchen und der BKK Diakonie gespendet, der 2., mit 1.500 Euro dotierte Preis von der CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der 3. reguläre Preis in Höhe von 1.000 Euro von der Evangelischen Bank. Zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 Euro stiftet die St. Gumbertus Stiftung Ansbach. Das evangelische Sonntagsblatt unterstützt die Ausschreibung des Diakonie-Wettbewerbs durch Berichterstattung.

 

Für Rückfragen und weitere Informationen steht Dr. Leonie Krüger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Diakonischen Werk Bayern, gerne zur Verfügung (Tel.: 0911 93 54 207, email: krueger@diakonie-bayern.de).

< Schliessen

1,2 Millionen Anrufe 2019 bei der TelefonSeelsorge

Weiterlesen >

Krisenhilfe für Menschen in Notlagen

Berlin, 24. Januar 2020 - Die TelefonSeelsorge verzeichnete im vergangenen Jahr über 1,2 Millionen Anrufe von Menschen in persönlichen Notlagen (2018: 1,3 Millionen Anrufe). So hat sich die Anzahl der Hilfegesuche per Chat 2019 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, auch nahm die Zahl der Mails zu. Die häufigsten Themen waren Ängste, Einsamkeit, seelische und körperliche Einschränkungen und Beziehungsfragen. Eine wichtige Aufgabe der überwiegend ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger ist die Auseinandersetzung mit suizidalen Situationen. Hilfesuchende können seit nun mehr 25 Jahren auch per Mail und Chat um Rat suchen. Dieses Angebot wird vor allem von jüngeren Menschen in Anspruch genommen. Anonym bleiben zu können ist für die allermeisten Ratsuchenden (94 Prozent) sowohl am Telefon, per Mail und im Chat besonders wichtig. Mehrheitlich nutzen Frauen das Angebot der TelefonSeelsorge.

 

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Menschliche Nähe, Mitgefühl und Verstehen sind gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt für viele Hilfesuchenden ein wichtiger Anker. Wie enorm bedeutend Zuhören und die persönliche Bindung sind, zeigt sich daran, dass die Mehrheit der Hilfesuchenden wiederholt anruft. Es geht um den Kontakt von Mensch zu Mensch. Das ist der Grundgedanke der Telefonseelsorge." 64 Jahre nach ihrer Gründung habe sie nichts von ihrer wichtigen Funktion verloren, erste Krisenhilfe für Menschen in Notlagen zu sein. Herzstück der TelefonSeelsorge sei das enorme ehrenamtliche Engagement.

 

"6.500 freiwillig Engagierte leisten ehrenamtlichen Dienst, sodass Telefon, Mail und Chat rund um die Uhr erreichbar sind." Am Telefon sind 52 Prozent der Ratsuchenden zwischen 50 und 69 Jahre alt. Vor allem für junge Menschen, die oft noch nicht an professionelle Einrichtungen gebunden sind, kann der Dienst eine große Hilfe sein, da er in schwierigen Lebenslagen unterstützt. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der 15 bis 29-Jährigen nutzten das Mail- beziehungsweise Chatangebot. Über die Hälfte aller Anrufe und Chats dauern zwischen 16 und 45 Minuten. Über eine spezielle technische Einstellung kommt bei wiederholten Anrufen die ratsuchende Person schnell und direkt wieder in Kontakt mit der Person, mit der das erste Gespräch stattgefunden hat. So werden nicht mehr so viele Gespräche durch Auflegen beendet. Auch für die Mitarbeitenden in der TelefonSeelsorge schafft dieses so genannte Routing Erleichterung, da so nicht nur wiederholte Anrufe unmittelbar weitergeleitet, sondern Erstanrufe direkter ausgemacht und angenommen werden können.

 

Die TelefonSeelsorge wird in ökumenischer Gemeinsamkeit von der evangelischen und katholischen Kirche getragen. Sie ist als Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür e.V. ein Fachverband der Diakonie Deutschland.

Mehr Infos:

https://www.diakonie.de/telefonseelsorge

https://praesident.diakonie.de/2020/01/24/zuhoeren-telefonseelsorge/

< Schliessen

„Starker sozialer Sektor ist die Basis für eine florierende Wirtschaft.“

Weiterlesen >

Caritas übernimmt Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern

München, 20. Januar 2020 - Der Landes-Caritasverband hat turnusgemäß den Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern übernommen. Bei einer Pressekonferenz übergab die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer, den Vorsitz an Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl. Gleichzeitig stellten beide erste wichtige Erkenntnisse der Studie „Sozialwirtschaft Bayern“ vor und betonten die wichtige Rolle des sozialen Sektors für Bayern: „Die Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege Bayern leisten Daseinsvorsorge und helfen Menschen, ihre Lebensaufgaben zu bewältigen, sei es in Kitas, bei der Pflege von Angehörigen oder bei der Bewältigung von persönlichen Nöten und Krisen. Die rund 445.000 Mitarbeitenden und mehr als 135.000 Ehrenamtliche engagieren sich jeden Tag für den sozialen Frieden, wobei die Krankenhäuser dabei noch gar nicht berücksichtigt sind. Ein starker sozialer Sektor ist deshalb die Basis für eine florierende Wirtschaft, weil er die Rahmenbedingungen setzt, um wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen“, so der Prälat Piendl.

Die Sozialwirtschaft sei ein starker, weithin auch unterschätzter wirtschaftlicher Faktor. Die Wirkung der Sozialwirtschaft lässt sich jedoch nicht nur monetär messen: „Die Freiwilligenarbeit, die Jugendarbeit, auch die Hilfen für Menschen in Not in der Beratung, all sind Faktoren, die dafür sorgen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht erodiert und sie sind deutliche Zeichen der Solidarität in Bayern. Und: Bei aller Notwendigkeit, auch wirtschaftlich zu handeln, stehen bei der Freien Wohlfahrtspflege nicht die finanziellen Interessen im Vordergrund, sondern wir sind gemeinnützig und den Menschen verpflichtet“, so Piendl.

Zuvor zog Brigitte Meyer ein Fazit des vergangenen Jahres, in dem sie die Schlagkraft der Freien Wohlfahrtspflege unterstrich: „Eines der Hauptthemen der Arbeit waren die Budgetverhandlungen zum Pflegeberufereformgesetz. Auch wenn es trocken klingt: Hier ging es darum, eine auskömmliche Finanzierung der Ausbildung in der Pflege sicherzustellen und damit letztlich darum, die Pflege zukunftsfähig zu machen. Das dies gelungen ist, ist ein Erfolg der starken Koalition in der Freien Wohlfahrtspflege.“ Gerade auch wegen der Herausforderungen zeigte sich laut Meyer die Freie Wohlfahrtspflege enttäuscht, dass es bisher noch nicht gelungen ist, zu einem Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder zusammenzukommen.

Für Prälat Piendl ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften die wichtigste Herausforderung für die kommenden Jahre: „Rund ein Viertel unserer Mitarbeitenden sind 55 Jahre oder älter und werden in den kommenden Jahren in Rente gehen. Für uns ist es deshalb wichtig, auch weiterhin stark auf die Ausbildung zu setzen. Es gilt ein positiveres Bild der Pflege zu zeichnen: Der Beruf ist hochmotivierend, ist sinnerfüllt und anspruchsvoll. Mit der neuen, generalistischen Pflegeausbildung und der Neudefinition des Pflegeberufs könnte es gelingen, wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen.“

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Gemeinsam er-bringen die Verbände rund 75% aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Als Verband unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten, Bayern sozial zu gestalten. Endgültig erscheinen wird die Studie „Sozialwirtschaft Bayern“ im kommenden Mai.

< Schliessen

Ihr Kontakt

Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte