Nürnberg, 16. Januar 2026 Über 370 geschulte Ehrenamtliche, 43 Sprachen, mehr als 9.500 Einsätze – das ist die Bilanz nach drei Jahren „GeckoPlus“. Unter diesem Motto hat die Diakonie Bayern in den vergangenen Jahren an zehn Standorten Menschen zu sogenannten Sprach- und Kulturmittlern (SKM) ausgebildet. Sie sollten dabei helfen, Sprachbarrieren in der Beratung und Begleitung Geflüchteter zu überwinden. Das Projekt wird im Januar 2026 eingestellt; anlässlich des vorläufigen Projektendes würdigen Diakoniepräsidentin Dr. Sabine Weingärtner und Bayerns Integrationsbeauftragter Karl Straub jetzt die Mitarbeitenden und Projektpartner.
„Das Projekt „GeckoPlus“ leistete bisher an 10 bayerischen Standorten hervorragende Arbeit im Bereich der Sprach- und Kulturmittlung von Geflüchteten,“ so Straub. Und Diakoniepräsidentin Weingärtner ergänzt: „GeckoPlus hat gezeigt, was möglich ist, wenn Professionalität und Ehrenamt zusammenfinden: Menschen überwinden Sprachbarrieren, schaffen Orientierung und ermöglichen Zugang zu zentralen sozialen und medizinischen Angeboten.“ Und sie leisteten damit nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zu gelingender Integration.
Denn bei der psychosozialen und sozialen Beratung und Begleitung von Personen mit Fluchthintergrund benötigt es zwar häufig den Einsatz von Dolmetscher*innen. In den seltensten Fällen werden hier jedoch Dolmetscher*innen benötigt, die gerichtsfest und vereidigt dolmetschen können – und entsprechend teuer sind. Darum kommen in der psychosozialen Beratung wie der Asyl- und Migrationsberatung, aber auch in anderen Beratungsdiensten wie z.B. der Schwangerenberatung oder der Ehe- und Erziehungsberatung die ehrenamtlichen Sprach- und Kulturmittlerinnen und -mittler (SKM) zum Einsatz. Die Ehrenamtlichen unterstützen zudem Geflüchtete bei Arzt- und Krankenhausbesuchen sowie bei Bedarf im Alltag.
Und die Zahlen belegen: Der Bedarf an solch qualifizierten SKM ist hoch, denn die fachlich ausdifferenzierten Regelsysteme in Deutschland sind kaum auf fremdsprachige Kunden und Klient*innen eingerichtet. Insgesamt nahmen über 370 Personen unter dem Motto „Gemeinsam Kommunizieren – Interkulturelle Sprachmittlung in der Diakonie“, von dem sich auch der Namen „Gecko“ ableitet, an den Schulungen teil; sie decken 43 Sprachen ab und kamen in den vergangenen Jahren in mehr als 9.500 Fällen erfolgreich zum Einsatz.
Am Projekt beteiligt waren zehn diakonische Einrichtungen aus ganz Bayern u.a. in München und Oberbayern, Freising, Allgäu, Traunstein, Rosenheim, Hof, Augsburg, Schweinfurt und Rothenburg sowie Schwabach und Weißenburg. Finanziell wurde GeckoPlus durch den Asyl-, Migrations- und Flüchtlingsfonds (AMIF) unterstützt; diese Finanzierung läuft im Januar 2026 aus. Die Diakonie Bayern hat darum einen Folgeantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingereicht, um das Projekt im Erfolgsfall fortzusetzen. Bayerns Integrationsbeauftragter Straub ist optimistisch: „Ich hoffe sehr, dass dieser unterstützenswerte Projektansatz auch in Herbst bei der nächsten Antragsrunde des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) berücksichtigt werden kann.“