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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2017

Mehrheit der Deutschen findet Deutschland sozial ungerecht

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Diakonie veröffentlicht Sozial-O-Mat zur Bundestagswahl

Berlin/Coburg, 15. August 2017  61,7 Prozent der Deutschen sind der Meinung, in Deutschland ginge es nicht sozial gerecht zu. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Diakonie Deutschland, die vom Berliner Meinungsforschungsinstitut Civey erstellt wurde. „Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht überraschend“, sagt Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, dem Bundesverband der Diakonie. „Viele Menschen in unserem Land sehen eine wachsende soziale Ungleichheit. Es braucht mehr politisches Engagement, damit Deutschland sozial gerechter wird!“ Dazu könne jeder mit seiner Entscheidung bei der nächsten Wahl beitragen: „Wer bei der Bundestagswahl wählen geht, beeinflusst entscheidend die politische und soziale Entwicklung in unserem Land“, so Lilie heute in Coburg.

Mit einem neuen Frage-Antwort-Tool, dem Sozial-O-Mat, will die Diakonie ihren Beitrag dazu leisten. Er zeigt auf, welche Position zu ausgewählten sozialen Themen die einzelnen Parteien vertreten. Angelehnt an den Wahl-O-Mat müssen 12 Thesen aus den Themengebieten Familie, Flucht, Pflege und Armut mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" beantwortet werden. CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD  haben auf die gleiche Weise geantwortet. So können die Nutzer die eigenen Antworten mit denen der Parteien abgleichen und der Grad der Übereinstimmung wird errechnet. Beispielhafte Geschichten zeigen, welche Auswirkungen die verschiedenen politischen Ansätze zu den sozialen Themen für die betroffenen Menschen haben.  

„Beim Sozial-O-Mat geht es um die wichtigsten sozialen Themen unserer Zeit. Er soll die Wählerinnen und Wähler bei ihrer Wahlentscheidung unterstützen und ihnen verdeutlichen, welche Auswirkung ihre Wahl für das Leben der Menschen in unserem Land hat“, sagte Lilie  bei der Vorstellung des Sozial-O-Mat heute im oberfränkischen Coburg, der ersten Station einer mehrtägigen „Sommertour“ durch Deutschland, bei der er verschiedene Einrichtungen der Diakonie besucht und im Vorfeld der Bundestagswahl das Gespräch mit Politikern und Bundestagskandidatinnen und –kandidaten sucht.

Sie finden den Sozial-O-Mat unter www.sozial-o-mat.de .

 

Hinweis für Redaktionen:

„Wie sozial gerecht geht es Ihrer Meinung nach in Deutschland im Allgemeinen zu?“

Über einen Zeitraum von 10 Tagen stellte das Berliner Meinungsforschungsinstitut Civey insgesamt 5.037 Bundesbürgern diese Frage. Die repräsentative Umfrage kam zu dem Ergebnis:

37,5 Prozent der Deutschen empfinden Deutschland als “eher ungerecht”

24,2 Prozent als “sehr ungerecht”

Nur 37,5 Prozent der Deutschen halten dieses Land für sozial gerecht.

www.diakonie.de/journal/umfrage-mehrheit-findet-deutschland-sozial-ungerecht/

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Dr. Bernhard Petry neuer Leiter der Evangelischen Schulstiftung in Bayern

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Stiftungsrat wählt Akademieleiter zum Nachfolger von Erwin Meister

Nürnberg, 13. Juli 2017 Bernhard Petry, bisher Leiter der Diakonischen Akademie Rummelsberg, wurde am 12. Juli 2017 vom Stiftungsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Evangelischen Schulstiftung in Bayern gewählt. Er tritt die Nachfolge von Pfarrer Erwin Meister an, der die Schulstiftung seit 2006 leitete.

Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Diakoniepräsident Michael Bammessel, begrüßte die Wahl: „Dr. Bernhard Petry ist eine Persönlichkeit mit großer Integrationskraft und einer starken analytischen Gabe. Seine Aufgabe wird sein, die vielfältigen Interessen der evangelischen Schulträger zu bündeln, sie bei den kommenden Innovationsherausforderungen zu begleiten und den evangelischen Schulen im Freistaat eine starke Stimme zu geben. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm.“

Petry, geboren 1964 in Neustadt an der Weinstraße, war nach seinem Theologiestudium zunächst Pfarrer in München, ehe er 1996 als wissenschaftlicher Assistent an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wechselte. Von 2000 bis 2012 war er Studienleiter der Gemeindeakademie Rummelsberg, bevor er 2012 die Leitung der Diakonischen Akademie übernahm. Petry ist verheiratet und hat 2 erwachsene Töchter.

Zu seiner Wahl sagte er: „Jungen Menschen zu vermitteln was sie brauchen, um ihren Platz im Leben finden zu können, ist eine wunderbare Aufgabe. Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die wissen, wofür sie leben und die bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Evangelische Schulen leisten hierzu einen spezifischen Beitrag. Träger, Schulleitungen und Lehrkräfte dabei in Zukunft zusammen mit den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle unterstützen zu können, freut mich sehr. Ich bedanke mich bei den Mitgliedern des Stiftungsrates für ihr Vertrauen.“

Die bayerische Schulstiftung ist Dachverband für insgesamt 161 Evangelischen Schulen, Internate und Schülerheime in Bayern mit über 25.000 Schülerinnen und Schülern und über 3.000 pädagogischen Mitarbeitenden. Sie fördert die Schulentwicklung, bietet eigene Lehrerfortbildung an, berät in Rechts-, Finanz- und Personalfragen und fungiert als Anstellungsträger für die ihr angeschlossenen Schulträger. Der Vorstandsvorsitzende ist deshalb zugleich Dienstherr für rund 800 angestellte Lehrkräfte und Kirchenbeamte. Zu den evangelischen Schulen in Bayern zählen traditionsreiche Einrichtungen wie die Wilhelm-Löhe-Schule (Nürnberg) oder das Augsburger Stetten-Institut, aber auch Neugründungen der letzten Jahre wie das Würzburger Dag-Hammarskjöld-Gymnasium. Zur evangelischen Schulstiftung gehören ferner zahlreiche Förderschulen und Berufsfachschulen in diakonischer Trägerschaft. Dr. Petry wird sein Amt voraussichtlich gegen Jahresende antreten.

 

Für Rückfragen steht Ihnen die Bayerische Schulstiftung unter 0911-244 110 jederzeit zur Verfügung. Weitere Informationen zur Schulstiftung finden Sie auch im Internet unter www.essbay.de. Ein druckfähiges Foto von Dr. Bernhard Petry finden Sie hier (link zur Pressemeldung auf www.diakonie-bayern.de)

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Der ländliche Raum Chance für Kirche und Diakonie

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Sommerempfang von Diakonie Bayern und Kirchenkreis Ansbach-Würzburg

Nürnberg 13.07.2017 Die ländlichen Regionen dürfen bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung nicht abgehängt werden, so der Gerontologe Andreas Kruse (Heidelberg) beim gemeinsamen Sommerempfang der Diakonie Bayern und des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg heute in Wildbad Rothenburg. Besonders für Dörfer gelte: „Hier muss das Prinzip der Selbstorganisation besonders mit Leben gefüllt werden: Inwieweit können Einwohnerinnen und Einwohner bestimmte Dienste und soziale sowie kulturelle Aktivitäten selbst organisieren?“

In seinem Festvortrag vor knapp 250 geladenen Gästen aus Politik, Verbänden, Kirchen und Gesellschaft wies Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg darauf hin, dass gerade in Dörfern ein erweitertes Verständnis von ‚Subsidiarität‘ zentral sei. Kruse: „Hier erweist sich die enge Kooperation zwischen Familienangehörigen, Nachbarn und bürgerschaftlich engagierten Personen in der Unterstützung hilfe- oder pflegebedürftiger Menschen als besonders wichtig, wobei diese Sorgestrukturen durch hauptamtlich erbrachte Hilfe- und Pflegeleistungen flankiert oder gestützt werden müssen. Man kann hier auch von einer „geteilten Verantwortung“ sprechen.

Den Wohlfahrtsverbänden empfahl  Kruse, sich auch und vermehrt auf die Bedarfe in Dörfern sowie auf die Unterstützung der auf Hilfe oder Pflege angewiesenen Menschen konzentrieren, dabei aber auch konsequent das bürgerschaftliche Engagement nutzen. Denn dieses, so Kruse, sei gerade unter den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern recht stark ausgeprägt. „Bis zu 35 Prozent der 65-Jährigen und Älteren sind in irgendeiner Weise bürgerschaftlich engagiert.“

Zum Empfang gemeinsam eingeladen hatten Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern und Regionalbischöfin Gisela Bornowski, die die Veranstaltung mit einem geistlichen Wort eröffnete. Diakoniepräsident Bammessel betonte die Chance von Kirche und Diakonie, hier gemeinsam aktiv zu werden: „Betreuung zu Hause, offene Tagestreffs, Tagespflegen, Kurzzeitpflege, Angebote für pflegende Angehörige, ehrenamtliche Unterstützungsdienste - auf einmal greifen Angebote, die klassisch eher bei den Kirchengemeinden angesiedelt waren und Pflegeleistungen, die von der Diakonie angeboten werden, ineinander.“

Kaum eine andere Organisation verfüge heute über ein immer noch so eng gespanntes Netz wie die evangelische Kirche - auch an Orten, wo es vielleicht keine Bank, keine Post, keine Schule, keinen Bäcker und womöglich auch keine Wirtschaft mehr gebe.

Bammessel: „Evangelische Kirche und Diakonie sind für das vernetzte Arbeiten von den Voraussetzungen vor Ort her so gut aufgestellt wie kein anderer freier Akteur.“ Es komme jetzt darauf an, in den nächsten Jahren diese Chance noch stärker nutzen.

 

Das Diakonische Werk Bayern ist der zweitgrößte Wohlfahrtsverband im Freistaat. Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege vertritt er die Interessen von über 1.300 Mitgliedern mit etwa 3.000 Einrichtungen und etwa 90.000 Mitarbeitenden. Zu den Angeboten der Diakonie in Bayern gehören unter anderem mehr als 1.000 Seniorenclubs und knapp 250 Diakoniestationen.

Der Kirchenkreis Ansbach-Würzburg erstreckt sich in der Nord / Süd – Ausdehnung von Bad Neustadt an der Saale an der thüringischen Grenze bis zum Fränkischen Seenland und in der Ost/West-Ausdehnung von Windsbach, der Heimat des weltberühmten Knabenchores bis Aschaffenburg. Die kirchliche Untergliederung ergibt 19 Dekanatsbezirke und 462 Kirchengemeinden, in denen rund 400.000 evangelische Christen leben.

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Immer mehr Menschen brauchen Hilfe

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Jahresergebnisse 2016 der bayerischen Bahnhofsmissionen liegen vor

München/Nürnberg: Knapp 270.000 mal wandten sich Reisende sowie Menschen in Not im Jahr 2016 an die 13 bayerischen Bahnhofsmissionen als erste Anlaufstelle häufig aber auch letzter Anker, darunter allein über 100.000 mal in der Stadt München. Damit ist die Zahl der Kontakte im Mittel gegenüber dem Vorjahr um 8 % gestiegen. Vor allem Einrichtungen in kleineren und mittelgroßen Kommunen verzeichneten eine steigende Zahl von Ratsuchenden (+ 11%).

Die Situation in der Bahnhofsmission München ist dabei gesondert zu betrachten: seit Jahren wenden sich vor allem Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten (über 80 % aller Kontakte) sowie Frauen und Männer mit Migrationshintergrund (ca. 80 %) an die Einrichtung.

In allen anderen bayerischen Bahnhofsmissionen liegt der Anteil dieser Personengruppen im Durchschnitt deutlich niedriger, steigt aber stetig: 2016 wandten sich rund 30 % mehr Personen in sozialen Schwierigkeiten, rund 45 % mehr Menschen mit psychischen Handicaps oder Suchterkrankungen sowie fast doppelt so viele Frauen und Männer mit Migrationshintergrund an die Einrichtungen an den bayerischen Bahnhöfen.

Die Gründe sind vielfältig. „Eine Weitervermittlung nach dem Erstgespräch ist oft schwierig. Das „System“, das heißt andere soziale Einrichtungen reagieren oft zeitverzögert auf aktuelle Veränderungen, während die Bahnhofsmissionen aufgrund ihrer konzeptionellen Offenheit und Niedrigschwelligkeit schnell und flexibel versuchen Lösungen zu finden,“ erläutern Bettina Spahn und Barbara Thoma, die beiden Leitungen der Bahnhofsmission München, ihre Beobachtungen.

Ähnliches bestätigt Anton Stadler, Geschäftsführer von IN VIA Regensburg und Leiter der dortigen Bahnhofsmission. „Der Bedarf an Hilfen in und am Bahnhof wächst hier in Regensburg. Trotz einer sehr aktiven Streetwork, mit der wir kooperieren, kommen immer mehr Menschen mit ihren Anliegen auch zu uns.“ Vorrangiges Ziel der Bahnhofsmissionen ist die Vernetzung mit anderen Einrichtungen und die gezielte Weitervermittlung der Hilfesuchenden.

Als äußerst niedrigschwellige Einrichtung füllen Bahnhofsmissionen oft eine Lücke im sozialen Hilfesystemen vor Ort, so auch für die zunehmende Zahl an Gästen mit psychischen Handicaps, Belastungen sowie Suchterkrankungen. Bayernweit hatten rund 37 % mehr Hilfesuchende als im Vorjahr in den bayerischen Bahnhofsmissionen psychische Einschränkungen, so die Statistikergebnisse. Viele von ihnen haben keine Krankheitseinsicht oder können kaum (mehr) an dem psychiatrischen Hilfesystem andocken. Sie finden offensichtlich in den Bahnhofsmissionen einen Platz, der für sie passt. „Eine nicht leichte Situation für unsere Mitarbeitenden und vor allem auch unsere vielen ehrenamtlich Engagierten,“ beschreibt Lisa Hagins die Situation. Sie ist die Leitung der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit bei der Diakonie Augsburg und für die Bahnhofsmission dort zuständig. Um Krankheiten zu erkennen und vor allem auch den Umgang mit den Betroffenen zu üben, bieten die Bahnhofsmissionen ihren Mitarbeitenden immer wieder entsprechende Fortbildungen, darunter auch Inhouse-Seminare der Deutschen Depressionshilfe.

Herausfordernd ist auch die zunehmende Zahl an Gästen mit Migrationshintergrund, darunter auch Asylsuchende. Sprachbarrieren, aber auch kulturelle Unterschiede machen Kommunikation hier erst einmal aufwändiger. Einige bayerische Bahnhofsmissionen gehen daher bereits neue Wege, indem sie Menschen mit Fluchterfahrung und andere MigrantInnen in ihre Teams aufnehmen. „Ich wünsche mir, dass die interkulturelle Öffnung, die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit Menschen aus anderen Kulturen, ein Wesenszug unserer Einrichtung wird. Eine Zukunftsaufgabe ist sie allemal,“ so der Leiter der Würzburger Bahnhofsmission, Michael Lindner-Jung.

Nicht selten sind Bahnhofsmissionen auch eine wichtige Anlaufstelle für Menschen ohne Wohnung oder in prekären Wohnverhältnissen, die sich an den Bahnhöfen aufhalten. Dies beobachtet Heidi Ott schon lange. Sie war bis vor kurzem bei der Stadtmission Nürnberg für die Hilfen für Menschen in Wohnungsnot verantwortlich und ist jetzt als Referentin beim Diakonischen Werk Bayern auch für die Bahnhofsmissionen in evangelischer Trägerschaft zuständig. Gerade in kleineren Städten ist dies zu beobachten, wie zum Beispiel in Aschaffenburg. „Bei uns haben rund 80 % aller Gäste einen Bedarf an Tagesstruktur und nutzen die Bahnhofsmission in diesem Sinne,“ berichtet Sandra Bauer-Böhm von IN VIA Aschaffenburg, Leitung der Bahnhofsmission Aschaffenburg.

Daneben bleibt die Betreuung von Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen eine wichtige Aufgabe der Bahnhofsmissionen. Gerade Bahnhofsmissionen, die hierin einen Schwerpunkt haben, wie Ingolstadt, Hof, Kempten oder Schweinfurt, verzeichneten auch mehr Kontakte.

„Allein an den gestiegenen Zahlen 2016 sehen wir, dass der Hilfebedarf an Bahnhöfen eher wächst als abnimmt – auch wenn wir uns das anders wünschen. Allerdings ist die Kapazität der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden begrenzt,“ beschreibt Hedwig Gappa-Langer die Situation. Sie ist zuständig für die Bahnhofsmissionen in katholischer Trägerschaft bei dem IN VIA Bayern e.V..

Als Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche werden die Angebote der Bahnhofsmissionen vor allem aus kirchlichen Mitteln, Spenden und mancherorts kommunalen freiwilligen Zuschüssen finanziert. „Wünschenswert wären mancherorts, mehr Gestaltungsmöglichkeiten als soziale Anlaufstelle für Menschen in Not sowie Reisende. Aber das geht nur mit einer entsprechenden personellen Ausstattung sowie vielen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitenden,“ so das Resümee von Heidi Ott von der Diakonie Bayern e.V. und Hedwig Gappa-Langer von IN VIA Bayern e.V..

 

 

Hintergrund:

Bahnhofsmissionen sind die ältesten ökumenischen Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirchen. Die Caritas mit ihrem Fachverband IN VIA und die Diakonie leisten in Bayern gemeinsam diese wichtige soziale Arbeit am Brennpunkt Bahnhof – in guter Kooperation mit der Deutschen Bahn AG und anderen Akteuren am Bahnhof. Die 13 bayerischen Bahnhofsmissionen arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern eng zusammen.
Neben den hauptamtlichen Mitarbeitenden unterstützen mehr als 300 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer die Arbeit der bayerischen Bahnhofsmissionen
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Zum Ende der „Aktionswoche Schuldnerberatung“:

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Diakonie Bayern fordert Zusammenlegung von Schuldner- und Insolvenzberatung

Nürnberg, 23. 06. 2017 Heute endet die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung. Grund genug für die Diakonie Bayern, eine alte Forderung zu wiederholen – die Zusammenlegung von Schuldner- und Insolvenzberatung. Für Außenstehende mag es fast das gleiche sein, denn immer geht es darum, dass das Geld nicht reicht, um die Ausstände zu begleichen. Und doch gibt es zwei zentrale Unterschiede zwischen Schuldner- und Insolvenzberatung. Die Insolvenzberatung als Teil des längeren Beratungsprozesses beginnt dort, wo die Schuldnerberatung nichts mehr ausrichten kann und führt häufig zur Privatinsolvenz. Und: Die Schuldnerberatung wird über die Kommunen, die Insolvenzberatung hingegen vom Freistaat finanziert. Nach Ansicht der Diakonie führen die – kostenintensiven - Doppelstrukturen zu einem unnötigen Mehraufwand, der auch zu Lasten der Ratsuchenden  geht. Sie fordert darum die Zusammenlegung von Schuldner- und Insolvenzberatung.

 

 

Für die Beratung überschuldeter und von Überschuldung bedrohter Bürgerinnen und Bürger gibt es spezialisierte Schuldnerberatungsstellen. Dabei liegt der Schwerpunkt bei der Diakonie Bayern auf der Beratung bei sozial benachteiligten und von Armut betroffenen Menschen.

In vielen Fällen wird eine Regulierung der Schulden mit Hilfe eines außergerichtlichen Einigungsversuches angestrebt. Scheitert dies, kann beim Insolvenzgericht das Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt werden. Damit dies wiederum erfolgreich ist, muss es durch Schuldnerberatungsstellen begleitet werden. Allein darum ist eine wirklich trennscharfe Abgrenzung von Schuldnerberatung und Insolvenzberatung kaum  möglich. Aber: Die Schuldnerberatung wird über die Kommunen, die Insolvenzberatung hingegen vom Freistaat finanziert. „Was zusammengehört, soll endlich auch aus einer Hand angeboten und finanziert werden“, so Dr. Tobias Mähner, zuständiges Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern, die selbst 28 Beratungsdienste im Freistaat anbietet: „Zum Oktober 2016 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,06 Prozent gemessen. Damit sind über 6,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf, rund 4,17 Millionen Menschen in Deutschland sind dauerhaft überschuldet.“ In Bayern liegt die Überschuldungsquote immerhin noch bei über 7,3 Prozent.

Finanziert wird die Schuldnerberatung gegenwärtig über die Kommunen, die Insolvenzberatung hingegen über das Land - in Form von Fallpauschalen, die allerdings seit 17 Jahren keine Verbesserung erfahren haben, während die Personalkosten um mindestens 30 % gestiegen sind. Mähner: „Wenn das Geld in der Insolvenzberatung nicht ausreicht, müssen unsere Träger teilweise mit Eigenmitteln aushelfen.“

Die Wirksamkeit von Schuldner- und Insolvenzberatung hingegen ist anerkannt hoch, und die Diakonie trägt auch dazu bei, dass der Staat kräftig spart. Studien belegen: Jeder in die Schuldner- und Insolvenzberatung investierte Euro wirkt sich durch einen volkswirtschaftlichen Gegenwert von 5,30 Euro aus.

Mit ihrer Forderung nach der Zusammenlegung steht die Diakonie in Bayern übrigens nicht allein. Der Sozialpolitische Ausschuss des Landtages hat bereits im Jahr 2015 die Zusammenlegung gefordert. Er folgt damit wiederum einem Prüfbericht des Bayerischen Sozialministeriums, der zu dem Ergebnis kommt, dass durch die Übertragung der Förderung der Insolvenzberatung auf die Kommunen eine flächendeckende, bedarfsorientierte Beratung möglich sei.

Den Finanzbedarf für die Zusammenlegung bezifferte Mähner auf Basis von übereinstimmenden Berechnungen von Landkreisen und der Freien Wohlfahrt auf 8 Millionen Euro jährlich – diesen Betrag müssten die Kommunen vom Freistaat erhalten, um die Beratungsleistungen zukünftig aus einer Hand anbieten zu können. „Momentan stehen staatlicherseits nur 4 Millionen für die Insolvenzberatung zur Verfügung – den Fehlbetrag müsste der Freistaat zukünftig ausgleichen.“ Dies sollte, so Mähner, angesichts der Effekte der Beratung und nach zehn Jahren mit einem ausgeglichenen Haushalt in Folge jedoch finanzierbar sein.

 

Mehr zum Thema finden Sie auch hier:

www.diakonie-bayern.de/fileadmin/user_upload/Dossier_1_2017.pdf

 

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Perspektiven für Alle

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Diakonie Bayern startet zur Bundestagswahl Aktion für und mit Langzeitarbeitslosen

Nürnberg, 21. 06. 2017 Die Mitglieder des Deutschen Bundestags und die, die es werden wollen, bekommen in diesen Tagen Post von der Diakonie Bayern und dem kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda). Der Inhalt: Ein Plakat und eine Postkarte, gestaltet von einem Langzeitarbeitslosen aus Bayern. Unter dem Motto „Perspektiven für Alle“ werden die Bundestagsmitglieder und die Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst nach ihrem Einsatz für Langzeitarbeitslose und andere Menschen in schwierigen Lebenssituationen gefragt.

Wie halten Sie es mit Themen wie bezahlbarem Wohnraum oder den immer wieder diskutierten Sanktionen für Langzeitarbeitslose? Diese und andere Fragen werden ab kommenden Montag dann auch von etwa 50 teilnehmenden Einrichtungen der Diakonie in ganz Bayern gestellt. Von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene, Obdachlose, prekär Beschäftigte oder auch Rentner, die keine armutsfeste Rente beziehen, können ihre Fragen über eigens dafür bereitgestellte Briefkästen den Vertretern einer oder auch mehrerer Parteien stellen.

Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, erläutert die Aktion: „Wir möchten Langzeitarbeitslose und Menschen in prekären Lebenslagen motivieren, sich für ihre Belange aktiv einzusetzen. Wir wollen ihnen Mut und Hoffnung machen, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen und an der Bundestagswahl teilzunehmen. Ebenso ist es uns ein Anliegen, die Vertreterinnen und Vertreter der Politik für soziale Problemlagen zu sensibilisieren.“

Anlass für die gemeinsame Aktion von Diakonie und kda sind dem Diakoniechef zufolge Erfahrungen aus den Beratungsstellen der bayerischen Diakonie: “Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen fühlen sich von der Politik zu wenig wahrgenommen. In der Sozialberatung begegnen uns oft Aussagen wie: ‚Sie (die Politikerinnen und Politiker) interessieren sich nicht für meine Probleme, wozu soll ich wählen gehen?‘“

Studien der Bertelsmann-Stiftung oder des Evangelischen Fachverbands für Arbeit und Soziale Integration (EFAS) bestätigten, dass insbesondere Menschen in prekären Lebenssituationen sich nicht an demokratischen Prozessen beteiligen, weil sie sich nicht vertreten fühlen. Bammessel: „Auch wenn die Passage später entfernt wurde, der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr hat zunächst bestätigt: Die Möglichkeit, auf demokratische Prozesse Einfluss zu nehmen, hängt auch mit der materiellen Situation der Menschen zusammen. Darauf wollen wir mit der Aktion ‚Perspektiven für alle‘ hinweisen.“

Die Aktion der Diakonie Bayern und des kda läuft vom 26. Juni bis zum 21. Juli 2017. Danach schicken die beteiligten Einrichtungen die gesammelten Karten an die jeweiligen Parteien, verbunden mit der Bitte, sich zu den formulierten Fragen zu äußern und mit den Absendern Kontakt aufzunehmen.

Weitere Materialien finden Sie im Internet unter www.diakonie-bayern.de.

 

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Aus technischen Gründen...

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sind bestimmte Funktionen unserer Website ausser Funktion. Wir arbeiten aber an der Lösung.

Betroffen davon sind die Einrichtungssuche, die Jobbörse und die BIlddatenbank.

Wir hoffen, dass wir den Fehler baldmöglichst besetigen und bitten bis dahin um Geduld.

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Stellungnahme zum Betrugsvorwurf russisch-eurasischer Pflegedienste

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Nürnberg, 30.05.2017 Anlässlich der heutigen Berichterstattung des „Bayerischen Rundfunks“ und der Zeitung „Die Welt“

über den massiven Betrug durch russisch-eurasische ambulante Pflegedienste verweist die Diakonie Bayern auf ihre verlässlichen/transparenten, verbandlichen Kontroll- und Qualitätsstrukturen sowie leistungsrechtlichen Kontrollmechanismen. Zudem müssen mehrere Faktoren zusammen kommen, um einen solchen Betrug auf allen Ebenen durchführen zu können:

Zudem müssen mehrere Faktoren zusammen kommen, um einen solchen Betrug auf allen Ebenen durchführen zu können:

1.)  Der geschilderte Betrug ist nur mit hoher krimineller Energie möglich und setzt die Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter voraus.

2.)  Für den Raum der Diakonie Bayern würde dies bedeuten, dass alle Mitarbeitenden einer der über 240 ambulanten Pflegedienste informiert sind und entsprechend handeln.

3.)  Um in der ambulanten Pflege systematisch betrügen zu können, wird zudem die „Mithilfe“ des Kunden (SGB XI) bzw. von Arzt und Kunde (SGB V) notwendig.

- Der Arzt verordnet Leistungen nach dem SGB V für den Kunden und wünscht die Leistungserbringung durch den Pflegedienst. Diese Leistungserbringung ist genehmigungspflichtig durch die Krankenkasse. Der Pflegedienst rechnet auf dieser Grundlage  die nicht erbrachten Leistungen mit den Kassen ab. Geschädigte in diesem Fall sind die Krankenkassen.

- Der Pflegedienst schließt mit dem Kunden einen Pflegevertrag über vereinbarte Leistungen ab und erbringt diese nur z.T. oder nicht, rechnet diese aber trotzdem mit den Pflegekassen ab. Geschädigte sind in diesem Fall der Kunde und die Pflegekasse.

4.)  Für den Raum der bayerischen Diakonie können wir Abrechnungsbetrug im Bereich SGB V und SGB XI mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen. Er wäre nur denkbar, wenn sich ein ambulanter Pflegedienst als ganzer am Betrug beteiligen würde. Dem entgegen steht allein schon die Einbindung in verbandlich/kirchliche Kontroll-und Qualitätsstrukturen und leistungsrechtliche Kontrollmechanismen.

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Keine Erziehungshilfen nach Kassenlage!

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Evangelischer Erziehungsverband warnt auf Bundestagung vor Standardsenkung in den Erziehungshilfen.

Bamberg, 22.05.2017 Zum Auftakt ihrer heute beginnenden Bundesfachtagung „Lust auf Neues!?“ in Bamberg mit 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern warnt der Evangelische Erziehungsverband (EREV) vor der geplanten Umgestaltung der Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie der damit verbundenen Leistungsabsenkung.

 

Nach Ansicht des evangelischen Fachverbandes steige bei zunehmender Ausgrenzung und gleichzeitiger Reduzierung der Betreuung unter anderem die Gefahr der Radikalisierung. Sollte das parlamentarische Verfahren im Zeitplan bleiben, werde das geplante Kinder- und Jugendstärkungsgesetz am 7. Juli im Bundesrat beschlossen.

 

Zwar begrüßt der Evangelische Erziehungsverband die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe, sofern sie das einheitliche Kinder- und Jugendhilferecht nicht untergräbt und für junge Flüchtende nicht zu einer Jugendhilfe zweiter Klasse werden lässt. Neue Gesetzesregelungen müssten es kommunalen Jugendämtern aber auch weiterhin ermöglichen, bedarfsgerecht im Einzelfall zu entscheiden und für alle jungen Menschen in Deutschland Hilfe zu leisten.

 

Der EREV warnte außerdem vor möglichen Ausstrahlungseffekten dieses Vorgehens auf die Hilfen für junge Volljährige. Wurde doch gerade jüngst im aktuellen Kinder- und Jugendbericht des Bundes eine stützende Infrastruktur als zentral bedeutend für junge Menschen identifiziert.

 

Der Evangelische Erziehungsverband (EREV) vertritt die Interessen von bundesweit 500 Einrichtungen, Verbänden und Vereinigungen der Jugendhilfe in evangelischer Trägerschaft. Derzeit werden bundesweit mehr als 80.000 Kinder und Jugendliche in Heimen, Wohngruppen sowie ambulant betreut.

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„Markante diakonische Persönlichkeit mit Unternehmergeist“.

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Markus Rückert erhält Goldenes Kronenkreuz

München, 18.05.2017 Mit der höchsten Auszeichnung der Diakonie, dem „Goldenen Kronenkreuz“, ist jetzt Professor Dr. Markus Rückert, bislang Chef der Augustinum-Gruppe mit Sitz in München, ausgezeichnet worden. Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern würdigte Rückert als „markante Persönlichkeit, die gezeigt hat, dass sich unternehmerische Ideen und diakonisches Handeln nicht ausschließen, sondern Grundlage für ein gesundes Wachstum sein können.“

Pfarrer Rückert habe mit dem Augustinum gezeigt, wie man für das Wohnen im Alter mit passgenauen Angeboten für bestimmte Zielgruppen hohe Qualität in Verbindung mit einem erkennbar christlichen Profil verwirklichen kann. „Auch wenn Rückert als ausgeprägter Vertreter der sogenannten ‘unternehmerischen‘ Diakonie innerhalb des Verbandes manchmal kritisiert worden ist: Er hat sich stets für die gesamte Diakonie und ihre Belange stark gemacht, und dabei auch Auseinandersetzungen nicht gescheut, um Entwicklungen voranzutreiben.“ Neben Wohnstiften im ganzen Bundesgebiet und mehreren Schulen gehören auch verschiedene Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung sowie für Hörgeschädigte zur Augustinum-Gruppe.

Unter anderem auf Markus Rückerts Initiative hin wurde der „Verband der Diakonischen Dienstgeber“ (VdDD) gegründet, eine Art Arbeitgeberverband innerhalb der Diakonie in Deutschland, der sich insbesondere in den Fragen des Tarif- und Arbeitsrechts engagiert. Bammessel: „Hier hat sich Rückert in hohem Maße für den ‚Dritten Weg‘ als Modell der diakonischen Tarif- und  Arbeitsrechtssetzung eingesetzt.“ Mit Recht habe er vertreten, dass diese Form des Interessensausgleichs gerade für den sozialen Bereich wegweisend sein könne.

Rückert hatte die Leitung des Augustinums 1988 von dessen Gründer, seinem Vater Georg Rückert übernommen, und ist im März 2017 in den Ruhestand getreten. Gestern wurde er in München offiziell verabschiedet.

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