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Soziale Arbeit (Beruf der Woche KW 23/2017)

Was sind die Inhalte und Ziele des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit?

Im Mittelpunkt der Sozialen Arbeit steht die Unterstützung und Beratung von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen Hilfe benötigen. Der Studiengang bereitet die Studenten dementsprechend auf eine Tätigkeit in sozialen Einrichtungen vor. Da sehr viele verschiedene Bereiche behandelt werden, sind auch die Möglichkeiten für eine Beschäftigung nach dem Studium sehr vielfältig. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, bereits früh praktisch tätig zu werden, indem Praxissemester oder Praktika in den Studienverlauf integriert werden.

Der Studiengang Soziale Arbeit vermittelt in vielen Bereichen Kompetenzen und Wissen:

  • Es werden Theorien und Methoden für Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen unterrichtet.
  • Die Studierenden lernen, wie soziale Einrichtungen arbeiten und welche rechtlichen Regelungen für ihr späteres Tätigkeitsfeld wichtig sind.
  • Die Studierenden erlangen Kompetenzen, um Probleme und schwierige Lebenslagen analysieren und passende Beratung und Unterstützung anbieten zu können.
  • Um ein breit gefächertes Wissen zu erwerben, werden auch Inhalte aus anderen relevanten Fachbereichen angeboten.

In welchen Bereichen und Einrichtungen kannst du nach dem Studium der Sozialen Arbeit tätig werden?

Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums ist der Einsatz in vielen Bereichen möglich:

  • Altenheime

  • Jugendheime

  • Jugendämter

  • Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kindertagesstätten

  • Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

  • Jugend- und Erwachsenenbildung

  • Altenhilfe

  • Drogen- und Suchtberatung

  • Betreutes Wohnen

  • Behindertenhilfe

  • Flüchtlingshilfe

  • Gesundheitsämter

  • Mediation und Konfliktberatung

  • Heilpädagogik

  • Resozialisierung

  • Interkulturelle Arbeit

  • Betriebliche Sozialarbeit

  • Gemeinwesen und Stadtentwicklung

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Formale Voraussetzungen für den Studiengang Soziale Arbeit sind:

  • die allgemeine Hochschulreife

oder

  • die fachgebundene Hochschulreife

oder

  • die Fachhochschulreife

oder

  • berufliche Qualifizierung ohne Abitur

 

Beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls ein Studium an bayerischen Hochschulen beginnen. Für den allgemeinen Hochschulzugang müssen sie den erfolgreichen Abschluss einer Meisterprüfung, einer vergleichbaren beruflichen Fortbildungsprüfung oder einer Fachschule oder Fachakademie vorweisen können und ein Beratungsgespräch an einer bayerischen Hochschule geführt haben. Der fachgebundene Hochschulzugang setzt eine zweijährige Ausbildung und eine dreijährige Berufspraxis voraus. Zusätzlich müssen die Bewerber an einem Beratungsgespräch und einer Zugangsprüfung teilnehmen.

Teilweise ist der Studiengang Soziale Arbeit zulassungsbeschränkt. Die jeweiligen NC-Werte der letzten Semester kannst du den Homepages der Hochschulen entnehmen.

An manchen Hochschulen muss zudem ein Praktikum vor Beginn des Studiums geleistet werden. Informationen zu den Vorpraktika und deren Anerkennung findest du ebenfalls auf den Homepages der Hochschulen.

 

Persönliche Voraussetzungen:

  • Du solltest Freude an der Arbeit mit Menschen haben und ein Interesse an deren Lebenslagen und Problemen.
  • Die Auseinandersetzung mit komplexen und schwierigen Situationen sollte für dich kein Problem darstellen.
  • Du solltest auch mit belastenden Schicksalen oder unfreundlichen Menschen umgehen können.
  • Dich sollten theoretische Kurse und Vorlesungen in Bereichen wie Soziologie, Psychologie, Ethik oder auch Recht interessieren.

Weitere Voraussetzungen:

Kreativität, Flexibilität, Belastbarkeit, Offenheit und psychische Stabilität

 

Ob du für diesen Beruf geeignet bist, kannst du auch in einem kleinen Online-Test herausfinden: Berufsfindungstest Soziale Arbeit

Oder lade dir hier den Fragebogen als PDF herunter.

Wie ist das Studium aufgebaut und wie kannst du das Studium finanzieren?

Der Studiengang Soziale Arbeit ist an den verschiedenen Hochschulen ähnlich aufgebaut. Zu Beginn des Studiums werden Grundlagen in unterschiedlichen Lernbereichen der Sozialen Arbeit vermittelt, die in den folgenden Semestern vertieft und ergänzt werden. Zusätzlich sind an den meisten Hochschulen Praxissemester oder Pflichtpraktika vorgesehen.

Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester.

 

Lernbereiche:

  • Geschichte und Theorien der Sozialen Arbeit
  • Pädagogik
  • Soziologie
  • Ethik
  • Psychologie und Psychiatrie
  • Recht
  • Methodik und Handlungskonzepte Sozialer Arbeit
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • und weitere

 

Finanzielles:

Studienkosten:

Immatrikulierte Studenten müssen jedes Semester einen von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich hohen Studentenwerksbeitrag bezahlen. Meist sind in diesem die Kosten für das Semesterticket ganz oder teilweise inbegriffen. Die Kosten für die Evangelische Hochschule und die Technische Hochschule in Nürnberg betragen derzeit 113 € pro Semester. Die Hochschule Landshut verlangt 72 €.

 

Finanzierungsmöglichkeiten:

Da ein Studium im Gegensatz zu einer Ausbildung nicht vergütet wird, stellt sich die Frage, wie man seinen Lebensunterhalt während des Studiums, neben der finanziellen Unterstützung durch die Eltern oder Nebenjobs, finanzieren kann. Wenn du das Studium vor dem 30. Lebensjahr beginnst, hast du die Möglichkeit, BAföG zu beantragen. Zudem kannst du dich auf Stipendien bewerben.

 

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach dem Bachelorstudium?

Nach dem Studium der Sozialen Arbeit kannst du verschiedene weiterführende Masterstudiengänge besuchen:

  • Soziale Arbeit
  • Klinische Sozialarbeit
  • Sozialmanagement
  • Kindheit, Jugend, soziale Dienste
  • Internationale Soziale Arbeit
  • Bildung und Soziale Arbeit
  • Beratung und Intervention
  • und weitere

(teilweise ist für die Aufnahme eines Masterstudiengangs eine gewisse Berufserfahrung vorgeschrieben)

Wo bekommst du noch Informationen?

 Hier findest du weitere Informationen zum Bachelorstudiengang Soziale Arbeit:

 

„Soziale Berufe kann nicht jeder“ – Projekt der Diakonie

Studium Soziale Arbeit

 

Agentur für Arbeit

Steckbrief

Kurzinformation

 

DBSH Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.

Studium Soziale Arbeit

Berufsbild

 

Studycheck.de

Studium Soziale Arbeit

 

Hochschulen, an denen du in Bayern Soziale Arbeit studieren kannst:

Mittelfranken

Evangelische Hochschule Nürnberg

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

 

Niederbayern

Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

 

Weitere Hochschulen:        

Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Katholische Stiftungsfachhochschule München

Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Hochschule Coburg

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

                                  

Interview mit Linda Schnakenberg

Linda Schnakenberg (21 Jahre) studiert im vierten Semester Soziale Arbeit an der Evangelische Hochschule Nürnberg. In ihrem Praxissemester arbeitet sie bei der Diakonie Bayern in der Fachgruppe für die Freiwilligendienste.

Frage 1: Warum hast du dich für den Studiengang Soziale Arbeit entschieden?

Ich wollte immer Grundschullehrerin werden, habe aber nach dem Abi gemerkt, dass das vielleicht doch nicht das Richtige für mich ist. Zudem konnte ich mir noch nicht vorstellen, gleich zu studieren und habe mich daher entschlossen, ein FSJ zu machen. Durch das FSJ  habe ich auch die Diakonie Bayern als Arbeitgeber kennengelernt, da sie der Träger meines FSJs war. Dort habe ich mich mit verschiedenen Personen über Studienmöglichkeiten unterhalten und mich dann für den Studiengang Soziale Arbeit entschieden. Ich bin nach wie vor sehr glücklich damit, weil der Studiengang sehr gut zu mir und meinen Fähigkeiten passt.

 

Frage 2: Musstest du dich zu Beginn deines Studiums erst eingewöhnen oder war alles so, wie du es dir vorgestellt hast?

Ich glaube, dass es nie so ist, wie man es sich vorstellt. Zum einen bin ich für das Studium von zu Hause weggezogen und stand das erste Mal so wirklich auf eigenen Beinen. Das war für mich am Anfang schon schwierig. Zum anderen stellt man sich auch das Studium ganz anders vor. Ich hatte Vorstellungen, die auch nach wie vor passen und die Hauptinhalte waren mir natürlich bewusst. Die einzelnen Vorlesungen und Studieninhalte waren dann trotzdem nochmal anders, aber nicht so, dass ich jetzt völlig überrascht worden wäre. Wenn man zum Beispiel mitbekommt, dass das Fach Recht besucht werden muss, stellt man sich das trocken und langweilig vor, aber letztendlich merkt man, dass es doch irgendwie zur Sozialen Arbeit dazugehört.

 

Frage 3: Was gefällt dir an diesem Studiengang besonders gut?

Man bekommt Einblick in sehr viele verschiedene Bereiche. Daher ist man am Ende des Studiums unheimlich breit aufgestellt und kann letztendlich in jede Richtung gehen, um sich zu spezialisieren. Außerdem kann man sich durch das Praxissemester und das Teilzeitpraktikum im zweiten und dritten Semester praktisch ausprobieren. Durch dieses breite Spektrum an Möglichkeiten ist nach ein paar Jahren Arbeit in einem Bereich auch ein Wechsel in andere Arbeitsbereiche möglich. Dass diese Möglichkeit grundsätzlich immer besteht, finde ich sehr gut.

Auf das Studium direkt bezogen finde ich gut, dass für das Praktikum und Praxissemester so viel Zeit eingeplant wird und die Studieninhalte sehr studentenfreundlich vermittelt werden. Die Dozenten unterrichten wirklich gut und der Transfer zwischen Theorie und Praxis wird ebenfalls gut geschaffen.

 

Frage 4: Welche Voraussetzungen sollte man für das Studium der Sozialen Arbeit deiner Meinung nach mitbringen?

Man sollte auf jeden Fall ein Gespür für Menschen und Empathie haben, um sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Auch eine gewisse Offenheit ist von Vorteil. Weil der Studiengang sehr viele Bereiche abdeckt, gibt es auch Fächer, die nicht so viel Spaß machen. Gleichzeitig hat man dadurch aber auch die Möglichkeit, viele passende Fächer  zu wählen.

 

Frage 5: Welche Fächer sind deiner Ansicht nach besonders wichtig?

Das kommt natürlich darauf an, wie man seine Schwerpunkte legt und was man am Ende machen will. Aber ich finde die rechtlichen Grundlagen sehr wichtig, weil man dadurch lernt, was man selbst darf und welche Rechte der betreute Klient hat. Daneben sind auch Inhalte wie Gesprächsführung, Beratung und grundlegendes Handwerkszeug, das den Studenten mit auf den Weg gegeben wird, wichtig.

 

Frage 6: Hast du schon Pläne, was du nach dem Studium machst?

Ich finde sehr spannend, was ich hier im Praktikum mit den Freiwilligendiensten mache und ich arbeite auch gerne mit Kindern zusammen. Aber ich möchte mich noch nicht festlegen. Ich habe mir noch nichts Konkretes ausgemalt, weil ich denke, dass sich in den nächsten Semestern auch noch viele neue Bereiche ergeben werden. Zudem möchte ich, wenn ich mit dem Studium fertig bin, schauen, was ich mir zu dieser Zeit vorstellen kann und in welchen Bereichen Mitarbeiter gebraucht werden und mich dann daran orientieren.

 

Frage 7: An vielen Hochschulen sind Praktika oder Praxissemester vorgesehen. Wie wichtig ist der Erwerb von praktischen Erfahrungen im Studium deiner Meinung nach?

Gerade im Studiengang Soziale Arbeit ist es sehr wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Wenn man das noch nie gemacht hat, kann es sein, dass man während des Studiums merkt, dass einem diese Art der Arbeit überhaupt nicht liegt. Deswegen finde ich das sechswöchige Vorpraktikum als Voraussetzung für das Studium auch sinnvoll. Ich finde auch, dass das integrierte Praktikum in jeden Studiengang eingegliedert sein sollte, weil man sich damit in einem geschützteren Rahmen ausprobieren kann, als wenn man sofort anfängt, richtig zu arbeiten. Außerdem kann man dadurch verschiedene Bereiche anschauen, seinen Horizont durch den Austausch mit anderen Personen erweitern und verschiedene Einsatzstellen kennenlernen.

 

Frage 8: Was konntest du aus deinen Praktika für die Zukunft mitnehmen?

Durch mein Vorpraktikum – mein FSJ – wurde ich viel selbständiger. Zudem habe ich gesehen, wie es ist, richtig zu arbeiten. Das Praktikum jetzt bei der Diakonie bestärkt mich immer mehr in dem, was ich machen will.

 

Frage 9: Was kannst bzw. willst du denjenigen mit auf den Weg geben, die sich überlegen, ob sie Soziale Arbeit studieren wollen?

Macht vorher ein Praktikum und schaut, ob euch das wirklich liegt. Wenn ihr euch diese Arbeit vorstellen könnt, wagt den Schritt ins Studium. Egal, ob es irgendwelche Gegenstimmen gibt: Versucht es einfach und probiert euch aus.

 

Frage 10: Gibt es eine Frage, die dich selbst vor dem Studium interessiert hätte und auf die du inzwischen eine Antwort geben kannst?

Kann man Recht bestehen? Ja, kann man! ;-)

 

(Das Interview führte Judith Kunkel.)

 

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Aus dem Blog "Soziale Berufe kann nicht jeder":

Interview Prof. Matthias Moch: "So gelingt der Berufseinstieg in die Soziale Arbeit"

 

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Mach es wahr! Berufe in der Diakonie
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