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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Archiv 2019

Damit es gar nicht erst soweit kommt.

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„Beratungsstelle für Wohnraumerhalt“ der Diakonie bekommt bayerischen Sozialpreis.

Nürnberg/Neu-Ulm, 19.12.2019 Mit dem Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2019 wird heute in München die „Ökumenische Beratungsstelle für Wohnraumerhalt im Landkreis Neu-Ulm“ ausgezeichnet. Die von Diakonie und Caritas gemeinsam getragene Einrichtung hat im vergangenen Jahr etwa 350 von Wohnungslosigkeit bedrohte oder betroffene Personen beraten. In vielen Fällen konnten die Mitarbeitenden helfen und den Verlust des Wohnraums verhindern.

 

Im Jahr 2011 mit Mitteln des Freistaats als Modellprojekt der Diakonie Neu-Ulm gegründet, ist die Beratungsstelle mittlerweile ein vom Landkreis finanziertes Regelangebot. Durch frühzeitige Hilfen soll der Wohnraumverlust verhindert werden  - und so nicht zuletzt erhebliche Folgekosten sowohl für die Betroffenen als auch für Städte und Gemeinden im Landkreis Neu-Ulm vermieden werden. Städte und Gemeinden sind im Falle einer Wohnungslosigkeit für die Folgeunterbringung und für die Beratung wiederum die Landkreise bzw. kreisfreien Städte zuständig.

 

Für Andreas Kurz, den Vorsitzenden des Fachverbandes Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) ist die Auszeichnung auch eine politische Anerkennung der ‚Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit‘, da es in Bayern noch kein flächen- und bedarfsdeckendes Netz derartiger Fachstellen gibt. Kurz empfiehlt daher, es als Pflichtaufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte gesetzlich zu verankern. Nur so sei ein nachhaltiges System von Präventionsstellen in Bayern zu erreichen: „Das Beispiel Neu-Ulm zeigt, dass es sich für alle Akteure lohnt, daraus ein dauerhaftes Beratungsangebot zu machen.“ Bereits im Jahr 2016 hatte der Fachverband mit einer wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit solcher Fachstellen nachgewiesen.

 

Der Preis der Bayerischen Landesstiftung ist mit 10.000 Euro dotiert. Auch im Jahr 2018 wurde eine Einrichtung der Diakonie Bayern ausgezeichnet – der „Arbeitskreis Resozialisierung e.V.“ der Stadtmission Nürnberg, der Strafgefangene bei ihrem Weg zurück in die Freiheit begleitet.

 

Die Bayerische Landesstiftung besteht seit 1972. Als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts verfolgt sie gemeinnützige und mildtätige Zwecke auf sozialem und kulturellem Gebiet. Seit der Gründung der Stiftung wurden im kulturellen und sozialen Bereich für über 10.000 Projekte Zuschüsse mit einem Gesamtvolumen von rund 600 Millionen Euro bewilligt. Dabei geht die Bandbreite der Förderung von wenigen Tausend Euro bis zu Maßnahmen, die mit mehreren Hunderttausend Euro oder in Ausnahmefällen auch mit einem Millionenbetrag gefördert werden. Im sozialen Bereich werden bedeutende Bauprojekte vor allem in der Alten- und Behindertenhilfe gefördert. Dazu gehören modellhafte Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen genauso wie heilpädagogische Tagesstätten oder Werkstätten für Behinderte.

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Hilfen für Menschen in Wohnungsnot weiter ausbauen.

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Beispielhafte Studie bestätigt Forderungen der Diakonie Bayern

Nürnberg/Kempten 13.12.19 Der Titel der Studie klingt kompliziert, ihre Ergebnisse jedoch sind recht einfach zu verstehen.  Unter der Überschrift „ Analyse der Schnittstellen der ordnungsrechtlichen Unterbringung in Zuständigkeit der Gemeinden zu Leistungen nach § 67 SGB XII in örtlicher und überörtlicher Zuständigkeit – eine Fallstudie im Regierungsbezirk Schwaben“ kommen die Verfasserinnen zu dem Ergebnis: Die Angebote für wohnungslose Menschen reichen nicht aus. Und die Vernetzung der zuständigen Akteure – Kommunen, Landkreise und Träger der Wohnungsnotfallhilfe – muss dringend verbessert werden. 

 

Über dreißig Interviews hat das „Süddeutsche Institut für empirische Sozialforschung“  geführt – mit Vertreterinnen und Vertretern von Städten, Landratsämtern, Wohnungsbaugesellschaften und sogenannten „Hilfsinstitutionen“ im Regierungsbezirk Schwaben. Nahezu alle bestätigen einen „Anstieg der Obdachlosenzahlen sowie eine damit einhergehende Zunahme an ordnungsrechtlichen Unterbringungen“ – in der Regel sind dies sogenannte Notunterkünfte. Allerdings, so die Studie weiter, fehlt es überall an geeignetem Wohnraum, was zu einer Doppelbelegung von Einzelzimmern, der langfristigen Nutzung von Kurzübernachtungsstellen und zu hohen Verweildauern in den Unterkünften führt. Der Wille zu helfen, so die Studie weiter, sei zwar da, es mangele jedoch an den entsprechenden Ressourcen.

 

Für Heidi Ott, Fachreferentin für Wohnungsnotfallhilfe im Diakonischen Werk Bayern, kommen die Ergebnisse der von der Koordination Südbayern beauftragten Studie wenig überraschend: „Sie bestätigen die Erfahrungen unserer Beratungsstellen, und zwar in ganz Bayern. Obschon zuständig, können Kommunen und kreisfreie Städte oft nicht so helfen, wie sie gerne möchten.“ Dies gelte sowohl für die Unterbringung von wohnungslosen Menschen als auch für die begleitende Beratung. Nur durch sie ließe sich verhindern, dass sich das Leben ohne eigene Wohnung und die sozialen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, verfestigen.

 

Sowohl für Ott als auch für die Wissenschaftlerinnen sind die Konsequenzen aus der Fallstudie eindeutig: Der Wohnungsbestand insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen muss ausgebaut werden; die Kommunen selbst sollten häufiger Wohnungen anmieten und sie den Betroffenen zur Verfügung stellen und schließlich empfehlen sie einen Ausbau der Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit, wie sie etwa auch die Diakonie in Bayern anbietet.

 

Mehr zur Studie finden Sie unter sine-institut.de/portfolio-item/analyse-der-schnittstellen-ordnungsrechtlicher-unterbringung/

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