Zum Inhalt springen
Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2017

Diakonie fordert einheitliche Standards für Wohnungslosenhilfe.

Weiterlesen >

„Herzogsägmühler Erklärung“ bei Fachtagung verabschiedet.

 

Nürnberg, 14.11. 2017 Etwa 25.000 Menschen gelten allein in Bayern als wohnungslos – sie verfügen über keinen eigenen Wohnraum, leben vorübergehend in Unterkünften, unterstützenden Einrichtungen oder gar auf der Straße. Ihnen allen stehen Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch XII zu. Dazu zählen Beratung und persönliche Unterstützung wie zum Beispiel Maßnahmen bei der Erhaltung und Beschaffung einer Wohnung, Unterstützung bei der Überwindung sozialer Schwierigkeiten sowie auch Hilfen zur Erlangung und Sicherung eines Arbeitsplatzes. „Es macht allerdings einen Unterschied, ob ich als Betroffener in Oberbayern oder Schwaben lebe. Denn die Hilfen nach dem SGB XII werden höchst unterschiedlich gewährt“, kritisiert der 2. Vorstandsvorsitzende der Diakonie Bayern, Dr. Tobias Mähner, die gegenwärtige Praxis. Gemeinsam mit dem Evangelischen Fachverband Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe fordert die bayerische Diakonie anlässlich einer Fachtagung in der „Herzogsägmühler Erklärung“ einheitliche Standards bei der Hilfegewährung für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten – gerade auch bei längerfristigen Hilfeverläufen.

Wie deutlich die Unterschiede sind, zeigt etwa der Vergleich zwischen den Bezirken Schwaben und Oberbayern: In Schwaben erhalten Betroffene in weiten Teilen nur dann Hilfe, die über einen längeren Zeitraum hinausgehen, wenn ihnen eine Behinderung attestiert wird. In Oberbayern hingegen gibt es differenzierte Leistungsvereinbarungen für die unterschiedlichen Hilfsangebote der Wohnungslosenhilfe zwischen dem Bezirk als Kostenträger und den Trägern der Wohlfahrtspflege.

„Es geht hier um Frauen und Männer, deren soziale Schwierigkeiten sich verfestigt haben.“ erklärt Andreas Kurz, Vorsitzender des Fachverbandes. In der Regel lägen neben den sozialen Schwierigkeiten Mehrfachproblemlagen wie Arbeitslosigkeit, körperliche und/oder psychischen Beeinträchtigungen oder Suchterkrankungen vor. „Sie sind auf längerfristige Hilfen angewiesen, und für sie benötigen wir eine bayernweit einheitliche Praxis bei der Bewilligung von Langzeithilfen, also von Angeboten, die über die kurzfristige Unterbringung hinausgehen.“ Die bisherige Praxis werde aber weder den Betroffenen gerecht noch biete sie für die Träger der Hilfsangebote die benötigte Planungssicherheit. In ihrer Erklärung fordern Diakonie und Fachverband die bayernweite Anerkennung insbesondere der Langzeithilfen für die Betroffenen. Mähner: „Es kann nicht sein, dass hier nach zweierlei Maß gemessen wird. Nicht zuletzt deswegen, weil der Auftrag der bayerischen Verfassung, überall im Freistaat für gleiche Lebensbedingungen zu sorgen, auch für diese Personengruppe gilt.“

Die Diakonie Bayern bietet knapp 1.200 Plätze für wohnungslose Menschen in stationären, teilstationären und ambulanten Maßnahmen bei 13 verschiedenen diakonischen Trägern in Bayern an - der überwiegende Teil davon auf Grundlage der §§ 67ff. des SGB XII als Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten.

Der Fachverband Evangelische Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe (FEWS) in Bayern ist ein Zusammenschluss von über 30 diakonischen Trägern der Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe im Diakonischen Werk Bayern.

 

Hier gehts zur „Herzogsägmühler Erklärung“.

< Schliessen

Mehr Geld, mehr Beteiligung.

Weiterlesen >

Diakonie und Erziehungsverband fordern Hilfe beim Rückbau der Angebote für unbegleitete minderjährige Ausländer.

Nürnberg, 8.11.2017 Mehr finanzielle Unterstützung und eine bessere Beteiligung an Planung und Steuerung – nur so kann nach Ansicht der Diakonie Bayern und des Evangelischen Erziehungsverbandes (EEV) der Rückbau der Angebote für die sogenannten „UMAs“ gelingen. „Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen Ausländer ist von 2016 auf 2017 um nahezu 25 Prozent zurückgegangen – dies hat spürbare Auswirkungen auf die Träger und Einrichtungen der Jugendhilfe“, so Sandra Schuhmann, Fachvorständin der Diakonie Bayern, heute auf der ConSozial in Nürnberg.

 

In den Jahren 2014 und 2015 haben die Jugendhilfeträger der Diakonie Bayern – nicht zuletzt auch auf Druck der öffentlichen Jugendhilfe - ihre Angebote für minderjährige Flüchtlinge massiv ausgebaut. Schuhmann: „Die Träger der Diakonie Bayern haben im Jahr 2016 über 1.700 Plätze in ihren Einrichtungen bereitgestellt. Viele davon wurden angesichts des rasch gestiegenen Bedarfs extra geschaffen.“ Für die Träger bedeutete dies: Anstellung entsprechend geschulter Mitarbeitender sowie Anmietung geeigneter Räumlichkeiten.

 

Allerdings: Bereits nach der Einführung der bundesweiten Verteilung der Flüchtlinge im Herbst 2015 ist die Zahl der UMAs spürbar zurückgegangen – ein Trend, der sich in den Jahren 2016 und 2017 fortgesetzt hat. Wurden im Juli 2016 noch rund 64.000  UMA in Deutschland (11.000 in Bayern) versorgt, so waren es ein Jahr später nur noch rund 58.000 (9.000 in Bayern) – mit entsprechenden Folgen für die Diakonie: Sie hat in den letzten 18 Monaten knapp 800 Plätze gestrichen. Sandra Schuhmann: „In Stellen bedeutet dies: Etwa 320 Fach- und Betreuungskräfte sowie Fachdienste, Hauswirtschaft, Verwaltung etc. Diese Stellen mussten im Zuge des Rückbaus innerhalb von 14 Monaten entweder umgeschichtet, reduziert oder gestrichen werden.“

 

Für die Vorsitzende des EEV, Sigrun Maxzin-Weigel, stiehlt sich Politik hier aus der Verantwortung: „Die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind im Jahr 2015 in der Not der öffentlichen Hand zur Seite gesprungen. Nun werden sie weitgehend alleine gelassen. Das Sozialministerium verweist lapidar auf das „unternehmerische Risiko“ der freien Träger.“

 

Dabei ist die weitere Entwicklung aufgrund der politischen Lage kaum vorhersehbar – und bereits jetzt erleben die Träger, wie unterschiedlich in den einzelnen Kommunen mit der Situation umgegangen wird. Maxzin-Weigel: „Man kann von den freien Trägern kaum erwarten, dass sie auf eigenen Kosten Räume auf Verdacht anmieten und das entsprechende Personal vorhalten, damit sie vorbereitet sind, falls ihrer Region durch die landesweite Verteilstelle Jugendliche zugewiesen werden.“

 

Die beiden Verbände fordern darum neben einer Beteiligung der öffentlichen Jugendhilfe an den Kosten des Rückbaus auch eine bayernweite gemeinsame strukturelle Planung -  von öffentlicher und freier Jugendhilfe - wie mit stark schwankenden Bedarfen und den vorhandenen Ressourcen umgegangen werden soll, damit die Träger rechtzeitig und angemessen auf die schwankenden Bedarfe reagieren können – die zudem regional sehr unterschiedlich sind. Gleichzeitig warnen sie vor der Reduzierung des bestehenden differenzierten Angebots für UMA, die regional durch Schließung von – momentan – nicht benötigten Einrichtungen droht.

< Schliessen

Diakonie eröffnet Stadtklinik in Augsburg

Weiterlesen >

„Eine großartige Leistung unter erschwerten Bedingungen“

Nürnberg, 4. 11 2017 60 Millionen Euro Baukosten, neun Jahre Bauzeit in drei Bauabschnitten, 135 Planbetten und über 6.000 Operationen im Jahr. Es sind beeindruckende Zahlen, mit denen das diako in Augsburg heute bei der Einweihung seiner neuen Stadtklinik aufwartet. „Ich habe große Hochachtung vor dieser Leistung, zu der nicht nur hohe Fachlichkeit, sondern auch der christliche Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gehört“, gratulierte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, anlässlich der Einweihung. „Enormer Kostendruck, hohes Investitionsvolumen, schwer berechenbare Einflüsse der Politik, harte Konkurrenz um Fachkräfte – nur wenige diakonische Träger trauen sich heute noch an den Kliniksektor heran.“

Dies läge nicht zuletzt an der prekären Finanzierung in diesem Bereich. Daran, so Bammessel, seien nicht die Träger schuld, sondern es fehle vielmehr der politische Wille. „Die Kostenträger müssen mehr Verantwortung übernehmen.“ Der Neubau in Augsburg sei ein Beleg dafür, dass auch die Diakonie bereit sei, ihren Teil zur medizinischen Versorgung beizutragen. „Zwar hat der Freistaat von der Bausumme 40 Millionen Euro übernommen. Der Rest stammt aber aus Eigenmitteln der evangelischen Diakonissenanstalt Augsburg.“

Bammessel schloss sich den bayerischen Landräten an, die erst vor wenigen Tagen gefordert hatten, dass eine Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser auch Eingang in die Koalitionsverhandlungen auf Bundeseben finden müsse: „Es stimmt: Solange die Krankenkassen nicht die tariflichen Personalkostensteigerungen ausgleichen, bleiben die Krankenhäuser chronisch unterfinanziert.“ Dem „Bayerischen Krankenhaustrend“ der Bayerischen Krankenhausgesellschaft zufolge befürchten 44 Prozent der 350 Kliniken in Bayern, in  2017 ein Defizit zu erwirtschaften, und 30 Prozent rechnen mit einer „schwarzen Null“. Über den kommunalen Finanzausgleich könnten zwar die Bau- und Investitionskosten bezuschusst werden. „Für den laufenden Betrieb aber hilft das wenig.“

Die Personalsituation in den Krankenhäusern bereitet dem Diakoniechef darum Sorge. „Die Zahl der Patienten in deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen 25 Jahren um über drei Millionen gestiegen. Die Zahl der angestellten Pfleger und Pflegerinnen ist mit etwa 325.000 jedoch nahezu gleich geblieben.“ Rechnerisch müsse jeder Pfleger also 15 Patienten mehr versorgen als noch vor 25 Jahren – Patienten, die zudem deutlich älter seien als früher. „Die Attraktivität der Pflegeberufe muss dringend verbessert werden.“ Dazu gehören nach Bammessel Ansicht neben einem angemessenen Gehalt auch entsprechende Arbeitsbedingungen – „wie etwa eine verbindliche Personaluntergrenze in den Kliniken in Deutschland.“

< Schliessen

Hier kommen Sie an

Weiterlesen >

Diakonie Bayern auf der ConSozial am 8. und 9. November 2017 in Nürnberg

Nürnberg, den 3. 11. 2017 Am 8. und 9. November 2017 wird das Messezentrum Nürnberg wieder zum Treffpunkt für die Sozialbranche. Fach- und Führungskräfte, Wissenschaft, Verbände, Wirtschaft und Politik kommen auf Deutschlands größter KongressMesse für den Sozialmarkt miteinander ins Gespräch. Auch die bayerische Diakonie präsentiert sich auf der ConSozial, die heuer unter dem Motto „Zukunft Inklusion steht“.

 

Das Diakonische Werk Bayern stellt gemeinsam mit der Bank für Kirche und Diakonie in Halle 3 A, Stand-Nr. 409 aus und präsentiert mit „München für alle“ ein Projekt für eine inklusive Freizeitkultur. Hier können sich junge Menschen mit einer Behinderung beraten lassen, wie sie an Freizeit- und Kulturangeboten teilnehmen können. „München für alle“ richtet sich auch an Freizeit-Einrichtungen und berät diese, wie sie ihre Angebote inklusiv gestalten können.

 

Ebenfalls am Stand der Diakonie Bayern: Das Diakonie.Kolleg., die Fortbildungseinrichtung der bayerischen Diakonie. Besucher und Besucherinnen können mit einem „Kompass für die zukünftige Entwicklung“ die eigenen beruflichen Perspektiven, aber auch die ihres eigenen Unternehmens überprüfen. Für Spannung und Entspannung gleichermaßen sorgt wie im vergangenen Jahr eine Carrerabahn, an der sich Besucher und Besucherinnen spannende Wettrennen um attraktive Preise liefern können.

 

Insgesamt stellen sich im Messebereich in den Hallen 3 A und 4 A mehr als 240 Unternehmen und soziale Einrichtungen auf über 4.500 m2 Ausstellungsfläche mit ihren Produkten und Dienstleistungen, Konzepten, und Bildungsangeboten vor.

 

Öffnungszeiten der Messe:

Mittwoch, 8.11.2017 von 9:00 bis 17:30 Uhr

Donnerstag, 9.11.2017 von 9:00 bis 16:30 Uhr

 

Mehr zum Auftritt der Diakonie Bayern auf der ConSozial finden Sie unter www.diakonie-bayern.de/consozial

< Schliessen

Der Zeit voraus.

Weiterlesen >

Diakonie Neustadt-Aisch feiert Geburtstag

Nürnberg, 24. Oktober 2017 Was im Raum der bayerischen Diakonie mittlerweile an vielen Orten diskutiert und praktiziert wird – die Diakonie Neustadt-Aisch hat bereits vor vierzig Jahren damit begonnen: Die Zusammenarbeit über Dekanatsgrenzen hinweg. „Zu einer Zeit, als andernorts noch jeder Dekanatsbezirk sein eigenes Diakonisches Werk hatte, haben sich in diesem Teil Westmittelfrankens vier Dekanate zu einem gemeinsamen Werk zusammengeschlossen. Heute ist diese Zusammenarbeit eine Selbstverständlichkeit,“ so Michael Bammessel, der Präsident der bayerischen Diakonie, zum vierzigjährigen Jubiläum des Träger in Mittelfranken.

Das regionale Diakonische Werk ist zuständig für die diakonische Arbeit in den evangelischen Dekanaten Bad Windsheim, Markt Einersheim, Uffenheim und Neustadt an der Aisch, wo sich auch der Sitz des Werkes befindet. Gefeiert wird das Jubiläum jedoch bewusst in Bad Windsheim, um die regionale Vielfalt des Werks sichtbar zu machen.

Angefangen hat alles mit einer Erziehungsberatungsstelle, die zuvor keinen Träger fand, und schnell kamen weitere Beratungsstellen hinzu: die Suchtberatung, die Schuldnerberatung und der Sozialpsychiatrische Dienst. In den neunziger Jahren engagierte sich die Diakonie in Neustadt an der Aisch dann auch in einem klassischen diakonischen Aufgabenfeld, der Altenhilfe. In den vergangenen Jahren kam als weiteres Arbeitsfeld die Asylsozialarbeit dazu, die mittlerweile gemeinsam mit der Caritas angeboten wird. Für 2018 ist zudem die Eröffnung eines weiteren Seniorenheims in Diespeck geplant. Mit knapp 500 Mitarbeitenden ist die Diakonie Neustadt-Aisch mittlerweile der größte gemeinnützige Träger im Landkreis und gleichzeitig auch einer der größten Arbeitgeber.

Bammessel: „Die Vernetzung, die vor vier Jahrzehnten begann, hat sich also bewährt und reiche Frucht getragen. Ich wünsche den Mitarbeitenden der Diakonie Neustadt-Aisch auch für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.“

< Schliessen

„Die Kirche braucht eine Vitaminspritze"

Weiterlesen >

Für neue Ansätze der Zusammenarbeit

Nürnberg, 20. Oktober 2017 Für eine verbesserte Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie plädiert der Präsident der Diakonie Bayern. Bei einem Vortrag in Fürth anlässlich des bevorstehenden Reformationsjubiläums empfahl er beiden eine Vitaminspritze: „Kirche braucht ein wenig Vitamin D(iakonie), die Diakonie hingegen etwas Vitamin E(vangelium).“ Kirche ohne diakonisches Engagement werde einseitig und verliere an Glaubwürdigkeit. Die Diakonie ohne geistliches Leben hingegen werde zum reinen „Betrieb“.

Beides, so Bammessel, müsse aufeinander bezogen sein und so gegen den Trend zum gegenseitigen „Outsourcen“ arbeiten. „Wenn die Kirche für die sozialen Probleme an die Diakonie verweist und die Diakonie sich ihrerseits nur darum und nicht mehr auch um die Religion kümmert, fällt auseinander, was eigentlich zusammengehört.“ Zwar ließen sich die unterschiedlichen Schwerpunkte durch die jeweiligen Rahmenbedingenden erklären. „In der Diakonie muss aufgrund der Finanzierung durch die Kostenträger und die öffentliche Hand haarscharf gerechnet werden, die Kirchengemeinde hat hingegen eine – wenn auch kleine - Grundausstattung.“  Und es könne auch sinnvoll sein, manches organisatorisch zu trennen.

Bammessel plädiert dennoch für neue Ansätze der Zusammenarbeit. So werde etwa die zunehmende Inklusion zunehmend auch im alltäglichen Gemeindeleben spürbar werden: „Menschen mit Unterstützungsbedarf gehören mitten in das normale Leben.“ Verstärkt werde dieses Phänomen durch die zunehmende Auflösung der Großeinrichtungen der Behindertenhilfe. „Wenn Menschen mit einer Behinderung allein oder in einer Wohngruppe vor Ort leben, werden sie automatisch Teil der Kirchengemeinde.“

Auch den Bedarf in der Pflege bekäme man nur in den Griff, wenn „Dinge ineinander greifen: Pflege in der Familie, ambulante Dienste, Tagespflege ehrenamtliche Besuchsdienst und eben auch Teilhabe am Gemeindeleben.“

Bammessel: „Wir haben die Chance, das Anliegen des Diakonievaters Johann Hinrich Wichern wieder neu zu leben. Die Diakonie ist „meine Diakonie“ – das muss wieder Grundhaltung der Kirche und der kirchlich Engagierten werden.“

 

< Schliessen

„Fußball international“ gewinnt

Weiterlesen >

Diakonie Bayern prämiert vorbildliche ehrenamtliche Integrationsprojekte

Nürnberg, 19.10.2017 „Hier kommst du an“, so lautet das Jahresthema 2017/2018 der bayerischen Diakonie, und so heißt auch das Motto des diesjährigen Diakonie-Wettbewerbs. Die Ausschreibung fördert vier herausragende Projekte, die nachweislich erfolgreich zur Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft beitragen.

Zu Beginn der Flüchtlingswelle standen die Willkommenskultur und die Erstversorgung der Menschen im Mittelpunkt. Nun entwickeln sich die Initiativen und Hilfsangebote weiter. Die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen ihren Platz in unserer Gesellschaft finden und wirklich bei uns ankommen. Auch bei diesem Prozess ist das ehrenamtliche Engagement der entscheidende Schlüssel. Der Diakonie-Wettbewerb 2017 fördert diese Hilfe. 

Alle mehr als 1.300 Mitglieder des Diakonischen Werkes Bayern − z. B. diakonische Einrichtungen und Träger, Diakonievereine und Kirchengemeinden − konnten beim diesjährigen Wettbewerb mitmachen. Die Ausschreibung erfolgte zum 1. Februar 2017. Zum Einsendeschluss am 31. Mai 2017 lagen 18 qualifizierte Bewerbungen vor. Die siebenköpfige Jury, die sich aus dem Kreis der Organisatoren sowie externen Expertinnen Experten zusammensetzte, wählte die drei Preisträger für die regulären Preise aus. Sie schlug der Gumbertus Stiftung Ansbach, die den Wettbewerb heuer mit einem Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro unterstützt, drei weitere Projekte vor, unter denen der Stiftungsvorstand seine Wahl für die Preisvergabe traf. 

Folgende Preisträger wurden auf der Preisverleihung im Rahmen der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes Bayern im „südpunkt“ Nürnberg ausgezeichnet: 

Der erste, mit 2.000 Euro dotierte Preis, gespendet vom Versicherer im Raum der Kirchen, geht an den Fußballverein „Herzogsägmühle International“

Die CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft spendet den zweiten Preis in Höhe von 1.500 Euro. Prämiert wird das Laurentius-Gymnasium der Diakonie Neuendettelsau für ein Kooperationsprojekt zur Sprachförderung zwischen Gymnasiast/-innen und Grundschüler/-innen mit Migrationshintergrund.  

Der dritte, mit 1.000 Euro dotierte Preis der Evangelischen Bank zeichnet die Ehrenamtsarbeit des Diakonischen Werkes Schweinfurt in der Flüchtlingshilfe aus.

Das Lernpaten-Projekt für Kinder aus Asyl- und Flüchtlingsfamilien des Diakonischen Werkes Freising erhält den Sonderpreis der Gumbertus Stiftung Ansbach in Höhe von 1.000 Euro.

Beim 2015 gegründeten Fußballverein „Herzogsägmühle International“ spielen Flüchtlinge aus verschiedensten Nationen mit. Fußball fördert ihre Integration: Sport und Spaß stehen im Mittelpunkt und helfen Stress und Sorgen zu vergessen. Die junge Mannschaft hat Erfolg: Von den Spielern aus Asien, Afrika und Europa konnten vier bereits in einen deutschen Fußballverein integriert werden. 

Das Kooperationsprojekt des Laurentius-Gymnasiums Neuendettelsau ist ein Projekt von Schüler/-innen für Schüler/-innen: Die 15 bis 20 beteiligten Gymnasiast/-innen organisieren aus eigener Initiative ihr ehrenamtliches Engagement. Sie unterrichten in ihren Freistunden rund dreißig Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund an der Grund- und Mittelschule. Von den Schulleitungen bekommen sie Unterstützung. Die Lernfortschritte der Kinder mit Migrationshintergrund sind signifikant. Das Verständnis der Schüler/-innen füreinander wächst, und es entwickeln sich sogar Freundschaften. 

Um die enormen Integrationsaufgaben der Flüchtlinge in Schweinfurt zu bewältigen, arbeiten bei der örtlichen Diakonie Haupt- und Ehrenamtliche eng zusammen. Bei der Asylsozial- und Migrationsberatung der Diakonie Schweinfurt, die von 2015 bis 2017 von zwei auf zwölf Mitarbeiter/-innen ausgebaut wurde, engagieren sich knapp 300 Ehrenamtliche in verschiedenen Helfer- und Arbeitskreisen. Es wurden 60 Ehrenamtliche zu Behörden-begleiter/-innen ausgebildet. Weiter Aufgabenschwerpunkte sind die Wohnungsbörse und WohnIntegrationsPatenschaften. Das Diakonische Werk Schweinfurt kümmert sich mit einer eigenen „Ehrenamtsakademie“ um qualifizierte Fort- und Weiterbildungen. Mit Erfolg: Das ehrenamtliche Engagement ist in den letzten Jahren gewachsen und hat sich verstetigt. 

Das Diakonische Werk Freising hat in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungswerk Freising das Lernpaten-Projekt für Kinder aus Asyl- und Flüchtlings-familien entwickelt. Der Bedarf ist sehr hoch: Im Landkreis leben 2.200 Asylbewerber/-innen und ca. 10.000 Einwohner/-innen mit Migrationshintergrund. Davon sind viele Familien mit Kindern, die Lernförderung, Lernbegleitung und Unterstützung brauchen. Nach dem erfolgreichen ersten Projektdurchlauf mit neun Teilnehmer/-innen 2016 fand 2017 ein zweiter Durchlauf mit 10 Teilnehmenden statt. 

Das ehrenamtliche Engagement der vier Preisträger wurde während der Preisverleihung jeweils in Form eines kurzen Filmes vorgestellt. Die Filme sind u. a. auf youtube eingestellt: bit.ly/2yyMeNt

< Schliessen

Mitgefangen, mitgehangen.

Weiterlesen >

Kindern aus Hartz-IV-Familien wird der Aufstieg verwehrt.

 

Nürnberg, 19. Oktober 2017 „Kinderarmut ist die Folge davon, dass die großen sozialen Risiken wie Alter, Krankheit oder Arbeitslosigkeit sozialisiert sind und von den versicherungspflichtig Beschäftigten finanziert werden – während die Kinderkosten vorwiegend von den Eltern selber getragen werden.“ Zu diesem Schluss kommt Professor Anne Lenze von der Hochschule Darmstadt. Auf der Mitgliederversammlung der Diakonie Bayern, die heute in Nürnberg stattfindet, stellte sie fest: „Die Kinder von Hartz IV-Empfängern werden so knapp gehalten, dass der Anschluss an die Mittelschicht in der Regel nicht gelingen kann.“

Lenze zufolge hat das Beschäftigungswachstum der vergangenen Jahre nichts an der Kinderarmut geändert, denn 21 Prozent aller Beschäftigten arbeiten im Niedriglohnbereich: „Auch mit dem Mindestlohn von 8,55 Euro lässt sich kein Kind unterhalten.“ Die Kosten für Kinder könnten von gut verdienenden Eltern der Mittelschicht getragen werden, nicht aber von Arbeitslosen, Geringverdienern und Alleinerziehenden. „Deswegen finden sich in diesen Konstellationen die meisten armen Kinder.“ Hinzu komme die hohe Belastung durch die Kosten für die Miete. „In bestimmten Städten wie München oder Freiburg macht die Miete schon die Hälfte des Familieneinkommens aus.“

Die vorhandenen Sozialleistungen für Kinder der betroffenen Familien bewertet Lenzte kritisch. Ein Geflecht von gegenseitig anzurechnenden Sozialleistungen verhindere, dass sich die Situation armer Kinder in Deutschland verbessere. Hinzu kommt, dass gerade Geringverdiener besonders hart davon betroffen sind, dass die Unterhaltskosten für Kinder nicht von der Bemessungsgrundlage der Sozialversicherung abgezogen werden können. 

Lenze fordert darum, dass die Kosten für den Unterhalt von Kindern in niedrigen Einkommensbereichen vollständig vom Staat übernommen werden. Die verschiedensten Leistungen für Kinder und Familien sollten zu einem „großen Kindergeld“ bzw. zu eine Kindergrundsicherung zusammengefasst werden, wie es auch die Diakonie in Bayern vorgeschlagen hat. 

< Schliessen

„Zu vieles ist noch unklar.“

Weiterlesen >

Geschäftsführende der Diakonie Bayern fordern Verschiebung der bayerischen Integrationsrichtlinie bis Ende 2018

Nürnberg 09.10.2017 Vor einem Schnellschuss bei der geplanten „Beratungs- und Integrationsrichtlinie“ (BIR) des Bayerischen Sozialministeriums haben in Nürnberg die Geschäftsführenden der Diakonie in Bayern gewarnt. Zu viele Fragen seien noch ungeklärt, so die Konferenzteilnehmenden. Man begrüße zwar die vom Sozialministerium geplante Zusammenlegung von Asylsozial- und Migrationsberatung. „Dies sollte aber erst nach gründlicher Diskussion und unter Beteiligung aller Partner geschehen“, so das Votum der Geschäftsführenden der Diakonie Bayern in Nürnberg.

Die Richtlinie sieht u.a. vor, die bislang getrennten Beratungsbereiche zusammenzulegen und aus einem gemeinsamen Budget zu finanzieren. Grundlage für die Budgetbemessung sollen nach dem Willen des Sozialministeriums die Zahlen aus dem Ausländerzentralregister sein. In der Datenbank werden alle in Deutschland lebenden Ausländer und Ausländerinnen erfasst, jedoch ist der Datenbestand häufig nicht aktuell. Zudem lassen allein die Gesamtzahlen der in einer Stadt oder einem Landkreis lebenden Ausländer keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Beratungsbedarf einzelner Gruppen zu. Denn erfasst werden neben Asylsuchenden etwa auch ausländische Hochschulprofessoren oder Mitarbeitende internationaler Konzerne.

Die Vertreter und Vertreterinnen die Diakonie begrüßten zwar ausdrücklich, dass die Richtlinie die gesamte Breite der verschiedenen Beratungsangebote, darunter etwa auch die Hausaufgabenhilfen und die Integrationslotsen, erfasse.  „Bis heute wissen wir aber noch nicht, wer zukünftig wofür zuständig sein soll, wie der Stellenschlüssel aussieht, und wie hoch das Budget sein wird“, kritisiert die Diakonie den Richtlinienentwurf. „Bei einem so zentralen und komplexen Thema wie der Integration sollte auf Schnellschüsse verzichtet werden.“

Weiterhin gebe es auch zukünftig keinen Rechtsanspruch auf Förderung der Beratungsangebote. „Im Gegensatz - dies wird gleich in der Präambel der geplanten Richtlinie verneint und auf die jeweilige Kassenlage verwiesen.“ Es dürfe nicht sein, dass die Asylsozial- und Migrationsberatung weiterhin nur unter dem Finanzierungsvorbehalt des Freistaates möglich sein soll.

Die Geschäftsführendenkonferenz der Diakonie Bayern tagt dreimal jährlich; hier treffen sich Vertreter und Vertreterinnen von etwa 70 diakonischen Trägern aus dem Freistaat.

< Schliessen

Leben bis zuletzt.

Weiterlesen >

Diakonie Bayern eröffnet Herbstsammlung 2017

Fast alle Menschen wünschen sich, zuhause und in ihrer vertrauten Umgebung zu sterben. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus, wie eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigt: Die meisten Menschen sterben in Deutschland nach wie vor nicht zuhause, sondern im Pflegeheim, im Hospiz oder im Krankenhaus. Hier endet jedes zweite Leben in Deutschland. Nur jeder vierte Mensch stirbt dort, wo er es sich eigentlich gewünscht hat: zuhause.

Trotz der jüngsten Würdigung durch das Hospiz- und Palliativgesetz: Die Begleitung von Menschen am Lebensende ist ein gesellschaftlich wichtiges Thema und stellt die privaten und öffentlichen Träger im Sozial- und Gesundheitsbereich vor große Herausforderungen. Problematisch sind etwa der Personal- und Zeitmangel in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Denn Sterbebegleitung, ob zu Hause, im Hospiz oder in einer Pflegeeinrichtung, beinhaltet immer auch Abschieds- und Trauerbegleitung. Viele diakonische Einrichtungen arbeiten deshalb eng mit der Hospizbewegung und den örtlichen Hospizvereinen zusammen, um den Bewohnerinnen und Bewohnern im Abschied zur Seite zu stehen. Neben den Hauptberuflichen unterstützen so ehrenamtliche Hospizbegleiter Sterbende und ihre Familien auf dem letzten Lebensabschnitt. Für die Ausbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Sterbebegleitung und andere diakonische Leistungen bittet das Diakonische Werk Bayern vom 09. bis 15. Oktober 2017 um Spenden.

Eröffnet wird die diesjährige Herbstsammlung am

Sonntag, den 8. Oktober

um 10. 00 Uhr

mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Johannes
Augsburger Str. 36 a
93051 Regensburg

Die Predigt wird der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel halten.

 

 

Die Begleitung von Menschen am Lebensende steht übrigens auch im Mittelpunkt des Videoblogs „Menschenskind“ der Diakonie Bayern mit Diakoniepräsident Michael Bammessel. Sie finden den Blog im YouTube-Kanal der Diakonie (www.youtube.com/DiakonieBayern) bzw. direkt unter http://bit.ly/2ystoIN

Die traditionelle Herbstsammlung der Diakonie Bayern findet seit über sechzig Jahren statt. Gesammelt wird sowohl in den evangelischen Gottesdiensten, auf der Straße und an den Haustüren. Spenden sind aber auch online unter www.diakonie-bayern.de oder telefonisch unter der Spendenhotline 0800 – 700 50 80 möglich.

30% der Spenden werden vom Diakonischen Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern eingesetzt. 70% der Spenden an die Kirchengemeinden verbleiben direkt im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort. Im vergangenen Jahr erbrachte die Herbstsammlung knapp 650.000 Euro.

< Schliessen

Ihr Kontakt

Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte