Bis zu 1.2 Millionen Menschen in Bayern von dern Folgen der Spielsucht betroffen.

Aktionstag Glücksspielsucht am 27. September

Nürnberg, 26.09.2017 Auf einen spielsüchtigen Menschen kommen bis zu 20 Angehörige, die unmittelbar oder mittelbar von der Sucht betroffen sind. Darauf weist der Fachverband Suchtkrankenhilfe der Diakonie Bayern vor dem morgigen Aktionstag Glückspielsucht hin. „Allein unter den finanziellen Folgen der Sucht leidet die ganze Familie.“, so der Vorsitzende des Fachverbandes, Matthias Emmer, heute in Nürnberg. Die psychischen Belastungen führen ebenfalls zu massiven Problemen.

 

 

Der Landesstelle Glücksspielsucht zufolge gibt es in Bayern etwa 34.000 Menschen, bei denen von einem pathologischen Spielverhalten gesprochen werden kann, etwa ebenso viele Menschen haben ein problematisches Spielverhalten. Im Vergleich zu 2013 ist die Zahl der Spielsüchtigen im Freistaat um etwa 17 Prozent gestiegen. Damit sind bis zu 1.2 Millionen Menschen im Freistaat von der Spielsucht und ihren Folgen betroffen.

Das häufigste Glücksspiel ist das klassische Lottospiel (knapp 60 Prozent); Automatenspiele hingegen spielen hingegen deutlich weniger Menschen (knapp ein Prozent). Eine immer größere Rolle spielen Online-Angebote wie Sportwetten oder Internetkartenspiele. Bei Jugendlichen – jeder zweite bayerische Jugendliche gab im Jahr 2012 an, bereits einmal an Glücksspielen teilgenommen zu haben – stehen Rubbel- und Aufreißlose an erster Stelle (ca. 30 Prozent), gefolgt von Karten- und Würfelspielen sowie Spielen im Internet. Nicht erfasst wurden Online-Rollenspiele wie „World of Warcraft“ und andere. 

 

Emmer wies auf das Beratungsnetzwerk der Diakonie hin: „Unsere Suchtberatungsstellen sind sowohl für Menschen offen, die ein belastendes Spielverhalten aufweisen, als auch für ihre Angehörigen.“ Aber auch in anderen Beratungsdiensten wie den Ehe- und Familienberatungsstellen oder der Schuldner- und Insolvenzberatung könnten Betroffene und ihre Angehörigen Hilfe finden.

Als pathologisch gilt ein Spielverhalten unter anderem dann, wenn es nicht gelingt, das Glücksspiel zu kontrollieren oder einzudämmen, wenn das Spielverhalten etwa durch Lügen vertuscht wird oder das Spielverhalten Beziehungen oder den Arbeitsplatz belasten oder gar gefährden.

Die Diakonie unterhält Suchtberatungsstellen unter anderem in Hof, Weißenburg-Gunzenhausen, Coburg  und Schweinfurt. Die Liste aller Beratungsstellen findet sich im Internet unter www.lsgbayern.de.

Weitere Informationen zum Aktionstag Glücksspielsucht gibt es ebenfalls im Internet unter www.aktionstag-gluecksspielsucht.de

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher