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Heilerziehungspfleger/in (Beruf der Woche KW 09/2016)

Was macht ein Heilerziehungspfleger/eine Heilerziehungspflegerin?

Im Mittelpunkt stehen Würde und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Durch pädagogisches und pflegerisches Können und Wissen soll das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. Ziel ist die Erhaltung und Entwicklung einer möglichst selbstbestimmten Lebensweise der zu unterstützenden Personen, verbunden mit einem Höchstmaß an Lebensqualität.

Sie sind die einzigen Fachkräfte in der Behindertenhilfe, die über fundierte pädagogische, pflegerische und gemeinwesenorientierte Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen und diese miteinander vernetzen. (aus: Kompetenzprofil Heilerziehungspfleger/in, BAG HEP Deutschland e.V.)

 

Heilerziehungspfleger/innen betreuen, pflegen und beraten Menschen mit Behinderungen jeglichen Alters:

  • Sie unterstützen bei der Körperpflege, beim Anziehen und beim Essen.
  • Sie gestalten den Alltag und die Freizeit für und mit den betreuten Personen.
  • Sie begleiten und beraten bei Behördengängen und Arztbesuchen.
  • Sie führen Gespräche über persönliche und soziale Angelegenheiten, zum Teil auch in Gebärdensprache.
  • Sie helfen bei gesundheitsfördernden Übungen.
  • Sie unterstützen und überwachen die Einnahme von Medikamenten.
  • Sie schulen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
  • Sie beraten und schulen Angehörige.
  • Sie vermitteln im vernetzten Pflegesystem weitere qualifizierte Fachkräfte.

Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig.

Mit der entsprechenden Ausbildung kannst du in folgenden Bereichen mit und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger, körperlicher und mehrfacher Behinderung arbeiten:

  • Institionen:
  • stationäre Wohnformen (Komplexeinrichtungen, Wohnstätten, Außenwohngruppen)
  • teilstationäre bzw. tagestrukturierende Bereiche (integrative Kindertagesstätten, integrative Schulen, Werkstätten, Förder- und Betreuungstätten, Berufsbildungswerke, Seniorenarbeit, Tageseinrichtungen)
  • ambulanter Bereich (Assistenz bei der Gestaltung von Alltag und Freizeit)
  • Beratungsarbeit
  • Weiterbildung
  • Freizeitgestaltung
  • Kliniken (Zentren für Sozialpsychiatrie, Rehabilitationskliniken, Hospiz)
  • in und mit Familien:
  • Frühförderung
  • familienbegleitende und entlastende Dienste
  • Familienpflege
  • betreutes Wohnen von Familien
  • als selbständige Unternehmer/in, Begleiter/in und Assisten/in:
  • mobiler heilerziehungspflegerischer Dienst
  • Anbieter von Service-Stellen
  • Integrationshelfer/in
  • Inklusionsassisten/in
  • Fortbildung von Ehrenamtlichen

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/zur Heilerziehungspflegerin sind:

  • Realschulabschluss oder ein gleichwertiger mittlerer Bildungsabschluss

und

  • eine abgeschlossene Ausbildung als Heilerziehungspflegehelfer/in

oder

  • eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung

oder

  • eine mindestens zweijährige einschlägige Berufstätigkeit (z.B. Vorpraktikum, Diakonisches Jahr)

oder

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf und eine mindestens einjährige einschlägige Berufstätigkeit

und zusätzlich

  • körperliche und gesundheitliche Eignung

 

Ob du körperlich und gesundheitlich für diesen Beruf geeignet bist, prüft ein Arbeitsmediziner oder eine Arbeistmedizinerin.  Es wird überprüft, ob gesundheitliche Einschränkungen oder Schwächen vorliegen, oder ob eine Suchtkrankeit besteht, die der Ausübung des Berufes entgegenstehen. Das aktuelles Gesundheitszeugnis darf nicht älter als drei Monate sein.

Manche Einrichtungen fordern einen Nachweis, aus dem sich die Zuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ableiten lässt. Dann musst du ein amtliches Führungszeugnis vorlegen, das ebenfalls nicht älter als drei Monate sein darf.

 

Persönliche Voraussetzungen:

  • Du solltest gerne mit Menschen arbeiten und Interesse an medizinischen, sozialen und pflegerischen Aufgaben haben.
  • Du solltest ein Gespür dafür haben, andere Menschen zu fördern, zu begleiten und anzuleiten.
  • Du solltest geduldig und kreativ sein.
  • weitere Voraussetzungen: teamfähig, kontaktfreudig, verantwortungsbewusst, sorgfältig, körperlich belastbar, tolerant

 

Ob du für diesen Beruf geeignet bist, kannst du auch in einem kleinen Test herausfinden: Berufsfindungstest-Heilerziehungspfleger/in

Oder lade dir hier den Fragebogen als PDF herunter.

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/zur Heilerziehungspflegerin ist eine praxisorientierte Ausbildung mit regelmäßigem Wechsel zwischen Theorie und Praxis.

 

Ausbildungsdauer:

2-jährig in Vollzeit

2-jährig in Vollzeit mit Praktikumsvergütung

3-jährig berufsbegleitend

und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

 

Die Lernbereiche gliedern sich in

  • allgemeinbildende Fächer
  • fachpraktische Fächer
  • fachtheoretische Fächer

 

allgemeinbildende Fächer:

  • Sozialkunde und Soziologie (Politische Bildung, Zusammenhänge des deutschen Sozialsystems, Grundrechte, Gleichstellung von Menschen mit Behinderung)
  • Deutsch (z.B. sprachlicher Ausdruck, Argumentationstraining, Referate, Präsentationen)
  • Englisch (nur in der Heilerziehungspflegehilfe)

 

fachpraktische Fächer:

  • Praxis- und Methodenlehre mit Kommunikation
  • Praxis der Heilerziehungspflege (z.B. Körperhygiene, Essenzubereitung und -einnahme, Persönlichkeitsentwicklung etc.)
  • Lebenszeit- und Lebensraumgestaltung (Musik, Bewegung, Spiel, Gestalten, Hauswirtschaft, Medienpädagogik)
  • Pflege (z.B. theoretisches Wissen und Einübung pflegerischer Grundfähigkeiten)
  • Religionspädagogik (z.B. Umgang mit Lebenskrisen, Glauben sinnstiftend vermitteln)
  • Fachliche Ergänzung (z.B. Sport für Menschen mit Behinderung, Geriatrie, Theater)

 

fachtheoretische Fächer:

  • Pädagogik, Heilpädagogik und Psychologie
  • Recht und Verwaltung (Vermittlung berufskundlicher, rechtlicher, organisatorischer und wirtschaftlicher Grundlagen)
  • Medizin und Psychiatrie (z.B. Grundlagen über Bau und Funktionsweise des menschlichen Körpers, Einblick in mögliche Schädigungen und Erkrankungen etc.)

 

Vergütung:

Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach tariflichen Regelungen. In Einrichtungen von diakonischen Trägern gelten die sog. AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien).

3-jährige Ausbildung

1. Ausbildungsjahr:  € 824,66     (ab 01.11.2016: 860,64 €)

2. Ausbildungsjahr:  € 880,42     (ab 01.11.2016: 914,78 €)

3. Ausbildungsjahr:  € 931,57     (ab 01.11.2016: 964,44 €)

 

2-jährige Ausbildung

1. Ausbildungsjahr:  € 549,77

2. Ausbildungsjahr:  € 586,95

 

 

Aufstiegschancen/Weiterbildungsmöglichkeiten:

Erwerb der Zusatzqualifikation "Fachkraft für Kindertagesstätten"

Heilerziehungspfleger im Erziehungsdienst

Erwerb der Fachhochschulreife innerhalb der Ausbildung möglich

Studium Pflegemanagement, Soziale Arbeit oder Religionspädagogik

Heilpädagogenausbildung oder Heilpädagogik Dual

Interview mit einer Fachschülerin an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Himmelkron

Hier geht's zum Interview

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