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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2021

We care! – Platz für Sorge und Fürsorge.

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Evangelisches Bündnis eröffnet am 17. September die Themen-woche CARE

Nürnberg, den 14.9.2021. Vor der Bundestagswahl startet ein breites evangelisches Bündnis mit einer Themenwoche in den Herbst und rückt Sorge und Fürsorge als gemeinsames Anliegen in den Fokus. In Anlehnung an die bundesweite Kampagne "Platz für Sorge" eröffnen die Initiatorinnen aus dem forum frauen und forum familie im Amt für Gemeindedienst vom 17. bis 24. September 2021 digitale Diskursräume zum Thema „Care“. (https://afg-elkb.de/themen/forum-familie/termine/)

Mit dabei sind u. a. die Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Jutta Allmendinger sowie die ehemalige Oberkirchenrätin der EKD Cornelia Coenen-Marx.

"Die Sorge um die Sorgearbeit bringt uns zusammen", so Andrea König vom forum frauen. "Wie wichtig Care-Arbeit ist und wie groß die Care-Krise ist, in der wir stecken, zeigt sich erst, wenn alle Care-Bereiche, bezahlt und unbezahlt, gemeinsam gedacht und angegangen werden." Bei vielen Menschen mit Sorgeverpflichtungen sei es zu enormen zeitlichen und körperlichen Überlastungen und finanziellen Existenzunsicherheiten gekommen. Dies betrifft Familien, insbesondere vor allem Frauen. "Die Frage ist nicht nur, wer sorgt und kümmert sich, sondern vor allem wie. Sind die Bedingungen gerecht? Und wenn nicht, wann und wie ändern wir das? Die Bundestagswahl bietet Anlass, um bereits jetzt den Bogen zum nächsten Equal Care Day im Frühjahr 2022 zu spannen und nach gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten zu fragen."

Auch Sandra Schuhmann, Vorständin für Gesundheit und Teilhabe der Diakonie Bayern, ist mit dabei: "Wir müssen die Wertschätzung für Sorgearbeit in die Gesellschaft tragen". Im Bereich der bezahlten Sorgearbeit, im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, leisteten die Beschäftigten einen unersetzlichen Beitrag für das gelingende gesellschaftliche Zusammenleben. "Ohne sie kann Gesellschaft nicht funktionieren", so Schuhmann.

Im Zuge der Pandemie zeigen sich gesellschaftliche Brüche, Einsamkeit und Sehnsucht nach Gemeinschaft. "Kirche und Diakonie sind hier in vielen Bereichen gefragt – als Gemeinde in Nachbarschaft und Quartier, als diakonische Dienstleisterin und als Sinnstifterin", so Christine Falk vom forum familie. "Sorgende Gemeinschaften werden neu entdeckt." Das betont auch Cornelia Coenen-Marx, die die Themenwoche am 17. September eröffnen wird. "Wir brauchen tragfähige Sorge-Netzwerke in der Zivilgesellschaft." Wie Care-Kultur gelingen kann, wird im Fokus des Auftakts stehen.

Im Rahmen der Themenwoche werden die unterschiedlichsten Bereiche der Care-Arbeit in den Blick genommen. Hochkarätige Referentinnen versprechen spannende Diskussionen und Dialoge. Beteiligt sind ebenfalls Dr. Barbara Pühl vom Referat für Chancengerechtigkeit der ELKB sowie die Bestsellerautorin Mareice Kaiser.

Das evangelische Bündnis Equal Care wird von verschiedenen Organisationen und Einrichtungen unterstützt, zu dem das forum frauen und das forum familie im Amt für Gemeindedienst der ELKB, das Diakonische Werk Bayern, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda), das Frauenwerk Stein e. V., die Evangelische Fachstelle für Alleinerziehende Nürnberg und Nordbayern, die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Bayern e. V. (eaf) sowie das Referat für Chancengerechtigkeit der ELKB zählen.

Kontakt:
Dr. Andrea König andrea.koenig(at)afg-elkb(dot)de | 0911 4316-241

Christine Falk christine.falk(at)afg-elkb(dot)de | 0911 43616-191

Sandra Schuhmann, schuhmann(at)diakonie-bayern(dot)de | 0911 9354-310

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Miete wird zum Armutsrisiko

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Tag der Wohnungslosen: Diakonie Bayern fordert mehr bezahlbaren Wohnraum

Nürnberg, 09. September 2021 Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland bleibt weniger als das Existenzminimum, nachdem sie ihre Mieten bezahlt haben. Angesichts der aktuellen Studienergebnisse der Hans-Böckler-Stiftung fordert die Diakonie Bayern von der Politik ein engagierteres Handeln in der Wohnungspolitik. „Knapp 13 Prozent aller Haushalte in Deutschland leben dauerhaft in einer wirtschaftlich prekären Situation – das darf nicht so bleiben“, fordert Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin der Diakonie Bayern, zum Tag der Wohnungslosen, dem 11. September.

Besonders problematisch ist die Situation demnach in vielen westdeutschen Großstädten wie etwa München. Aber auch im Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Würzburg und Augsburg müssen bis zu zwanzig Prozent der Mieter und Mieterinnen mehr als die Hälfte ihres Haushaltseinkommens für die Miete aufwenden. „Besonders belastend ist dies für Haushalte mit einem ohnehin geringen Einkommen, wie etwa Alleinerziehende – eine Mieterhöhung oder unerwartete Mehrausgaben können schnell zu Mietschulden und im schlimmsten Fall zum Wohnungsverlust führen“, sagte Schuhmann. Besonders augenfällig sei, dass gerade wirtschaftlich schwache Haushalte überproportional viel für die Miete ausgeben müssten. Der Studie zufolge müssen mehr als 90 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete aufwenden. „Die Höhe der Miete entscheidet damit auch über die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Schuhmann verwies auf die Erfahrungen der Diakonie. „Die 20 Fachstellen der Diakonie zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit können in vielen Fällen helfen, und so den „worst case“ Wohnungsverlust vermeiden.“ Allerdings haben etliche Fachstellen immer noch eine staatliche Anschubfinanzierung, und müssten dringend in eine Regelfinanzierung der Kommune bzw. des Landkreises überführt werden.

Schuhmann: „Wir wissen von unseren Diensten und Einrichtungen, dass die Zahl der wohnungslosen Menschen in den letzten Jahren stetig ansteigt, Menschen in Notunterkünften dauerhaft untergebracht werden und sich die Bedarfslagen kontinuierlich verschärfen. Die Politik muss hier dringend gegensteuern, denn Wohnungslosigkeit ist die sichtbarste Form von Armut und sozialer Ausgrenzung.“ Neben der Hilfe für akut von Wohnungslosigkeit Bedrohte oder Betroffene müsse die Politik nach Ansicht der Diakonie noch stärker als bislang die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum forcieren. Ein Baustein, so Schuhmann, könnte die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit sein. Durch die partielle Steuerfreiheit der wohngemeinnützigen Unternehmen und durch den Umstand, dass ein Gewinn nicht oder nur in einem geringen Umfang ausgeschüttet und stattdessen in den Bestand beziehungsweise Neubau von sozialem Wohnraum reinvestiert werden müsse, ergibt sich eine mietpreisdämpfende und baukostenreduzierende Wirkung. Schuhmann: „Öffentliche Fördergelder und Steuererleichterungen für den sozialen und ökologischen Wohnungsbau kommen so den Mieter*innen zugute.“ Wohnen, so die Diakonie, sei eine zentrale soziale Frage, ein Grundbedürfnis und ein Menschenrecht für alle.

Die Diakonie Bayern unterhält im gesamten Freistaat mehr als 120 verschiedene Angebote für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit; zusammengeschlossen sind die Mitgliedseinrichtungen u.a. im Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS).

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Nach dem Erdbeben; Hurrikan nähert sich Haiti

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Haiti: Soforthilfe gestartet

Berlin/Nürnberg, 17.08.2021. Die Diakonie Katastrophenhilfe startet in den kommenden Stunden Soforthilfe für die Betroffenen des schweren Erdbebens in Haiti. „Wir sind schockiert über das immense Ausmaß des Erdbebens und werden alles tun, um den Menschen in Haiti in dieser schweren Zeit beizustehen“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Da die Arbeit in dem Inselstaat ein Schwerpunkt des Hilfswerks in der Region ist, konnten Helfer*innen direkt nach dem Beben mobilisiert werden. „Über unsere langjährigen Partner können wir sofort mit den ersten Verteilungen beginnen. Dafür stellen wir in einem ersten Schritt 200.000 Euro bereit. Die Menschen brauchen nun vor allem sauberes Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf“, sagt Pruin. „Damit wir auch langfristig beim Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Geschäfte helfen können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.“

Haiti wird aufgrund seiner geographischen Lage immer wieder von schweren Naturkatastrophen getroffen. Daher unterhält die Diakonie Katastrophenhilfe – gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen – ein Büro und Warenlager im Land. So kann das evang. Hilfswerk besonders schnell auf Katastrophen reagieren. „Unser Büro in Port-au-Prince ist nicht betroffen und kann die Hilfe in den kommenden Tagen und Wochen koordinieren“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Unsere Hilfsprojekte im Land sind so angelegt, dass sie Möglichkeiten für Soforthilfe bieten. Wir haben Waren vor Ort und werden zügig weitere Hilfsgüter einkaufen. Dort, wo es möglich ist, verteilen wir Bargeld an die Menschen, damit sie die größte Not der kommenden Tage überstehen.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist in großer Sorge vor dem herannahenden Hurrikan „Grace“, der Haiti in den nächsten 24 Stunden erreichen soll. „Während das genaue Ausmaß der Erdbeben-Schäden noch unklar ist, geht es in den nächsten Stunden vor allem darum, die Menschen vor der nächsten Katastrophe zu schützen“, sagt Keßler. Haiti wurde am Samstag (Ortszeit) von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 getroffen. Besonders betroffen ist der Süden des Inselstaats rund um das Departement Grand’Anse und die Stadt Les Cayes im Department Sud. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 1300 Menschen ums Leben gekommen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Nothilfe Haiti
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Hinweise für Redaktionen:
Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an presse(at)diakonie-katastrophenhilfe(dot)de

Sonstige Fragen:
Fenja Lüders, Referentin Diakonie Katastrophenhilfe Bayern, Tel.: 0911 9354 261
lueders(at)diakonie-bayern(dot)de

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Kein Kranker mehr ohne medizinische Versorgung!

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Diakonie Bayern fordert Unterstützung für Menschen ohne Krankenversicherung

Nürnberg, 17.08.2021 Eine gescheiterte Selbständigkeit, Arbeitslosigkeit, ein fehlender Aufenthaltstitel – die Gründe für ein Leben ohne Krankenversicherung sind vielfältig. Die Angaben über die Zahl der Menschen in Deutschland, die ohne Krankenversicherung leben, schwanken. Sie reichen von 60.000 bis zu ca. 150.000 Personen; Experten gehen von einem zusätzlichen Dunkelfeld aus – so sollen allein in Berlin 50.000 Menschen ohne Krankenversicherung leben. Die Diakonie in Bayern fordert nun einen landesweiten anonymisierten Krankenschein, wie es ihn in Thüringen bereits gibt. „Viele meinen, in Deutschland sei flächendeckend jeder Mensch krankenversichert – doch das ist ein Irrtum.“, so der Präsident der Bayerischen Diakonie in Nürnberg. „In einem Land, das auf christlichen Werten basiert, können wir kranke Menschen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.“

Zwar gibt es auch in Bayern Hilfsorganisationen, die eine Behandlung ohne Krankenschein ermöglichen. Dazu zählen etwa „Ärzte der Welt“, die in München eine Beratungsstelle unterhalten, an die sich Menschen ohne Krankenschein wenden können, oder die Straßenambulanz in Nürnberg. Oftmals werden hier Menschen unentgeltlich von ehrenamtlichem medizinischem Personal behandelt; eine Abrechnung der Leistungen ist oftmals nicht oder nur in Teilen möglich. In Nürnberg etwa wurde hierfür der „Hilfsfonds Armut und Gesundheit eingerichtet“. Die Diakonie Bayern fordert darum jetzt ein Modell vergleichbar mit dem Anonymen Krankenschein Thüringen (AKST).

Hier können Betroffene seit 2017 an insgesamt 30 Ausgabestellen den AKST beantragen; im Jahr 2020 wurde er über 200 Mal in Anspruch genommen. Das Thüringer Sozial- und Gesundheitsministerium unterstützt damit ein Modellprojekt, das Menschen ohne Papiere, deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die nicht oder nicht mehr über eine Krankenversicherung verfügen, sowie Bürgerinnen und Bürger aus EU-Staaten oder aus anderen Drittstaaten mit Aufenthaltsstatus ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz unter bestimmten Voraussetzungen medizinisch versorgt. Die Anonymisierung der Daten soll sicherstellen, dass besonders vulnerable Patientinnen und Patienten – wie beispielsweise Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel – geschützt werden. Damit soll nach Angaben des Thüringer Sozial- und Gesundheitsministeriums eine Hürde abgebaut werden, dringend benötigte medizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Mit dem AKST können Leistungen in Höhe von bis zu 500 Euro in Anspruch genommen werden; darüberhinausgehende Leistungen bedürfen der Kostenzusage des Arztes. Sie werden dann mit dem Freistaat Thüringen abgerechnet. Im Jahr 2020 beliefen sich die Kosten des Thüringer Modells Angaben zufolge auf etwas über 250.000 Euro

Diakoniepräsident Bammessel: „Auf diesem Wege wird Menschen ohne Papiere und ohne Krankenversicherungsnachweis ein niedrigschwelliger Zugang zu einer sozialen und gesundheitlichen Basisversorgung ermöglicht. Dies gilt natürlich im Hinblick auf den Infektionsschutz der Bevölkerung, aber auch für die Sicherstellung der Schwangerenvorsorge, die Vorsorge und notwendige ärztliche Behandlung von Kindern sowie eine allgemein- und zahnmedizinische Behandlung.“ Er könne sich ein entsprechendes Modell auch für Bayern vorstellen, so Bammessel. „Wir können – gerade nach den Erfahrungen mit der Pandemie – die Versorgung dieser Menschen nicht einfach Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen aufbürden. Hier ist die Gesellschaft als Ganze gefragt“.

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Mehr Spenden für Brot für die Welt in der Corona-Pandemie

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Evangelisches Hilfswerk legt Jahresbilanz vor –11.487.134 Euro Spenden aus Bayern

26. August 2021. Brot für die Welt hat im vergangenen Jahr in Bayern 11.487.137 Euro Spenden erhalten. Das ist eine Steigerung um rund 1,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. In dieser Summe sind alle Spenden und Kollekten aus der Region enthalten. „Wir sind dankbar für das große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender Brot für die Welt auch in der Corona-Pandemie geschenkt haben. Immer wieder haben wir erfahren, wie wichtig es ihnen war, die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika in der Pandemie nicht allein zu lassen“, sagt Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern. „Ganz im Gegenteil: Gerade 2020, in dem Jahr also, in dem viele Gottesdienste nur virtuell stattfinden konnten, haben viele Menschen mehr gespendet und so ihre große Solidarität mit den Armen gezeigt.“ Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit des evangelischen Hilfswerks mit mehr als 76,8 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein Plus von 12,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2019: 64,4 Mio. Euro). Das gute Ergebnis erklärt sich auch daraus, dass in das Jahresergebnis 2020 die Kollekten aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 eingeflossen sind.

Die aufgrund der Corona-Auflagen deutlich eingeschränkten Gottesdienstbesuche und damit deutlich geringer ausfallenden Kollekten vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit 2020 werden sich erst im Jahresergebnis 2021 niederschlagen. Hier zeichnen sich bereits jetzt erhebliche Einbußen ab.

 

In der Projektarbeit konnten im vergangenen Jahr 669 Projekte neu bewilligt werden, davon mit 240 die meisten auf dem afrikanischen Kontinent. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen.

 

In der Pandemie haben zudem viele Projektpartner ihre Maßnahmen coronabedingt angepasst. Sie haben Aufklärungsprogramme über Covid 19 und Hygienemaßnahmen gestartet und zusätzliche Hilfsprogramme aufgesetzt: etwa für Kinder, die wegen der Lockdowns nicht mehr in die Schule gehen konnten und auch kein Schulessen mehr bekamen oder für Tagelöhner und Straßenverkäuferinnen, die ihre Einkommensmöglichkeiten verloren haben.

 

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2020 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Drittmittel, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 322,8 Millionen Euro zur Verfügung, das waren gut zehn Millionen Euro mehr als 2019 (312,6 Mio. Euro).

 

Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 268,4 Millionen Euro (90,6 Prozent der Mittel). Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 9,4 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig.

 

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen mehr als 1.800 Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in fast 90 Ländern.

 

Pressekontakt:

Karin Deraëd, Referentin für Brot für die Welt,

Mail: deraed@diakonie-bayern.de

Tel.  0911 9354 223

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Bayern spenden 3 Millionen Euro.

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Diakonie Katastrophenhilfe legt Jahresbericht 2020 vor.

Berlin/Nürnberg, 12.08.2021. Millionen Menschen leiden derzeit unter den Folgen akuter Katastrophen – in vielen Regionen der Welt und auch im Westen und Süden Deutschlands. In Anbetracht der steigenden Risiken fordert die Diakonie Katastrophenhilfe dringend größere Anstrengungen bei der Prävention humanitärer Krisen. Dies gilt für Naturkatastrophen ebenso wie für Hunger- und Gewaltkrisen. „Die Hilfe für Menschen, die von einer Katastrophe betroffen sind, ist ohne jede Alternative – ob in Bad Münstereifel, Ostafrika oder Afghanistan“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks bei der Vorstellung des Jahresberichts 2020 in Berlin. „Es muss aber deutlich mehr getan werden, damit die Menschen besser geschützt sind, wenn sich diese Katastrophen ereignen.“

 

Neben dem infrastrukturellen Hochwasserschutz müsse der Staat auch Warnsystemen und Trainings für die Bevölkerung in von Hochwasser bedrohten Regionen mehr Aufmerksamkeit schenken, damit die Menschen wissen, was im Falle einer Katastrophe dieses Ausmaßes zu tun ist. „Wir sind nicht schutzlos ausgeliefert, sondern können unsere Situation verbessern – wenn wir frühzeitig aktiv werden. Das aber passiert weiterhin viel zu selten.“

Die Schwerpunkte der Diakonie Katastrophenhilfe waren auch im vergangenen Jahr jedoch Krisen im Ausland. So blickt sie mit großer Sorge auf Länder wie Südsudan, den Jemen oder Äthiopien. „Die Zahl der Menschen, die weltweit kurz vor einer Hungersnot stehen, hat binnen zwei Jahren um 50 Prozent auf 41 Millionen zugenommen“, erklärt Pruin. Die Gründe dafür sind vielfältig: Wetterextreme wie Dürren und massive Überschwemmungen; im Falle von Äthiopien der Krieg in Tigray; die Folgen der Corona-Pandemie für Menschen, die im vergangenen Jahr von einem Tag auf den anderen ihre Lebensgrundlage verloren haben; in Ostafrika eine Heuschreckenplage ungekannten Ausmaßes.

Die Diakonie Katastrophenhilfe konnte im vergangenen Jahr 170 Projekte in 39 Ländern durchführen und hat dafür 37,5 Millionen Euro bereitgestellt. Die meisten Mittel sind 2020 mit 5,2 Millionen Euro in den Südsudan gegangen. Die Spendeneinnahmen lagen 2020 mit 28,6 Millionen Euro deutlich über denen des Vorjahres (2019: 23,9 Millionen Euro). Besonders positiv ist der Zuwachs der zweckungebundenen Spenden, die um 4,4 Millionen Euro zugenommen haben. Für die Hilfe im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gingen etwa 2,3 Millionen Euro zweckgebundene Spenden ein, für die Unterstützung der Menschen nach der Explosion in Beirut etwa 1,5 Millionen Euro.

Die Einnahmen aus öffentlichen Zuwendungen von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen lagen mit 14,9 Millionen Euro etwa 1,4 Millionen unter dem Niveau des Vorjahres (2019: 16,3 Millionen Euro). Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme, da die Drittmittel immer in Raten ausgezahlt werden und somit Schwankungen unterliegen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Gesamteinnahmen mit 50,3 Millionen Euro um knapp drei Prozent steigern (2019: 49 Millionen Euro).

Aus Bayern hat die Diakonie Katastrophenhilfe im Jahr 2020 Spenden in Höhe von 3.2 Millionen Euro erhalten, etwa 100.000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

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Isolation beenden, Integration fördern

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Diakonie Bayern unterstützt Forderung nach Abschaffung der Ankerzentren

Nürnberg, 26.07.2021 „ANKunft – Entscheidung – Rückführung“ – drei Jahre nach ihrer Einführung ziehen ProAsyl, die Diakonie in Bayern und andere NGOs eine ernüchternde Bilanz der sogenannten ANKER-Zentren. In einem gemeinsamen Aufruf fordern sie nun die Abschaffung der ANKER-Zentren bzw. vergleichbarer Einrichtungen. Anhand einer umfangreichen Liste weisen sie die Schwächen des „ANKER“-Systems nach.

So ist das Ziel der ANKER-Zentren, Asylverfahren wesentlich zu beschleunigen, nach Ansicht von ProAsyl und Diakonie nicht erreicht worden. Sabine Lindau, als Vorständin der Diakonie Bayern zuständig für Flucht, Migration und Integration: „Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge selbst weist nach: Die Verfahren in einem ANKER-Zentrum dauern im Schnitt 77 Tage – statt 82 Tagen in anderen Einrichtungen.“ Dieser geringe Zeitgewinn habe jedoch einen hohen Preis. Kindern ist ein regulärer Besuch von Schulen oder Kindertagesstätten oftmals nicht möglich; der angebotene Unterricht entspricht oftmals nicht dem des regulären Schulsystems. Häufig verbringen jedoch Asylsuchende bis zu 18 Monaten oder gar noch länger in den Landeseinrichtungen.

„Weiterhin hängt der frühzeitige Besuch von Sprach- und Integrationskursen von der Anerkennungsquote der Betreffenden ab“, so Lindau. Die Folge: Derzeit haben nur Geflüchtete aus Syrien, Eritrea und Somalia Anspruch auf die entsprechenden Kurse. „Über eine Quote wird so Einzelpersonen der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen verweigert, obwohl die individuelle Perspektive eine ganz andere sein kann.“ Lindau bemängelt weiterhin das medizinische Niveau in den Zentren: „Fachärztliche Behandlung, die Behandlung chronischer Erkrankungen oder psychischer Belastungen finden nicht oder nur eingeschränkt statt.“

Ein Blick in die bayerische Praxis – das erste ANKER-Zentrum wurde am 1. August 2018 in Bamberg eröffnet – bestätigt dies. So berichtet Andrea Betz, als Vorständin bei der Diakonie München und Oberbayern zuständig für Flucht und Migration und damit auch für die diakonischen Angebote im Münchner Ankerzentrum: „Das Münchner ANKER-Zentrum hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Eine Privatsphäre gibt es für die hier lebenden Menschen kaum, und dies ist – angesichts der individuellen Erfahrungen und der dauernden Angst vor einer Corona-Infektion – besonders belastend.“ Leidtragende seien wie so oft die Kinder und Jugendlichen. „Sie leiden nicht nur unter den eingeschränkten Schul- und Betreuungsangeboten. Die Situation im Zentrum lässt kaum Raum etwa für das Spiel mit Gleichaltrigen und damit für eine angemessene soziale Entwicklung.“

Lindau und Betz bekräftigen zudem die von Diakonie Deutschland, Deutschem Caritasverband, Paritätischem Gesamtverband, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband und PRO ASYL geforderte Abschaffung des Sachleistungsprinzips in den ANKER-Zentren. Betz: „Dies hält die Bewohner und Bewohnerinnen in der Unselbstständigkeit und verdammt sie zusätzlich zur Untätigkeit.“

Statt ANKER-Zentren fordern die Organisationen in ihrem Appell eine gesetzliche Begrenzung auf maximal 3 Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung, die das Ankommen der Menschen in den Mittelpunkt stellt und sie bestmöglich auf das Asylverfahren und den Aufenthalt in Deutschland vorbereiten: “Wir stehen für die Rechte von geflüchteten Menschen, für ihren Schutz und ihre schnelle und umfassende Teilhabe an der Gesellschaft. Eine Unterbringungsform, die die Menschenwürde verletzt, zur Isolation führt und vor allen Dingen auf Abschiebung orientiert ist, ist ein Irrweg und schadet uns allen. Gemeinsam können wir eine gute Erstaufnahme umsetzen! Der neue Bundestag muss hierfür die gesetzlichen Voraussetzungen und förderliche Rahmenbedingungen schaffen.“ Der gesamte Appell ist abrufbar unter:

https://www.proasyl.de/news/anker-zentren-drei-jahre-isolation-und-ausgrenzung-von-asylsuchenden/

bzw. hier:

https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/Aufruf-mit-Unterzeichnenden.pdf

 

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Flutkatastrophe: 4 Millionen Euro Soforthilfe

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Diakonie und Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützen bundesweiten Spendenaufruf

Berlin/Nürnberg, 22.07.2021 Wie die Diakonie Katastrophenhilfe gestern mitgeteilt hat, stehen in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe bereit. Die Evangelische Kirche und die  Diakonie bitten gleichzeitig um Spenden für die betroffenen Gebiete in ganz Deutschland. "Wir sind überwältigt von der enormen Solidarität der Spenderinnen und Spender", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. "Dank der großartigen Unterstützung können wir sofort damit beginnen, das große Leid der Menschen in den Flutgebieten zu lindern." Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe auf Bundesebene, Martin Keßler, ergänzt: "Wir zahlen zunächst unbürokratisch finanzielle Hilfen aus, damit die Menschen die größte Not der kommenden Tage überstehen." Auch Betroffene in Bayern können dem Diakonischen Werk Bayern zufolge über die örtliche Diakonie Soforthilfen in Höhe von 300,- Euro pro Haushalt beantragen.

Die Soforthilfe ist nach der Katastrophe zur Deckung der Grundversorgung gedacht. Die Auszahlung dieser Soforthilfe ist nicht an Bedingungen geknüpft. In Bayern sind die Ansprechpartner die örtlichen diakonischen Werke bzw. die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit („KASA“).

"Wir sind dankbar über die große Hilfsbereitschaft der vergangenen Tage und rufen weiterhin dazu auf, die Menschen mit Spenden darin zu unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen. Der Bedarf an Hilfe ist enorm", so Sandra Schuhmann, als Vorständin im Diakonischen Werk Bayern (Nürnberg) zuständig für die Katastrophenhilfe. Auch der zweitgrößte Wohlfahrtsverband im Freistaat unterstützt gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) die deutschlandweite Spendenaktion der Diakonie Katastrophenhilfe und leitet Spenden aus Bayern weiter. Bei aller Tragik, so Schuhmann, freue sie sich über die Solidarität der Menschen in Bayern mit den Flutopfern in ganz Deutschland.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ein Spendenkonto für die Betroffenen in den Flutgebieten eingerichtet:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

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Flut in Deutschland

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Lage weiterhin angespannt Gemeinsamer Aufruf von Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe

Berlin, 19.07.2021 - Gemeinsam mit der Diakonie Deutschland bittet die Diakonie Katastrophenhilfe weiter um Spenden für die Menschen in den deutschen Hochwassergebieten. Die Lage in vielen überfluteten Regionen bleibt auch einige Tage nach den extremen Regenfällen angespannt. In anderen Teilen Westdeutschlands fließt das Wasser langsam ab und das immense Ausmaß der Schäden wird allmählich sichtbar. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe beobachten auch die Hochwasser-Lage in Bayern und Sachsen mit großer Sorge.

 

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Es ist erschütternd, dass die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands mit ihren noch lange nachwirkenden Folgen den Menschen so viel Leid und Verzweiflung bringt. Wir sind in unseren Gebeten bei den vielen Menschen, die Freunde und Angehörige verloren haben. Es geht nun darum, all jenen schnell zu helfen, die ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren haben und sich nicht allein aus ihrer Notlage befreien können."

 

Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe: "Die Lage bleibt weiterhin angespannt und ist auch für die Helferinnen und Helfer extrem gefährlich. Wir sind in ständigem Kontakt mit den Diakonischen Werken in den betroffenen Gebieten und entscheiden gemeinsam, was in den kommenden Tagen am dringendsten gebraucht wird. Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung mit Flutkatastrophen wissen wir, was zu tun ist, um effektiv zu helfen und den Menschen beizustehen. Für die Hilfe in den Hochwassergebieten sind wir dringend auf Spenden angewiesen."

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ein Spendenkonto für die Betroffenen in den Flutgebieten eingerichtet:

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,

Evangelische Bank,

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

Caritas international, Freiburg,

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Stichwort: Fluthilfe Deutschland CY00897 Online unter: www.caritas-international.de

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„Wohnungsverlust verhindern – Wohnungslose unterstützen“

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Diakonie Bayern stellt Praxisbeispiele vor

Nürnberg, 12. Juli 2021 Mit knapp 20 staatlich geförderten Modellprojekten engagiert sich die Diakonie in Bayern für Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht oder betroffen sind. Allein in Bayern sind dies den amtlichen Zahlen aus dem Jahr 2017 zufolge ca. 16.000 Personen; hinzu kommen jene in der sogenannten „verdeckten“ Wohnungslosigkeit. Nach dem Verlust der Wohnung leben sie zeitweise bei Freunden, Verwandten, in einer Notunterkunft oder buchstäblich auf der Straße. „Corona hat die Situation der Betroffenen zusätzlich verschärft“, so Sandra Schuhmann, zuständiges Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern. Die politisch Verantwortlichen forderte sie auf, sich verstärkt für die Betroffenen, aber auch für eine entsprechende Wohnungspolitik einzusetzen.

Die politischen Parteien, so Schuhmann, hätten das Problem erkannt und in ihren Wahlprogrammen für die Bundestagswahl entsprechende Lösungsvorschläge formuliert, die von einem Mietendeckel bis zu Steuererleichterungen für den Neubau von Mietwohnungen reichen. Schuhmann: „Wir brauchen beides – den Bau neuer leistbarer Wohnungen und bezahlbare Mieten im Bestand.“ Insbesondere aber müsse der soziale Wohnungsbau wieder gestärkt werden. Dazu gehört Schuhmann zufolge auch die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit. „Durch die partielle Steuerfreiheit des wohngemein­nützigen Unternehmens und weil der Gewinn nicht oder nur in einem geringen Umfang ausgeschüttet und stattdessen in den Bestand beziehungsweise Neubau von sozialem Wohnraum reinvestiert werden muss, ergibt sich eine mietpreisdämpfende und baukostenreduzierende Wirkung.“ Öffentliche Fördergelder und Steuer­erleichterungen für den sozialen und ökologischen Wohnungsbau kämen so Mieter*innen zugute, die auf dem freien Wohnungsmarkt wenig Chancen hätten.

Dazu zählen neben Familien mit mehreren Kindern insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen: Gesellschaftliche Entwicklungen wie Mietpreissteigerungen, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der Rückgang des sozialen Wohnungsbestandes aber auch persönliche Schicksalsschläge wie Verlust der Arbeit, Trennung oder Krankheit verschärfen die Situation.  Die pandemiebedingte Kurzarbeit etwa hätte für viele Menschen eine finanzielle Belastung zur Folge gehabt, die sie aus eigener Kraft kaum hätten bewältigen können. Das Moratorium zur Aussetzung von Mietschulden ist vor gut einem Jahr ausgelaufen – die Betroffenen haben zum Teil bis heute mit den finanziellen Folgen von Corona zu kämpfen.“

Schuhmann betonte, dass neben dem Zugang zu bezahlbarem Wohnraum auch Beratung und Begleitung für die Betroffenen nötig sei, wie dies in den Projekten der Diakonie geschehe. „Gerade durch präventive Beratung ist es oftmals möglich, Wohnungslosigkeit zu vermeiden.“

Gefördert wurden die jetzt vorgestellten Projekte durch den Aktionsplan „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ der Bayerischen Staatsregierung. „Die Anschubfinanzierung durch den Freistaat hat vieles möglich gemacht“, so Schuhmann. Allerdings, so die Diakonie-Vorständin weiter, sei man von einer bayernweiten Umsetzung noch weit entfernt. „Wir brauchen in jeder kreisfreien Stadt und in jedem Landkreis adäquate Angebote für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind.“ Zumal die Überleitung der Modellprojekte in eine dauerhafte Finanzierung noch ausstehe. Dann seien, so Schuhmann, insbesondere die Kommunen gefordert, wenn es um die langfristige und dauerhafte Bekämpfung von drohender Wohnungslosigkeit bzw. deren Folgen gehe.

Die Übersicht über die staatlich geförderten diakonischen Modellprojekte aus der Wohnungsnotfallhilfe finden Sie unter www.fews-bayern.de

Die Diakonie Bayern unterhält im gesamten Freistaat mehr als 120 verschiedene Angebote für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit; zusammengeschlossen sind sie u.a. im Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS).

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Ihr Kontakt

Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
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90332 Nürnberg
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