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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2021

„Schwanger – und jetzt?“

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Diakonie Bayern sammelt für die Schwangerenberatungsstellen

Nürnberg, 11.03.2021 Ein Kind kann alles verändern. Kaum ein Ereignis hat so starke Auswirkungen auf das Leben wie eine bevorstehende Geburt. Schon die schlichte Nachricht „Ich bin schwanger“ setzt eine starke Dynamik in Gang. So zentral diese Erfahrung ist, so groß sind auch die Erwartungen und Wünsche, die mit der Geburt eines Kindes verbunden sind. Genauso groß sind aber auch die damit verbundenen Unsicherheiten und Ängste.

Diesen widersprüchlichen Gefühlen Raum zu geben und sie erst einmal ohne Wertung anzunehmen, ist Alltag in den 14 staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen der Diakonie Bayern. Oft sind es aber einfach nur die vielen Alltagsfragen, die sich rund um eine Schwangerschaft stellen, bis hin zu Informationen über soziale, wirtschaftliche und finanzielle Hilfen.

Für das alles brauchen die Mitarbeitenden in den Beratungsstellen eine hohe Kompetenz. Sie sehen sich zudem durch die wachsende Zahl an Klienten und Klientinnen mit einem Flucht- oder Migrationshintergrund zusätzlich herausgefordert. Zu einer ohnehin schon sensiblen Aufgabe kommt nun der verständnisvolle Umgang mit anderen Kulturen und anderen Traditionen dazu. Für alle Gespräche aber gilt der immer gleiche Grundsatz: Beratung und Präventionsarbeit erfolgen vertraulich, kostenlos, unabhängig von Nationalität, Weltanschauung, sexueller Orientierung und auf Wunsch anonym.

Die staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen der Diakonie Bayern werden zwar gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und erhalten außerdem noch kommunale und kirchliche Zuschüsse. Leider aber deckt diese Förderung nicht den gesamten finanziellen Bedarf der Schwangerschaftsberatungsstellen ab. Die Träger leisten hier oft einen erheblichen Beitrag, der bei steigenden Kosten und zurückgehender kirchlicher Förderung kaum finanzierbar ist. Deshalb bittet die Diakonie im Rahmen ihrer traditionellen Frühjahrssammlung, die vom 15. – 21. März 2021 in ganz Bayern stattfindet, wieder um Spenden für dieses und sowie die weiteren Arbeitsfelder der Diakonie im Freistaat.

Eröffnet wird die Sammlung in Bayreuth im Rahmen eines Gottesdienstes in der Bayreuther Stadtkirche (Beginn: 10.00); gestaltet wird der Gottesdienst von den Bayreuther Dekanen Jürgen Hacker und Manuel Ceglarek; die Predigt hält Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern.

Die Frühjahrssammlung der Diakonie in Bayern wird vom 15. – 21. März in ganz Bayern durchgeführt. Coronabedingt finden die Haus- und Straßensammlungen nur vereinzelt und unter Beachtung der Hygienevorgaben statt.

Zum Ertrag und zur Mittelverwendung:

20% der Spenden an die Kirchengemeinden können in der Kirchengemeinde zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort verbleiben.
45% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort.
35% der Spenden an die Kirchengemeinden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. Hiervon wird auch das Info- und Werbematerial finanziert.

Im Jahr 2020 betrug der Sammlungsertrag knapp 290.000 Euro – coronabedingt ging das Sammlungsergebnis im Vergleich zum Vorjahr damit um knapp die Hälfte zurück.

Spendenkonto:

Diakonisches Werk Bayern

Evangelische Bank eG (GENODEF1EK1)

DE20 5206 0410 0005 2222 22

Stichwort: Frühjahrssammlung 2021             

 

Oder nutzen Sie unsere Spendenhotline und unterstützen Sie die Diakonie telefonisch unter 0800 700 50 80 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz)

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Für gerechte Löhne in der Pflege.

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Diakonie Bayern bedauert Scheitern des allgemeinverbindlichen Tarifvertrags für die Pflege

Nürnberg, 10. März 2021 „Der allgemeinverbindliche Tarifvertrag für die Pflege wäre eine große Chance für viele gewesen, die in der Pflege arbeiten – umso mehr bedauere ich das Scheitern dieses Vorhabens.“ Dies machte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, bei einer Delegiertenversammlung von diakonischen Mitarbeitendenvertretungen deutlich und machte sich erneut für bessere Löhne in der Alten- und Krankenpflege stark. „Die fachlich anspruchsvolle und zwischenmenschlich enorm wichtige Leistung der Pflegekräfte muss sich auch in Bezahlung widerspiegeln.“

Die Gehälter der konfessionellen Verbände Caritas und Diakonie lägen zwar bereits jetzt in vielen Bereichen über denen eines möglichen allgemeinverbindlichen Tarifvertrags. so Bammessel. „Einen gewissen Nachholbedarf sehe ich bei den Gehaltsgruppen für unsere Pflegehilfskräfte. Fachkräfte der bayerischen Diakonie stehen jedoch bereits ohne das Hilfsmittel einer Allgemeinverbindlichkeit im Vergleich gut da“. Es gäbe jedoch Regionen und Pflegeeinrichtungen in Deutschland, die deutlich schlechter bezahlen und sich Wettbewerbsvorteile auf Kosten der Pflegekräfte verschaffen. „Dem hätte durch verbindliche Lohn-Eckpunkte ein Riegel vorgeschoben werden können.“ Besonders profitiert hätten Bammessel zufolge die Mitarbeitenden privater Anbieter. „Hier wird nicht selten nur der Mindestlohn von 11,20 (Ost) bzw. 11,60 (West) gezahlt.“ Die Gesellschaft könne kein Interesse haben, dass in einem so verantwortungsvollen Beruf nur das absolut Notwendige bezahlt wird.

Wäre der Vertrag zustande gekommen, hätten etwa Pflegefachkräfte ab Juni 2023 mindestens 3180 Euro im Monat verdient. Zum Vergleich: Bereits heute verdient eine Pflegefachkraft in der bayerischen Diakonie (Stufe 1, Eingruppierung E8) 3.076 Euro; hinzu kommen eine beitragsfreie betriebliche Alterszusatzversorgung sowie eine Jahressonderzahlung in Höhe von 80% eines Monatsgehalts. Verbunden mit den absehbaren regulären Tarifsteigerungen werden Pflegefachkräfte der bayerischen Diakonie im Jahr 2023 daher deutlich besser bezahlt, als die geplanten allgemeinverbindlichen Sätze vorgesehen hätten.

Bammessel äußerte in Teilen Verständnis für die Argumentation der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK) der Caritas, deren Entscheidung am 25. Februar ausschlaggebend für das Scheitern des Vertrages war. Die ARK der Caritas hatte ihre Ablehnung unter anderem mit der Sorge begründet, dass die Kostenträger ihre über dem allgemeinverbindlichen Tarif liegenden Gehälter nicht mehr akzeptieren würden. Der Diakoniepräsident ist sich mit der Caritas darin einig: „Träger, deren Gehälter über allgemeinverbindlichen Mindestsätzen liegen – wie etwa Caritas und Diakonie – müssten dies von den Kostenträgern bei den Pflegesätzen anerkannt bekommen.“

Das Haupthindernis für bessere Löhne in der Pflege liege jedoch in der gegenwärtigen Fehlkonstruktion der Pflegeversicherung. Unter den jetzt geltenden Bedingungen ginge jede Lohnsteigerung unweigerlich zu Lasten der Pflegebedürftigen. „Ein verbindliches gutes Gehaltsniveau braucht als Gegenstück zwingend eine bessere Finanzierung der Pflege insgesamt“, so Bammessel

Nach dem bedauerlichen Scheitern des allgemeinverbindlichen Tarifvertrags dürfe man sich nicht entmutigen lassen, meinte der Präsident gegenüber den Mitarbeitervertretungen. „Es gibt noch andere Modelle, um ein verbindliches besseres Lohnniveau zu erreichen, beispielsweise über die Pflegekommission oder über eine Ergänzung im Sozialgesetzbuch XI. Ich baue darauf, dass Politik, Gewerkschaft und Verbände in einem zweiten Anlauf doch noch erfolgreich sind. Wir wollen keine Billiganbieter in der Pflege. Das schadet den Pflegebedürftigen und den in den Einrichtungen arbeitenden Kolleginnen und Kolleginnen.“

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„Wir machen uns stark für Lohngerechtigkeit!“

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Aktionen zum Equal Pay Day 2021

Bündnis evangelischer Einrichtungen und Verbände zum Equal Pay Day:
69 Tage Arbeit ohne Lohn – rechnerisch haben die Frauen in Deutschland bis zum heutigen 10. März 2021 umsonst gearbeitet, während die Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland immer noch 19 Prozent – umgerechnet ergibt dies 69 Tage. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland damit ein trauriges Schlusslicht.

Und das, obwohl das Grundgesetz die Gleichberechtigung von Mann und Frau und damit auch gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit fordert. Auf diese, Gender Pay Gap genannte, geschlechtsspezifische Lohnlücke zwischen Männer- und Frauenlohn macht jährlich der EQUAL PAY DAY aufmerksam, der in diesem Jahr auf den 10. März fällt.

Die Ursachen für dies Lohnlücke sind vielfältig; zu den wichtigsten zählen die ungleiche Aufteilung der Care-Arbeit, fehlende Gehaltstransparenz, Beeinflussung bei der Berufswahl durch gängige Rollenstereotype, schlechtere Bezahlung von frauentypischen Berufen.

Um diese Lohnlücke zu schließen sind neben strukturelle Veränderungen Vorbilder notwendig, die sich sichtbar für Gleichberechtigung einsetzen. Deshalb lautet das diesjährige Motto des Equal Pay Day „Game Changer – Mach dich stark für equal pay!“. Gefragt sind Personen, die sich öffentlich für Lohngerechtigkeit einsetzen. (www.equalpayday.de)

Auch das Bündnis evangelischer Einrichtungen und Verbände macht sich stark für gleichberechtigte Teilhabe und Lohngerechtigkeit: In diesem Jahr werden von den Bündnispartner*innen verschiedene Veranstaltungen angeboten, die sich mit den Gründen für die Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen befassen, Lösungen für die Schließung dieser Lohnlücke aufzeigen, die Abschaffung des Gender Pay Gap vorantreiben und ein verändertes Rollenverhalten in den Fokus stellen.

Weitere Informationen und das aktuelle Programm finden Sie unter www.efb-bayern.de/equal-pay.

 

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„Mitarbeitende in der Pflege nicht zu Sündenböcken machen!“

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Freie Wohlfahrtspflege Bayern weist Kritik von Markus Söder an den Pflegeheimen zurück

München, 25. Februar 2021 – Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern weist die Kritik von Ministerpräsident Söder anlässlich einer Veranstaltung der Christlich Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA) entschieden zurück. „Den Pflegeheimen die Schuld für die hohe Anzahl der Toten in den Heimen zuzuweisen, ist ein Schlag ins Gesicht all der Pflegekräfte, die seit Monaten am Limit arbeiten und unter hohem eigenen Risiko einen großen Teil der coronainfizierten Patient*innen in Deutschland gepflegt haben“, hält Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, der Kritik des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder entgegen.

Die Pflegekräfte arbeiten seit Beginn der Pandemie am Rande der Erschöpfung, um die Pflege sicherzustellen. Sie pflegen mit vollem Körperkontakt und setzen sich dabei jeden Tag dem Risiko aus, sich selbst zu infizieren. Sie können kein Homeoffice machen. „Dieser Einsatz verdient allerhöchste Anerkennung!“, so Berndl weiter.

Die Pflegeeinrichtungen gingen sehr verantwortungsvoll mit dem Spagat von Infektionsschutz einerseits und einem Minimum an Teilhabe und Gemeinschaft andererseits um und täten alles Menschenmögliche, um Infektionen zu verhindern, ergänzt Berndl. Bei extrem hohen Infektionszahlen in der gesamten Gesellschaft sei auch das Risiko, dass Viren in Pflegeheime eingeschleppt werden, deutlich höher – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

Berndl abschließend: „Wir fordern, dass sich die Politik hinter die Pflege stellt und die Mitarbeiter*innen in den Heimen nicht zum Sündenbock gemacht werden.“

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„Erst klatschen – dann Klatsche?“

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Diakonie fürchtet um die Zukunft der Pflege

Nürnberg 11. Februar 2021 Katastrophale Folgen für die Pflege in Deutschland wird nach Ansicht der Diakonie Bayern eine geplante Gesetzesänderung auf Bundesebene haben. Ihr zufolge sollen ab dem 1. April 2021 nur noch die Mindereinnahmen erstattet werden „…die infolge der Umsetzung behördlicher Maßnahmen sowie von landesrechtlichen Regelungen“ zur Eindämmung der Coronapandemie erlassen werden. Dazu zählen etwa ein angeordneter Belegungsstopp oder die Schließung einer Einrichtung. „Konkret heißt dies: Alle anderen finanziellen Folgen der Pandemie für die Pflegeeinrichtungen müssen ab April von diesen alleine getragen werden“, so Vorständin Sandra Schuhmann. Dazu zählten unbelegte Plätze in den Einrichtungen sowie der damit verbundene Personalüberhang. Der entsprechende „Gesetzentwurf zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite betreffenden Regelungen“ soll morgen in erster Lesung im Bundestag behandelt werden.

Vom bisherigen Rettungsschirm für die Pflege waren alle finanziellen Folgen der Pandemie abgesichert. Schuhmann: „In der zweiten Welle der Corona-Pandemie traten ab November 2020, verstärkt in den Monaten Januar/Februar 2021, massive Ausbrüche in Pflegeheimen auf, leider verbunden mit vielen Todesfällen.“ Verbunden damit war eine Scheu von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, einen Heimplatz in Anspruch zu nehmen. „Die Folge ist eine massive Minderbelegung und ein Zuviel an Personal.“ Die freien Plätze – und die daraus folgenden Mindereinnahmen für die Träger – seien eben keine Folge einer behördlichen Anordnung, aber sehr wohl die Folge der Pandemie. Der Gesetzgeber müsse darum auch diese Faktoren berücksichtigen und dürfe nicht nur auf offizielle Anordnungen abstellen. „Die Pandemie hat in der Pflege gravierende Spuren hinterlassen – auch über behördliche Anordnungen hinaus.“

Sollte der Rettungsschirm nicht in der  bisherigen Form über den 31. März 2021 hinaus verlängert werden, drohen Schuhmann zufolge Kurzarbeit bis hin zu Entlassungen von Pflegekräften. „Vor einigen Wochen sollten wir sie davon überzeugen, freie Tage und Urlaub zu opfern, um die Versorgung der Bewohner während eines Ausbruchsgeschehens überhaupt aufrecht erhalten zu können.“ Mit dem geplanten Gesetz würde nun das Vertrauen der Pflegekräfte in die Pflegeheime nachhaltig beschädigt – mit schwerwiegenden strukturellen Problemen: „Wenn die Nachfrage nach Betten wieder steigt, werden viele Kollegen und Kolleginnen der Pflege endgültig den Rücken zugewandt haben – und das in einer Branche, die schon vor der Pandemie unter Personalnot gelitten hat.“

„Die Kollegen und Kolleginnen in den Einrichtungen haben in den letzten Monaten unfassbar viel geleistet und nicht selten hohe gesundheitliche Risiken in Kauf genommen. Die geplante Gesetzesänderung ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in der Pflege arbeiten.“. Momentan, so Schuhmann, sei viel von einer Perspektive in der Corona-Krise die Rede. „Wenn der Gesetzesentwurf nicht geändert wird, ist die Perspektive für die Pflege nur eines: Katastrophal.“

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„Leben auf der Straße wahrscheinlich gefährlicher denn je!“

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Diakonie Bayern fordert Unterstützung von Obdachlosen

Nürnberg, 9.2.2021 Verkehrschaos auf den Straßen, ausgefallene Bahnverbindungen, Glatteis – die Wetterlage hat Teile Deutschlands nahezu lahmgelegt. Von Schnee und Frost gehen für Menschen ohne eigene Wohnung jedoch besondere Gefahren aus. Darauf weist jetzt die Diakonie in Bayern hin: „Offiziell haben allein mehr als 15.000 Menschen in Bayern keine eigene Wohnung – das Dunkelfeld dürfte noch deutlich größer sein“, sagt Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin im zweitgrößten Wohlfahrtsverband in Bayern. „Sie leiden besonders unter der Pandemie – die Kälte kann für viele lebensbedrohend sein.“

 

Schuhmann ruft die Bürgerinnen und Bürger Bayerns darum auf, besonders aufmerksam zu sein. „Scheuen Sie sich nicht, die 112 zu wählen, wenn Sie einem hilflosen Menschen auf der Straße begegnen. Bieten Sie Hilfe an und vermitteln Sie gegebenenfalls den Kontakt zu einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe bzw. der Diakonie, die es fast in jedem Ort gibt.“

 

Der Mangel an Übernachtungsplätzen sowie fehlende Möglichkeiten, sich tagsüber im Warmen aufzuhalten, könnten lebensgefährlich sein, so Schuhmann weiter. „Wir brauchen dringend zusätzliche Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeiten für die Betroffenen“, so Schuhmann weiter, denn die Pandemie stelle für die bestehenden Einrichtungen eine besondere Herausforderung dar: „Aus Hygienegründen können die Einrichtungen nicht so belegt werden wie in den Zeiten vor Corona – wir wissen von Fällen, in denen Betroffene Notunterkünfte aus Angst vor einer Corona-Ansteckung meiden.“

 

Sie appellierte darum an die bayerischen Kommunen, hier nach Möglichkeit aktiv zu werden. „Neben einer durchgehenden Öffnung von Notübernachtungsstellen sollte darüber nachgedacht werden, Räume zeitweise zur Verfügung zu stellen, die jetzt pandemiebedingt nicht genutzt werden können – wie etwa Turnhallen.“ Gegebenenfalls müsse auch über die Anmietung leerstehender Hotels nachgedacht werden.

 

Sie wisse, dass der Kampf gegen die Pandemie den Städten und Landkreisen viel abverlange. „Den vulnerablen Gruppen in der Gesellschaft gilt momentan unsere ganze Aufmerksamkeit, und das ist auch richtig so. Wer aber kann verletzlicher sein als jemand, der auf der Straße lebt?“

 

Die Diakonie Bayern unterhält im gesamten Freistaat mehr als 100 verschiedene Angebote für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit; zusammengeschlossen sind sie u.a. im Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS).

 

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„Abschiebungen nach Afghanistan unverantwortlich“

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Landesbischof und Diakoniepräsident fordern weitere Aussetzung

München/Nürnberg 29. Januar 2021 Gegen die Wiederaufnahme von Abschiebungsflügen nach Afghanistan haben sich jetzt der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Bayern (ELKB), Heinrich Bedford-Strohm und der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, ausgesprochen. Beide halten es angesichts der Pandemieentwicklung und der allgemeinen Sicherheitslage in dem Land für unverantwortlich, die Abschiebungen nach Afghanistan wieder aufzunehmen. Bereits im Dezember 2020 waren die Flüge – nach mehrmonatiger Aussetzung – wieder aufgenommen worden.

Trotz der Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban habe die Gewalt in Afghanistan erheblich zugenommen. Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zufolge kam es in den letzten 100 Tagen allein in Kabul zu mehr als 170 sicherheitsrelevanten Vorfällen mit mehr als 500 Toten und Verletzten. Die New York Times berichtet von mehr als 250 Toten allein im Januar. „Menschen, die in Deutschland Schutz gesucht haben, bewusst einer solchen Gefahr auszusetzen, widerspricht unseren humanitären Traditionen“, so Landesbischof Bedford-Strohm.

Verschärft werde die Lage durch die Corona-Pandemie: Dem Deutschen Ärzteblatt zufolge hatten sich allein bis Oktober in Afghanistan mehr als 10 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Bammessel: „Damit ist fast jeder dritte Einwohner Virusträger – in Kabul beträgt die Infektionsrate sogar fünfzig Prozent.“ Das seit Jahrzehnten von Kriegen und Krisen gebeutelte Land sei mit dieser Situation völlig überfordert.

Landesbischof und Diakoniepräsident betonten, dass sie die Durchsetzung der Ausreisepflicht nach einem negativ abgeschlossenen Asylverfahren nicht grundsätzlich in Frage stellen würden. Bammessel: „Ein Asylsuchender, dessen Asylantrag in einem rechtsstaatlichen Verfahren gewissenhaft geprüft und abgelehnt wurde, muss natürlich grundsätzlich in seine Heimat zurückkehren.“ Die Rückkehr dürfe jedoch nicht mit einer Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen verbunden sein. „In der aktuellen Lage ist diese Gefahr jedoch absehbar.  Besonders unverständlich ist es zudem, wenn auch gut integrierte Personen abgeschoben werden.“

Landesbischof und Diakoniepräsident verwiesen zusätzlich darauf, dass nach Angaben der UN im Jahr 2021 knapp die Hälfte aller Menschen in Afghanistan als Folge von Covid-19 auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden, und jedes zweite Kind unter fünf Jahren von akuter Unterernährung bedroht sein wird. Bedford-Strohm: „Die Landessynode der ELKB hat sich bereits vor fünf Jahren gegen eine pauschale zwangsweise Rückführung ausgesprochen, da sie diese Abschiebepraxis nicht mit einer humanitären Flüchtlingspolitik für vereinbar hält. Ich kann diesen Appell nur wiederholen: In der aktuellen Situation nach Afghanistan abzuschieben ist unmenschlich.

Seit Dezember 2020 wurden zwei Abschiebeflüge durchgeführt; ein weiterer ist dem Bayerischen Flüchtlingsrat zufolge im Februar geplant.

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Zukunft gestalten.

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Der Diakonie-Wettbewerb 2021 fördert ehrenamtliche Projekte

Nürnberg, den 28. Januar 2021 Die Corona-Pandemie bedeutet auch für ehrenamtliche Projekte in Kirche und Diakonie eine besondere Herausforderung. Gleichzeitig setzt sie Kräfte, Kreativität und Potenziale frei: Ehrenamtliche agieren flexibel auf die veränderten Rahmenbedingungen und finden unkonventionelle Lösungen, um Menschen in Notlagen zu erreichen und ihnen zu helfen.

Der Diakonie-Wettbewerb 2021 zum Thema Ehrenamt sucht darum – unter dem Schlagwort „Zukunft gestalten“ - innovative und kreative Projekte, die neue Wege gehen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Alle Mitglieder der bayerischen Diakonie – z. B. Kirchengemeinden, Diakonievereine, diakonische Träger und Einrichtungen – können sich zwischen dem 1. Februar und dem 31. Mai 2021 um einen der fünf Preise im Gesamtwert von 6.500 Euro bewerben. Ein Formblatt für die Bewerbung und das Faltblatt mit den genauen Teilnahmebedingungen steht im Internet zur Verfügung (www.diakonie-bayern.de/wettbewerb2021).

Die Jury aus dem Kreis der Organisator*innen und externen Expert*innen wird im Sommer 2021 über die Preisvergabe entscheiden. Die Preise werden im Herbst 2021 den Preisträgern jeweils vor Ort übergeben.

Kontinuierlich unterstützt wird der Wettbewerb der Diakonie Bayern von folgenden Sponsoren: Der 1. Preis in Höhe von 2.000 Euro wird vom Versicherer im Raum der Kirchen und der BKK Diakonie gespendet, der 2., mit 1.500 Euro dotierte Preis von der CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der 3. reguläre Preis in Höhe von 1.000 Euro von der Evangelischen Bank. Zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 Euro stiftet die St. Gumbertus Stiftung Ansbach. Das evangelische Sonntagsblatt unterstützt die Ausschreibung des Diakonie-Wettbewerbs durch Berichterstattung.

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„Für die sorgen, die sich sorgen“

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Diakonie Bayern übernimmt Vorsitz des Landesausschusses Müttergenesung

Nürnberg, 14. Januar 2021 Gesunderhaltung und Unterstützung von Müttern angesichts der Mehrfachbelastung durch Kinderbetreuung, Haushalt und Beruf – dies waren und sind die Aufgaben des Müttergenesungswerks bis heute. Mittlerweile wurden die Angebote auf alle Menschen in der sogenannten „Sorgearbeit“ ausgeweitet, und damit sind auch Männer und Väter im Blick der Dienste und Einrichtungen der Müttergenesung. Zusammengeschlossen haben sich die Anbieter der Freien Wohlfahrt im Landesausschuss für Müttergenesung Bayern (LAB), dessen Vorsitz jetzt die Diakonie in Bayern übernommen hat.

„Allerdings ist auch heute noch die Sorgearbeit in den Familien hauptsächlich die Aufgabe der Mütter bzw. der Frauen,“ beschreibt Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin der Diakonie Bayern die Zielsetzung der Müttergenesung. „Corona hat diese Rollenverteilung leider verstärkt.“ Schuhmann verwies auf eine entsprechende Studie der Bertelsmann-Stiftung, die belege: „Frauen leiden besonders unter der Krise“. Fast die Hälfte der Frauen fühle sich durch die Situation an ihre körperliche, psychische und emotionale Grenze gebracht.

Umso wichtiger, so Schuhmann, sei der Erhalt und der Ausbau entsprechender Angebote. Dazu zählen neben den bekannten Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Sorgende mit und ohne Kinder auch Kurmaßnahmen für pflegende Angehörige. „Aber auch die Kliniken unter dem Dach des Müttergenesungswerks waren und sind vom Lockdown betroffen und können ihre Angebote nicht so durchführen, wie sie geplant waren und auch dringend notwendig sind.“ Neben den Betroffenen leiden Schuhmann zufolge auch die Einrichtungen selbst unter den Folgen der Pandemie. Sie hätten die bedrohliche wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr dank Rettungsschirm und Ausgleichszahlungen zwar bis jetzt überstehen können. Für das Jahr 2021 wagt Schuhmann eigenen Worten zufolge jedoch noch keine Prognose. “Jede Klinik muss jetzt eine Vergütung ihrer Corona bedingten Mehrkosten einzeln mit den Kassen verhandeln, und das stellt uns vor große Herausforderungen.“

Von der Politik forderte Schuhmann darum eine verstärkte Unterstützung für die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. „Die Sorgenden in Deutschland verdienen eine bessere Unterstützung. Dazu gehören neben der Wahrnehmung und Anerkennung durch die Politik auch entsprechende  Entlastungsangebote, wie sie in diesen Einrichtungen vorgehalten werden.“

Der Landesausschuss Müttergenesung Bayern (LAB) ist eine Arbeitsgemeinschaft der Trägerverbände des MGW und Fachausschuss innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern mit eigenem Arbeitsauftrag. Der LAB ist dort Teil des Fachbereichs Gesundheit und Pflege. Dem LAB zugehörig sind 11 durch das MGW anerkannte Kliniken in Bayern sowie  die den Trägergruppen angeschlossenen Beratungsstellen.

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Schutz darf keine Frage des Geldes sein.

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Diakonie Bayern fordert Unterstützung von Hartz-IV-Empfängern beim Kauf von FFP2-Masken

Nürnberg, 12.01.2021 Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung von Menschen, die von Armut betroffen sind, fordert die Diakonie Bayern nach der heutigen Pressekonferenz des Bayerischen Kabinetts. „Die Einführung der FFP2-Maskenpflicht für den Einzelhandel und den ÖPNV ist aus immunologischen Gründen sicherlich sinnvoll“, so Sabine Lindau, Vorständin der Diakonie Bayern und zuständig für Verbandsvertretung, Familie sowie Integration. „Zehn Euro für drei Masken sind für Personen im Hartz-IV-Bezug jedoch nicht ohne weiteres finanzierbar.“

Eine „Preisbeobachtung“ allein, wie von Bayerns neuem Gesundheitsminister Klaus Holetschek heute angekündigt, reicht nach Ansicht der Diakonie nicht aus. Lindau: „Im seit Januar geltenden Hartz-IV-Eckregelsatz sind exakt 17,02 Euro für Gesundheit und Hygiene vorgesehen. Damit kommt man schon ohne Corona nicht weit“. Es dürfe nicht sein, dass die Ausgrenzung armer Menschen, die durch Corona ohnehin zugenommen habe, durch die FFP2-Maskenpflicht noch weiter verstärkt werde. „Gerade von Armut Betroffene sind auf den ÖPNV angewiesen. Ihnen darf die Nutzung durch die Maskenpflicht nicht zusätzlich erschwert werden.“

Der Freistaat, so die Diakonie-Vorständin weiter, habe es geschafft, Ende letzten Jahres eine Million kostenfreier FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. „Dies sollte – jetzt, wo das Tragen der FFP2-Maske zur Pflicht werden soll – für arme Haushalte erneut möglich sein.“ Als Nachweis, so Lindau, könnte beispielsweise ein Hartz-IV-Bescheid oder die Befreiung von der Rundfunkgebühr vorgelegt werden. Wichtig sei, dass die Betroffenen schnell und ohne bürokratischen Aufwand Masken erhalten könnten.

Lindau wies darauf hin, dass nicht zuletzt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine einmalige Nutzung der FFP2-Masken empfehle. Die alltägliche Praxis sehe zwar sicherlich anders aus. „Mit einer einmaligen Ausgabe von wenigen Euro, wie von der Staatsregierung heute angedeutet, ist es nicht getan.“

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