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Erzieher/in (Beruf der Woche KW 28/2017)

Was macht ein Erzieher/eine Erzieherin?

Sie begleiten und betreuen Kinder und Jugendliche unterschiedlichsten Alters, je nachdem in welchen Einrichtungen sie arbeiten. Sie können die Kinder durch ihr pädagogisches Fachwissen gezielt unterstützen und anleiten. Da sie viel Zeit mit den Kindern verbringen und einen geschulten Blick für ihre Probleme und Bedürfnisse haben, sind sie wichtige Bezugspersonen. Daneben sind Erzieher auch praktisch gefordert, da sie mit den Kindern zum Beispiel Ausflüge machen, basteln, kochen oder musizieren.

  • Erzieher fördern die körperliche und geistige Entwicklung, die Fähigkeiten und ein positives Sozialverhalten der Kinder.
  • Sie informieren und beraten die Eltern sowohl in Einzelgesprächen als auch bei Elternabenden.
  • Sie beobachten und analysieren das Verhalten der Kinder und entwickeln daraus Strategien und Pläne für deren pädagogische Betreuung.
  • Sie kümmern sich um das körperliche Wohlbefinden der Kinder, indem sie Speisen zubereiten, Ruhezeiten überwachen und Kinder bei der Körperpflege unterstützen.
  • Sie organisieren Projekte, Freizeitangebote und Ausflüge.
  • Sie bereiten Kindergartenkinder auf die Schule vor oder betreuen Schulkinder bei ihren Hausaufgaben.
  • Sie fördern Kinder in Bereichen wie Sport, Theater oder Musik und stärken ihre Kreativität, indem sie zum Beispiel mit ihnen basteln oder ihnen Geschichten vorlesen.

Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig.

Mit der entsprechenden Ausbildung kannst du in folgenden Bereichen mit und für Kinder und Jugendliche arbeiten:

 

 

  • Kinderkrippen
  • Kindergärten
  • Horte
  • Kinder- und Jugendheime
  • Jugendwohngruppen
  • Schulen
  • Jugendzentren
  • Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen
  • Sonder- und heilpädagogische Einrichtungen

 

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin sind:

  • ein mittlerer Schulabschluss

und

  • ein erfolgreich bestandenes Sozialpädagogisches Seminar mit dem Abschluss zum/zur „staatlich  geprüften Kinderpfleger/in“

oder

  • eine zweijährige, abgeschlossene Ausbildung in einem sozialpädagogischen, sozialpflegerischen, pflegerischen oder rehabilitativen Beruf

oder

  • vier Jahre Berufserfahrung in einer fachlich verwandten Tätigkeit

und zusätzlich

  • ggf. Bestehen des Aufnahmeverfahrens an der Fachakademie
  • ggf. ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung für den Beruf des Erziehers
  • ggf. ein polizeiliches Führungszeugnis

 

Persönliche Voraussetzungen:

  • Du solltest geduldig zuhören können, eine gute Beobachtungsgabe und Verständnis für die Probleme der Kinder haben.
  • Verantwortung zu übernehmen, sollte für dich kein Problem darstellen.
  • Die Organisation von Ausflügen oder Projekten sollte dir Spaß machen.
  • Für dich sollte der diskrete und vertrauliche Umgang mit persönlichen Daten selbstverständlich sein.
  • Du solltest körperlich und psychisch stabil und belastbar sein.
  • Du solltest entscheidungsfreudig sein, damit du in unterschiedlichen Situationen geeignete pädagogische Maßnahmen findest.

Weitere Voraussetzungen: Kreativität, Flexibilität, Durchsetzungsvermögen, Einsatzbereitschaft, Geduld, Selbstkontrolle, Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen

 

Ob du für diesen Beruf geeignet bist, kannst du auch in einem kleinen Test herausfinden:

Berufsfindungstest Erzieher/Erzieherin


Oder lade dir hier den Fragebogen als PDF herunter.

Struktur der Ausbildung:

Die Ausbildung dauert drei Jahre (mit Sozialpädagogischem Seminar fünf Jahre) und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

 

Sozialpädagogisches Seminar:

Das Sozialpädagogische Seminar ist eine Vorausbildung und vermittelt grundlegende pädagogische Kompetenzen für die Betreuung von Kindern im Vorschulalter und frühen Schulalter. Die Auszubildenden arbeiten während des Sozialpädagogischen Seminars in einer sozialpädagogischen Einrichtung und bekommen die theoretischen Inhalte an zwei bis drei Tagen in der Woche in der Fachakademie vermittelt.

 

Ausbildung an der Fachakademie:

Theoretischer Ausbildungsfächer:

  • Soziologie
  • Pädagogik
  • Sozialpädagogik
  • Ökologie-/Umwelt- und Gesundheitspädagogik
  • Religionspädagogik
  • Heilpädagogik
  • Praxis- und Methodenlehre
  • Gesprächsführung
  • Psychologie
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Erziehung
  • Recht, Organisation und Verwaltung
  • Religion und Ethik
  • Sozialpädagogisches Handeln durch Medien
  • Deutsch
  • Fremdsprachen
  • und weitere

 

Praktika

  • Du absolvierst mehrere begleitende Praktika in deiner zweijährigen schulischen Ausbildung.
  • Im dritten Jahr der Ausbildung machst du ein einjähriges Berufspraktikum mit integrierten Theoriephasen.

 

Seit dem Ausbildungsjahr 2016/2017 werden, im Rahmen eines Schulversuchs ("Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen", kurz "OptiPrax") weitere Ausbildungsvarianten an manchen bayerischen Fachakademien angeboten. Die Innere Mission München beteiligt sich ebenfalls daran. Nähere Informationen findest du auf der Homepage der Inneren Mission München. Und auf den Seiten des bayerischen Kultusministeriums (Suchwort "OptiPrax").

 

Finanzielles:

Da die Ausbildung zum/zur Erzieher/in eine schulische Ausbildung ist, wird sie nicht vergütet. Das Berufspraktikum wird nach Tarifvertrag bezahlt. Für den Besuch der unten aufgeführten Schulen muss kein Schulgeld bezahlt werden, aber Materialgeld in unterschiedlicher Höhe und zum Teil eine Aufnahmegebühr. Für den Zeitraum der Ausbildung hast du die Möglichkeit, BAföG zu beantragen.

 

Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten:

Als Erzieher/in kannst du dich durch Weiterbildungen oder passende zusätzliche Ausbildungen spezialisieren:

  • Fachkraft für Sprachförderung
  • Musikpädagoge/in
  • Motopäde/in
  • Sonderpädagoge/in
  • Facherzieher/in Integration
  • Sozialfachwirt/in
  • Theaterpädagoge/in
  • Wald- und Naturerzieher/in
  • Fachkraft für Frühpädagogik
  • Heilpädagoge/in (Ausbildung)
  • Ergotherapeut/in (Ausbildung)

 

Wenn du deine Abschlussprüfung um die Ergänzungsprüfung im Fach Englisch erweiterst, erwirbst du die fachgebundene Fachhochschulreife. Die allgemeine Fachhochschulreife erhältst du, wenn du die Prüfungen in den Fächern Englisch und Mathematik bestehst. Mit einem Notendurchschnitt von mindestens 1,5 im Abschlusszeugnis hast du die fachgebundene Hochschulreife für pädagogische und psychologische Studiengänge an Universitäten.

 

Weiterbildung durch ein Studium:

Mögliche Studiengänge:

  • Erziehungswissenschaft
  • Pädagogische Psychologie
  • Soziale Arbeit
  • Sozialpädagogik
  • Frühpädagogik
  • Grundschullehramt
  • und weitere

Film 1:

Zwei ehemalige Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik & Heilpädagogik Hof geben Einblicke in ihre Entscheidung für einen sozialen Beruf. (Diakonie Neuendettelsau)

 

Film 2:

Nach der Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau ist sie gleich schwanger geworden, bei der Geburt ihrer Tochter war dann klar: "Ich kann nicht zurück in den alten Job, ich muss etwas mit Menschen machen!" Wie das geht und wie man erfolgreich Familie und Job meistert, davon berichtet Jessica hier. (Soziale Berufe kann nicht jeder - Diakonie)

 

Film 3:

Gerhard (25) macht die Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher - aus Leidenschaft!
Was er dort alles lernt und warum er seine Arbeit so mag, davon erzählt er hier. (Soziale Berufe kann nicht jeder - Diakonie)

 

Film 4:

Ein Wickelkind füttern, Tränen trocknen, den Streit zwischen zwei Dreijährigen schlichten: Erzieher und Erzieherinnen sind rundum gefordert. Am besten, sie haben die Ruhe weg! Sie arbeiten in Kinderkrippen, Horten, Kindergärten und Jugendeinrichtungen. (Bayerischer Rundfunk: BR-alpha)

Bitte keine Bewerbungsunterlagen an diese Kontakt-Adresse senden!

Informieren Sie sich über offene Stellen in der Stellenbörse der Diakonie Bayern oder der Stellenbörse der Diakonie Deutschland und nehmen Sie direkt Kontakt mit dem jeweiligen Arbeitgeber auf.

Ihr Kontakt

Titel
Mach es wahr! Berufe in der Diakonie
Name
Sabine Hellwig
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
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