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Diakonie Bayern erinnert an das überfällige Suizidpräventionsgesetz

Welttag der Suizidprävention am 10. September 2025

Nürnberg, 08.09.25 Es war eines der letzten Projekte der vergangenen Legislaturperiode des Deutschen Bundestages. Seit dem Entwurf aus dem Februar 2025 liegt das angekündigte Suizidpräventionsgesetz jedoch auf Eis. Anlässlich des Welttags der Suizidprävention erinnert nun die Diakonie Bayern an das überfällige Gesetzesvorhaben. „Das Gesetz steht zwar im aktuellen Koalitionsvertrag – passiert ist bislang aber nichts“, so die Sozialvorständin der Diakonie Bayern, Sandra Schuhmann.

Schuhmann: „In Deutschland sterben mehr Menschen durch Selbsttötung als Verkehrsunfälle, Drogen und HIV zusammen – mehr als 10.000 waren es dem statistischen Bundesamt zufolge im Jahr 2023.“ Zwar habe sich diese Zahl seit den achtziger Jahren halbiert – aber die Quote ist die höchste der letzten zwanzig Jahre. Dennoch drohe der Nationalen Suizidpräventionsstrategie, die im vergangenen Jahr beschlossen wurde, mittlerweile die Unterfinanzierung. Darauf machte zuletzt die Deutsche Akademie für Suizidprävention aufmerksam.

Suizidprävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Schuhmann. „Jeder Mensch kann dazu beitragen, Suizide zu verhindern. Dazu zählen stabile Beziehungsnetze in der Familie und im Freundeskreis.“ Dennoch benötigten Betroffene in akuten Krisensituationen auch professionelle Unterstützung. „Je früher es diese gibt, desto eher lassen sich Suizide, die vielfältigste Gründe haben können, verhindern“, so die Diakonie.

Auch eine gute Hospiz- und Palliativversorgung sei Bestandteil der Suizidprävention – sie könne nachweislich Suizidwünsche reduzieren. „Eine ausreichende palliative und hospizliche Versorgung ist die richtige Antwort, um den Menschen die Angst vor einem schmerzhaften und einsamen Sterben zu nehmen – und so Suizide zu verhindern.“

Der Welttag der Suizidprävention findet jedes Jahr am 10. September statt. Er wird von der International Association for Suicide Prevention (IASP) gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Ziel ist es, auf das Thema Suizid aufmerksam zu machen, Stigmatisierung abzubauen und Prävention zu stärken.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher