Musizieren für Demenzkranke und Kunst mit psychisch Kranken. 6000 Euro für Diakonische Lernorte

Nürnberg, 4. Juni 2014 Weil er die Initiative „Diakonisches Lernen“ der Diakonie Bayern fördern wollte, hat ein Spender insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung gestellt, um neue Kooperationen zwischen Schulen und sogenannten „Diakonischen Lernorten“ ins Leben zu rufen. Bei diesen „Lernorten“ handelt es sich um diakonische Einrichtungen, die eine Mitarbeit von Schülerinnen und Schülern für eine begrenzte Zeit ermöglichen. Die Teilnehmenden sollen so bestimmte soziale Grunderfahrungen machen können und diese mit ihren Lehrkräften reflektieren. Ausgezeichnet wurden die diakonischen Lernorte in Landau a.d. Isar, Ingolstadt, Lohr a. Main und Ortenburg. Sie erhalten je 1.500 EURO Preisgeld für neue Kooperationen mit Schulen. Das Regensburger Johann-Hinrich-Wichern-Haus erhält einen Sonderpreis von 500.- EURO.

Das Ingolstädter Matthäusstift wird für sein neues Projekt „Musik am Bett“ gefördert. Gitarrenschüler der Oberstufe des Gnadenthal-Gymnasiums (musisches Gymnasium) musizieren regelmäßig gemeinsam mit ihrem Lehrer für bettlägerige und demente Bewohner in deren Zimmern. Die intensiven Erlebnisse mit den dementen Bewohnern stärken das Einfühlungsvermögen der Schüler. Wie bei allen anderen Aktivitäten des diakonischen Lernens in dieser Einrichtung der Diakonie Ingolstadt werden die Schüler von der Sozialpädagogin Marietta Schmidt begleitet, die im Matthäusstift u.a. für die ehrenamtlich Engagierten zuständig ist. Das Preisgeld wird entsprechend dem Projekt in Musikgenuss und Musikinstrumente umgewandelt und zwischen dem Seniorenheim und dem Gymnasium aufgeteilt.

 

Das Seniorenheim Heiliggeist-Bürgerspital-Stiftung in Landau a.d. Isar und die in unmittelbarer der Nachbarschaft sich befindende Mittelschule verwenden das Preisgeld für den Aufbau einer Schülergruppe, die selbständig wiederkehrende Begegnungen und Aktivitäten mit Bewohnern plant und durchführt. Dadurch soll das Selbstbewusstsein und das Verantwortungsgefühl der Schüler gestärkt werden. Mit dem Preisgeld wollen die Schüler einen sogenannten Aktivitäten-Wagen nach ihren eigenen Ideen bestücken, an Fortbildungen teilnehmen und ihre Aktionen dokumentieren. Die Leitung des Kooperationsmodells liegt in den Händen der evangelischen Religionspädagogin Heidi Glanzer-Außerbauer, die von der im Dekanat Landshut tätigen Altenheimseelsorgerin Pfarrerin Dr. Nina Lubomierski unterstützt wird.

 

 

In Lohr am Main ist die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit eine Kooperation mit dem Franz-Ludwig- von-Erthal Gymnasium eingegangen. In vielen Bereichen der ar-mutsorientierten Diakonie, wie z.B. der Lohrer Tafel, dem Lohrer Tafelmobil und wei-teren diakonischen Selbsthilfeprojekten können Schüler sich ausprobieren und in Kontakt mit Menschen in Armut kommen und selber initiativ werden. Mit dem Preis-geld kann Michael Donath, der Leiter der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit und Anleiter für die Schüler, z.B. deren Fahrtkosten zur Mitfahrt im Begleitfahrzeug des Tafelmobiles und Fortbildungen für die Schüler finanzieren.

 

Das Preisgeld in Ortenburg geht an die dortige Evangelische Realschule und deren Kooperation mit dem Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt. Mit dem Schuljahr 2014-15 wird das Wahlfach „Diakonisches Lernen“ für die Jahrgänge 7 – 10 eingeführt. Nachdem Diakonisches Lernen als verpflichtendes Unterrichtsfach bereits im Jahrgang 5 und 6 vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Kleeberg implementiert wurde, erhofft sich Schulleiterin Heidi Hesse nun eine entsprechende Nachhaltigkeit für das sozial-diakonische Lernen ihrer Schüler und Schülerinnen. Anders als die Unterstufenschüler werden die Schüler der Mittelstufe einen stärkeren eigenverantwortlichen Umgang mit den Senioren pflegen. Mit dem Preisgeld können die Schüler z.B. Fahrten zu einigen Heimatorten von Bewohnern des Seniorenheimes planen und durchführen.

 

Einen Sonderpreis von 500.- € erhält das Johann-Hinrich-Wichern-Haus des Diakonischen Werkes Regensburg. Die stationäre Einrichtung für Menschen mit psychi-scher Erkrankung ist eine Kooperation mit dem Regensburger von-Müller-Gymnasium eingegangen. Günther Helfrich ist Keramikmeister und Anleiter für Schüler. Mit der Sonderförderung soll im von-Müller-Gymnasium ein Raku-Keramikofen gebaut werden. Gymnasiasten und Bewohner des Johann-Hinrich Wichern Hauses können in Zukunft gemeinsam gestalterisch arbeiten. Der Keramikofen in der Schule soll den Abbau von gesellschaftlichen Vorurteilen und Stigmatisierungen gegenüber psychisch kranken Menschen fördern.

 

 

Mehr zu den Lernorten und der Initiative „Diakonisches Lernen“ finden Sie auch im Internet unter www.diakonisches-lernen.de.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher