Anerkannte Flüchtlinge rasch integrieren. Diakonie Bayern fordert zügigen Ausbau der Migrationsberatung

Nürnberg, den 16.9.2015 Anlässlich des bundesweiten Aktionstags der Migrationsberatungsstellen am 16. September 2015 fordert der Präsident der bayerischen Diakonie Michael Bammessel eine zügige Aufstockung der Fördermittel: „Anerkannte Flüchtlinge brauchen rasche Hilfe zur Integration. Die Zahl der Ratsuchenden in den Migrationsberatungsstellen hat deutlich zugenommen und wird sich durch den Zustrom an Flüchtlingen enorm erhöhen. Unsere Migrationsberatungsstellen brauchen dringend mehr Geld, um ihre wertvolle Integrationsarbeit weiterhin leisten zu können.“

Migrantinnen und Migranten, die ein Aufenthaltsrecht besitzen, können sich an die Migrationsberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände wenden, um Informationen, Rat und Unterstützung zu erhalten. Die Zahl der Ratsuchenden steigt kontinuierlich. Nach einer Statistik der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege sind die Beratungszahlen der Migrationsberatung für Erwachsene im Zeitraum von 2011 bis 2014 von 100.000 auf 175.000 Personen angestiegen – eine Steigerung um 75 Prozent.

Wenn nur ein Drittel der Asylsuchenden in diesem Jahr als schutzbedürftig anerkannt wird, dann sind dies mehr als 260.000 Personen. Das würde bedeuten, dass sich die Zahl der Ratsuchenden der Migrationsberatung voraussichtlich mehr als verdoppeln würde. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur Flüchtlinge kommen, sondern auch viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus dem EU-Raum sowie deren Familienangehörige und die ausländischen Ehegatten von deutschen Bürgerinnen und Bürgern.

„Um die Integration der vielen Zuwanderinnen und Zuwanderer zu fördern“, so Michael Bammessel, „muss auch das Beratungsangebot entsprechend ausgebaut werden. Die individuelle Unterstützung der Zugewanderten hat nachweisbare positive Effekte auf die Migrationsberatung. Daher lohnt die Investition in die Integrationsbegleitung.“ Nach der bundesweiten Statistik konnte beispielsweise die Abhängigkeit der Ratsuchenden von Sozialleistungen im Laufe des Beratungsprozesses verringert werden.

Etwa ein Drittel der Personalstellen in der Migrationsberatung wird derzeit durch das Land Bayern bezuschusst, zwei Drittel der Personalstellen durch den Bund. Es ist daher notwendig, dass nicht nur der Bund seine Fördermittel aufstockt, sondern auch das Land Bayern. Das bayerische Sozialministerium hat bisher jedoch auf diesen absehbaren Mehrbedarf nicht reagiert.

Die Migrationsberatungsstellen sind Teil einer positiven Willkommenskultur. Die Beraterinnen und Berater sind häufig die Ersten, mit denen die Zugewanderten ihre Integrationsprobleme besprechen können und die den Ratsuchenden Zeit und Zuwendung schenken.

Die Diakonie in Bayern hat insgesamt 22 Migrationsberatungsstellen und unterstützt mit vier Projekten syrische Kontingentflüchtlinge bei der Wohnungssuche. Darüber hinaus werden sechs Integrationsprojekte durch evangelische Träger durchgeführt.

Ihr Kontakt

Daniel Wagner Pressesprecher