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Pressearchiv 2015

Gabriele Sörgel in Nürnberg verstorben. „Eine prägende Figur der bayerischen Diakonie.“

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Im Alter von 60 Jahren ist am Montag nach Weihnachten die langjährige Vorstandssprecherin der Nürnberger Stadtmission, Gabriele Sörgel, verstorben.

Gabriele Sörgel, die auch Mitglied im Diakonischen Rat der Diakonie Bayern war, litt seit vergangenem Jahr an ALS, einer unheilbaren Krankheit, die bei ihr zudem einen raschen Verlauf nahm. Im August 2015 war sie im Nürnberger Rathaussaal offiziell aus ihren Ämtern verabschiedet worden.

Diakoniepräsident Michael Bammessel: “Mit ihrer selbstbewussten, kritischen und zugleich optimistischen Art war die gelernte Diplom-Sozialpädagogin über ein Jahrzehnt lang eine der prägenden Figuren der bayerischen Diakonie.“ Gabriele Sörgel hatte wesentlichen Anteil daran, dass sich die Stadtmission Nürnberg nach einer tiefen Krise Ende der 90er Jahre wieder gut konsolidierte, modernisierte, zusätzliche Arbeitsfelder erschloss und eine unterstützende Kooperation mit der Diakonie Erlangen eingehen konnte.  Sie war zu ihrem 60. Geburtstag im Frühjahr 2015 mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet worden.

Bammessel: „Wir sind sehr traurig über diesen endgültigen Abschied. Wir erinnern uns zugleich mit großer Dankbarkeit an ihr Wirken in der Diakonie. Unser Mitgefühl gilt besonders ihren Geschwistern und Neffen, ebenso wie den Mitarbeitenden der Stadtmission.“

 

Der offizielle Nachruf der Stadtmission Nürnberg im Wortlaut:

 

Am 28. Dezember erlag die langjährige Vorstandssprecherin der Stadtmission Nürnberg ihrer unheilbaren Krankheit. Gabriele Sörgel hatte wesentlichen Anteil daran, dass sich die Stadtmission nach einer tiefen Krise Ende der 90er Jahre wieder gut konsolidierte, modernisierte und eine Vielzahl zusätzlicher Arbeitsfelder erschloss. Mit ihrer selbstbewussten, kritischen und zugleich optimistischen Art hat die Diplom-Sozialpädagogin über ein Jahrzehnt lang die Entwicklung der Stadtmission als Vorstandschefin deutlich geprägt.

 

„Bleibt offen für die Nöte der Zeit und seid unbequem!“ Diese Worte hatte Gabriele Sörgel im vergangenen Sommer den Gästen ihrer Abschiedsfeier mit auf den Weg gegeben. Die heimtückische Krankheit ALS (= Amyotrophe Lateralsklerose) hatte ihr da schon die Sprache genommen, so dass ihre Rede verlesen werden musste. Sie war zeitlebens eine Sozialexpertin und hat sich nie gescheut, mit klaren und eindeutigen Worten auf Fehlentwicklungen und Nöte hinzuweisen und von der Politik Abhilfe zu fordern

 

In Nürnberg war sie das „Gesicht und die Stimme der Stadtmission“. Sie war eine anerkannte und gut vernetzte Persönlichkeit, deren unternehmerischer und sozialer Sachverstand hoch geschätzt wurde. Über Nürnberg hinaus hat sie sich in zahlreiche sozialpolitische Gremien eingebracht, so z. B. in die Arbeits­ge­mein­schaften der Öffentlichen und Freien Wohlfahrtspflege auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene oder als dessen Mitglied in den Diakonischen Rat der Diakonie Bayern.

Zu ihrem 60. Geburtstag war sie im Frühjahr 2015 mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet worden. Sie war immer präsent, wenn es um Sozialpolitik für benachteiligte Menschen ging.

Gabriele Sörgel wurde 1955 in Nürnberg geboren, erlebte ihre Kindheit und Jugend aber in Oberfranken. Nach dem Abitur studierte sie in Nürnberg Sozialpädagogik und begann 1979 ihre Berufslaufbahn in der Suchtberatung der Stadtmission. Danach folgten 15 erfolgreiche berufliche Jahre in Mün­chen, aber schon 1999 kehrte sie zur Stadtmission zurück, zunächst als Mitglied der Geschäfts­lei­tung, und seit 2002 als Vorstandssprecherin.

Wichtige Umstrukturierungsprozesse der Stadtmission und die Zusammenarbeit mit der Diakonie Erlangen fallen in ihre Dienstzeit als Vorständin. Bestehende Einrichtungen wurden mit ihren Ideen zeitgemäß weiterentwickelt und neue Angebote konnten geschaffen werden. Neben den weit sichtbaren Neubau­ten des Pflegezentrums Hephata und des Therapiezentrums Wolkersdorf waren ihr Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche immer besonders wichtig. Der Bereich „Chancen für junge Menschen“ mit umfangreichen Förderangeboten, die „Stadtteilmütter“ und zahlreiche Spendenpro­jek­te für arme Kinder gehen auf Gabriele Sörgel zurück. Ebenso ist die Stiftung HILFE IM LEBEN ihrer Initiative zu verdanken.

Die Stadtmission hat mit Gabriele Sörgel einen unschätzbar wertvollen Menschen verloren. Nach einer Trauerfeier in der Sebalduskirche, wo schon die Gottesdienste zu ihrer Einführung und Verabschiedung gefeiert wurden, wird  sie am 2. Januar auf dem Rochusfriedhof zur letzten Ruhestätte geleitet.

 

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„Die Grenze zur Unmenschlichkeit darf nicht überschritten werden.“

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Diakonie fordert auch bei der Abschiebung vom Freistaat Einhaltung humaner Mindeststandards

Nürnberg, 15. Dezember 2015. Es war nur die Einweisung in die Psychiatrie, die Frau B. vor einer Verlegung nach Bamberg und der anschließenden Abschiebung in den Kosovo bewahrt hat. Der Bescheid, der den Transfer von Dinkelsbühl nach Bamberg in das Ankunfts- und Rückführungszentrum ankündigte, löste bei der Frau eine schwere psychische Krise aus; sie gilt seitdem als suizidgefährdet. „Dieser Fall“, so Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, „ist einer von vielen, die belegen: Bei der Abschiebepraxis wird immer rücksichtsloser vorgegangen und immer weniger Rücksicht auf die gesundheitliche Situation der Betroffenen genommen.“

Natürlich, so Bammessel, sei eine Abschiebung immer mit Härten verbunden. „Wer wie die CSU Bayern eine ‚Visitenkarte der Mitmenschlichkeit‘ ausstellt, sollte sich auch bei Flüchtlingen aus sogenannten ‚sicheren Drittstaaten‘ an einen humanen Mindeststandard halten.“

Im vorliegenden Fall sollte eine Frau abgeschoben werden, die aufgrund massiver häuslicher Gewalt im Kosovo in Deutschland um Asyl gebeten hatte. Sowohl sie selbst als auch vier Kinder litten erkennbar unter posttraumatischen Belastungsstörungen; im Falle der Mutter wurde dies auch ärztlich attestiert. „Die Mutter hatte eine feste Anstellung in Aussicht, alle vier Kinder gingen in Schule bzw. in den Kindergarten.“ Weder darauf noch auf die gesundheitliche Situation der Betroffenen hätten die Behörden Rücksicht genommen, so der Diakoniepräsident. „Die Tatsache, dass der Kosovo als sicheres Herkunftsland betrachtet wird, darf nicht dazu führen, dass beim Umgang mit Schutzsuchenden humanitäre Standards außer Kraft gesetzt werden.“ Leider, so Bammessel, häuften sich die Berichte, wonach Abschiebungen vorgenommen würden, obwohl der gesundheitliche Zustand der Betroffenen dies eigentlich nicht zulasse bzw. die Perspektive für die Gesundheit der Betroffenen in den jeweiligen Herkunftsländern ausgesprochen schlecht sei.

Das politische Ziel, die Abschiebezahlen zu erhöhen, dürfe nicht dazu führen, dass Atteste der Ärzte, die auf gesundheitliche Gefahren hinweisen, missachtet und alle humanitären Bedenken bei Seite geschoben werden. Bammessel: „Zur Rechtsstaatlichkeit gehört eine faire Prüfung aller vorgetragenen Gründe, die gegen eine Abschiebung sprechen. Der Freistaat sollte nicht ‚zweierlei Maß‘ bei Asylsuchenden anlegen, wenn es darum geht, zu prüfen, ob eine  Abschiebung zu  ernsthaften gesundheitlichen und psychischen Schäden führen kann.“

Zu einer fairen Prüfung gesundheitlicher Abschiebehindernisse gehört nach Ansicht der Diakonie auch die Beantwortung der Frage, ob die Betroffenen bei einer Rückkehr sich die Behandlung auch leisten können. Der Diakoniepräsident: „Es genügt nicht, zu behaupten, Behandlungsmöglichkeiten seien vorhanden, wenn gerade die Ärmsten in der Realität keinen Zugang erhalten.“

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Mach es wahr!

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Diakonie Bayern auf der Berufsbildungsmesse Nürnberg

Nürnberg, 4.12.2015 Auch die Diakonie Bayern wird sich ab dem kommenden Montag auf der Berufsbildungsmesse im Nürnberger Messezentrum präsentieren. Gemeinsam mit der Stadtmission Nürnberg, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und das Evangelische Kinder- und Jugendhilfezentrum Augsburg  stellt der zweitgrößte bayerisch Wohlfahrtsverband ein breites Spektrum diakonischer, sozialer und kirchlicher Berufe vor.

Schwerpunkte der Präsentation sind pflegenden Berufe (Altenpflege, Heilerziehungspflege usw.), pädagogische Berufe (z. B. Erzieherinnen und Erzieher, Heilpädagogik, Sozialpädagogik), Freiwilligendienste (FSJ, Bundesfreiwilligendienst) sowie die Berufe Pfarrer/innen, Religionspädagog/innen, Religionslehrer/innen und Diakon/in.

Rechtzeitig zur Messe stellt die Diakonie Bayern zudem eine eigene Kampagne rund um diakonische Berufe vor. Unter dem Motto „Mach es wahr“ finden sich zukünftig in verschiedenen Publikationen sowie im Internet alle Informationen rund um das Arbeiten bei der Diakonie.

Die Berufsbildungsmesse des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ist die größte ihrer Art in Bayern. Die letzte Veranstaltung im Dezember 2012 zählte über 66.000 Besucherinnen und Besucher, davon 83 Prozent Schülerinnen und Schüler.

Die Diakonie Bayern finden Sie in Halle 7, Stand 441. Die Messe dauert von Montag, den 7. bis Donnerstag, den 10. Dezember 2015. Sie hat täglich 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet; der Eintritt ist kostenfrei. Die Aktion „Mach es wahr“ finden Sie unter www.diakonie-bayern.de/macheswahr sowie unter www.facebook.com/macheswahr.

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Pflegeausbildung braucht attraktive Bedingungen

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Diakonie und Caritas Bayern auf der Berufsbildungsbildungsmesse Nürnberg

Nürnberg/München, 25. November 2015. Über 173.000 Mitarbeitende in rund 9.000 Diensten und Einrichtungen im ganzen Freistaat – Tendenz steigend: Diakonie und Caritas sind unverzichtbare Größen des sozialen Bayern. Viele Stellen, die in den Wohlfahrtsverbänden in den vergangenen Jahren geschaffen wurden, sind in der Pflege entstanden.  Um den stetig wachsenden Bedarf an Fachkräften in diesem Feld decken zu können bedarf es guter Rahmen- und Arbeitsbedingungen, gerade auch in der Ausbildung junger Nachwuchskräfte. Das ist die Botschaft der beiden christlichen Wohlfahrtsverbände auf der Berufsbildungsmesse 2015, die vom 7. bis 10. Dezember in den Nürnberger Messehallen stattfindet.

 

Die Verbände der beiden großen christlichen Kirchen im Freistaat gehören zu den größten  Arbeitgebern in Bayern. Ein Tätigkeitsschwerpunkt ist traditionell die Pflege alter Menschen: Die Diakonie unterhält etwa 200 Einrichtungen der stationären Altenhilfe mit knapp 17.000 Plätzen sowie über 230 ambulante Dienste mit etwa 7.000 Mitarbeitenden. Die Caritas hat im Freistaat 291 stationäre Einrichtungen der Altenpflege mit mehr als 17.000 hauptamtlichen Mitarbeitern sowie 286 ambulante Pflegedienste mit mehr als 8.000 Hauptamtlichen. „Angesichts der demografischen Entwicklung gehen wir hier weiterhin von einem großen Bedarf aus“, so Diakonie-Vorstandsmitglied Tobias Mähner. „Im Jahr 2025 müsste rein rechnerisch bereits jeder vierte Schüler einen pflegerischen Beruf ergreifen, um einen Personalnotstand zu vermeiden.“

 

Wie in vielen anderen Branchen ebenfalls, ist es auch in der Pflege wichtig, aktiv auf Talente zuzugehen. „Um junge Menschen und Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, für einen Pflegeberuf zu begeistern, muss endlich das falsche Image von schlecht bezahlten Knochenjobs in der Pflege überzeugend korrigiert werden“, betont Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl. „Die Pflege bietet hoch qualifizierte Berufe mit Perspektive und guten Karriere-Chancen. Duale Ausbildungen und Studiengänge eröffnen akademische Wege in der Pflege.“

 

Deutlich macht Mähner allerdings auch: „Um tatsächlich neue Mitarbeitende für die
Pflege zu gewinnen, so das übereinstimmende Votum der Beteiligten, müssten die Rahmenbedingungen bereits in der Ausbildung verbessert werden.“ Dazu zählt nach Ansicht von Caritas und Diakonie auch eine angemessene Vergütung bereits während der Ausbildung. Beide Wohlfahrtsverbände bezahlen bereits im ersten Ausbildungsjahr über 950 Euro an Ausbildungsvergütung. Mähner spricht sich darum dafür aus, die Ausbildungsvergütung der konfessionellen Träger auch bei einer möglichen Umlagefinanzierung der Pflegeausbildung zu berücksichtigen. „Wir wollen die Umlagefinanzierung ja nicht nur, um die Kosten für die Pflegeausbildung gleichmäßig auf alle Schultern zu verteilen“, so Mähner. „Wir wollen auf diese Weise auch möglichst überall gute Rahmenbedingungen für die Auszubildenden schaffen, um den Beruf attraktiver zu machen“.

 

Auch der Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Hermann Imhof äußert sich in diesem Zusammenhang: „Hohe Qualität in der Pflege bedarf einer angemessenen und fairen Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist ein zentraler Aspekt der Wertschätzung. Ich bin froh, dass Caritas und Diakonie, beginnend mit der Ausbildung, die Löhne ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter offensiv und kontinuierlich weiterentwickeln. Damit treten sie entschieden dem Wettbewerb um niedrige Personalkosten entgegen und fördern die Attraktivität des Pflegeberufs“, so Imhof.

 

Bestätigt wird die im Vergleich gute Bezahlung der konfessionellen Träger von Landes-Caritasdirektor Piendl: „Den zu Jahresbeginn durch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) festgestellten Verdienst-Mittelwert in Höhe von 2.568 Euro überschreiten Altenpflege- Fachkräfte der Caritas bereits nach vier Jahren. In der höchsten Entwicklungsstufe liegen die Brutto-Bezüge bei etwas über 3.000 Euro. Wir unterscheiden beim Verdienst nicht nach Standort oder Geschlecht der Beschäftigten und stellen Alten- und Krankenpflege bei der Bezahlung gleich.“

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Begleitung junger Flüchtlinge muss sichergestellt bleiben.

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Diakonie Bayern: „Auch Volljährige brauchen Hilfe.“

Nürnberg, 1.12.2015 Am 5. Dezember um Mitternacht wird sich für Abudi (Name geändert) vieles ändern. Dann wird er volljährig, und dies bedeutet unter anderem: Die Kosten für die therapeutische und pädagogische Begleitung des jungen Mannes werden nicht mehr vom Freistaat Bayern übernommen. Auch auf dessen Unterstützung bei Schulbesuch und Ausbildung kann der junge Syrer nicht mehr hoffen, der vor wenigen Monaten als unbegleiteter Flüchtling von Syrien nach Deutschland kam. Denn die Kostenübernahme für die Begleitung unbegleiteter minderjährige Flüchtlinge (UMFs) durch den Freistaat Bayern soll nach Willen der Staatsregierung exakt mit Erreichen des achtzehnten Lebensjahres enden.

 

 

„Seit dem 1. November 2015 übernimmt der Freistaat die Kosten für Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe, die für UMFs erbracht werden, und entlastet damit dankenswerterweise die Kommunen“, so Birgit Löwe, zuständiges Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern. Wie bei einheimischen Jugendlichen auch sollen allerdings ab dem achtzehnten Lebensjahr zukünftig allein die Jugendämter zuständig sein – und zwar nicht nur für die Genehmigung von Maßnahmen, sondern auch für die Kosten. „Damit haben die Kosten dann die Landkreise und kreisfreie Städte zu tragen.“ Zwar sehe, so Löwe weiter, die Gesetzgebung im SGB VIII im Grunde entsprechende Leistungen vor. Dennoch werde hier künstlich eine „Sollbruchstelle“ zu Lasten der Betroffenen geschaffen.

„Die dann beginnende Diskussion um Zuständigkeit und Kosten wird in vielen Fällen bedeuten: Begonnene Maßnahmen werden abgebrochen oder gar nicht erst begonnen.“ Löwe weiter: „Die meisten jungen Flüchtlinge, die in den Einrichtungen der Jugendhilfe ankommen, sind zwischen 16 und 17 Jahren alt.“ Dies bedeutet für die Praxis: Für ihre pädagogische und therapeutische sowie schulische und berufliche Begleitung stehen in Zukunft in der Regel nur sechs bis achtzehn Monate zur Verfügung - eben bis zum Erreichen des achtzehnten Lebensjahres. Löwe: „Diese Zeit reicht in der Praxis meist nicht aus, um die Jugendlichen soweit zu stabilisieren und schulisch und beruflich zu qualifizieren, dass sie ein eigenständiges Leben führen können.“

Abgesehen von den Folgen für jeden einzelnen der Betroffenen könnten die Pläne in vielen Fällen auch finanziell kontraproduktiv sein: „Einmal begonnene Maßnehmen müssten abgebrochen werden, der vorherige Mitteleinsatz wäre also ohne Erfolg geblieben, das Hilfeziel nicht erreicht und der Jugendhilfeaufwand in diesen Fällen vergebens.“. Dies, so Löwe, widerspricht dem in der Kinder- und Jugendhilfe ansonsten stets geltenden Prinzip einer nachhaltigen, sparsamen und wirksamen Verwendung der Mittel. Auch eine rasche und erfolgreiche Integration sei so nicht möglich. Löwe fordert von Freistaat und Kommunen, gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass die entsprechenden Angebot weiter flächendeckend vorgehalten werden „Auch die Leistung für junge Volljährige muss sich an ihrem Bedarf orientieren – und nicht an ihrem Alter.“ Die Kommunen sollten zudem prüfen, ob die Mittel, die durch die Kostenübernahme für Minderjährige durch den Freistaat gespart wurden, nicht in Maßnahmen für junge Volljährige investiert werden können.

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„Satt ist nicht genug“

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Brot für die Welt eröffnet am 1. Advent neue Spendenaktion

Nürnberg, 25.11.2015. Zwei Milliarden Menschen leiden unter chronischem Vitamin- und Nährstoffmangel. Die Folgen: Sie bleiben in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit weit hinter ihren Potentialen zurück und sind anfällig für Krankheiten. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt stellt das Problem Mangelernährung in den Mittelpunkt auch der kommenden, der 57.  Spendenaktion. Für Bayern wird sie unter dem Motto „Satt ist nicht genug“ am 1. Advent mit einem Gottesdienst in Bad Tölz eröffnet.

 

Einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Mangelernährung leisten traditionelle Getreide-, Obst- und Gemüsesorten. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Weil alte Sorten auch an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind, halten sie Klimaschwankungen, Dürreperioden oder anhaltende Regenfälle besser aus. Brot für die Welt fördert deshalb den Erhalt und die Wiederbelebung traditioneller und nährstoffreicher Kulturpflanzen auf vielen Kontinenten.

Karin Deraëd, Fachreferentin Brot für die Welt im Diakonischen Werk Bayern, sagt: „Mangelernährung behindert Entwicklung genauso wie Hunger. Deshalb brauchen Kleinbauern, die den Großteil der Nahrung produzieren, freien Zugang zu traditionellem Saatgut. Sie müssen es bewahren, vermehren und weitergeben dürfen wie sie es immer getan haben.“ Das von den Konzernen entwickelte und mit Marktmacht global verbreitete Saatgut verdrängt die Sorten- und damit Nahrungsvielfalt und trägt zur Mangelernährung wie zur Verarmung vieler Kleinbauern bei. Projektpartnerin der 57. Spendenaktion ist die indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin Vandana Shiva. Die Trägerin des Alternativen Nobelpreises hat Ende der 1980er Jahre in Indien die Organisation Navdanya („Neun Samen“) ins Leben gerufen. Heute gibt es in vielen Dörfern in 18 indischen Bundesstaaten wieder Saatgutbanken.

Die Eröffnung für Bayern findet am 1. Advent, den 29. November 2015, um 9.30 Uhr in der Johanneskirche in Bad Tölz statt – mit einem inhaltlichen Impuls des Präsidenten der Diakonie Bayern, Michael Bammessel. Oberkirchenrat Michael Martin wird die Aktion für Bayern eröffnen. Beide stehen im Anschluss an den Gottesdienst selbstverständlich für Gespräche zur Verfügung.

Brot für die Welt, das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland, wurde 1959 gegründet. Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautete ein entscheidender Grundsatz, der bis heute gilt. Brot für die Welt" gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Hilfsaktionen der Bundesrepublik; seit ihrer Gründung im Jahr 1959 wurden alleine in Bayern über 300 Millionen Euro gesammelt. Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk weltweit 636 neue Projekte bewilligt, regionale Schwerpunkte waren Afrika mit 210 Projekten sowie Asien und Pazifik mit 204 Projekten. Über das Jahr fördert Brot für die Welt mehr als 2.000 Projekte mit einer durchschnittlichen Laufzeit von drei Jahren. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in den rund 14.000 evangelischen Gemeinden Deutschlands für Brot für die Welt bestimmt.

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Aktion „Rollentausch“ – Zeichen setzen fürs Soziale

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Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Gesellschaft beteiligen sich an der diesjährigen Aktion „Rollentausch“

München, 11.11.2015. Die „Seite wechseln“ auch dieses Jahr zahlreiche bayerische Persönlichkeiten aus Politik, Verbänden und Gesellschaft beim „Rollentausch“ der bayerischen Wohlfahrtsverbände. Von Montag, 16. November, bis Sonntag, 22. November, besuchen sie verschiedene soziale Einrichtungen und wirken dort einige Stunden im Alltagsbetrieb mit. „So werden viele persönliche Zeichen gesetzt, die die Bedeutung des sozialen Handelns im Freistaat würdigen und betonen“, so Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege Bayern im Vorfeld der Aktion.

 

Piendl eröffnet dieses Jahr gemeinsam mit Staatssekretär Johannes Hintersberger die beliebte Aktion der Verbände am 16. November in München. Sie besuchen gemeinsam eine Einrichtung des Senioren-Wohnens in Schwabing. „Die Aktion ,Rollentausch‘ bringt uns nun schon im neunten Jahr dazu, unseren Blickwinkel im Arbeitsalltag völlig zu verändern. Plötzlich sind wir Teil der sozialen Arbeit, erleben direkt und ungefiltert, welche Herausforderungen existieren – sowohl für die, die in der sozialen Arbeit tätig sind als auch für die, die soziale Einrichtungen nutzen“, so Staatssekretär Hintersberger. „Allen Organisatoren, die die Aktion ,Rollentausch‘ ermöglichen und an ihr mitarbeiten, kann ich nur sagen: Sie tragen erheblich dazu bei, dass soziale Arbeit in das öffentliche Bewusstsein gerückt wird – dafür meinen Respekt, meine Anerkennung und meinen Dank“, so Hintersberger.

Weitere Informationen zur Aktion Rollentausch sowie eine Liste aller rund 120 bayerische Einrichtungen, die an der Aktion teilnehmen, steht im Internet zur Verfügung:

http://www.freie-wohlfahrtspflege-bayern.de/aktion-rollentausch/ zur Verfügung.

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Bericht zur Sozialen Lage: Situation auf dem Wohnungsmarkt dramatisch.

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Diakonie Bayern: Ausbau des Sozialen Wohnungsbaus sowie der Beratung und Betreuung wohnungsloser Menschen dringend notwendig.

Nürnberg, 6. November 2015 Über 15.000 Menschen ohne eigenen Wohnsitz, viele davon über einen Zeitraum von zwei Jahren und länger – die Ergebnisse des „Berichts zur Sozialen Lage in Bayern 2014“, der jetzt vorgestellt wurde, sind dramatisch. Dr. Tobias Mähner, 2.  Vorstand der Diakonie Bayern: „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Bayern ist katastrophal und sie wird sich auf absehbare Zeit noch weiter verschärfen, wenn nicht gegengesteuert wird.“ Besonders betroffen seien auch diesmal wieder die Kinder. So lebten Minderjährige in über zwanzig Prozent aller der wohnungslosen Haushalte, die kommunal untergebracht sind.

 

Mähner: „Die Rücklaufquote von nahezu einhundert Prozent bei der Befragung belegt, dass die bayerischen Kommunen die gesellschaftliche Tragweite des Problems erkannt haben.“ Nun müssten aus den Ergebnissen des Berichtes zur Sozialen Lage auch entsprechende Konsequenzen gezogen werden. Nur so könne der von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe prognostizierte Anstieg der Wohnungslosigkeit um weitere 60 Prozent bis zum Jahr 2018 verhindert werden. Mähner: „In Bayern hat sich die Zahl der Sozialwohnungen von 250.000 im Jahr 1999 auf 130.000 im Jahr 2014 nahezu halbiert, und das bei einem angespannten Markt. Das bekommen wir jetzt zu spüren.“

 

Nach Ansicht der Diakonie müssen darum die sogenannten Fachstellen zur Verhinderung von Obdachlosigkeit weiter ausgebaut werden: „Die Diakonie hat erst kürzlich in einer Studie nachgewiesen, dass die Fachstellen nicht nur ein effektives Mittel zur Verhinderung von Obdachlosigkeit sind. Sie ermöglichen auch Einsparungen bei Kommunen, Wohnungsgesellschaften und Privatvermietern in Millionenhöhe.“

 

Mähner forderte als Konsequenz neben der Intensivierung des sozialen Wohnungsbaus zudem eine fachlich qualifizierte Betreuung und Beratung der Bewohner und Bewohnerinnen in allen Obdachlosenunterkünften. „Wohnungslosigkeit darf keine Sackgasse sein.“  Die Diakonie in Bayern habe gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kommunen bei der Betreuung obdachloser Menschen und stünde für weitere Kommunen als kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung.

 

Nach Ansicht der Diakonie Bayern müsse diese Piloterhebung des Bayerischen Sozialministeriums zukünftig regelmäßig wiederholt werden. „Nur so kann es gelingen, die Wirksamkeit bayerischer Sozialpolitik zu überprüfen und sie gegebenenfalls zu korrigieren.“

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Soziale Arbeit rechnet sich

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Beratung ermöglicht Einsparungen in Millionenhöhe

Nürnberg, 22. Oktober 2015. Über zwei Millionen Euro pro Jahre sparen allein die acht bayerischen Landkreise und Kommunen, die eine Fachstelle zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit finanzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde. Für die Diakonie Bayern, eine der Initiatorinnen der Untersuchung ist damit klar: „Soziale Arbeit rechnet sich auf Heller und Pfennig“, so der zuständige Fachvorstand Dr. Tobias Mähner. „Der Ertrag von Prävention lässt sich beziffern.“

 

Über einen Zeitraum von einem Jahr hat das Institut für Praxisforschung an der  Evangelische Hochschule in Nürnberg die Arbeit von acht Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit untersucht. Von Juni 2013 bis Mai 2014 wurde über 1.200 Fälle ausgewertet. Professor Dr. Joachim König, der die Studie leitete: „Wir weisen nach: Die Unterbringung von Wohnungslosen in Pensionen ist bis zu fünfeinhalbmal so teuer wie die präventive Beratung. Mit anderen Worten: Durch die Bezuschussung der Fachstellen spart die öffentliche Hand – 2,3 Millionen Euro pro Jahr.“ Ein Euro an Zuschuss für die Beratung könne so bis zu neun Euro Ausgaben an anderer Stelle sparen.

 

Für den Fachverband evangelischer Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe (FEWS), der zweite Initiator der Studie, sind die Konsequenzen klar. In einem „Sech-Punkte-Plan“ fordert er unter anderem den flächendeckenden Ausbau und die kostendeckende Finanzierung der Fachstellen sowie den massiven Ausbaus des Sozialen Wohnungsbaus. Denn, so Diakonievorstand Mähner: „In Bayern hat sich die Zahl der Sozialwohnungen von 250.000 im Jahr 1999 auf 130.000 im Jahr 2014 nahezu halbiert, und das bei einem angespannten Markt.“

 

Die 500 Millionen Euro, die die Bundesregierung jetzt für den Sozialwohnungsbau beschlossen habe, seien darum zwar ein Schritt in die richtige Richtung, machten sich aber angesichts der 700 Millionen Euro, die allein die Stadt Wien im Jahr 2015 dafür ausgibt, als nahezu bescheiden aus. „Auch aus diesem Grund ist die Fachstellenarbeit so wichtig: Sie hilft nachweislich, Wohnungslosigkeit zu vermeiden.“ Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosigkeit hatte erst kürzlich einen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland auf mehr als eine halbe Millionen Menschen in den kommenden drei Jahren prognostiziert. „Auch angesichts dieser Aussichten muss die Arbeit der Fachstellen ausgebaut werden.“

 

Denn die Untersuchung, so Studienleiter König, habe nicht nur die Kosten der Fachstellenarbeit untersucht, sondern auch die Effektivität: „In knapp 70 Prozent aller untersuchten Fälle konnte Wohnungslosigkeit verhindert werden, der Umzug in eine Pension bzw. wirkliche Wohnungslosigkeit trat nur in 5 Prozent der untersuchten Fälle ein.“ König: „Oft stehen Sozialausgaben ja unter dem Verdacht, rein konsumtiv, also aufzehrend zu sein. Die Studie belegt: Sie sind eine Investition in eine effiziente Arbeit, die sich zudem rechnet.“ 

 

Grundlage der Studie war eine repräsentative Stichprobe von Fallverläufen (N=310) aus einer Grundgesamtheit mit insgesamt 1272 Fällen, die von Juni 2013 bis Mai 2014 an allen acht Fachstellen der Diakonie in Bayern bearbeitet wurden: Ostallgäu, Weilheim-Schongau, Penzberg (jeweils Stadt und Landkreis), Rosenheim (jeweils Stadt und Landkreis), Ebersberg, Freising, Neu-Ulm.

 

Statement Dr. Mähner, Vorstand Diakonie Bayern

Statement Prof. Dr. König, EH Nürnberg

Statement Andreas Kurz, FEWS

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Farbe bekennen für Menschen in Not

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Verbände starten ein "breites Band des Willkommens" für Flüchtlinge

Berlin/Nürnberg, 16. Oktober 2015   Die Diakonie Deutschland, der Deutsche Olympische Sportbund, das Deutsche Rote Kreuz, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Arbeiterwohlfahrt sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden starten heute ein "breites Band des Willkommens" für Flüchtlinge. Mit Stoff-Armbänder in den jeweiligen Verbandsfarben mit der Aufschrift "Willkommen" oder "Refugees welcome''unterstützen sie das zivilgesellschaftliche Engagement für Flüchtlinge. Der Deutsche Kulturrat und Pro Asyl unterstützen dieses Vorhaben ideell. Prominente Unterstützerin der Aktion ist Margot Käßmann.

"Mit den Willkommensarmbändern wollen wir auch zeigen, dass es ein breites Bündnis von Menschen gibt, die den weitsichtigen Weg der Bundeskanzlerin aktiv unterstützen. Diesen Weg wollen wir konstruktiv kritisch begleiten. Die beteiligten Verbände bringen sich vielerorts mit zahlreichen Angeboten für Flüchtlinge ein. Diese Strukturen können ausgebaut und weiterentwickelt werden. Wir  tragen als zivilgesellschaftliche Partner mit Kompetenz und langem Atem unseren Anteil zu einem gelingenden Zusammenleben gerne bei", sagte Diakonie- Präsident Ulrich Lilie am Freitag in Berlin.

Bestellt werden können die Willkommensarmbänder unter anderem bei der Diakonie Deutschland für 5 Euro pro Band. Mit dem Reinerlös - etwa 3 Euro - unterstützen alle beteiligten Verbände die Flüchtlingshilfe in Deutschland. Der Reinerlös der Willkommensarmbänder, die über die Diakonie Deutschland bestellt werden, fließt  in ein Projekt zur Familienzusammenführung. Damit wird die legale Einreise von Familienmitgliedern von anerkannten Flüchtlingen nach Deutschland finanziert.

Weitere Informationen für Bestellungen bei der Diakonie finden Sie unter http://www.diakonie.de/willkommensband-5-euro-fuer-die-fluechtlingshilfe-16551.html

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Wie sag ich's richtig?

Pressearbeit für soziale Einrichtungen:

Diakonie Bayern zeigt, wie's geht.

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