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Pressearchiv 2014

Brot statt Böller. Brot für die Welt ruft wieder zur Silvester-Aktion auf

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Berlin/Nürnberg, 29.12.2014. Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. „Wir laden dazu ein, das neue Jahr mit dem guten Vorsatz des Teilens zu beginnen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „Die Freude, die durch Teilen mit Menschen in Not entsteht, währt viel länger als der Spaß an einem Feuerwerk.“

„Brot statt Böller ist unbequem“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, „denn es erinnert daran, dass in einer Nacht allein in Deutschland mehr als 100 Millionen Euro verbrannt werden. Brot für die Welt weiß, dass und wo dieses Geld dringend gebraucht wird und dauerhaft Gutes bewirken kann.“

 

Die Aktion „Brot statt Böller“ blickt auf eine über 30-jährige Tradition zurück. Erstmals sammelte die evangelische Kirchengemeinde Bargteheide (Schleswig-Holstein) 1981 unter diesem Motto Spenden für Brot für die Welt.

 

„Wir wollen niemandem den Spaß verderben“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, „aber wir sind überzeugt, dass gute Stimmung an Silvester nicht von Raketen und Knallern abhängt.“

 

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. In diesem Jahr unterstützt das evangelische Hilfswerk Selbsthilfe- und Lobbyprojekte in über 90 Ländern weltweit. Im Zentrum stehen die Überwindung von Hunger und Mangelernährung und die Wahrung der Menschenrechte.

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Diakonie Bayern und ESW bauen Zusammenarbeit aus

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Nürnberg, 18. Dezember 2014 Das Diakonische Werk Bayern und das ESW –Evangelische Siedlungswerk haben gestern in Nürnberg einen Rahmenvertrag unterzeichnet, der den über 1.300 Mitgliedern der bayerischen Diakonie die Möglichkeit eröffnet, für die Projektentwicklung ihrer Bauvorhaben das ESW zu Vorzugskonditionen zu beauftragen.

„Wir möchten künftig noch enger mit dem Evangelischen Siedlungswerk zusammen arbeiten und sehen in der Unterzeichnung des Rahmenvertrags einen wichtigen Schritt, um unsere Kooperation weiter auszubauen und zu fördern“, erläuterte Dr. Tobias Mähner, 2. Vorsitzender des Vorstands des Diakonischen Werkes Bayern.

Das ESW – Evangelisches Siedlungswerk ist für die evangelische Landeskirche und die Diakonie in Bayern sowohl bei Bauvorhaben wie auch bei der Immobilienverwaltung ein kompetenter Partner. In den kommenden Jahren werden für viele diakonische Träger und Einrichtungen durch neue gesetzliche Auflagen, z. B. in der Pflege, umfangreichere Baumaßnahmen erforderlich sein. Auch im Hinblick auf Modernisierungen sowie den Ausbau bestehender Immobilien ist der neue Rahmenvertrag für diakonische Werke von großer Bedeutung.

 

„Auch wir freuen uns, in der Zusammenarbeit mit der bayerischen Diakonie eine neue Stufe zu erreichen und sie mit unserem umfangreichen Erfahrungsschatz noch intensiver als bisher zu unterstützen“, kommentierte Hannes B. Erhardt, Geschäftsführer des ESW, die Vereinbarung.

 

Der Rahmenvertrag beinhaltet das gesamte Projektmanagement, das notwendig ist bis zur Entstehung einer neuen Immobilie: von der Projektberatung, -entwicklung und -steuerung bis zu Bauherrenleistungen im Rahmen projektbezogener Abgrenzung. Durch diesen Kontakt übernimmt das ESW sämtliche kaufmännischen, technischen und administrativen Dienstleistungen im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften, etwa den Ankauf und Verkauf von Grundstücken, die Erstellung von Standortanalysen und Finanzierungskonzepten oder auch etwaige Vertragsverhandlungen.

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Hermann Schoenauer, Rektor der Diakonie Neuendettelsau, erhält Bayerischen Verdienstorden

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Dem Rektor und Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Neuendettelsau, Hermann Schoenauer (64) wird am Mittwoch, 17. Dezember 2014, der Bayerische Verdienstorden verliehen. Der Präsident der bayerischen Diakonie Michael Bammessel gratuliert Schoenauer zu dieser Auszeichnung.

„Rektor Hermann Schoenauer hat sich an der Spitze unseres größten bayerischen Diakonieträgers hohe Anerkennung erworben, weil er das traditionsreiche Werk durch die Jahre hindurch zielstrebig immer weiter entwickelt hat. In vorbildlicher Weise hat er auch wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben, mit denen die Geschichte der Neuendettelsauer Diakonie kritisch analysiert wird, um daraus Konsequenzen für die heutige Praxis zu ziehen. Prof. Dr. Schoenauer gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Diakonie in Bayern", so Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern.

 

Hermann Schoenauer, geboren am 22. Mai 1950 in Fürth, studierte Theologie und Diplom-Pädagogik in Erlangen und Bamberg. Von 1979 bis 1987 war er als Gemeindepfarrer in Velden und Oberferrieden tätig. 1987 trat er als Konrektor in den Dienst der Diakonie Neuendettelsau und war zugleich Abteilungsdirektor für das Krankenhauswesen. Seit 1990 ist Hermann Schoenauer Rektor und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau. Er baute die Diakonie Neuendettelsau zu einer international tätigen diakonischen Einrichtung um.

 

Seit 2003 ist Hermann Schoenauer auch Professor an der Rumänisch-Deutschen Universität Hermannstadt (Sibiu) in Rumänien. Im März 2008 wurde Schoenauer mit der Ehrendoktorwürde der Universität Ovidius in Konstanz/Rumänien ausgezeichnet, um seine Verdienste um den ökumenischen Dialog zwischen der Evangelischen Kirche und der Rumänisch-Orthodoxen Kirche sowie das soziale Engagement der Diakonie Neuendettelsau in Rumänien und Osteuropa zu würdigen.

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Brandanschläge in Vorra Werk von Menschenfeinden. "Wir müssen Flüchtlingen Sicherheit bieten."

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Nürnberg, 12.12.2014: Scharf hat Bayerns Diakoniepräsident Michael Bammessel auf die vermutlich rechtsextrem motivierten Brandanschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte im mittelfränkischen Vorra reagiert: „Wer durch feige Brandanschläge Wohnungen vernichtet, die für Menschen in Not gedacht sind, kann nur ein Menschenfeind sein.“

Der Diakoniepräsident rief dazu auf, sich das Schicksal der Flüchtlinge vor Augen zu führen: „Viele haben in ihrer Heimat und auf der Flucht massive Gewalt erlebt. Das Mindeste, was wir ihnen in Deutschland geben müssen, ist Schutz und Sicherheit.“ Bammessel begrüßte die Ankündigung von Bayerns Innenminister Herrmann, die Sicherheitsvorkehrungen in den Aufnahmeeinrichtungen und Unterkünften von Flüchtlingen zu verbessern. Nach Angaben Bammessels werden die Flüchtlinge in den anderen Unterbringungen in der Region nach den Ereignissen der vergangenen Nacht von Asylsozialberaterinnen der Diakonie kontinuierlich betreut und begleitet.

Der Diakoniepräsident sagte, er verstehe, dass die plötzliche Ankündigung einer Flüchtlingsunterkunft in einem kleinen mittelfränkischen Ort Unsicherheiten auslösen könne. "Dann ist es Aufgabe der Verantwortlichen, rechtzeitig zu informieren und so die Ängste abzubauen. Die Erfahrung zeigt: Wenn Flüchtlinge erst einmal am Ort wohnen, erweisen sich die allermeisten Sorgen als grundlos. Oft ergeben sich sogar gute Kontakte und Freundschaften zwischen alteingesessenen Bewohnern und den Neuankömmlingen.“

Die Zahl derjenigen, die Flüchtlingen ablehnend gegenüberstünden, sei in Bayern eine Minderheit. "Dies belegt die überwältigende Hilfsbereitschaft, die unsere Mitarbeitenden in den Einrichtungen erfahren." Ihnen sprach Bammessel seinen besonderen Dank aus: "Sie alle tragen dazu bei, dass Haltungen, wie sie sich in Vorra Bahn gebrochen haben, in Bayern immer weniger Akzeptanz finden."

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Der frühere ehrenamtliche Präsident der bayerischen Diakonie Johannes Meister ist gestorben.

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Der Nürnberger evangelische Theologe Johannes Meister ist tot. Er verstarb nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 88 Jahren, wie seine Familie am Wochenende mitteilte.

Meister hatte in der bayerischen Diakonie und in der bayerischen Landeskirche wichtige Leitungsämter inne. Er wirkte zunächst als Pfarrer im Lutherischen Kirchenamt in Hannover, anschließend war er Gemeindepfarrer im mittelfränkischen Sommersdorf-Thann. 1967-75 übernahm er die Leitung des Diakoniewerkes Neuendettelsau.

In dieser Zeit war er zugleich ehrenamtlicher Präsident der Diakonie Bayern und Vorsitzender des Diakonischen Rats. Sein Einsatz galt der Erneuerung und Erweiterung der diakonischen Einrichtungen in Bayern. In seiner Amtszeit wurde die Arbeitsrechtliche Kommission ins Leben gerufen und das erste Mitarbeitervertretungsgesetz in der bayerischen Landeskirche in Kraft gesetzt.

1975 wurde er als Oberkirchenrat an die Spitze des Kirchenkreises Bayreuth berufen. Heute leben in dieser Region über 400.000 evangelische Christinnen und Christen. Das intakte Gemeindeleben angesichts der Grenzsituation zur damaligen DDR und Tschechoslowakei lag ihm sehr am Herzen.

Gleichzeitig war Meister Mitglied des Landeskirchenrates und der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Seinen Ruhestand verbrachte Meister im mittelfränkischen Heilsbronn.

 

 

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„Satt ist nicht genug“. Brot für die Welt eröffnet 56. Aktion in Nördlingen

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Nürnberg, 25.11.2014 Mit einem feierlichen Gottesdienst in Nördlingen eröffnet das Diakonische Werk Bayern am kommenden ersten Adventssonntag die diesjährige 56. Aktion von Brot für die Welt. Unter dem Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“ steht das Thema Mangelernährung und deren Folgen im Mittelpunkt. Traditionell ist die Adventskollekte in evangelischen Gemeinden für Brot für die Welt bestimmt.

 

„Mangelernährte Menschen sind körperlich und geistig weniger leistungsfähig. Viele erblinden, leiden unter Blutarmut, Kinder bleiben kleinwüchsig, weil sie nicht genug Eisen, Vitamin A oder Eiweiß zu sich nehmen können. Reis und Mais allein reichen nicht. Wir sind froh und dankbar, dass die Zahl der Hungernden Jahr um Jahr zurückgeht, aber „satt ist nicht genug“, so Karin Dearëd, Fachreferentin für Brot für die Welt im Diakonischen Werk Bayern.

 

Brot für die Welt fördert darum in vielen Ländern der Erde Projekte der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, um Familien zu helfen, sich wieder nährstoffreich zu ernähren. Im Mittelpunkt der bayernweiten Eröffnung von Brot für die Welt steht ein Projekt aus Ruanda. Das Centre des Services aux Coopératives (CSC) unterstützt Kleinbauern beim Anbau vielfältiger Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf sowie für den Verkauf. „Die Mitglieder unserer Kooperative sind heute gesünder und ihre Kinder sind besser in der Schule“, sagt Jean Damascène von CSC. „Früher standen für die Familien meist nur Süßkartoffeln und Maniok auf dem Speiseplan. Nun leuchten in ihrem Garten die gelben Bohnen, die roten Paprika und der grüne Spinat. Oft geht es auch darum, vergessene Sorten oder Anbaumethoden wieder zu entdecken und zu fördern. „

 

Auch in Asien und Lateinamerika unterstützt Brot für die Welt Projekte zur Bekämpfung der Mangelernährung, im Süden der Philippinen etwa den Anbau von Meerrettichbäumen - reich an Eiweiß, Eisen und Vitaminen. In den Anden gibt es Dörfer, die wieder auf die 100 traditionellen Kartoffelsorten setzen und deren Felder eine ungewohnte Vielfalt an Hafer, Gerste, Saubohnen, Sauerklee, Kapuzinerkresse und Andenhirse zeigen.

 

Die Eröffnung für Bayern findet am 1. Advent, den 30. November 2014, um 10.00 Uhr in der Nördlinger St. Georgskirche statt. Die Festpredigt hält der Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, Michael Bammessel; Regionalbischof Michael Grabow wird die Aktion für Bayern eröffnen. Beide stehen im Anschluss an den Gottesdienst selbstverständlich für Gespräche zur Verfügung.

 

Die zentrale bundesweite Eröffnung findet in diesem Jahr in der Lutherkirche Währing und Hernals am 30. November in Wien statt. Die evangelischen Hilfswerke der beiden Länder starten die Aktion das erste Mal in der 56jährigen Geschichte gemeinsam. Der Festgottesdienst in Wien wird in der ARD und im ORF von 10 bis 11 Uhr live übertragen.

 

"Brot für die Welt" gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Hilfsaktionen der Bundesrepublik; seit ihrer Gründung im Jahr 1959 wurden alleine in Bayern etwa 300 Millionen Euro gesammelt, um Projekte in aller Welt zu unterstützen. Im vergangenen Jahr hat Brot für die Welt 598 Projekte in 70 Ländern neu bewilligt, die meisten Mittel flossen nach Afrika. Über das Jahr fördert Brot für die Welt mehr als 2.000 Projekte mit einer durchschnittlichen Laufzeit von drei Jahren.

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Trotz positiver Entwicklung am Arbeitsmarkt 480.000 Menschen chancenlos. Diakonie legt Zahlen vor.

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Nürnberg, 6.11.2014 Mehr als 480.000 Menschen in Deutschland haben nahezu keine Chance am Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik (IBUS) der Hochschule Koblenz, die heute die Diakonie Bayern in Nürnberg vorgestellt hat. Trotz guter Arbeitsmarktlage ist ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr noch gestiegen. In den Familien dieser Menschen leben über 340.000 Kinder unter 15 Jahren – ebenfalls deutlich mehr als noch im Vorjahr. Die Diakonie fordert für die Betroffenen mehr und bessere Angebote öffentlich geförderter Beschäftigung.

Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, sagte bei der Vorstellung der Studie: „Bayerns Arbeits- und Sozialministerin hat zwar vor wenigen Wochen in einer Presseerklärung verlauten lassen, dass sich der bayerische Arbeitsmarkt „robust und in guter Verfassung“ zeigt. Dennoch haben wir auch in Bayern leider viel zu viel Langzeitarbeitslose.“

Nach Erkenntnissen der Diakonie verharren in Bayern 116.000 Menschen seit mindestens vier Jahren im Leistungsbezug von Hartz-IV. Die Zahl derer, die laut Studie überhaupt keinen Zugang zum Arbeitsmarkt mehr haben, beläuft sich in Bayern auf 69.000. Bammessel: „Besonders dramatisch ist aus unserer Sicht, dass diese Zahl im Vergleich zum vergangenen Jahr um weitere 4.000 Personen gestiegen ist.“

Die Berechnung des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik (IBUS) auf Basis der aktuellen Daten des Panels Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) 2012 zeige: Mehr als 480.000 Menschen in Deutschland sind zwar erwerbsfähig, aber gleichzeitig so „arbeitsmarktfern“, dass ihre Chancen auf Arbeit gen Null tendieren. Ebenfalls von der Lage ihrer Eltern betroffen sind 340.000 Kinder unter 15 Jahren, die in den Haushalten der besonders benachteiligten Arbeitslosen leben.

Laut Diakonie besonders alarmierend: Die Lage der Arbeitsmarktfernen verschlechtert sich zusehends. Bereits im Vorjahr hatte das IBUS ihre Zahl berechnet und war zu deutlich geringeren Werten gekommen. Mit 435.000 Menschen gab es 2011 noch zehn Prozent weniger Betroffene. Und auch die Zahl der Kinder ist gestiegen. 2011 lebten 305.000 unter 15-Jährige in den Haushalten der Arbeitsmarktfernen, 11,5 Prozent weniger als 2012.

Die Wissenschaftler des IBUS definieren die Personen als arbeitsmarktfern, die in den letzten drei Jahren nicht beschäftigt waren und mindestens vier Vermittlungshemmnisse aufweisen. Dazu gehören ein Alter über 50 Jahre, alleinerziehend zu sein, Angehörige zu pflegen, ein Migrationshintergrund, geringe Deutschkenntnisse, ein fehlender Schul- und/oder Ausbildungsabschluss, schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen und ein durchgängiger Arbeitslosengeld II-Bezug von mindestens 12 Monaten. Der Diakoniepräsident: „Wir wissen mittlerweile, dass diese Merkmale vor allem in ihrer Kombination nachgewiesenermaßen dazu führen, dass Arbeitgeber die Betroffenen schlichtweg nicht mehr einstellen.“

 

Prof. Dr. Stefan Sell, Direktor des IBUS und Leiter der Studie mahnte bei der Vorstellung der Studie an:: „Wir sehen hier eine massive Verfestigung und Verhärtung der Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungssystem – und das in Jahren, in denen wir mit positiven Rahmenbedingungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt konfrontiert waren. Immer offensichtlicher wird die Tatsache, dass die Politik diese Personengruppe in den vergangenen Jahren schlichtweg vergessen oder bewusst in Kauf genommen hat, dass es zu einer dauerhaften Exklusion dieser Menschen aus dem Erwerbsleben kommt.“

 

„Eine weitere Verfestigung im Hartz IV-Bezug muss verhindert werden. Für die besonders Arbeitsmarktfernen brauchen wir dringend mehr und bessere Angebote öffentlich geförderter Beschäftigung “ fordert daher Diakoniepräsident Bammessel. In den letzten Jahren seien die Fördermaßnahmen für die Langzeitarbeitslose massiv zurückgefahren worden: Zwischen 2008 und 2013 sank die Zahl der Teilnehmer um knapp 60 Prozent. Bei den verbleibenden Maßnahmen dominieren die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung – die umgangssprachlichen Ein-Euro-Jobs. Höherwertige Angebote in einer sozialversicherungspflichtigen Variante gibt es für Langzeitarbeitslose so gut wie gar nicht mehr.

 

„Wir brauchen daher eine Neujustierung der öffentlich geförderten Beschäftigung“, so MIchael Bammessel weiter. Bereits seit einigen Jahren fordert die Diakonie hierzu einen Sozialen Arbeitsmarkt, der mittels Passiv-Aktiv-Transfer (PAT) finanziert werden soll. Im PAT werden die passiven Mittel der Arbeitsmarktpolitik, also der Regelbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes („Hartz IV“) und die Kosten für Unterkunft und Heizung in aktive Mittel der Arbeitsförderung umgewandelt und damit sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen. Und das sowohl bei Beschäftigungsträgern als auch in der Privatwirtschaft. „Mit dem PAT haben wir ein finanzierbares Modell entwickelt, das arbeitsmarktfernen Menschen durch echte, sozialversicherungspflichtige Arbeit Teilhabe ermöglicht. Die Politik sollte es dringend in Betracht ziehen, wenn sie die Betroffenen nicht auf Dauer zurücklassen will.“

 

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Diakonie Bayern verleiht Gütesiegel Familienorientierung: „Mehr als 6.500 Mitarbeitende profitieren davon.“

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Nürnberg, 05.11.2014 Erneut wurden jetzt Träger diakonischer Einrichtungen im Freistaat mit dem „Diakonie-Gütesiegel Familienorientierung“ ausgezeichnet. Das Diakonische Werk Bayern kennzeichnet mit diesem eigens dafür entwickelten Label das Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Neben drei Zertifikatsträgern, die das Siegel bereits zum zweiten Mal erworben haben, wurden auch drei „neue“ Träger mit dem Siegel für familienfreundliche Einrichtungen ausgezeichnet. Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, wies bei der Verleihung darauf hin, dass „die Anzahl der diesjährigen Gütesiegel-Träger klein scheinen mag. Tatsächlich arbeiten allein schon bei den in diesem Jahr ausgezeichneten Trägern exakt 6559 Mitarbeitende“. Sie alle kämen in den Genuss einer familienorientierten Unternehmenspolitik. Bammessel: „Übrigens sind 75% dieser Mitarbeitenden Frauen, die trotz aller erfreulichen Entwicklungen in den letzten Jahren immer noch die Hauptlast tragen, wenn es um die Versorgung von Kindern oder auch pflegebedürftiger Angehöriger geht.“

 

Mit der Bewerbung um das Diakonie-Gütesiegel hätten die Einrichtungsträger auch deutlich gemacht, dass sie Familienorientierung als strategisches Zukunftsthema erkannt hätten, so Diakoniepräsident Michael Bammessel bei der heutigen Verleihung in Nürnberg. „Das Diakonie-Gütesiegel Familienorientierung der bayerischen Diakonie ist ein sichtbarer und nachvollziehbarer Beleg für die Familienfreundlichkeit der ausgezeichneten Träger und Einrichtungen.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels in sozialen Berufen sei die gute Vereinbarkeit des Berufs mit der Familie für viele ein wichtiges Argument, um sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden.

 

Erstmalig verliehen wurde das Gütesiegel an das Diakonische Werk Landshut, an die Klinik Sonnenbichl in Aschau (Frauenwerk Stein) sowie an den Trägerverein Kinder und Jugend in Neunkirchen a. Brand; rezertifiziert wurden das Diakonische Werk Augsburg, Diakonische Werk Kempten-Allgäu sowie die Rummelsberger Diakonie. Die Zertifikatsträger verpflichten sich damit, Familienorientierung in ihrer Personalpolitik umzusetzen.

 

Um das Diakonie-Gütesiegel bewerben können sich Mitglieder der Diakonie Bayern; Zur Vergabejury gehören neben Fachleuten und einem Geschäftsführer aus der bayerischen Diakonie auch die Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Annekathrin Preidel sowie Frau Gabriele Hantschel, Servicemanagerin bei IBM und Vorstandsvorsitzende der Helga-Stödter-Stiftung.

 

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„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge…“ – Diakonie Bayern pflanzt Hoffnungsbäumchen

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Nürnberg, 28. Oktober 2014 Überall in Bayern werden im Herbst 2014 kleine Apfelbäumchen gepflanzt - so auch heute in Zirndorf. Die Diakonie Bayern setzt mit dieser Aktion ein kleines Zeichen der Hoffnung, ganz nach dem Martin Luther zugeschriebenen Satz: „“Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Der Wohlfahrtsverband macht damit bereits heute auf den sozialpolitischen Aspekt der Reformation aufmerksam, die sich im Jahr 2017 zum fünfhundertsten Mal jährt. Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, der den Baum heute in Zirndorf pflanzt: „Es ist kaum bekannt, dass auch unser Sozialstaat an vielen Stellen von Luther und der Reformation geprägt ist.“

So sei etwa der „gemeine Kasten“, auf Luthers Anregung in vielen Gemeinden eingeführt, eine frühe Form der heutigen Wohlfahrt gewesen. In der ‚Leisninger Kastenordnung‘ von 1523 beispielsweise heißt es:  „Die aber aus Zufällen bei uns verarmen oder aus Krankheit und Alter nicht arbeiten können, sollen aus dem gemeinen Kasten versorgt werden.“

 

Bammessel: „Die Gemeinde hat so, wie heute unsere ganze Gesellschaft, Verantwortung für ihre schwächsten Mitglieder übernommen und sie unterstützt.“ Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Diakonie Fürth pflanzt Bammessel darum heute ein kleines Apfelbäumchen im Garten des Gustav-Adolf-Heims in Zirndorf. Ein eigens in Einrichtungen der Diakonie dafür gefertigtes Schildchen weist zukünftig auf den Anlass hin.

 

Für die Diakonie in Bayern sei das Reformationsjubiläum ein Grund gewesen, auch auf die Wurzeln des modernen Sozialstaats hinzuweisen. Bammessel: „Gleichzeitig wollen wir mit unserem Apfelbäumchen aber auch ein Zeichen für die Gegenwart setzen: Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen gibt die Diakonie nicht auf, trotz aller Widrigkeiten entstehen neue Ideen und werden mit Leben erfüllt.“

 

Im  ganzen Freistaat werden in diesem Herbst vor den Einrichtungen der Diakonie Apfelbäume gepflanzt. Etwa zwei Dutzend diakonische Werke in Bayern beteiligen sich an der Aktion, zu der der Landesverband, das Diakonische Werk Bayern, aufgerufen hatte. Die Aktion wurde bereits am 13. Oktober mit einem Hoffnungsbäumchen vor einer integrativen Wohngruppe des Vereins „Gemeinsam Leben Lernen“ in Gräfelfing eröffnet.

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Bayern ist ein Zufluchtsland. Diakonie Bayern plädiert für Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik

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Nürnberg, 15. Oktober 2014 Für eine Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik hat jetzt die Mitgliederversammlung der Diakonie Bayern in Nürnberg plädiert. Sie nimmt damit Stellung zu den akuten Problemen im Freistaat und formuliert klare Erwartungen sowohl an die Politik als auch an die Gesellschaft. „Die aktuelle Situation ist von politischer Hilflosigkeit einerseits, aber auch von großem bürgerschaftlichem Engagement andererseits geprägt. Neben schnellen Lösungen für die kommenden Wochen und Monate brauchen wir jedoch auch langfristige Handlungsoptionen“, so Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern.

Die Diakonie erlebe einerseits eine große Welle der Hilfsbereitschaft und der Solidarität mit den Flüchtlingen. „Viele Menschen haben nicht vergessen, dass sie einst selbst als Flüchtlinge im Freistaat Zuflucht gefunden haben, und dass Solidarität mit Flüchtlingen eine Gesellschaft auszeichnet.“

 

Gleichzeitig aber seit das politische Handeln von Hilflosigkeit und taktischen Manövern geprägt. „Auf Ebene der Staatsregierung haben wir in den letzten Wochen und Monaten eine Politik der großen Ankündigungen, aber der fehlenden Umsetzungskraft erlebt.“ Hinzu kämen mancherorts Lokalpolitiker, die mit fadenscheinigen Begründungen verhindern würden, dass in ihrem jeweiligen Orte Flüchtlinge untergebracht würden.

 

In dem von den Mitgliedern der Diakonie Bayern einstimmig verabschiedeten Papier fordert der zweitgrößte bayerische Wohlfahrtsverband darum jetzt, den Freistaat endlich als Zufluchtsland anzuerkennen. Im Papier heißt es unter anderem; „Bayern kann keine isolierte Insel sein, die sich die Probleme anderer Völker so weit wie möglich vom Leib hält und nur notgedrungen ein humanitäres Pflichtsoll erfüllt.“ Es nütze nichts, die Augen vor der Dimension der Herausforderung zu verschließen, nur halbherzig und kurzfristig auf die jeweils dringendsten Notlagen zu reagieren oder sich der Illusion hinzugeben, die Lage würde sich bald ändern. „Bayern und seine zivilgesellschaftlichen Kräfte haben genügend Ressourcen und Ideen, um auch einer größeren Zahl von Neuankömmlingen einen guten Start und eine gelingende Integration zu ermöglichen.“

 

Besonders auf lange Sicht bräuchte es eine neue Haltung gegenüber Flüchtlingen. In ihrem Plädoyer fordern die Mitglieder der Diakonie Bayern, Flüchtlinge zugleich als Hoffnungsträger zu sehen, nämlich „als Menschen mit Fähigkeiten und dem Erfahrungsschatz anderer Kulturen, die das Leben in unserem Land bereichern und ihren Beitrag für die Gesellschaft von morgen, für einen ausgewogenen Altersaufbau und gegen den drohenden Fachkräftemangel leisten können.“ Dies erfordere von der Politik vorausschauendes Handeln und auch erhebliche Finanzmittel in vielen Bereichen – von den Kindertagesstätten bis zur Berufsausbildung, von der Gesundheitsversorgung bis zum Wohnungsmarkt. Weiter heißt es: „Diese Mittel sind zugleich Investitionen in die Zukunft unseres Landes.“

 

Die Mitgliederversammlung der Diakonie Bayern kommt einmal jährlich in Nürnberg zusammen. Sie vertritt über 1.300 Mitglieder mit über 83.000 Mitarbeitenden im ganzen Freistaat.

 

­Das vollständige Papier finden Sie hier.

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Pressearbeit für soziale Einrichtungen:

Diakonie Bayern zeigt, wie's geht.

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