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Altenpfleger/in (Beruf der Woche KW 04/2016)

Altenpfleger/innen unterstützen den hilfsbedürftigen und älter werdenden Menschen, beraten ihn, und erhalten bzw. ermöglichen eine weitgehend selbständige Lebensführung.

Dazugehört eine moderne, auf den einzelnen Menschen ausgerichtete Pflege und Medizin, aber auch die seelsorgerliche Begleitung in den verschiedenen Lebensphasen bis hin zum Ende des Lebens.

 

Altenpfleger/innen betreuen, pflegen und beraten hilfsbedürftige ältere Menschen:

  • Sie unterstützen bei der Körperpflege, beim Anziehen und beim Essen.
  • Sie gestalten den Alltag und die Freizeit für und mit den betreuten Personen.
  • Sie begleiten und beraten bei Behördengängen und Arztbesuchen.
  • Sie führen Gespräche über persönliche und soziale Angelegenheiten.
  • Sie helfen bei gesundheitsfördernden Übungen.
  • Sie unterstützen und überwachen die Einnahme von Medikamenten.
  • Sie begleiten die Schmerzbehandlung des Arztes/der Ärztin.
  • Sie schulen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
  • Sie beraten und schulen Angehörige.
  • Sie übernehmen organisatorische und verwaltende Tätigkeiten wie z.B. das Schreiben von Pflegeberichten.
  • Sie vermitteln im vernetzten Pflegesystem weitere qualifizierte Fachkräfte.

Timo Zehner (38) ist gelernte Fachkraft für Altenpflege und arbeitet bei der Christlichen Arbeitsgemeinschaft e.V. (CAG).  Die CAG ist ein gemeinnütziger Verein mit diakonischem Auftrag und dem Schwerpunkt im Bereich der Altenhilfe.

 

Welche Motivation hatten Sie, diesen Beruf zu erlernen?

Der Umgang mit Menschen und Teamarbeit waren schon immer eine Leidenschaft von mir, hinzu kam ein großes Interesse an medizinischen Themen. In der Altenpflege war es mir möglich beides zu kombinieren. Zusätzlich kann ich gleichzeitig Menschen, die nicht mehr in der Lage sind ihren Alltag alleine zu bewältigen, eine entsprechende Unterstützung bieten. Und das, im Gegensatz zu einem Krankenhaus, in einer sehr warmen, persönlichen Umgebung.
 

Der Beruf in der Altenpflege gilt ja immer noch als ein eher typisch weiblicher Beruf. Wie wurde Ihre Berufsentscheidung von Ihrem Umfeld kommentiert, und wie sind Sie damit umgegangen?

Genau genommen war niemand überrascht. Dass ich mal in einem sozialen Beruf landen werde wusste mein Umfeld, glaube ich, früher als ich selbst. Die Entscheidung wurde durchwegs positiv aufgenommen. Und ich habe auch das Gefühl das diese Vorstellung, Altenpflege sei typisch weiblich, nur noch bei wenigen vorhanden ist.

 

War es Ihnen wichtig, die Ausbildung in einer diakonischen Einrichtung zu absolvieren?

Ehrlich gesagt habe ich daran überhaupt nicht gedacht, ich war erst einmal froh eine Ausbildungsstelle gefunden zu haben. Mir wurde diese von meiner damaligen Schulrektorin empfohlen und ich war glücklich als ich eine Zusage bekam.
Allerdings merkte ich sehr schnell dass das Leitbild der Einrichtung sich sehr gut mit meinen Vorstellungen wie man miteinander umgehen sollte, deckte. Kurz gesagt: Nein, es war mir nicht wichtig, aber ich bin froh hier gelandet zu sein.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders gut?

Der Beruf der Altenpflege ist unglaublich abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Aber da das Team in dem ich arbeite so gut funktioniert und harmoniert, gibt es keinerlei Aufgaben die wir nicht stemmen können, und das gibt ein sehr gutes Gefühl. Aber auch die Bewohner wissen unsere Arbeit zu schätzen und versuchen uns nach ihren Möglichkeiten etwas zurück zu geben.
Wenn die Gesellschaft nach Altenpflege gefragt wird,  denkt sie leider immer noch vorrangig an das Waschen und Pflegen von anderen Menschen, dabei ist das nur ein Bruchteil der Aufgaben denen wir täglich gegenüber stehen. 

 

Gibt es Dinge, die Sie gerne ändern bzw. verbessern würden?

Ich würde mir vorrangig einen besseren Pflegeschlüssel wünschen. Altenpflege hat viel mit Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen zu tun. Das Erste ist immer so knapp  das zweites zu kurz kommt und letzteres sehr lange braucht um aufgebaut zu werden.
Von einem besseren Pflegeschlüssel würden beide Seiten, also Pflegekräfte und Bewohner, ganz klar profitieren.

 

Welche Voraussetzungen sollten Ihrer Meinung nach Jugendliche/junge Erwachsene für diesen Beruf mitbringen?

Zuverlässigkeit, Respekt, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, körperliche / psychische Belastbarkeit und auch ein gewisser Grad an Reife.
Altenpflege ist definitiv KEIN Beruf den man wählen sollte „weil man nichts anderes gefunden hat“. Denn das würde eine Bruchlandung werden.

 

Welche beruflichen Pläne haben Sie für die Zukunft?

Aktuell bin ich stellvertretende Wohnbereichsleitung. Ich könnte mir schon vorstellen in der Zukunft irgendwann selbst die Wohnbereichsleitung auf einer Station zu übernehmen, auch wenn ich aktuell noch sehr viel lernen kann und will. Wie es dann weiter geht, das weiß ich noch nicht genau. Aber Möglichkeiten sind unzählige da, solange man Interesse hat sich weiterzubilden und geöffnete Türen auch betritt. Ich lasse mich da ein Stück weit überraschen.

Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig.

Mit der entsprechenden Ausbildung kannst du in folgenden Einrichtungen arbeiten:

  • Tagespflege
  • Kurzzeitpflege
  • Altenheime
  • Pflegeheime
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Krankenhäuser mit geriatrischer Abteilung oder geriatrischem Schwerpunkt, geriatrische Pflege- und Rehabilitationskliniken
  • Psychiatrische Kliniken mit gerontopsychiatrischer Abteilung
  • Einrichtungen der gemeindenahen Psychiatrie
  • Hospiz und Pflegeteam mit dem Angebot der Palliativpflege
  • Einrichtungen der offenen Altenhilfe (Beratung, Vermittlung von Diensten und Einrichtungen)
  • Einrichtungen der gemeinwesenorientierten Altenarbeit (Bildungsarbeit, Selbsthilfe)
  • häusliche Altenpflege- und Altenbetreuungsdienste (Diakonie-Sozialstation)
  • Wohnanlage des „Betreuten Service-Wohnens“
  • Altenbegegnungsstätte und -tagesstätte
  • und anderen

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin sind:

  • Realschulabschluss oder ein gleichwertiger mittlerer Bildungsabschluss

oder

  • Hauptschulabschluss und eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung

oder

  • abgeschlossene Ausbildung zum Pflegefachhelfer/zur Pflegefachhelferin

und zusätzlich

  • Ausbildungsvertrag mit einer ambulanten oder stationären Altenpflegeeinrichtung (Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind die jeweiligen Berufsschulen gerne behilflich.)

 

Ob du körperlich und gesundheitlich für diesen Beruf geeignet bist, prüft ein Arbeitsmediziner oder eine Arbeistmedizinerin.  Es wird überprüft, ob gesundheitliche Einschränkungen oder Schwächen vorliegen, oder ob eine Suchtkrankeit besteht, die der Ausübung des Berufes entgegenstehen. Das aktuelles Gesundheitszeugnis darf nicht älter als drei Monate sein.

Manche Einrichtungen fordern einen Nachweis, aus dem sich die Zuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ableiten lässt. Dann musst du ein amtliches Führungszeugnis vorlegen, das ebenfalls nicht älter als drei Monate sein darf.

 

Persönliche Voraussetzungen:

  • Du solltest gerne mit Menschen arbeiten und Interesse an medizinischen, sozialen und pflegerischen Aufgaben haben.
  • Du solltest ein Gespür dafür haben, andere Menschen zu fördern, zu begleiten und anzuleiten.
  • Du solltest geduldig und kreativ sein.
  • Du musst bereit sein, dich mit Leid und Sterben auseinanderzusetzen.
  • weitere Voraussetzungen: teamfähig, kontaktfreudig, verantwortungsbewusst, sorgfältig, körperlich belastbar

 

Ob du für diesen Beruf geeignet bist, kannst du auch in einem kleinen Test herausfinden: Berufsfindungstest-Altenpfleger/in

Die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin ist eine stark praxisbezogene Erstausbildung.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Die Ausbildung gliedert sich in 2.100 Stunden theoretischen Unterricht an einer Berufsfachschule und 2.500 Stunden praktische Ausbildung in einer Altenpflegeeinrichtung.

Du erfährst in deiner Ausbildung vieles über:

  • Anatomie des Menschen
  • Krankheiten im Alter
  • Sport und Ernährung für Senioren
  • Pflegerichtlinien

 

Lernbereiche

  • Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
  • Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung
  • Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen (Rechtskunde)
  • Altenpflege als Beruf (Berufskunde)

 

weitere Schulfächer:

  • Sozialkunde (z.B. Zusammenhänge des deutschen Sozialsystems)
  • Deutsch (z. B. Anfertigen von Pflegeprotokollen)
  • Wirtschaft (z.B. rechtliche Grundlagen und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen)
  • Mathematik (z.B. Abrechnung von Pflegeleistungen)
  • Religionslehre/Ethik (z.B. zum Verständnis ethischer Grundsätze bei wichtigen Pflegesachverhalten)

 

Vergütung:

Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach tariflichen Regelungen. In Einrichtungen von diakonischen Trägern gelten die sog. AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien).

1. Ausbildungsjahr:  € 1.046,67   (ab 01.01.2018)

2. Ausbildungsjahr:  € 1.114,16   (ab 01.01.2018)

3. Ausbildungsjahr:  € 1.222,85   (ab 01.01.2018)

 

Einjährige Ausbildung zum/zur Altenpflegerhelfer/in:  € 971,70  (ab 01.01.2018)

 

Aufstiegschancen/Weiterbildungsmöglichkeiten:

Fachaltenpfleger/in klinische Geriatrie und Rehabilitation

Fachaltenpfleger/in Onkologie

Fachaltenpfleger/in Pallitiv- und Hospizpflege

Fachaltenpfleger/in Psychiatrie

Pflegedienstleiter/in

Stationsleiter/in in der Kranken-/Alten-/Kinderkrankenpflege

 

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