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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2021

Flut in Deutschland

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Lage weiterhin angespannt Gemeinsamer Aufruf von Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe

Berlin, 19.07.2021 - Gemeinsam mit der Diakonie Deutschland bittet die Diakonie Katastrophenhilfe weiter um Spenden für die Menschen in den deutschen Hochwassergebieten. Die Lage in vielen überfluteten Regionen bleibt auch einige Tage nach den extremen Regenfällen angespannt. In anderen Teilen Westdeutschlands fließt das Wasser langsam ab und das immense Ausmaß der Schäden wird allmählich sichtbar. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe beobachten auch die Hochwasser-Lage in Bayern und Sachsen mit großer Sorge.

 

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Es ist erschütternd, dass die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands mit ihren noch lange nachwirkenden Folgen den Menschen so viel Leid und Verzweiflung bringt. Wir sind in unseren Gebeten bei den vielen Menschen, die Freunde und Angehörige verloren haben. Es geht nun darum, all jenen schnell zu helfen, die ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren haben und sich nicht allein aus ihrer Notlage befreien können."

 

Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe: "Die Lage bleibt weiterhin angespannt und ist auch für die Helferinnen und Helfer extrem gefährlich. Wir sind in ständigem Kontakt mit den Diakonischen Werken in den betroffenen Gebieten und entscheiden gemeinsam, was in den kommenden Tagen am dringendsten gebraucht wird. Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung mit Flutkatastrophen wissen wir, was zu tun ist, um effektiv zu helfen und den Menschen beizustehen. Für die Hilfe in den Hochwassergebieten sind wir dringend auf Spenden angewiesen."

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ein Spendenkonto für die Betroffenen in den Flutgebieten eingerichtet:

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,

Evangelische Bank,

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

Caritas international, Freiburg,

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Stichwort: Fluthilfe Deutschland CY00897 Online unter: www.caritas-international.de

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„Wohnungsverlust verhindern – Wohnungslose unterstützen“

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Diakonie Bayern stellt Praxisbeispiele vor

Nürnberg, 12. Juli 2021 Mit knapp 20 staatlich geförderten Modellprojekten engagiert sich die Diakonie in Bayern für Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht oder betroffen sind. Allein in Bayern sind dies den amtlichen Zahlen aus dem Jahr 2017 zufolge ca. 16.000 Personen; hinzu kommen jene in der sogenannten „verdeckten“ Wohnungslosigkeit. Nach dem Verlust der Wohnung leben sie zeitweise bei Freunden, Verwandten, in einer Notunterkunft oder buchstäblich auf der Straße. „Corona hat die Situation der Betroffenen zusätzlich verschärft“, so Sandra Schuhmann, zuständiges Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern. Die politisch Verantwortlichen forderte sie auf, sich verstärkt für die Betroffenen, aber auch für eine entsprechende Wohnungspolitik einzusetzen.

Die politischen Parteien, so Schuhmann, hätten das Problem erkannt und in ihren Wahlprogrammen für die Bundestagswahl entsprechende Lösungsvorschläge formuliert, die von einem Mietendeckel bis zu Steuererleichterungen für den Neubau von Mietwohnungen reichen. Schuhmann: „Wir brauchen beides – den Bau neuer leistbarer Wohnungen und bezahlbare Mieten im Bestand.“ Insbesondere aber müsse der soziale Wohnungsbau wieder gestärkt werden. Dazu gehört Schuhmann zufolge auch die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit. „Durch die partielle Steuerfreiheit des wohngemein­nützigen Unternehmens und weil der Gewinn nicht oder nur in einem geringen Umfang ausgeschüttet und stattdessen in den Bestand beziehungsweise Neubau von sozialem Wohnraum reinvestiert werden muss, ergibt sich eine mietpreisdämpfende und baukostenreduzierende Wirkung.“ Öffentliche Fördergelder und Steuer­erleichterungen für den sozialen und ökologischen Wohnungsbau kämen so Mieter*innen zugute, die auf dem freien Wohnungsmarkt wenig Chancen hätten.

Dazu zählen neben Familien mit mehreren Kindern insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen: Gesellschaftliche Entwicklungen wie Mietpreissteigerungen, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der Rückgang des sozialen Wohnungsbestandes aber auch persönliche Schicksalsschläge wie Verlust der Arbeit, Trennung oder Krankheit verschärfen die Situation.  Die pandemiebedingte Kurzarbeit etwa hätte für viele Menschen eine finanzielle Belastung zur Folge gehabt, die sie aus eigener Kraft kaum hätten bewältigen können. Das Moratorium zur Aussetzung von Mietschulden ist vor gut einem Jahr ausgelaufen – die Betroffenen haben zum Teil bis heute mit den finanziellen Folgen von Corona zu kämpfen.“

Schuhmann betonte, dass neben dem Zugang zu bezahlbarem Wohnraum auch Beratung und Begleitung für die Betroffenen nötig sei, wie dies in den Projekten der Diakonie geschehe. „Gerade durch präventive Beratung ist es oftmals möglich, Wohnungslosigkeit zu vermeiden.“

Gefördert wurden die jetzt vorgestellten Projekte durch den Aktionsplan „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ der Bayerischen Staatsregierung. „Die Anschubfinanzierung durch den Freistaat hat vieles möglich gemacht“, so Schuhmann. Allerdings, so die Diakonie-Vorständin weiter, sei man von einer bayernweiten Umsetzung noch weit entfernt. „Wir brauchen in jeder kreisfreien Stadt und in jedem Landkreis adäquate Angebote für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind.“ Zumal die Überleitung der Modellprojekte in eine dauerhafte Finanzierung noch ausstehe. Dann seien, so Schuhmann, insbesondere die Kommunen gefordert, wenn es um die langfristige und dauerhafte Bekämpfung von drohender Wohnungslosigkeit bzw. deren Folgen gehe.

Die Übersicht über die staatlich geförderten diakonischen Modellprojekte aus der Wohnungsnotfallhilfe finden Sie unter www.fews-bayern.de

Die Diakonie Bayern unterhält im gesamten Freistaat mehr als 120 verschiedene Angebote für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit; zusammengeschlossen sind sie u.a. im Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS).

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Wahlprüfstein Kinderarmut

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Diakonie Bayern und eaf bayern erneuern Forderung nach einer Kindergrundsicherung.

Nürnberg, 06.07.2021 „Ein Fünftel aller Kinder in Deutschland wächst in Armut auf. Das darf niemanden kalt lassen“, sind sich Sabine Lindau, Vorständin der Diakonie Bayern und Diakonie-Vorständin sowie Vorsitzende der eaf bayern, Sandra Schuhmann, einig. Sie fordern darum von allen Parteien, in ihrem Wahlprogramm die Bekämpfung von Kinderarmut zu einem Schwerpunkt zu machen. „Die Diakonie Bayern sowie die eaf bayern fordern bereits seit Jahren die Einführung einer Kindergrundsicherung. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, die Zusammenfassung familienpolitischer Leistungen endlich anzugehen“, betonen die beiden Verbände.

Armut bzw. Armutsgefährdung betrifft, Lindau zufolge, den Alltag von mehr als einem Fünftel aller Kinder in Deutschland – knapp 3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. „Sie leben oft viele Jahre ihrer Kindheit in Armut bzw. sind von Armut bedroht.“ Auch wenn die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen im Freistaat mit knapp über sechs Prozent vergleichsweise gering ist, sei diese Zahl für ein reiches Bundesland wie Bayern eindeutig zu hoch, so Lindau.

„Nicht nur unsere Berechnungen zeigen: Die Leistungen für Kinder und Familien in Deutschland und Bayern sind vielfältig, aber zu kleinteilig und bevorzugen zudem teilweise jene, die es nicht nötig haben – während andere nichts davon haben.“ Als Beispiel nannte eaf bayern-Vorsitzende Schuhmann das Kindergeld und den Kinderfreibetrag. Beide Leistungen, so Schuhmann, seien gut gemeint, führten jedoch dazu, dass Familien mit hohem Einkommen besonders davon profitierten, während Familien mit geringem Einkommen keine Vorteile hätten. Das bedeutet, so Schuhmann: „Während bei Familien in der Grundsicherung das Kindergeld mit der Grundsicherungsleistung verrechnet wird und damit keinerlei Wirkung hat, steigt der Steuervorteil gutverdienender Familien aufgrund des Kinderfreibetrages.“

Um diesen Effekt abzumildern und gleichzeitig einen Teil der Kindergrundsicherung zu refinanzieren, könne sich Lindau darum zunächst die Absenkung des Kinderfreibetrages vorstellen. Lindau und Schuhmann stimmen überein: „Ziel muss langfristig eine Kindergrundsicherung sein, die verschiedene familienpolitische Leistungen bündelt und einkommensabhängig gestaffelt ist.“ Hier gebe es bereits unterschiedliche Berechnungsmodelle. Nach den Vorstellungen von Diakonie Bayern und eaf bayern würde sich eine einkommensabhängige, bedarfsgerechte Kindergrundsicherung je nach Einkommen zwischen 330 und knapp 700 Euro pro Kind bewegen und würde ähnlich dem Kindergeld ab Geburt monatlich ausbezahlt werden. Schuhmann: „Die Vorteile liegen auf der Hand: Die familienpolitischen Leistungen werden vereinfacht und effektiver, und zudem entfällt das Stigma ‚Hartz IV‘, unter dem natürlich auch die Kinder leiden.“

Gestärkt sehen sich Diakonie und eaf bayern in ihrer Forderung durch eine Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung.  Dem Handelsblatt zufolge kommt es zu dem Schluss, dass eine Anhebung des Kindergelds zu hohen Mehrbelastungen führt und nach dem Gießkannenprinzip allen Haushalten zugutekommt. Die nächste Bundesregierung solle sich deshalb stattdessen auf ein Modell der Kindergrundsicherung konzentrieren.

Schuhmann und Lindau fordern deshalb die politischen Parteien auf, ihre Wahlprogramme zu überprüfen, welche Rolle die Bekämpfung der Kinderarmut darin spiele. „Einige Parteien sind hier bereits sehr weit und haben sehr konkrete, gute und auch finanzierbare Vorschläge vorgelegt. In den Programmen anderer Parteien spielt dieses Thema noch keine Rolle.“ Dies, so betonen die beiden Vertreterinnen von Diakonie Bayern und eaf bayern, müsse sich dringend ändern, denn, so Lindau: „Corona hat die ohnehin schwierige Situation für Familien mit kleinen Einkommen enorm verschärft und wird noch lange nachwirken. Durch eine chancen- und bedarfsgerechte Kindergrundsicherung können wir die Chancen und Perspektiven für Kinder und Jugendliche in Armutslagen deutlich verbessern.“

 

Die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Bayern e.V. (eaf bayern) ist ein Zusammenschluss von 21 Werken, Diensten, Verbänden und Arbeitsgemeinschaften innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die sich für bedarfsgerechte Lebensbedingungen für Familien und deren Kinder sowie pflegebedürftigen Angehörigen einsetzen. Mehr Informationen finden Sie unter www.eaf-bayern.de.

Das Diakonische Werk Bayern ist der zweigrößte Wohlfahrtsverband im Freistaat. Er vertritt die Interessen von mehr als 1.300 Mitgliedern mit etwa 3.000 Einrichtungen und knapp 97.000 Mitarbeitenden gegenüber Politik, Gesellschaft, Medien, Kostenträgern und Kirche. Mehr zur Diakonie in Bayern finden Sie unter www.diakonie-bayern.de.

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10 Jahre Bundesfreiwilligendienst

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Diakonie Bayern feiert mit Live-Stream

Nürnberg, 1. Juli 2021 2.500 Freiwillige zwischen 15 und 76 Jahren aus insgesamt 142 Ländern an über 600 Einsatzstellen im Freistaat, – diese Bilanz zieht die bayerische Diakonie zehn Jahre nach der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes. „Freiwilligendienste sind eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements. Sie bieten die Chance, sich in die Gemeinschaft einzubringen und gleichzeitig persönlich zu wachsen,“ so Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes. „Für viele junge, aber auch ältere Menschen sind diese Dienste eine attraktive Gelegenheit, die Diakonie aus nächster Nähe kennen zu lernen und dabei auch für sich selbst neue Perspektiven zu entdecken.“

 

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde 2011 im Zuge der Wehrpflichtaussetzung eingeführt; damit entstand neben den bisherigen Freiwilligendiensten („Freiwilliges Soziales Jahr“, „Freiwilliges Ökologisches Jahr“) eine zweite Säule für das ehrenamtliche Engagement. Neu war, dass der BFD auch Menschen über 27 Jahren offenstand. „Damit konnten ganz neue Zielgruppen angesprochen werden“, so Bammessel. Besonders freue er sich auch über den große Zahl Freiwilliger aus anderen Ländern. „Die Diakonie leistet damit ihren Teil zum gegenseitigen Verständnis und zur Integration“.

 

Angesichts der neu aufgeflammten Debatte um ein soziales Pflichtjahr fordert die Diakonie zunächst einen Ausbau des bestehenden Freiwilligendienste. „Auch wenn wir ein Pflichtjahr nicht generell ablehnen – vorausgesetzt, die Rechtslage lässt dies überhaupt zu -, halten wir einen wirklich freiwilligen Dienst für den besseren Weg.“ Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen sei weiterhin größer als die Zahl der verfügbaren Plätze. „Bevor über ein neues Pflichtjahr diskutiert wird, sollten wir erst einmal die bestehenden Angebote stärken.“ Dazu gehöre neben einer besseren Ausstattung der Einsatzstellen auch eine stärkere Anerkennung der Freiwilligen selbst. „Die Freiwilligen könnten beispielsweise vergünstigte Bahn- oder ÖPNV-Tickets erhalten. Sie leisten etwas für die Gesellschaft – das sollten wir anerkennen.“

 

Die Diakonie Bayern feiert das zehnjährige Bestehen des Bundesfreiwilligendienstes in einer Festveranstaltung, der auch auf YouTube live übertragen wird (https://youtu.be/TltmSLHq-Vg).  „In aller Bescheidenheit – der Freiwilligendienst, wie wir ihn heute kennen, geht ja auf eine Idee aus Bayern zurück – aufgerufen hat dazu 1954 die Diakonie Neuendettelsau. Das Modell aus der bayerischen Diakonie hat dann bundesweit Schule gemacht.“

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Knapp 800.000 Menschen in Bayern überschuldet.

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Diakonie Bayern fordert Ausbau der Schuldnerberatung

4. Juni 2021 780.000 Bürgerinnen und Bürger in Bayern sind aktuell nicht in der Lage, ihre Schulden zu bezahlen. Darauf weist die Diakonie Bayern jetzt hin und fordert anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung (7. – 11.Juni 2021) einen bedarfsgerechten Ausbau der Schuldnerberatung im Freistaat. „Die Corona-Pandemie hat die Situation vieler Haushalte zusätzlich verschärft“, so die zuständige Vorständin des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes, Sandra Schuhmann. „Kurzarbeit oder eine pandemiebedingte Kündigung bedeutet für viele Menschen der Beginn der Schuldenspirale.“

Die Schuldnerberatungsstellen der Diakonie erreichen Schuhmann zufolge nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Haushalte, denen eine Beratung aus ihrer Situation helfen könnte. „Unsere Beratungsstellen waren schon vor der Pandemie an der Kapazitätsgrenze. Ohne einen bedarfsgerechten Ausbau werden wir vielen Menschen nicht helfen können.“

Dass sich Schuldnerberatung rechne, sei Schuhmann zufolge in vielen Studien nachgewiesen worden. „Die Beratung überschuldeter Personen spart auf lange Sicht mehr als sie kostet.“ Auch aus diesem Grund fordert die Diakonie Bayern einen Ausbau der bestehenden Schuldnerberatung. „Wir sind der Auffassung, dass jedem Menschen, der überschuldet ist bzw. von Überschuldung bedroht ist, kurzfristig eine kostenfreie Schuldnerberatung angeboten werden muss.“

Um den Betroffenen einen Neustart zu ermöglichen, fordert Schuhmann zudem eine Verkürzung der Speicherfristen bei Auskunfteien wie der SCHUFA. „Wer hier einen negativen Eintrag hat, findet beispielsweise schwerer eine Wohnung. Eine solche Hypothek erschwert den Neustart und sollte darum schneller als bislang gelöscht werden. Bislang werden Einträge bei der SCHUFA zum Teil erst nach Jahren gelöscht.

Weitere Informationen zur bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung finden Sie auch im Netz unter www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

Die Diakonie Bayern mit ihren spezialisierten Schuldnerberatungsstellen bietet an über 30 Standorten fachkundige Beratung und Unterstützung für verschuldete und überschuldete Menschen an. 100 Schuldnerberater*innen der Diakonie in Bayern haben im Jahr 2020 knapp 12.500 Menschen beraten und begleitet. Der Schwerpunkt der Beratung liegt bei sozial benachteiligten und von Armut betroffenen Menschen. Das Beratungsangebot ist für Ratsuchende kostenfrei. Ziel der sozialen Beratung ist es, die Ratsuchenden bei der Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation zu unterstützen und ihr Selbsthilfepotential zu fördern. Im Vordergrund stehen die Sicherung der Existenz der Ratsuchenden und eine mögliche Schuldenregulierung.

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„Take care! Zur Attraktivität sozialer Berufe"

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Aktionswoche der Diakonie

Nürnberg, 2. Juni 2021 Vom 7. bis 13. Juni 2021 findet die bundesweite Aktionswoche „Take care! Zur Attraktivität sozialer Berufe“ statt. Die Diakonie möchte damit auf den gesellschaftlichen Stellenwert sozialer Berufe hinweisen. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberufe, auch mit Blick auf ihre Systemrelevanz und Professionalität. Sandra Schuhmann, Vorständin der Diakonie Bayern: „Leider werden diese Berufe mit ihrem Beitrag für Demokratie, in ihrer Ermöglichung der sozialen Teilhabe oft marginalisiert und in ihrer wirtschaftlichen Produktivität unterschätzt; bis hin dass soziale Berufe als „Frauenberufe“ tituliert werden.“ Dem möchte die Diakonie die Bedeutung und die Gewichtigkeit der sozialen Berufe für das gesellschaftliche Miteinander entgegensetzen.

Die im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen Beschäftigten leisten Schuhmann zufolge einen unersetzlichen Beitrag für das gelingende gesellschaftliche Zusammenleben. Schuhmann: „Sie werden in berufsbildenden Schulen wie den Pflegeschulen, in Fachschulen und Hochschulen zu hochqualifizierten Fachkräften ausgebildet und in der Sozialwirtschaft beschäftigt. Ohne sie kann Gesellschaft nicht funktionieren.“

Wenn ein Ausweg aus der Krise der Sorge-Arbeit gefunden werden soll, müssten die Qualifikationen, die Tätigkeiten und ihre gesellschaftliche Leistung der sozialen Berufe angemessen anerkannt werden. Dies muss sich der Diakonie zufolge auch in den Arbeitsbedingungen und Löhnen niederschlagen. „Dazu gehört aber auch, dass das Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen entsprechend seines Beitrags zum Zusammenhalt der Gesellschaft materiell ausgestattet werden muss.“

Die Aktionswoche „Take care!“ bietet eine Plattform, auf der Informationen und Lesenswertes zum Thema bereitgestellt sind, die Möglichkeit besteht, bundesweite Aktionen in einem Kalender zu veröffentlichen, Statements und Perspektiven von namenhaften Personen zu lesen sind und auf der Unterstützer*innen und Freunde der Aktionswoche als Netzwerk und Verbund zur Stärkung der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberufe aufgebaut werden können. Die Plattform versteht sich als Angebot und Netzwerk. Die Diakonie in Bayern beteiligt sich mit regionalen Aktionen sowie eigenen Beiträgen, die auf der Website der Diakonie Bayern (www.diakonie-bayern.de) sowie auf den Social-Media-Kanälen der Diakonie Bayern zu finden sind. Mehr zur Aktionswoche gibt es auch unter www.takecare-aktionswoche.de

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Leistungen der Familien anerkennen. Leistungen für Familien vereinfachen.

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Diakonie Bayern zum Internationalen Tag der Familie

Nürnberg, 12. 05. 2021 Auf die enormen Leistungen von Familien im vergangenen Jahr hat die Diakonie Bayern anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai hingewiesen: „Die Politik entwickelt jetzt Konzepte, um die längerfristigen Folgen von Corona zu bewältigen – etwa, indem hohe Summen für Nachhilfeprojekte oder psychische Begleitung von Kinder- und Jugendlichen bereitgestellt werden“, sagte Sabine Lindau, zuständige Vorständin der Diakonie Bayern. „Es darf aber nicht vergessen werden, was die Familien als Ganzes im vergangenen Jahr geleistet haben.“

Als Beispiel nannte sie die Doppelbelastung durch Homeoffice und Homeschooling, in vielen Fällen verbunden mit der Pflege von Angehörigen. „Hinzu kam die Organisation der Freizeit und Ferien, da Spiel-, Freizeit-, und Erholungsmöglichkeiten weggefallen waren.“ Die Familie, so Lindau, sei ein starkes und leistungsfähiges System, wenn es allen darin gut ginge. „Wenn jedoch ein Teil besonderen Belastungen ausgesetzt ist, leidet das Gesamtsystem.“ Als Beleg dafür nannte Lindau die gestiegene Nachfrage belasteter Familien nach Beratungsangeboten in Bayern. Sie forderte darum die Politik auf, jetzt die Familie als ganzes in den Blick zu nehmen.

Corona habe wie in vielen anderen Bereichen auch die besonderen Problemlagen von Familien sichtbar gemacht. Insbesondere fehlen Lindau zufolge angemessener und vor allen Dingen bezahlbarer Wohnraum für Familien sowie geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Familienarmut. Es gebe zwar sehr viele Leistungen für Familien – sie zu beantragen sei jedoch in vielen Fällen für die Betroffenen zu kompliziert. „Das Bildungs- und Teilhabepaket etwa nehmen nur 40 Prozent aller Berechtigten überhaupt in Anspruch.“ Lindau wiederholte darum die Forderung der Diakonie Bayern nach einer Kindergrundsicherung, in der die entscheidenden Familienleistungen wie das Kindergeld, der Kinderzuschlag und die Kinderfreibeträge gebündelt werden sollten. „Nach Einkommen gestaffelt, könnte es ab Geburt ausbezahlt werden – ohne Anrechnung auf die Leistungen nach dem SGB-II.“ Neben einem leichteren Zugang für die Betroffenen hätte ein solche Lösung auch eine deutliche Entbürokratisierung zur Folge.

An den Freistaat richtete Lindau die Forderung, bei der Unterstützung der Kommunen nicht nachzulassen: „Im kommunalen Finanzausgleich müssen die Kreise und kreisfreien Städte in den nächsten Haushaltsjahren entlastet werden, um auch in Zukunft ihrer wichtigen Rolle bei der Unterstützung der Familien gerecht werden zu können. “ Neben dem Ausbau von Schulen und Kindergärten dürften die Kommunen trotz der finanziellen Folgen von Corona nicht an den niedrigschwelligen Diensten und Angeboten, wie z.B. Beratungsstellen und Familienzentren, die neben Krisenintervention auch präventiven Charakter haben, sparen. Lindau: „Wenn am falschen Ende der Rotstift angesetzt wird, wird sich das langfristig in Mehrausgaben niederschlagen.“

Der Internationale Tag der Familie am 15. Mai 2021 ist ein von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufener Tag zur Bekräftigung der Bedeutung von Familien.

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Freie Wohlfahrtspflege Bayern zum Tag der Pflegenden:

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Der Symbolik müssen endlich Taten folgen

München, 11. Mai 2021 – Die Pandemie hat eines gezeigt: Ohne die Pflegenden und ohne die Sorgearbeit insgesamt kann unsere Wirtschaft, kann unsere Gesellschaft nicht existieren. Noch nie wurde unserer Gesellschaft bewusst, wie wichtig die Pflegeberufe sind. Die Pflegekräfte arbeiten seit Beginn der Pandemie am Rande der Erschöpfung, um die Pflege sicherzustellen. Sie können kein Homeoffice machen. „Dieser Einsatz verdient allerhöchsten Respekt und Anerkennung!“, so Margit Berndl, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, anlässlich des Tags der Pflegenden am 12. Mai.

„Nach über einem Jahr Pandemie ist es mehr als überfällig, dass den anerkennenden Worten und der Symbolik Taten folgen. Wir brauchen endlich eine Pflegereform, die ihren Namen verdient!“ fordert Margit Berndl. Für gute Qualität in der Pflege braucht es bessere Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und höhere Gehälter für die Pflegekräfte, sind sich die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege Bayern einig.

Die Finanzierungslogik der Pflegeversicherung muss auf den Prüfstand

Dafür brauche es eine gesicherte Finanzierung. „Viele Einrichtungen wollen gern mehr zahlen. Sie bekommen es aber nicht von den Pflegekassen refinanziert“, so Berndl. In unserem Pflegesystem gehe jede Kostensteigerung oftmals zu Lasten der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. „Das darf nicht sein! Die Finanzierungslogik der sozialen Pflegeversicherung muss komplett auf den Prüfstand gestellt werden!“, fordert Berndl. „Und es muss viel mehr Geld ins System!“

Pflegepolitik ist eine zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Denn die Generation der Babyboomer, die bald in Rente geht, macht ein Viertel der Bevölkerung aus.

Bezahlte Auszeit für pflegende Angehörige

Margit Berndl ist ein weiterer Aspekt am Tag der Pflegenden wichtig: In Bayern werden 70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause gepflegt. Für die pflegenden Angehörigen war das vergangene Jahr eine riesige Belastung: die Sorge vor Ansteckung, fehlende Entlastungsangebote, weil die Tagespflegen und Kurzzeitpflegen geschlossen waren, der Aufnahmestopp in den stationären Einrichtungen. „Wir brauchen eine bezahlte Auszeit für pflegende Angehörige – nach dem Vorbild von Elternzeit und Elterngeld!“ fordert Berndl.

Margit Berndl mahnt abschließend: „Die wichtige Arbeit der Pflegenden und die große Bedeutung aller Sorgeberufe für das Funktionieren unserer Gesellschaft darf auch nach Corona nicht vergessen werden – wenn die finanziellen Scherben wieder aufgekehrt werden müssen.“

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Susann Engert | Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern
Tel: 089 30611-137 | Mail: susann.engert(at)paritaet-bayern(dot)de Maria Heiland | Freie Wohlfahrtspflege Bayern
Tel: 089 54497-132 | Mail: info(at)freie-wohlfahrtspflege-bayern(dot)de

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Notversorgung so wichtig wie nie

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Bayerische Bahnhofsmissionen registrieren deutlich mehr Armut

Nürnberg/München: Eine (warme) Mahlzeit, Tee und Kaffee, Alltagsmasken oder Winterbekleidung – im Pandemiejahr 2020 fehlte es den Gästen der bayerischen Bahnhofsmissionen an vielem zum Leben. „Die Not war deutlich spürbar und ist es immer noch“, so Hedwig Gappa-Langer und Harald Keiser von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern. Noch nie zuvor leisteten die größtenteils ökumenisch getragenen Hilfeeinrichtungen so oft materielle Hilfen wie 2020.

 

Allein in München, Bayerns größter Bahnhofsmission, registrierten die Verantwortlichen  im Jahr 2020 rund 207 000 Kontakte – 90.000 mehr als 2019. Im Durchschnitt wurden 567 Menschen gezählt, die ein- oder mehrmals täglich kamen, an manchen Tagen waren es sogar bis zu 700. Im Jahr zuvor gab es im Mittel „nur“ 320 Kontakte pro Tag. Insgesamt erbrachten die Münchner Mitarbeitenden 284 000 Hilfeleistungen – von der Krisenintervention über seelsorgerische Gespräche bis zur Vermittlung einer Übernachtungsmöglichkeit oder eben den materiellen Hilfen. „In den ersten Wochen der Pandemie übernahmen wir in der Bahnhofsmission München fast alleine die Notversorgung der Münchner Armutsbevölkerung“, so Bettina Spahn und Barbara Thoma, die beiden Leitungen der Einrichtung. Die Stärkung mit Tee, Kaffee, Wasser und Brot nahm von 2019 auf 2020 von rund 105 000 auf 163 000 Ausgaben zu. Es war klar, dass die Bahnhofsmission entlastet und weitere Angebote der Notversorgung geschaffen werden mussten, was dann im Jahresverlauf auch gelang.

 

Ähnlich gestaltete sich die Situation in den anderen Bahnhofsmissionen in Bayern. Die Ausgabe von materiellen Hilfen ist um fast ein Viertel von knapp 43 000 auf 53 000 gestiegen, obwohl die Anzahl ihrer Kontakte um rund 20 Prozent gesunken ist – nicht zuletzt auch durch den Wegfall vieler Reisehilfen. „Die Armut wächst überall“, so Gappa-Langer, zuständige Referentin beim Caritas-Fachverband IN VIA Bayern e.V..  Gemeinsam mit ihrem Kollegen Harald Keiser von der Diakonie Bayern hat sie die Zahlen für 2020 ausgewertet und festgestellt: „Obwohl die meisten Bahnhofsmissionen coronabedingt ihr Angebot, Aufenthaltsmöglichkeiten und Öffnungszeiten zurückfahren mussten, sind deutlich mehr arme, kranke und obdachlose Menschen gekommen, deren ohnehin prekäre Lebenssituation sich weiter verschärft hat.“ Alle 13 bayerischen Bahnhofsmissionen zusammen leisteten 2020 knapp 539 000 Mal Hilfe.

 

Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften haben die Arbeit der Bahnhofsmissionen vor Ort verändert. „Das Wichtigste an der Bahnhofsmissionsarbeit ist eigentlich der Austausch, ein offenes Ohr zu haben und für die Menschen da zu sein", so Gappa-Langer, „hinter Plexiglasscheiben und Masken ist das sehr schwierig.“ Die 2020 größtenteils geschlossenen Aufenthaltsräume fehlten den Gästen als Ort zum Ausruhen und zur Kontaktaufnahme. Stattdessen war die Versorgung der Hilfesuchenden an extra geschützten Ausgabefenstern in den Vordergrund gerückt.  Mitarbeitenden wie Klienten machte diese „Hilfe auf Abstand“ zu schaffen. Denn Bahnhofsmission ist eigentlich viel mehr als eine Einrichtung zur Notversorgung. „Die Mitarbeitenden hoffen sehr, dass sich die Situation in den nächsten Monaten entspannt“, betont Gappa-Langer, „es ist wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“ So könnten auch möglichst früh konkrete Notlagen erkannt und die Menschen gezielt an Facheinrichtungen und -beratungsstellen weitervermittelt werden. Beispielsweise wenn der Schuldenberg wächst, eine Wohnungskündigung bevorsteht oder bei ähnlichen Problemen.

 

Eine große Welle der Solidarität hat den Bahnhofsmissionen durch die Krise geholfen. "Wir sind den zahlreichen Spenderinnen und Spendern sehr dankbar“, so Keiser, „nur so konnten die Einrichtungen vor Ort den gestiegenen Anforderungen gerecht werden und die Not der Hilfesuchenden lindern.“

 

Obdachlose, Flüchtlinge, psychisch Kranke oder Reisende – sie alle finden in den 13 bayerischen Bahnhofsmissionen Zuflucht, Rat und Hilfe. Nahezu 345 000 Kontakte zu Hilfesuchenden zählten die ökumenischen Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirche 2020. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden leisteten 2020 knapp 539 000 Mal Hilfe – trotz vieler Einschränkungen bei Aufenthaltsmöglichkeiten, Öffnungszeiten und dem fast völligen Wegfall der Reisehilfen.

 

Am 17. April 2021 ist der Internationale Tag der Bahnhofsmission. Anders als üblich kann er dieses Jahr pandemiebedingt leider nicht mit öffentlichen Präsenzveranstaltungen vor Ort stattfinden. Unter dem Motto „In Verbindung bleiben“ feiern die Mitarbeitenden der Bahnhofsmissionen bundesweit daher als Zeichen der Verbundenheit am 16.4. einen Online-Gottesdienst, um den inneren Zusammenhalt in den schwierigen Zeiten zu stärken.

 

Weitere Informationen erhalten Sie von:

 

IN VIA Bayern e.V., Kath. Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit

Referat Bahnhofsmission

Kontakt: Hedwig Gappa-Langer

Juifenstraße 2 · 81373 München

Tel.: (089) 7 14 85 01

gappa-langer(at)bahnhofsmission(dot)de

 

Diakonisches Werk der

Ev.-Luth. Kirche in Bayern e.V.

Harald Keiser

Pirckheimerstraße 6

90408 Nürnberg

Tel.: (0911) 93 54 -361

Fax: (0911) 93 54 -360

keiser@diakonie-bayern.de

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Corona darf nicht zum Armuts-Tsunami werden

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Jahrespressekonferenz der Diakonie Bayern: Deutliche Verbesserungen in der Pflege angemahnt.

Nürnberg, 16. 03. 2021 Deutliche Verbesserungen in der Pflege hat die Diakonie Bayern gefordert. Angesichts von bis zu 150.000 fehlenden Vollzeitkräften bis 2050 allein in Bayern sei es allerhöchste Zeit, hier die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sagten Vertreter und Vertreterinnen des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverband bei der heutigen Jahrespressekonferenz in Nürnberg. „Gesundheits- und Pflegeminister Holetschek hat dies erkannt und am vergangenen Wochenende Vorschläge zu einer Reform der Pflege gemacht“, so Sandra Schuhmann, Vorständin Gesundheit und Teilhabe. „Allein – die Umsetzung der meisten Ideen wird sehr lange brauchen.“ Schuhmann brachte darum erneut den Vorschlag ins Gespräch, Mitarbeitenden in der Pflege einen zusätzlichen Steuerfreibetrag in Höhe von monatlich 500 Euro einzuräumen. „Dies wäre rasch umzusetzen und  im Geldbeutel sofort zu spüren.“

Der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, bedauerte vor diesem Hintergrund erneut das Scheitern eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags für die Pflege. „Ich hätte mir gewünscht, dass die zuständigen Arbeitsrechtlichen Kommissionen auf Bundesebene hier ein anderes Signal ausgesandt hätten.“ Dieser Vertrag – das Zustandekommen war vor vierzehn Tagen aufgrund der Ablehnung durch die Caritas gescheitert – hätte für viele Mitarbeitende insbesondere bei den privaten Anbietern eine zum Teil deutliche Verbesserung der Gehälter zur Folge gehabt; manche sprechen bei einzelnen Anbietern gar von einem Mehr von über 25 Prozent. Bammessel: „Die Diakonie zahlt in den allermeisten Fällen zwar bereits heute besser als im – gescheiterten – Vertrag vorgesehen. Aber selbst bei uns gibt es in den unteren Gehaltsgruppen, den Pflegehilfskräften, einen gewissen Nachholbedarf.“

Auch Bammessel wies darum auf die dringend notwendige Reform der Pflegeversicherung hin: „Eine spürbare Lohnverbesserung erfordert im Gegenzug zwingend auch bessere Leistungen der Pflegeversicherung – und die sind noch nicht in Sicht.“ Das bisherige System der gedeckelten Kassenleistungen sorge dafür, dass Verbesserungen in der Pflege und insbesondere Lohnerhöhungen immer zu Lasten der Bewohnerinnen und Bewohner gehen - und schon jetzt seien die Kosten eines Pflegeheimplatzes für viele Familien kaum mehr zu stemmen. Bammessel: „Die Menschen in der Pflege, gerade in der Altenpflege, stehen in der Corona-Krise unglaubliche Belastungen durch. Sie haben es verdient, dass alle maßgeblichen Akteure gemeinsam und entschieden endlich Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen und den Gehältern erreichen. Ich fordere darum die Beteiligten in Politik, Verbänden und Gewerkschaften dazu auf, doch noch einen gemeinsamen Weg zu finden, um ein verbindliches Lohnniveau zu erreichen.“

Als besonders belastend wirkt sich Corona der zuständigen Vorständin, Sabine Lindau, zufolge auf Kinder, Jugendliche und Familien aus: „Etwa jedes dritte Kind hat aufgrund der Corona-Pandemie mit psychischen Belastungen zu kämpfen– vor der Pandemie waren es 'nur‘ 20 Prozent.“ Besonders alarmierend sei, dass Kinder aus sozial schwachen Familien betroffen seien; Wut, Aggressionen und psychosomatische Beschwerden hätten deutlich zugenommen. Diese belegten indirekt auch die Zahlen der diakonischen Beratungsstellen in Bayern: „Obwohl die Beratungen aufgrund von Corona unter besonderen Bedingungen durchgeführt werden mussten, ist die Zahl der Beratungsgespräche nahezu gleichgeblieben: Ein Zeichen für den hohen Bedarf, aber auch für das außergewöhnliche Engagement der Mitarbeitenden in den Beratungsstellen.“ Lindau forderte, die Situation von Familien während, aber auch nach Corona deutlicher in den Blick zu nehmen. „Nach wie vor ist der Zugang zu familienpolitischen Leistungen aufgrund komplizierter Antragswege für viele Familien erschwert. Hier brauchen wir einen erleichterten Zugang und eine Bündelung der Leistungen bis hin zu einer Kindergrundsicherung.“

Obwohl die Pandemie für die etwa 700 Träger diakonischer Einrichtungen in Bayern auch massive wirtschaftliche Folgen hatte, sind Insolvenzen ausgeblieben. Dies führt Wolfgang Janowsky, im Vorstand zuständig für Recht, Wirtschaft und Finanzen, auf die zahlreichen Schutzschirme und Förderprogramme der Politik zurück. „Auch wenn der bürokratische Aufwand immens ist – die Programme funktionieren.“ Janowsky warnte jedoch davor, Schutzschirme zu früh wieder auszusetzen. „Corona wird die soziale Arbeit noch lange vor Herausforderungen stellen – die Politik muss sich darauf einstellen, die Schutzmaßnahmen entsprechend zu verlängern.“

Auch Janowsky betonte die Rolle der diakonischen Beratungsdienste: „Arbeitslosen-, Schuldner- oder Wohnungslosenberatung etwa werden in Zukunft besonders wichtig sein, um die sozialen Folgen von Corona zu bewältigen.“ Gleichzeitig seien gerade diese besonders auf kommunale und staatliche Zuschüsse angewiesen. „Andererseits rechnen die Kommunen in den kommenden Jahren mit deutlich sinkenden Gewerbesteuereinnahmen, so dass wir ausgerechnet in diesen Arbeitsfeldern Kürzungen der Fördermittel befürchten müssen.“ So nachvollziehbar die Situation der Kommunen sei, so falsch wäre es, bei diesen sozialen Leistungen zu kürzen. Corona hätte sonst für viele Menschen Langzeitschäden zur Folge, die es aus Sicht der Diakonie unbedingt zu vermeiden gilt. Janowsky: „Wir sollten alles daransetzen, dass auf die Corona-Wellen kein Armuts-Tsunami folgt!“

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