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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2020

100 Euro Soforthilfe für Grundsicherungsempfänger

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Initiative fordert Corona-Zuschlag für Arme.

Nürnberg/München, 2. April 2020 Kirchlich-gewerkschaftliches Bündnis „Rechte statt Reste!“ startet angesichts des Shutdowns der Tafeln eine Online-Petition. Gefordert sind 100 Euro Soforthilfe für jeden Empfänger von Grundsicherung.

 

Die Bundesregierung stellt in diesen Tagen Milliardensummen zur Rettung von Unternehmen und Arbeitsplätzen zur Verfügung. Doch nicht nur die Wirtschaft erlebt einen Shutdown, auch die Infrastruktur für bedürftige Menschen wird von der Corona-Pandemie empfindlich getroffen. Besonders dramatisch wirkt sich die Schließung zahlloser Lebensmitteltafeln, Suppenküchen und Mittagstischen überall in Deutschland aus. Millionen Menschen, die am Existenzminimum leben, sind regelmäßig auf solche Lebensmittelspenden und kostenlose Mahlzeiten angewiesen. Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden, auch für sie braucht es ein Rettungspaket.

 

Unter der Überschrift „Geschlossene Tafeln - wir fordern 100 Euro Soforthilfe für Arme in der Coronakrise!“ hat die kirchlich-gewerkschaftliche Initiative Rechte statt Reste nun auf change.org/CoronaZuschlag eine an die Bundesminister Hubertus Heil und Olaf Scholz gerichtete Online-Petition gestartet. Bis zum Ende der Coronakrise soll die Regierung bedürftigen Haushalten 100 Euro pro Person monatlich zusätzlich zur Grundsicherung auszahlen. Die Initiative versucht nun zunächst bis Ostern möglichst viele Unterstützer zu gewinnen.

 

„Rechte statt Reste“ ist ein bayerisches Bündnis aus acht kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen, darunter ver.di, Diakonie und Caritas. Es tritt für eine Neuberechnung und Erhöhung der Grundsicherung in Deutschland ein.

Weitere Informationen finden Sie auch bei facebook unter

facebook.com/rechtestattreste

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„Wir wollen für alle Menschen da sein. Aber: Sozialwirtschaft ist auch Wirtschaft.“

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Die Diakonie Bayern und Corona

Nürnberg, 1. April 2020 Auch der zweitgrößte Wohlfahrtsverband in Bayern mit mehr als 3.500 Einrichtungen und mehr als 90.000 Mitarbeitenden ist durch die Corona-Krise herausgefordert. Viele Angebote können nicht mehr oder nicht in der gewohnten Form aufrechterhalten werden. Auch benötigen die diakonischen Einrichtungen dringend Schutzmaterialien. Trotz des Sozialschutzpaketes der Bundesregierung sei die Diakonie in Bayern auf zusätzliche finanzielle Hilfen angewiesen.

Um die Menschen in Bayern trotz Corona versorgen zu können, bemühe sich die Diakonie in vielen Fällen um kreative Lösungen. So sammelt die Diakonie in Kronach für Lebensmittelgutscheine, um die Schließung der dortigen Tafel zu kompensieren. Beratungsgespräche würden an vielen Orten per Telefon oder per Chat geführt. Diakoniepräsident Michael Bammessel: „Die Diakonie spürt die Folgen von Corona überall – auch in Bereichen, die nicht so im Focus der Öffentlichkeit stehen.“ Als Beispiel für eine der bislang wenig beachteten Folgen der Krise nannte er die Situation von Menschen in der Grundsicherung. „Krisen treffen oftmals jene am härtesten, die es ohnehin nicht so leicht haben.“ Die Bundesregierung habe zwar die Rahmenbedingungen für Hartz-IV-Neuanträge gelockert. „Menschen, die bereits jetzt von der Grundsicherung leben, profitieren davon aber kaum – sehen sich zum Teil aber erhöhten Kosten ausgesetzt, etwa wenn es um die technischen Voraussetzungen geht, an digitalen Angeboten der Schulen teilnehmen zu können.“ Die Diakonie schließe sich darum der Forderung anderer Verbände an, die Grundsicherung kurzfristig um 100 Euro für Erwachsene und 80 Euro für Kinder zu erhöhen.

Im Bereich der Altenhilfe sei auch die Diakonie vom Mangel an Schutzkleidung betroffen. Die Verteilung über die behördlichen Stellen funktioniere nicht so, dass der Schutz von Mitarbeitenden und Patienten bzw. Patientinnen in ausreichendem Maße gewährleistet werden könne, so Sandra Schuhmann, Fachvorständin im zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverband. Sie berichtete unter anderem von einem diakonischen Träger, der täglich mit fünf Sozialstationen mehr als 1.200 Hausbesuche durchführt. „Pro Sozialstation wurden drei Liter Desinfektionsmittel und ein Schutzanzug ausgegeben. Das kann nicht funktionieren.“ Die Diakonie Bayern habe darum begonnen, selbst entsprechende Schutzmaterialien zu bestellen.

Kritik an der bayerischen Staatsregierung übte der zweite Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Janowsky: „Der Freistaat hat zur Bewältigung der Krise bislang großartiges geleistet.  Allerdings haben wir seitens der bayerischen Staatsregierung viel über Schutzschirme für die Wirtschaft gehört.“ Die Sozialwirtschaft sei jedoch bislang mit keinem Wort erwähnt worden. Dabei beschäftige allein die Diakonie in Bayern über 90.000 Menschen und sei an vielen Orten einer der größten Arbeitgeber. Er forderte den Freistaat auf, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, das von der Bundesregierung beschlossene Sozialschutzpaket um weitere Leistungen zu ergänzen. „Das Sozialschutzpaket soll 75 Prozent der Einnahmeausfälle abdecken. Es ist zweifelhaft, ob dies ausreichen wird.“ Erschwerend komme hinzu, dass die Träger laut Gesetz erst in ihrem Bestand gefährdet sein müssten, ehe sie Zuschüsse nach dem Sozialschutzpaket beantragen könnten. „Wir hoffen, dass nicht nur die Menschen, für die wir da sind, wohlbehalten durch die Krise kommen, sondern auch die Diakonie selbst.“

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Rettungsschirm der Bundesregierung

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Freie Wohlfahrtspflege wird berücksichtigt.

Berlin, 23.03.2020 - Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

(BAGFW) begrüßt den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts, die Arbeit ihrer gemeinnützigen Träger unter den Schutz des Corona-Rettungsschirms zu nehmen. "Das sichert die Existenz unserer Angebote und Einrichtungen, aber vor allem nützt es den Millionen Menschen, denen wir täglich Hilfe leisten", sagt BAGFW- Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

 

"Die rund zwei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Wohlfahrtspflege sind das Rückgrat des Sozialstaats", unterstreicht Hasselfeldt. "Im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten sie unmittelbar im Kampf gegen das Corona-Virus. In anderen Feldern der sozialen Arbeit - etwa in der Arbeit mit wohnungslosen Menschen oder in Sozialberatungsstellen - stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor großen Herausforderungen, um für die Klienten und Klientinnen weiter erreichbar zu sein. Ihre soziale Arbeit wird dringend gebraucht und muss in der aktuellen Krise gesichert werden." Die Verbände der BAGFW bringen alle Kapazitäten ein, um mit aller Kraft bei der Bewältigung der Krise  zu helfen.

 

Durch den Schutzschirm, der noch in dieser Woche durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet wird, ist eine Brücke gebaut und vieles positiv geregelt, um soziale Einrichtungen vor der Auflösung zu retten. Einen Bedarf zur Nachbesserung sieht die BAGFW u.a. noch im Bereich von Einrichtungen für Mutter- Kind-Kuren. An dieser Stelle müsse das Gesetz in der parlamentarischen Beratung noch ergänzt werden. Es ist eine vernünftige Lösung, bei der jetzt alle Partner von den Ländern bis zu den Leistungsträgern mitspielen müssen. Die gemeinnützigen Einrichtungen und Hilfeangebote sind auf besondere Unterstützung angewiesen, weil sie keine großen Rücklagen bilden dürfen und daher ihre Liquidität und wirtschaftliche Existenz stärker bedroht ist als bei vielen privatwirtschaftlichen Unternehmen. "Wir hoffen, dass wir damit die Infrastruktur des Sozialstaats für die Krise und darüber hinaus sichern können", sagt die BAGFW-Präsidentin.

 

In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) sind die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zusammengeschlossen.

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Corona-Rettungsschirm

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Auch für freie Wohlfahrtspflege spannen

Corona-Rettungsschirm für freie Wohlfahrtspflege spannen Berlin, den 22. März 2020 - Die Diakonie leistet - wie die Wohlfahrtspflege insgesamt - ihren Beitrag in der Ausnahmesituation der Corona-Pandemie. "Wir haben die Verpflichtung, im Rahmen unserer Möglichkeiten alle Kapazitäten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen - und zwar da, wo sie gebraucht werden", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. In evangelischen Krankenhäusern, in der Pflege und auch allen anderen Einrichtungen des evangelischen Sozialverbands werde derzeit mit hohem Engagement Großartiges geleistet. "Ich danke allen, die bis an den Rand ihrer Kräfte arbeiten - und manchmal darüber hinaus. Und ich danke für die Flexibilität, sich auf die neue Situation und alle Veränderungen einzustellen." Der Diakonie-Präsident zeigt sich erleichtert darüber, dass sich abzeichnet, die freie Wohlfahrtspflege unter den Rettungsschirm der Bundesregierung zu bekommen. "Die Signale, die wir am Wochenende aus der Regierung erhalten haben, stimmen uns optimistisch." Die Sicherung der diakonischen Einrichtungen sei existenziell für deren Arbeit in der Krise - und für die Zeit danach. Gemeinnützige Unternehmen dürften nur sehr begrenzt Rücklagen bilden und seien den wirtschaftlichen Herausforderungen in dieser Zeit stärker ausgesetzt als andere Unternehmen. Das Bundeskabinett berät am Montag über den Rettungsschirm, danach geht er in die parlamentarischen Beratungen des Bundestags und soll am Freitag final im Bundesrat verabschiedet werden. In der Freien Wohlfahrtspflege sind fast zwei Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt, die bundesweit die tägliche soziale Versorgung sicherstellen. Mit ihren zahllosen Angeboten vom Altenheim über Beratungsstellen bis hin zu den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ist die Wohlfahrtspflege unentbehrlich für das Funktionieren des Sozialstaats. Mehr Infos: Corona-Informationsseite der Diakonie Deutschland: www.diakonie.de/coronavirus-hilfe-und-infos&nbsp;

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Pleitewelle droht

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Freie Wohlfahrtspflege muss unter Corona-Rettungsschirm

Berlin, den 21. März 2020 - Die Bundesregierung arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem milliardenschweren Rettungsschirm für die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise. Allerdings ist bislang nicht vorgesehen, die Freie Wohlfahrtspflege mit unter den Schirm zu nehmen, die mit ihren Angeboten vom Altenheim bis zur Einrichtung für Menschen mit Behinderung unentbehrlich für das Funktionieren des Sozialstaats ist. Die Träger dieser zahllosen Einrichtungen können wegen ihrer Gemeinnützigkeit nur sehr begrenzt Rücklagen bilden. Wenn ihnen jetzt in der Krise die Einnahmen wegbrechen, droht den Trägern binnen Wochen die Insolvenz - mit schweren Konsequenzen für die Bürger, die täglich auf diese unverzichtbaren Einrichtungen angewiesen sind.

 

Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "In der Freien Wohlfahrtspflege sind fast zwei Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt, die die tägliche soziale Versorgung bundesweit sicherstellen. Hier sind soziale Strukturen in Jahrzehnten gewachsen. Wenn nun die Einnahmen wegbrechen, wird dies langfristig kaum zu behebende Schäden verursachen. Gerade den kleinen und mittleren Einrichtungen kann jetzt ganz schnell die Luft ausgehen - und zwar binnen Wochen. Viele Einrichtungen sind dringend angewiesen auf Zuwendungen und Entgelte nach Leistungsvereinbarungen, die derzeit in vielen Fällen wegfallen werden, weil die Einrichtungen geschlossen sind.  Alle sind außerdem gemeinnützig. Das heißt, sie dürfen gar keine großen Rücklagen bilden. Ihnen droht das finanzielle Aus, wenn Zuwendungen nicht weiter fließen. Kosten für Mieten und Personal bei einer Kita oder Tagespflege laufen schließlich weiter.

Das Geflecht aus Sozial-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen muss um jeden Preis erhalten werden. Die Diakonie und andere Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sind ein ganz wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens und spielen im Moment eine wichtige Rolle für den Zusammenhalt und die Solidarität in diesen herausfordernden Zeiten."

 

Dazu hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege die wichtigsten Fragen zusammengestellt:

 

Sicherstellung der sozialen gemeinnützigen Einrichtungen und Dienste - Fragen und Antworten

 

Die Bundesregierung unternimmt große Anstrengungen, um in der derzeitigen Krise einen Schutz der Bevölkerung sicherzustellen, das Gesundheitssystem pandemiefest zu gestalten und negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu begrenzen.

Die Freie Wohlfahrtspflege, die in ihren haupt- und ehrenamtlichen Strukturen für die Gesellschaft unentbehrliche Dienste - vom Pflegeheim bis zur Einrichtung für Menschen mit Behinderung - vorhält, krisenfest abzusichern, wurde jedoch bislang versäumt.

Die Träger dieser Einrichtungen können aufgrund des Gemeinnützigkeitsrechts nur sehr begrenzt Rücklagen bilden. Wenn in der Krise Einnahmen wegbrechen (etwa in einem Inklusionsbetrieb oder in einer Tagespflegeeinrichtung, die schließen müssen) droht den Trägern innerhalb weniger Wochen die Insolvenz.

 

1.1     Warum greifen die Maßnahmen der Bundesregierung nicht für die gemeinnützige soziale Infrastruktur?

Der Rettungsschirm der Bundesregierung ist auf die Risiken der privaten Wirtschaft zugeschnitten. Die spezifischen Risiken gemeinnütziger Träger sozialer Infrastruktur müssen eigenständig geregelt werden. Wir plädieren für einen gleichwertigen Schutz für die Einrichtungen und sozialen Dienste als Teil des Sozialschutz-Pakets.

Gemeinnützige Einrichtungen, die aufgrund der Infektionsgefahr schließen müssen, haben Ausgaben zu tragen, denen keine Einnahmen mehr gegenüberstehen. So fallen die Personalkosten der Beschäftigten sowie Mieten und Sachkosten, weiter an, ohne dass Einnahmen erzielt werden (z.B. eine Werkstatt für behinderte Menschen oder eine Rehaklinik für Eltern und Kinder). Die Kosten müssen also aus ersparten Rücklagen bestritten werden. Diese dürfen aber nur ganz begrenzt gebildet werden, ihre Verwendung ist an klare Vorgaben gebunden und sie sind aufgrund ihrer begrenzten Höhe schnell verbraucht.

Anders als für privatwirtschaftliche Unternehmen gilt bei der Freien Wohlfahrtspflege, dass eine Erleichterung der Kreditaufnahme ihnen (den gemeinnützigen Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Kitas oder

Schuldnerberatungsstellen) nicht hilft. Sie können - anders als private Wirtschaftsunternehmen - COVID-19-bedingte Einnahmeausfälle nach der Krise nicht wieder kompensieren. Eine Jugendhilfeeinrichtung kann nach der Krise beispielsweise weder die Kostensätze noch die Platzzahlen erhöhen. 

Kurzarbeit lässt sich in den Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege häufig nicht oder nur verzögert umsetzen. Die Personalkosten sind daher kurzfristig an sinkende Einnahmen anzupassen.

 

1.2     Was bedeutet Gemeinnützigkeit?

Der Status der Gemeinnützigkeit ist an Rechte und Pflichten (etwa Verbot der Gewinnausschüttung, satzungsgemäße Mittelverwendung, eng begrenzte Rücklagenbildung) gebunden. Ausfälle machen sich dadurch sofort bemerkbar und Insolvenzen drohen sehr rasch.

 

1.3     Wie müsste ein "Schutzschirm" konkret aussehen?

Notwendig sind die folgenden Maßnahmen:

- Es braucht seitens des Bundes eine Sicherstellung von Einnahmen für gemeinnützige Einrichtungen und soziale Dienste. Zuwendungen und Leistungsentgelte müssen auch bei vorübergehend eingeschränkten Leistungen weiter fließen.

 

1.4     Wie bringen sich die Menschen, die in den gemeinnützigen Diensten und Einrichtungen arbeiten, zur Bekämpfung der Krisenlage ein?

Die Haupt- und Ehrenamtlichen in den gemeinnützigen sozialen Diensten und Einrichtungen sind in ihrem Arbeitsalltag durch die Pandemie vielfältigen Risiken ausgesetzt. In einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen werden sie z.B. mit Corona-bedingt schweren Krankheitsverläufen konfrontiert, in Kitas mit der Notfallbetreuung von Kindern, deren Eltern in Krankenhäusern und als Polizeibeamte gerade stark belastet sind. In dieser Situation müssen sich die Erzieherinnen, Heimerzieherinnen, Pflegekräfte und Sozialarbeiterinnen darauf verlassen können, dass ihr Arbeitsplatz nicht durch wegbrechende Finanzierungen gefährdet ist.

 

1.5     Welche Folgen hat die Krise für die soziale Infrastruktur, wenn nicht gehandelt wird?

Es wird zu betriebsbedingten Kündigungen kommen (in der Freien Wohlfahrtspflege arbeiten 1,9 Mio Beschäftigte), Einrichtungen werden in großer Zahl schließen, die soziale Infrastruktur kollabiert. Damit laufen die Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen ins Leere. Für sie gibt es dann keine:

 

-       Beratung und Betreuung in besonderen Lebenslagen

-        Kinderbetreuung

-       Tagespflege

-       Angebote der Rehabilitation u.a.

 

 

Mehr Infos:

Corona-Informationsseite der Diakonie Deutschland:

https://www.diakonie.de/coronavirus-hilfe-und-infos

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Caritas und Diakonie: Wir brauchen jetzt Unterstützung für alle sozialen Träger und Einrichtungen

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Bundesverbände zu den Folgen von Corona

Berlin, 18. März 2020 - Die Präsidenten der Caritas und Diakonie haben heute gemeinsam die enormen Herausforderungen unterstrichen, vor denen die Träger der sozialen Infrastruktur in Deutschland angesichts der aktuellen Coronakrise jetzt stehen. Auf der einen Seite sollen soziale Kontakte so weit wie möglich reduziert werden, gleichzeitig sollen Caritas und Diakonie ihrem Auftrag und Selbstverständnis gemäß "nah bei den Nächsten" sein. Das ähnelt der Quadratur des Kreises. Die Träger und Einrichtungen der Caritas und der Diakonie suchen auf allen Ebenen kreativ nach Lösungen, um die Arbeit aufrecht zu erhalten. In Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Jugendhilfe, in der Wohnungslosen- und in der Behindertenarbeit - überall sind Mitarbeitende bereit, täglich trotz der Infektionsgefahr ihre Arbeit zu tun. Gleichzeitig bringen die Refinanzierungsbedingungen in der sozialen Arbeit und im Gesundheits- und Pflegebereich nicht wenige Dienste jetzt schon an den Rand einer Insolvenz.

 

Caritas und Diakonie fordern deshalb gemeinsam, dass die Hilfsmaßnahmen, die die Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise beschließt, die soziale Arbeit der gemeinnützigen Träger berücksichtigen, damit diese weiterhin hilfsbedürftigen Menschen versorgen und begleiten können - jetzt und auch nach der Krise.

 

Dienste brauchen ausreichende wirtschaftliche Sicherheit

 

"Um unsere Arbeit für die Menschen, die auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind, als Einrichtungen der sozialen Infrastruktur leisten zu können, und das auch über die aktuelle Krise hinaus, brauchen wir ein ausreichendes Maß an wirtschaftlicher Sicherheit für unsere Dienste und Einrichtungen", so Caritas- Präsident Peter Neher. "Dies ist aktuell und trotz vieler richtiger und wichtiger Schritte seitens der Politik noch nicht in ausreichendem Maße gegeben."

Aktuell sind viele Augen besonders auf die Einrichtungen des Gesundheitswesens und der stationären Altenpflege gerichtet. Das Netz sozialer Dienste, das die Wohlfahrtspflege vorhält, geht aber weit darüber hinaus. Betroffen sind zum Beispiel in vielen Bundesländern Tagespflegeeinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, auch Beratungsstellen und Weiterbildungsakademien.

Ambulante Dienste - nicht nur in der Pflege - können aufgrund fehlender Schutzausrüstung ihre Leistungen nicht mehr erbringen; auch Reha-, Kur- und Erholungseinrichtungen müssen ihren Betrieb reduzieren oder gar einstellen. Die Liste ließe sich ergänzen.

 

Große Verantwortung der Wohlfahrtspflege

 

"Der sozialen Wohlfahrt in Deutschland droht wegen der Corona-Krise ein schwerer struktureller Schaden, den wir unbedingt vermeiden müssen. Die für das Funktionieren unseres Sozialsystems relevanten Einrichtungen von den Beratungsstellen bis zu den Kitas müssen deshalb mit unter den Rettungsschirm genommen werden. Dazu muss die Politik im Gespräch mit den Wohlfahrtsverbänden jetzt wirkungsvolle Instrumente entwickeln und diese schnell umsetzen", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie.

 

Beide Präsidenten appellieren deshalb: "Mehr denn je brauchen jetzt viele Menschen unsere Hilfe. Die Wohlfahrtspflege ist sich dieser Verantwortung bewusst und erwartet das gleiche von der Politik, die bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen darauf achten muss, die Arbeitsfähigkeit des Sozialwesens zu erhalten. Wir wollen und werden in unseren Einrichtungen alles dafür tun, dass wir diese Herausforderung gemeinsam so meistern, dass auch die besonders Schutzbedürftigen keinen Schaden nehmen."

 

Wichtig ist in dieser Zeit auch, die Notbetreuung der Kinder für all unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den sozialen Diensten unbürokratisch und unabhängig vom Beruf des Partners oder der Partnerin möglich zu machen.

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Diakonie Bayern sagt Haus- und Straßensammlung ab.

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Andere Formen der Frühjahrssammlung finden statt.

Nürnberg, 17. März 2020 Angesichts der aktuellen Situation sagt die Diakonie Bayern die für kommende Woche geplante Frühjahrssammlung der bayerischen Diakonie in Teilen ab. Betroffen von der Absage sind die Haus- und Straßensammlungen (sofern sie nicht bereits, etwa beim Austragen der Gemeindebriefe, geschehen sind).

„Es wäre unverantwortlich, Konfirmanden und Konfirmandinnen oder auch ältere Ehrenamtliche in Fußgängerzonen oder an der Haustür für die Diakonie sammeln zu lassen,“ so Michael Bammessel, Präsident der Diakonie. „Auch in diesem Fall gilt: Die Gesundheit und der Schutz der Bevölkerung haben Vorrang.“ Auch die für den kommenden Sonntag geplante Eröffnung der Sammlung im Rahmen eines Festgottesdienstes in Eisingen bei Würzburg wurde abgesagt.

Bammessel: „Wir wissen aber auch, dass der jährliche Ertrag der Sammlungen für Diakonie und Kirche vor Ort eine wichtige Rolle spielt. Wir freuen uns darum, wenn alternativ andere Sammlungsinstrumente wie etwa Überweisungsträger oder die klassischen ‚Spendentütchen‘ zum Einsatz kommen, die etwa in den Briefkasten der Kirchengemeinde eingeworfen werden können.“

Im Mittelpunkt der Frühjahrssammlung stehen die Angebote der Diakonie für Geflüchtete. Unter dem Motto „Chancen für alle“ thematisiert sie Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind. Die Frühjahrssammlung des vergangenen Jahres erbrachte einen Gesamtertrag von rund 530.000 Euro für die diakonische Arbeit in ganz Bayern.

 

Übrigens:

 

20% der Spenden an die Kirchengemeinden können in der Kirchengemeinde zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort verbleiben.

45% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort.

35% der Spenden an die Kirchengemeinden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Info- und Werbematerial finanziert.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitslosenhilfe erhalten Sie im Internet unter www.diakonie-bayern.de und bei Ihrem örtlichen Diakonischen Werk.

Spendenkonto: DE20 5206 0410 0005 2222 22, Evang. Bank (GENODEF1EK1), Stichwort: Frühjahrssammlung 2020

Spendenhotline: 5 € /10 € oder 15 € mit Ihrem Anruf unter 0800 700 50 80* 

(* gebührenfrei aus dem dt. Festnetz)

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Deutschland Schlusslicht in Sachen Lohngerechtigkeit.

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Evangelische Organisationen und Einrichtungen in Bayern zum Equal Pay Day

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Auf diese, Gender Pay Gap genannte, geschlechtsspezifische Lohnlücke zwischen Männer- und Frauenlohn machen evangelische Organisationen und Einrichtungen in Bayern aufmerksam. Anlass ist der „Equal Pay Day“ (EPD) – der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Da die Lohnlücke 21 Prozent betrug, ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 366 Tagen); das Datum des diesjährigen EPD ist damit der 17. März 2020.

Zwar lässt sich ein Teil dieser Lohnlücke durch sogenannte „strukturelle Unterschiede“ erklären, so Elke Beck-Flachsenberg, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Bayern: „Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.“ Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechne und Frauen und Männer betrachte, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergäbe sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent. Damit ist Deutschland Schlusslicht im internationalen Vergleich. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Lücke noch größer.

Als Gründe nennt Sandra Schuhmann, Fachvorständin im Diakonischen Werk Bayern, unter anderem das Fehlen von Frauen in bestimmten, zum Teil sehr gut bezahlten Branchen, in der Regel den sogenannten MINT-Berufen. „Frauen ergreifen - immer noch – verstärkt frauendominierte Berufe in Bereichen wie Erziehung und Pflege.“ Diese seien aber weiterhin unterdurchschnittlich bezahlt, sagt Schuhmann. „Nicht zuletzt auch angesichts des steigenden Bedarfs in den sozialen Berufen müssen wir über den Stellenwerte und die Bezahlung in sogenannten SAGE-Berufen nachdenken.“ Der 2012 geprägte Begriff SAGE für die Berufe am anderen Ende des Spektrums: SA wie Soziale Arbeit, G wie Gesundheit und Pflege, E wie Erziehung und Bildung. Er bezeichnet damit die bisher auch als „Care-Berufe“ bekannten typischen Frauensparten Sozialarbeiterinnen, Alten- und Krankenpflegerinnen, Betreuerinnen, Erzieherinnen, Lehrerinnen.

Zudem, so Dr. Sabine Weingärtner, stellvertretende Leiterin des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, unterbrechen Frauen häufiger ihre Arbeitszeit – oder reduzieren sie familienbedingt für die Betreuung von Kindern bzw. pflegebedürftigen Angehörigen. Dr. Weingärtner: „Einer aktuellen Studie zufolge sind knapp 70 Prozent aller pflegenden Angehörigen weiblich – und der Umfang der häuslichen Pflege beläuft sich auf rund 21 Stunden pro Woche. Dies ist in der Regel nur in Kombination mit einer Teilzeit-Erwerbstätig­keit möglich.“

„Auf Augenhöhe verhandeln“, so lautet der Titel der diesjährigen Kampagne zum   Equal Pay Day. Dass sich der Faktor Geschlecht signifikant auf Verhandlungsführungen auswirken kann, ist für Dr. Andrea König, forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB, ein wichtiger Aspekt: „Der Einfluss, den Geschlechterrollen ausüben, ist stark. Weichen Frauen vom weiblichen Rollenbild ab, werden sie nicht selten negativer wahrgenommen als Männer, die ein ähnliches Verhalten zeigen.“ Studien zeigen aber auch, so König, dass sich der Geschlechtereffekt aufbrechen lässt: „Der Weg zu (Lohn-) Gerechtigkeit führt immer auch über die Auseinandersetzung mit Rollenbildern.“

Dass der Gender Pay Gap allerdings nicht auf die klassische Erwerbsarbeit beschränkt sei, zeige sich Martina Frohmader, Amt für evang. Jugendarbeit, zufolge schließlich an einer aktuellen Studie von HypeAuditor. Ihr zufolge gibt es auch bei den sogenannten „Influencern“ – Werbeträger in den sozialen Medien – den Gender Pay Gap. Auch hier verdienen Frauen weniger: Je nach Follower-Zahl im Durchschnitt sieben Prozent weniger für einen Instagram Beitrag als ihre männlichen Kollegen im Netz. 

Alle Organisationen stimmen darin überein, dass es „bedauerlich ist, dass wir vor zwei Jahren den Equal Pay Day ebenfalls nach 77 Tagen begangen haben.“ Ihr Wunsch ist darum, den nächsten EPD am 1. Januar 2021 zu feiern.

In Bayern wird die Kampagne zum Equal Pay Day unter anderem von einem breiten Bündnis evangelischer Organisationen unterstützt, zu dem die Diakonie Bayern und die Stabsstelle für Chancengerechtigkeit der ELKB, die Evangelischen Frauen in Bayern, das Frauenwerk Stein, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda), das forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), das Amt für Jugendarbeit der ELKB und der Deutsche Evangelische Frauenbund - Landesverband Bayern gehören.

 

Übrigens - das Diakonie.Kolleg., die Fortbildungseinrichtung der Diakonie in Bayern, bietet zu diesem Thema gezielte Fortbildungen an - zum Beispiel hier:

www.diakoniekolleg.de/inhouse-angebote/ueberblick/2020-501/

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Mehr um das Kümmern kümmern!

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Evangelisches Bündnis zum Equal Care Day fordert Aufwertung von Sorgearbeit

Nürnberg, 25.02.2020 Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen – der Großteil der menschlichen Arbeit ist Sorgearbeit. Gleichzeitig bleiben die öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung von Care-Arbeit hinter ihrer gesellschaftlichen Relevanz zurück. Auf die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit zwischen Frauen und Männern macht nun erstmals zum bundesweiten Aktionstag Equal Care Day am 29. Februar 2020 ein evangelisches Bündnis aus verschiedenen Organisationen und Einrichtungen aufmerksam.

Wer heute bezahlte wie auch unbezahlte Care-Arbeit leistet, nimmt eine Reihe von teilweise beträchtli-chen Nachteilen in Kauf. Weil nach wie vor Frauen einen Großteil dieser Arbeit leisten, sind sie es, die am häufigsten mit den nachteiligen Konsequenzen konfrontiert sind. Rund zwei Drittel der unbezahlten Sorge- oder Care-Arbeit wird von Frauen geleistet. Sie wird häufig stillschweigend vorausgesetzt und bleibt unsichtbar. Bei der bezahlten Care-Arbeit, die oft schlecht entlohnt und wenig anerkannt ist, ist der Prozentsatz noch höher.

"Sorgearbeit ist nach wie vor größtenteils Frauensache", so Dr. Andrea König vom forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB. Rund 80% der Care-Arbeit wird von Frauen geleistet, sowohl im professionellen Bereich und mehr noch im privaten. "Die gesellschaftliche Verantwortung der Care-Arbeit wird individualisiert und lastet vorwiegend auf dem Rücken von Frauen", so König. Die Übernahme der familiären Sorgearbeit bedeutet für Frauen in der Regel den Bruch ihrer Erwerbsbiographie. Fehlende Anerkennung von Pflegezeiten führen zu Lücken in der Alterssicherung. Altersarmut droht.

Aus dem 2019 veröffentlichten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und einer Studie der Inter-nationalen Arbeitsorganisation (ILO) geht hervor, dass Frauen im Schnitt viermal mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer verrichten. Der so genannte Gender Care Gap beziffert die geschlechtsspezifische Differenz des Zeitaufwands, der für unbezahlte Sorgearbeit aufgebracht wird. Die meiste Care-Arbeit leisten alleinerziehende Frauen, insbesondere solche mit kleinen Kindern. Bei ihnen zeigt sich auch der größte Gender Care Gap. "Alleinerziehende Frauen kommen oftmals vor lauter Sorgearbeit überhaupt nicht zum Durchatmen, weil ihnen neben der Sorgearbeit auch noch die Be-schaffung des Familieneinkommens obliegt. Dies wird kaum thematisiert", so Karin Mack von der Evang. Fachstelle Alleinerziehende. Die Zahl der Frauen, die aufgrund familiärer Belastung an Erschöpfungssymptomen leiden, steigt seit Jahren. Dies bestätigt auch Michaela Wachsmuth, geschäftsführende Vorständin vom FrauenWerk Stein: "Der Druck der ständigen Verfügbarkeit und der Erwartungshaltung sich stets um alles kümmern zu müssen, kann Frauen und Mütter krank machen. Viele Frauen und Mütter kommen mit Erschöpfungssyndromen in Vorsorge und Rehabilitationskliniken für Mutter/Mütter- Kind."


"Die gesellschaftliche Wertschätzung von Sorgearbeit muss sich wandeln", so Doris Weigand vom Diakonischen Werk Bayern. Dies bestimmt auch Bezahlung und Rahmenbedingungen. Dass dies weitreichende Folgen hat, zeigt auch der Umstand, dass Sorgearbeit zunehmend an Frauen aus anderen Ländern meist mit niedrigerem Lohnniveau ausgelagert wird. Dies sorgt in den Herkunftsländern der in Deutschland pflegenden Frauen wiederum für eine Care-Lücke. "Bei der Suche nach Lösungen zum Thema Pflegenotstand und Arbeitsmigration muss dies mitbedacht werden", so Hanna Kaltenhäuser vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt.

Die eaf bayern setzt sich für die Stärkung und Unterstützung von Frauen und Männern ein, die CareArbeit und Erwerbstätigkeit miteinander vereinbaren wollen oder müssen. Renate Zeilinger, Geschäftsführerin der eaf bayern, dazu: "Damit Frauen wie Männer den Spagat zwischen Pflegeverantwortung und Erwerbstätigkeit besser bewältigen können, bedarf es dringend einer Reform des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes." Besonderes Augenmerk muss dabei auf einen finanziellen Ausgleich für die übernommenen Pflege- und Betreuungszeiten gelegt werden, der nicht darlehensbasiert ist. Gleichzeitig bedarf es einer verlässlichen pflegesensiblen Personalpolitik von Unternehmen, die Mitarbeitenden mit Pflegeverantwortung in ihrer Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Erwerbsarbeit unterstützen.

Auch Männer wollen im Alltag zunehmend Zeit mit ihren Kindern verbringen, sich vermehrt an der Unterstützung kranker Angehöriger oder alter Eltern beteiligen. Sie stoßen ebenso auf Hindernisse, welche die Kombination dieser Aufgaben mit Erwerbstätigkeit schwierig machen. "Sorgearbeit geht uns alle an", so Christine Falk vom forum familie im Amt für Gemeindedienst der ELKB. Dass das Konzept "Caring Communities" (Sorgende Gemeinschaften) ein Anstoß für neue Ansatzpunkte vor Ort im Miteinander von Kirchen- und Bürgergemeinden sein könnte, davon ist Peter Dienst, Studienleiter der Rummelsberger Akademie überzeugt. "Wir alle brauchen Fürsorge, um gut aufwachsen, gut leben und schließlich gut sterben zu können", so Dienst. "Care ist die Basis unseres gemeinsamen Zusammenlebens."


Der Equal Care Day ist eine bundesweite Initiative, die auf mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam macht. Der Aktionstag soll das Bewusstsein schärfen, dass Care-Arbeit und Pflege, Care-Arbeiter*innen und Sich Kümmernde in unserer Gesellschaft allzu oft schlecht bis gar nicht honoriert werden und es neue Impulse braucht. Da Care-Arbeit wie der Schalttag oft übergangen wird, liegt der Equal Care Day auf dem 29. Februar 2020. In Bayern wird die Initiative zum Equal Care Day von einem breiten Bündnis evangelischer Organisationen und Einrichtungen unterstützt, zu dem neben der Diakonie Bayern auch das forum frauen im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), das forum familie im Amt für Gemeindedienst der ELKB (afg), der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda), das FrauenWerk Stein e.V., die Evang. Fachstelle Alleinerziehende, die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Bayern e.V. (eaf), die Rummelsberger Akademie sowie die Stabsstelle für Chancengerechtigkeit der ELKB gehören.

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Sabine Lindau ergänzt Spitze der Diakonie Bayern

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Verstärkte Präsenz in der Landeshauptstadt

Nürnberg, 12. 02. 2020 Der Vorstand der Diakonie Bayern, der Landesverband der bayerischen Diakonie mit Hauptsitz in Nürnberg, wird erweitert. Damit sollen die Präsenz in der Landeshauptstadt verstärkt und die Kontakte zu Ministerien, Parteien und Verbänden intensiviert werden. Der Diakonische Rat hat die Theologin und Betriebswirtin Sabine Lindau in den Vorstand des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes berufen. Sie ist bislang Geschäftsführerin der Bezirksstelle der Diakonie Bayern in München und Mitglied der Leitungskonferenz der Inneren Mission München. Sabine Lindau wird ihre Aufgaben schwerpunktmäßig von der „Münchener Stelle“ des Landesverbands aus wahrnehmen.

Die 1966 geborene Lindau war nach dem Studium der Theologie in Tübingen und Berlin sowie einem Betriebswirtschaftsstudium in Stuttgart zunächst Vorstandsassistentin bei der Unternehmensgruppe „Dienste für Menschen“, Stuttgart, ehe sie als Referentin für stationäre Altenhilfe in das Diakonische Werk Württemberg wechselte. Im Oktober 2000 wechselte sie zur Inneren Mission München. Hier war sie zunächst Assistentin des Vorstandes, ehe sie als Abteilungsleiterin unter anderem die Bereiche Ehrenamt, Fortbildung und ab 2003 den Bereich Sozialpsychiatrie und Gesundheit übernahm. Seit 2011 ist Lindau Geschäftsführerin der Bezirksstelle München und hat Erfahrung in der Spitzenverbandsarbeit auf Bezirks- sowie Kommunalebene.

„Sabine Lindau ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand der Diakonie Bayern perfekt“, begrüßt der Vorsitzende des Diakonischen Rats, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, die Berufung. „Sie bringt nicht nur langjährige Erfahrung aus nahezu allen diakonischen Arbeitsfeldern mit. Sie kennt die Diakonie in Bayern durch ihre Mitarbeit in zahlreichen Gremien und Projekten, und ist auch in München bestens vernetzt.“ Dies seien ideale Voraussetzungen, um die Präsenz des in Nürnberg ansässigen Verbands in der Landeshauptstadt weiter auszubauen.

Im Diakonischen Werk Bayern wird Lindau neben der landesverbandlichen Vertretung in München künftig die Bereiche Integration, Migration und Flüchtlingshilfe sowie Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen verantworten. Sie ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand, bestehend aus Diakoniepräsident und 1. Vorstand, Pfarrer Michael Bammessel, dem 2. Vorstand Wolfgang Janowsky (Wirtschaft und Recht) sowie Fachvorständin Sandra Schuhmann (Gesundheit und Teilhabe). Der genaue Zeitpunkt ihres Amtsantritts in Nürnberg steht noch nicht fest, wird jedoch voraussichtlich im Sommer erfolgen.

Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V. ist der zweigrößte Wohlfahrtsverband in Bayern. In ihm sind über 1.300 Träger mit mehr als 90.000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle mit ca. 120 Mitarbeitenden befindet sich in Nürnberg.

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