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Evaluation bestätigt hohe Qualität der Flüchtlingsberatung.

Fortsetzung der Arbeit ist "klarer Auftrag"

Nürnberg, 25.2.2026 „Die heute vorgestellte Evaluation zur Flüchtlings- und Integrationsberatung bestätigt eindrücklich, was wir in der Praxis seit Jahren erleben: Die Beratung ist eine tragende Säule gelingender Integration in Bayern. Das freut mich insbesondere für die Kolleginnen und Kollegen in den Beratungsstellen, deren Arbeit ausdrücklich gewürdigt wird.“ Zugleich seien die Studienergebnisse ein klarer Auftrag für die Zukunft, so Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern, zur heutigen Veröffentlichung des Evaluationsberichts zur Flüchtlings- und Integrationsberatung (FIB).

Beauftragt hatte die Studie das Bayerische Staatsministerium des Innern, durchgeführt wurde sie vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) in Köln. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die FIB „unbestritten die zentrale Anlaufstelle für Ratsuchende in den Bereichen Integration und Flucht“ ist und den heterogenen Beratungsbedarf effektiv abdeckt. 

„Die Zahlen zeigen: Integration ist keine Randaufgabe, sondern betrifft unsere Gesellschaft in ihrer Breite“, so Weingärtner. Allein 2024 lebten in Bayern rund 1,9 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte – das entspricht etwa 14 Prozent der Bevölkerung. Gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr im Freistaat über 35.000 Asylerstanträge gestellt. 

Die Diakonie Bayern ist an zahlreichen Standorten in Bayern Träger der Flüchtlings- und Integrationsberatung. Mit mehr als zweihundert Beratungsfachkräften begleitet sie jährlich tausende Ratsuchende in Fragen des Aufenthalts, der Existenzsicherung, der Arbeitsmarktintegration, der Bildung und des gesellschaftlichen Ankommens.

„Die Studie bestätigt die hohe fachliche Qualität unserer Beratungsarbeit. Klientenzentrierung, Einzelfallhilfe, Case-Management und eine enge Vernetzung vor Ort sind keine Schlagworte, sondern gelebte Praxis in unseren Einrichtungen“, betont Weingärtner. Besonders wichtig sei, dass die Evaluation auch längerfristige Wirkungen belegt: Beiträge zur Selbstorganisation, zur Integration in Bildung und Erwerbstätigkeit sowie zur Förderung von Akzeptanz zwischen unterschiedlichen Gruppen. „Erfolgreiche Beratung trägt damit nachweislich dazu bei, dass Menschen in Bayern eine neue Heimat finden.“

Gleichzeitig benennt der Bericht Verbesserungsbedarf. Beratungsfachkräfte verwenden durchschnittlich rund ein Viertel ihrer Arbeitszeit für verwaltungstechnische Aufgaben. „Wenn qualifizierte Fachkräfte so viel Zeit für Dokumentation und interne Vorgaben aufwenden müssen, ist das ein klarer Hinweis, Verfahren zu vereinfachen“, so Weingärtner. Die Diakonie unterstütze ausdrücklich die Empfehlung, Controlling und Antragsprozesse zu verschlanken. 

Die zentrale Handlungsempfehlung der Evaluation lautet, die Flüchtlings- und Integrationsberatung über 2026 hinaus fortzuführen. „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Sie endet nicht mit einem Förderzeitraum“, erklärt die Präsidentin. „Der Auftrag: Damit Beratung weiterhin flächendeckend, qualitätsgesichert und verlässlich angeboten werden kann, braucht es langfristige Planungssicherheit und eine auskömmliche Finanzierung.“

Weingärtner sieht durch die Evaluation das Engagement der Diakonie bestätigt. „Unsere Strukturen tragen. Jetzt geht es darum, sie nachhaltig zu sichern – im Interesse der Ratsuchenden und unserer Gesellschaft insgesamt“, so Weingärtner abschließend.

 

Die Studienergebnisse in Kurzfassung:

tinyurl.com/4nu7ss87

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Daniel Wagner Pressesprecher