Suche

Bezahlbarer Wohnraum Schlüssel zu Bildung und zur sozialen Integration

Tag der wohnungslosen Menschen

Nürnberg, 10.09.25 Unter dem Motto: „Politik in die Pflicht nehmen – Wohnungsnot beenden“ findet am 11. September der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen statt. Diakoniepräsidentin Dr. Sabine Weingärtner: „Ich will die Politik darum gerade heute daran erinnern, dass Wohnen ein Menschenrecht ist.“ Wohnen sei zu der zentralen gesellschaftlichen und strukturellen Herausforderung unserer Zeit geworden. Angesichts des beginnenden Schuljahres in der kommenden Woche weist die Diakonie darauf hin, welche langfristigen Folgen Wohnungslosigkeit insbesondere für Kinder und Jugendliche haben kann.

„Wir wissen: Gerade in Bayern hängen die Bildungschancen im bundesweiten Vergleich am stärksten vom elterlichen Einkommen ab. Für Kinder und Jugendliche, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, kann das heißen: Keine Wohnung, keine Chancen.“ Die Zahl der Betroffenen ist dabei erschreckend hoch: Paare mit Kindern sind in der Statistik die zweigrößte Haushaltsgruppe nach alleinstehenden Personen. Mehr als 12.000 Familien leben in Bayern in Unterkünften. „Unter den knapp 45.000 Menschen, die zum Stichtag 31.01.25. aufgrund von Wohnungslosigkeit in einer Unterkunft lebten, sind 10.000 Kinder und Jugendliche.“

Nicht von der Wohnungslosenstatistik erfasst wurden die Personen, die auf der Straße leben oder bei Freunden oder Bekannten unterkommen. Der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2024 nennt hier für Bayern die Zahl von über 13.000 Menschen. Weingärtner: „Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen.“

Die Zahlen zeigten deutlich: Zur Überwindung von Wohnungslosigkeit brauche es den klaren politischen Willen und die vernetzte Zusammenarbeit von Bund, Land, Kommune und Zivilgesellschaft. Wenn es der Gesellschaft nicht gelinge, allen Menschen in Deutschland ausreichend bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, werde das Vertrauen in die Politik weiter schwinden. „Bezahlbarer Wohnraum ist der Schlüssel zur sozialen Integration und leistet einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.“ Im Bestand und bei Neubauten müsse der Zugang zu Wohnraum für besondere Bedarfsgruppen eine größere Rolle spielen. „Zudem braucht es bayernweit eine konsequente Prävention und wirksame Unterstützungsangebote für die Betroffenen“, so Weingärtner weiter.

Die Diakonie unterhält mehr als 200 Angebote der Wohnungsnotfallhilfe in Bayern. Eine Übersicht ist auf der Webseite der Diakonie Bayern (www.diakonie-bayern.de) zu finden. An 26 Standorten in Bayern wurden verschiedene Modellprojekte aus dem Aktionsplan „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ der bayerischen Staatsregierung zur Verhinderung bzw. Überwindung von Wohnungslosigkeit realisiert; rund 75 Prozent davon erhalten mittlerweile eine Regelfinanzierung durch die jeweiligen Kommunen. Details zu den Projekten finden sich auf der Website des Fachverbandes Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) www.fews-bayern.de.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher