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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2018

Ein Blick hinter die Kulissen

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Am 21. April ist Tag der Bahnhofsmission – Auch bayerische Einrichtungen dabei

Nürnberg, 20. April 2018 Am bundesweiten Tag der Bahnhofsmission am Samstag, 21. April, beteiligen sich auch einige bayerische Hilfseinrichtungen. „Menschen bewegen. Bahnhofsmission“ lautet das Motto des diesjährigen Aktionstages, an dem Bahnhofsmissionen über ihre Arbeit informieren und ein buntes Programm bieten.

 

Obdachlose, Flüchtlinge, psychisch Kranke oder Reisende – sie alle finden in den 13 bayerischen Bahnhofsmissionen Zuflucht, Rat und Hilfe. Über 250 000 Gäste nutzen jedes Jahr das unbürokratische Gemeinschaftsangebot der katholischen und evangelischen Kirche. Neben den sozialen Hilfen -  jeder dritte Gast ist laut Statistik mittlerweile von Armut betroffen - ist die Unterstützung beim Reisen der zweite große Arbeitsbereich der Bahnhofsmissionen. Ca. 320 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende bringen sich in die Arbeit der Bahnhofsmissionen ein, so Hedwig Gappa-Langer von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern und zuständige Referentin beim Landesverband IN VIA Bayern e.V. Viele der Ehrenamtlichen helfen mehrmals die Woche und – einmal begonnen – bleiben sie der Bahnhofsmission treu. Der Tag der Bahnhofsmission soll nicht zuletzt neue Interessierte „bewegen“, sich diesen Zielen anzuschließen, sei es durch aktive Mitarbeit oder Spenden.

 

Am Münchener Hauptbahnhof steht von 10.00 bis 14.00 Uhr das Thema Wohnungslosigkeit im Mittelpunkt einer Aktion, bei der mithilfe einer Kunstinstallation auf die schwierigen Lebensumstände von wohnungslosen Menschen aufmerksam gemacht werden soll. Danach laden die Mitarbeitenden ab 14.00 Uhr zu Kaffee und Kuchen. Während in Aschaffenburg Ehrenamtliche „ihre“ Bahnhofsmission auf einer Aktionsfläche präsentieren, feiert in Passau Caritasvorstand und Diakon Konrad Niederländer gemeinsam mit Pfarrer Michael Hüttner (Pfarrei Ilzstadt/Grubweg) am Bahnsteig 1 um 10.00 Uhr einen Gottesdienst.

 

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„Das Beste für Bayern“ – aber bitte für alle.

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Diakonie Bayern zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder

Nürnberg, 19. April 2018 Mit Zustimmung, aber auch mit  Kritik reagiert die Diakonie Bayern auf die erste Regierungserklärung von Bayerns neuem Ministerpräsident Markus Söder, die dieser gestern im Landtag abgegeben hat. „Da sind viele erfreuliche Pläne dabei, auch bei wichtigen sozialen Themen“, sagte Diakoniepräsident Michael Bammessel am Rande der Landessynode in Schwabach. „Wenn man allerdings genau hinsieht, merkt man: Das Beste für Bayern bedeutet noch viel Detailarbeit.“

So begrüßte Bammessel für die bayerische Diakonie in einer ersten Reaktion das angekündigte bayerische Elterngeld, das ab Herbst in einer Höhe von bis zu 300 Euro pro Kind im zweiten und dritten Lebensjahr ausgezahlt werden soll. „Wir halten das für einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem umstrittenen Betreuungsgeld, weil es nun allen Familien zugutekommt.“ Bei anderen Leistungen dagegen  warnte Bammessel davor einkommensschwache Menschen im Freistaat auszuschließen. „Dies gilt beispielsweise für das angekündigte Pflegegeld – wird es auf den SGB-II-Bezug angerechnet?“ Wenn dies der Fall sei, würden davon nur Menschen mit mittlerem und hohem Einkommen profitieren.  Ähnlich verhalte es sich mit den geplanten Maßnahmen für die Förderung von Wohneigentum. Auch von einem Baukindergeld profitierten Bammessel zufolge nur Familien, die über genug eigenes Kapital für den Bau oder Kauf eines Hauses mitbrächten. Demgegenüber werde nach Ansicht von Bammessel noch zu wenig investiert, um mehr Wohnraum für wirklich einkommensschwache Familien zu schaffen; die für sie angekündigten zehntausend Wohnungen hält er für nicht ausreichend. Bammessel: „Wer das Beste für Bayern will, muss es für alle wollen – gerade auch für die Schwachen.“

Zurückhaltend bewertet die Diakonie den angekündigten Ausbau der Kinderbetreuung: „30.000 neue Plätze - das ist ein begrüßenswertes Ziel. Aber: Wo sollen die Mitarbeitenden herkommen, die dafür benötigt werden?“ Parallel zur Erhöhung der Platzzahl müssten die Anstrengungen deutlich verstärkt werden, Menschen für die Ausbildung als Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen.

Zustimmend äußerte sich Bammessel zu den Plänen, aus den bisherigen Übergangsklassen für Kinder mit Migrationshintergrund sogenannte „Deutschklassen“ mit dem Schwerpunkt der Sprachförderung und Wertevermittlung zu machen und diese als Ganztagsklassen zu führen. „Die Kenntnis der Sprache und der deutschen Grundwerte sind entscheidend für eine erfolgreiche Integration. Es ist gut, hier gleich zu Beginn des Aufenthalts viel Zeit zu investieren.“ Allerdings machte der Diakoniepräsident darauf aufmerksam, dass die Pläne für die neuen „Anker“-Zentren genau diesem Ziel zuwider laufen: „Kinder werden zunehmend länger in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht, wo kein vollwertiger Schulunterricht angeboten wird. Die Politik der Staatsregierung ist an diesem Punkt voller Widersprüche.“

 

In Fragen der Migrations- und Asylpolitik sei die Regierungserklärung nach Ansicht der Diakonie überwiegend von Abwehr geprägt: „Weder beim angekündigten ‚Bayerischen Fachkräfteprogramm‘ noch beim Wohnungsbau spielen Menschen mit Migrationshintergrund eine Rolle. Dies verkennt, welches Potential mit der Zuwanderung insbesondere für den Arbeitsmarkt verbunden ist.“ Die bayerische Wirtschaft sei an dieser Stelle bereits weiter. Andererseits begrüße die Diakonie Söders Ziel, Langzeitarbeitslose, Jugendliche ohne Berufsausbildung und Menschen mit Behinderung als Fachkräfte zu gewinnen, genannt hatte er eine Zahl von 100.000. „Obschon die Wohlfahrtsverbände als möglicher Partner in der Regierungserklärung leider mit keinem Wort erwähnt werden, stehen wir auch hier gerne als Partner zur Verfügung – um für alle Menschen in Bayern das Beste zu erreichen.“

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Psychisch krank heißt nicht gleich kriminell.

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Diakonie Bayern lehnt Entwurf zum Psychisch-Kranken-Hilfegesetz ab.

Nürnberg, 18. April 2018 Kritisch hat auch die bayerische Diakonie auf den Entwurf zum Psychisch-Kranken-Hilfegesetz (PsychKHG) reagiert, dessen erste Lesung auf der Tagesordnung der heutigen Landtagssitzung steht. „Menschen mit einer psychischen Erkrankung sollten entstigmatisiert werden. Der jetzige Entwurf bewirkt das Gegenteil: Psychische Erkrankungen werden primär als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verstanden,“ so Sandra Schuhmann, zuständige Fachvorständin im Diakonischen Werk Bayern. „Wo Vertrauen geschaffen werden sollte, wird Angst geschürt.“

Statt Maßnahmen der psychiatrischen Versorgung und die Prävention zu fördern, schüre der Gesetzentwurf die Angst vor einer „wegsperrenden Psychiatrie“. Schuhmann: „Nach wie vor hat Bayern die höchste Zahl an Unterbringungen - landläufig ‚Einweisungen‘ genannt. Der Gesetzentwurf hat es leider nicht geschafft, den Schutzaspekt mit dem Hilfeaspekt zu verbinden.“ Dabei sei dies gerade in Krisensituationen besonders wichtig.

Deutlich wird dies Schuhmann zufolge bei sofortigen vorläufigen Unterbringungen, die in der Regel durch die Polizei geschehen. Hier ist auch zukünftig die Hinzuziehung des Krisendienstes nicht notwendig. „Dabei ist dessen Aufgabe ja gerade, die Situation angemessen einzuschätzen und zu bewerten, deeskalierend auf die Beteiligten einzuwirken, und so eine Unterbringung möglicherweise zu verhindern.“ Das laut Gesetzentwurf geplante bayernweite flächendeckende Krisendienstnetzwerk werde damit ad absurdum geführt. „Im Gesetz hätte wenigstens geregelt werden können, dass der Krisendienst ‚nach Möglichkeit‘ hinzugezogen wird. Nicht einmal das ist der Fall.“ Die Zahl der Unterbringungen - die in Bayern im Bundesvergleich am häufigsten vorkommen - werden so kaum reduziert werden können. "Dies schafft kein Vertrauen - weder beim Bürger noch beim Betroffenen.“ Darüber könne auch die angekündigte regelmäßige „bayerische Psychiatrieberichterstattung“ hinwegtäuschen.

Besonders problematisch ist Schuhmann zufolge der häufige Verweis auf das Maßregelvollzugsgesetz: „Es gibt einen klaren Unterschied zwischen straffällig gewordenen Menschen mit einer psychischen Erkrankung und psychisch Kranken in einer Krisensituation.“ Während Straffällige im Maßregelvollzug untergebracht werden, greift bei Menschen in einer Krisensituation die sogenannte „öffentlich-rechtliche“ Unterbringung, etwa in einer Klinik. Schuhmann: „Das Gesetz vermittelt durch den ständigen Verweis auf den Maßregelvollzug den Eindruck, als sei jeder Mensch mit einer psychischen Erkrankung gefährlich und gehöre weggesperrt. Das ist natürlich falsch.“

Dem Beharren des Gesetzgebers, auch Einrichtungen der Diakonie und anderer Verbände der Wohlfahrtspflege für die öffentlich-rechtliche Unterbringung zu nutzen, erteilte Schuhmann eine Absage. „Die Versorgung der Betroffenen benötigt eine sehr spezifische personelle als auch räumliche Ausstattung, die nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann. Hier sind weiterhin die Kliniken gefragt.“

Schuhmann zufolge trage das Gesetz zwar den Begriff ‚Hilfe‘ im Namen, löse dies Versprechen jedoch nicht ein. „Ein Hilfe-Gesetz sollte den Betroffenen tatsächlich helfen und sie nicht ausgrenzen. Es bleibt darum weit hinter unseren Erwartungen zurück.“

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Diakonie Bayern zum EuGH-Urteil

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Bisherige Praxis im Wesentlichen bestätigt.

Nürnberg, 17. 04. 2018 Die Diakonie sieht ihre bisherige Praxis bei der Ausschreibung und Besetzung offener Stellen durch das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofes bestätigt. „Das kirchliche Selbstbestimmungsrecht, wie es im Grundgesetz verankert ist, gilt auch weiterhin“, so der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, in einer ersten Reaktion. „Allerdings werden wir zukünftig im Streitfall noch besser begründen müssen, wofür die Diakonie steht und wo wir die christliche Ausrichtung unserer Mitarbeitenden für notwendig halten.“

Die Diakonie in Bayern habe bereits im vergangenen Jahr ihr Arbeitsrecht angepasst und sich unter bestimmten Bedingungen für Bewerberinnen und Bewerber ohne Konfession bzw. mit anderem Glauben geöffnet. Zwar müsse man nun die Urteilsbegründung abwarten und gründlich analysieren. „Im Wesentlichen sehe ich unsere bisherige Praxis bestätigt“. Sollte ein Bewerber oder eine Bewerberin hinter eine Absage auf eine Bewerbung die fehlende Kirchenzugehörigkeit als Grund vermuten, müsse die Diakonie im Zweifelsfall auch vor Gericht auskunftsfähig sein.

„Wir müssen laut EuGH vor Gericht belegen können, dass die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche eine ‚wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte Anforderung‘ darstellt.“ Die Diakonie habe in ihrem Arbeitsrecht allerdings bereits Kriterien formuliert, für welche Arbeitsbereiche die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche besonders wichtig sei. Bammessel: „Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirche. Um diese Prägung auch in der Praxis mit Leben zu erfüllen, braucht es natürlich Mitarbeitende, die die christlichen Grundlagen kennen und auch zu ihnen stehen.“ Dies gelte insbesondere für Mitarbeitende in einer Leitungsfunktion.

„Für viele andere Positionen kann aber bereits seit 2017 unter bestimmten Umständen vom Erfordernis abgesehen werden, einer christlichen Konfession anzugehören.“ Dazu zählten Erzieher bzw. Erzieherinnen oder Kranken- und Altenpfleger bzw. –pflegerinnen. Dennoch, so Bammessel weiter, sei für die Diakonie auch zukünftig eine evangelische Prägung wichtig. „Dies erwarten auch die Menschen, die zu uns kommen.“

Eine konfessionslose Bewerberin hatte nach einer abgelehnten Bewerbung bei der Diakonie Deutschland wegen Diskriminierung auf Schadensersatz geklagt. Das Bundesarbeitsgericht hatte den Fall zur Klärung an den Europäischen Gerichtshof verwiesen, und muss nach dem nun erfolgten Urteil über die Klage der abgelehnten Bewerberin entscheiden.

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Wolfgang Janowsky zum 2. Vorsitzenden gewählt.

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Vorstand der Diakonie Bayern bald wieder komplett

Nürnberg, 12.04.18 Der Vorstand der Diakonie Bayern, dem Landesverband der bayerischen Diakonie, ist bald wieder komplett. Der Diakonische Rat hat den Leitenden Kirchenrechtsdirektor Wolfgang Janowsky als Vorstandsmitglied und 2. Vorstandsvorsitzenden gewählt. Der 57-jährige ist bislang Geschäftsführer des Kirchengemeindeamtes in München. Er tritt die Nachfolge von Dr. Tobias Mähner an, der am 1. Mai in den Vorstand des Diakoniewerks Martha-Maria in Nürnberg wechselt.

Der 1960 geborene Janowsky war nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen und dem Referendariat am Oberlandesgericht in Nürnberg zunächst Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1991 wechselte er als Rechtsreferent in das Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) nach München. Von 1997 bis 2014 war er Direktor der Landeskirchenstelle der ELKB, ehe er die Geschäftsführung des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München übernahm. Gleichzeitig war er Landeskirchlicher Beauftragter für Stiftungen und Fundraising.

„Wir freuen uns, dass wir einen erfahrenen Juristen für den Landesverband gewinnen konnten“, begrüßte der Vorsitzende des Diakonischen Rats, Rektor Heiner Götz die Berufung. „Neben seiner juristischen Erfahrung bringt der zukünftige 2. Vorstand auch eine hohe wirtschaftliche Kompetenz mit, von der nicht nur die Geschäftsstelle des Landesverbandes in Nürnberg, sondern alle Mitglieder der bayerischen Diakonie profitieren werden.“ Dies gelte beispielsweise für die Erfahrungen, die Janowsky in der auch wirtschaftlichen Begleitung der Kirchengemeinden und Stiftungen sowie der Neuausrichtung des Kirchengemeindeamtes im Dekanatsbezirk München sammeln konnte. Götz: „Auch für das zukünftige Miteinander von Kirche und Diakonie wird Wolfgang Janowksy aufgrund seines Hintergrundes ein großer Gewinn sein.“

Im Diakonischen Werk Bayern wird Janowsky die Bereiche Recht, Personal, Finanzen sowie die Offenen Sozialen Dienste verantworten. Der genaue Zeitpunkt seines Amtsantritts in Nürnberg steht noch nicht fest, wird jedoch voraussichtlich im Sommer erfolgen.

Ein druckfähiges Foto von Wolfgang Janowsky finden Sie hier: www.skyfish.com/sh/f71212f9b11b9b2ff7b63e3f5253b5180fceec3c/189a036f/999853

Das Diakonische Werk Bayern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V. ist der zweigrößte Wohlfahrtsverband in Bayern. In ihm sind über 1.300 Träger mit mehr als 90.000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle mit ca. 120 Mitarbeitenden befindet sich in Nürnberg.

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„Missbrauch des Asylbegriffs“.

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Diakonie kritisiert irreführende Bezeichnung der neuen bayerischen Abschiebebehörde

Nürnberg, den 28.3.2018. Das angekündigte neue „Landesamt für Asyl“ in Bayern ist in Wahrheit ein Landesamt für Abschiebung. „Mit dieser Bezeichnung wird das hohe Gut des völkerrechtlich geschützten Rechts auf Asyl in Misskredit gebracht“, so Diakoniepräsident Michael Bammessel zum Beschluss der bayerischen Staatsregierung.

Bayern soll ein neues „Landesamt für Asyl“ bekommen. Dies hat das bayerische Kabinett in seiner ersten Sitzung am 23. März 2018 unter dem neuen Ministerpräsidenten Markus Söder beschlossen. „Das Landesamt wird alle Kräfte bündeln für mehr Abschiebungen und mehr Rückführungen.“ So heißt es in der originalen Pressemitteilung über den Kabinettsbeschluss. Das neue Landesamt für Asyl in Manching bei Ingolstadt soll zum 1. August 2018 mit 1.000 Mitarbeitenden starten, um Abschiebungen abgelehnter Asylbewerberinnen und -bewerber zu beschleunigen.

„Die völlig irreführende Formulierung ‚Landesamt für Asyl‘ suggeriert“, so der Präsident der bayerischen Diakonie Michael Bammessel, „als sei es für den Schutz von Asylsuchenden zuständig. Das völkerrechtlich wie verfassungsrechtlich verbriefte Asylrecht ist in Deutschland jedoch eindeutig Sache des Bundes: Allein das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bleibt für Asyl-Entscheidungen zuständig. Wenn sich die neue Behörde nun primär auf Abschiebungen konzentrieren soll, ist dies eine rein aufenthaltsrechtliche Angelegenheit und hat mit dem Schutzcharakter des Asylrechts nichts zu tun. Durch die unselige Verquickung der geplanten Abschiebebehörde mit dem Asylbegriff wird das hohe Gut des Asylrechts in Misskredit gebracht.“ Zudem sorge dies für Angst und Verunsicherung sowohl unter den Geflüchteten als auch in der breiten Bevölkerung.

„Wir erleben vor Ort in den Gemeinschaftsunterkünften, unter jungen Flüchtlingen an den Berufsschulen und bei den Deutsch- und Integrationskursen, wie sich teilweise eine richtige Panikstimmung unter den Flüchtlingen breit macht“, so Bammessel. Regelmäßige nächtliche Abschiebungen aus Unterkünften, ein Generalverdacht gegenüber Religionsgruppen und eine Rhetorik der Härte würden zu einer Stimmung der Ausgrenzung führen, die viele Integrationsbemühungen konterkarieren. „Wir erleben bei Menschen, die vor Diktaturen und Polizeistaaten geflohen sind, regelrechte Re-Traumatisierungen“, berichtet Bammessel aus der Beratungsarbeit der Diakonie. „Ich rate dringend zur verbalen Abrüstung, sonst wird gerade das verhindert, was alle wollen: Echte Integration.“

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Integration ist mehr als „Law and order"

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Freie Wohlfahrt Bayern zum neuen bayerischen Kabinett

Nürnberg, 22. März 2018 Zwiespältig ausgefallen ist die Reaktion der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt in Bayern auf das neue Kabinett, das gestern in München vorgestellt wurde. „Wir gratulieren der neuen Sozialministerin Kerstin Schreyer und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihr, aber auch mit bewährten Partnerinnen und Partnern wie Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml“, so der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege Bayern und Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel. Er gratulierte auch Innenminister Joachim Herrmann, zeigte sich jedoch skeptisch angesichts der angekündigten Verlagerung der Bereiche Flüchtlinge und Migration in Innenministerium. „Integration ist nach Ansicht der Sozialverbände in Bayern keine primär ordnungspolitische Aufgabe.“

„Sowohl die Integration der Menschen mit einer Bleibeperspektive als auch die Begleitung derjenigen, die unser Land wieder werden verlassen müssen, stellen eine gewaltige sozialpolitische Herausforderung dar.“ Darauf mit einer Zuständigkeitsverlagerung ins Innenministerium zu reagieren, halte die Wohlfahrtspflege für schwer nachvollziehbar. „Auf den ersten Blick kann der Eindruck entstehen, als seien zugewanderte Menschen für die Staatsregierung vor allem ein Sicherheitsthema. Das wäre ein unheilvolles Signal des Misstrauens gegenüber den vielen, die sich mit großem Einsatz in unserem Land integrieren wollen.“ 

Das neu aufgestellte Innenministerium trägt nun den Namen „Integration“ im Titel. „Wir werden den Innenminister beim Wort nehmen“, so Bammessel im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft. „Als Wohlfahrtsverbände sehen wir sein verändertes Ministerium in der Pflicht, sich nun nicht durch ausgrenzende Law-and-Order-Politik zu profilieren, sondern die Voraussetzungen für echte Integration zu verbessern. Für diese Aufgabe bieten wir – auch bei der veränderten Zuständigkeit – gerne an, die bisherige gute Zusammenarbeit fortzusetzen.“

Der scheidenden Sozialministerin Emilia Müller und Staatssekretär Johannes Hintersberger dankte Bammessel im Namen der Freien Wohlfahrtspflege für die offene und faire Zusammenarbeit der letzten Jahre. „Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren – das Wohl der Menschen in Bayern war stets unser gemeinsames Interesse.“

Die in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern zusammengeschlossenen Verbände sind die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas, das Diakonische Werk Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden und der Paritätische Wohlfahrtsverband. In Bayern unterhalten die Wohlfahrtsverbände und ihre angeschlossenen Organisationen rund 14.500 Facheinrichtungen und Projekte im gesamten sozialen Bereich. Sie beschäftigen etwa 190.000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich engagieren sich im Raum der Freien Wohlfahrtspflege Bayern etwa 250.000 Menschen ehrenamtlich – zum Beispiel in Verbandseinrichtungen oder Kirchengemeinden.

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Altersarmut ist weiblich.

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Evangelische Organisationen zum Equal Pay Day

Nürnberg, 15.03.2018 Mit einer gemeinsamen Positionsbestimmung haben jetzt mehrere evangelische Organisationen zur Lohnlücke zwischen Männern und Frauen Stellung bezogen. Anlass ist der Equal Pay Day - der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten. Er fällt heuer auf den 18. März. In dem von Diakonie Bayern, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), dem Frauenwerk Stein, den Evangelischen Frauen in Bayern und dem Referat für Chancengerechtigkeit der Evangelischen Kirche in Bayern verabschiedeten Papier heißt es, eine „fatale Kombination aus traditioneller Arbeitsverteilung und fragmentierter Erberwerbsbiographie führt dazu, dass Frauen vor allem im Alter deutlich stärker von Armut bedroht sind als Männer.“

Der sogenannte „Gender Gap“ beträgt dem statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland 21 Prozent. Im Alter wird der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen Männern und Frauen sogar noch größer: Nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung Bund erhalten Frauen im Osten im Durchschnitt 846 Euro, die West-Frauen 580 Euro. Die Männer in den neuen Bundesländern bekommen 1124 Euro, die in den alten Bundesländern 1040 Euro. Die Bundesrepublik schneidet damit im europäischen Vergleich schlecht ab – hier beträgt der „Gender Pension Gap“ ‚nur‘ 27 Prozent, in Deutschland ist die Rentenlücke mit 57 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Nach Ansicht der zeichnenden Organisationen ist die „gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen nach christlicher Überzeugung ein Gebot der Gerechtigkeit.“ Existenzsicherung und Anerkennung menschlicher Arbeit gehörten nach evangelischer Auffassung zu den fundamentalen Bedingungen einer gerechten Gesellschaft. Weiter heißt es in dem Papier: „Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind zentrale Anliegen, für die wir gemeinsam eintreten.“

Der „Equal Pay Day“ markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Lohnlücke in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent (2016) betrug. Umgerechnet ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen); das Datum des diesjährigen EPD ist damit der 18. März 2018.   

Das vollständige Positionspapier sowie Interviews mit von Altersarmut bedrohten bzw. betroffenen Frauen finden Sie unter www.diakonie-bayern.de/payday

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Für Leben bis zuletzt.

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Fachverband „End of Life Care“ gegründet

Nürnberg,  07. 03. 2018 Mit der Gründung eines eigenen Fachverbandes reagiert die Diakonie in Bayern auf den wachsenden Bedarf von Sterbebegleitung, Hospizarbeit und Palliativversorgung. „Die Begleitung von Menschen am Lebensende gewinnt an Bedeutung – sowohl in der gesellschaftlichen Diskussion als auch in den Einrichtungen der Diakonie,“ so Sandra Schuhmann, Fachvorständin im Diakonischen Werk Bayern.  Auch die Politik habe mit dem Hospiz- und Palliativgesetz auf die zunehmende Bedeutung des Themas reagiert.

Fachvorständin Sandra Schuhmann: „Mit dem Namen „End-of-Life-Care“ beschreiben wir ein umfassendes Konzept zur Begleitung und Versorgung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Damit sind alle Konzepte umfasst, die wir aus der christlichen und nachbarschaftlichen Sterbebegleitung, aus der Hospizarbeit der weltweiten Hospizbewegung, aus der Palliativmedizin und den Konzepten der Palliativversorgung kennen.“ Der Begriff „End-of-Life-Care“ mache auch deutlich, dass die letzte Lebensphase durchaus länger dauern könne. Er umfasse darum nicht nur die sterbenden Menschen, sondern auch ihre Familie, Freunde, Nachbarn sowie die Mitarbeitenden in den Einrichtungen, von denen sie versorgt werden. Zweck des Fachverbandes soll es sein, die Versorgung von Menschen am Lebensende durch sozialpolitisches Engagement, aber auch durch die Entwicklung von Konzepten sowie durch die Beratung der Mitglieder der Diakonie Bayern zu verbessen. „Wir wollen kranken und sterbenden Menschen, ein Leben in Würde und Achtung ermöglichen - bis zuletzt, und unabhängig vom Sterbeort.“ 75 Prozent aller Menschen versterben Studien zufolge in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Schuhmann: „Auch hier müssen Versorgung und Begleitung in der letzten Lebensphase sichergestellt sein.“ Nicht zuletzt deswegen verstehe sich der neue Fachverband ausdrücklich als interdisziplinär. „Das Thema betrifft auch Arbeitsfelder wie etwa die Behinderten- oder die Wohnungslosenhilfe“.

 

Unter dem Dach der Diakonie Bayern gibt es fünf stationäre Hospize sowie fünfzehn ambulante Hospizdienste, zudem sind über 150 Einrichtungen durch die Initiative „Hospizarbeit und Palliativ Care“ speziell für die Versorgung Sterbender geschult.

 

Der Fachverband „End of Life Care“ ist der zwölfte Fachverband unter dem Dach des Diakonischen Werkes Bayern. Fachverbände sind der Zusammenschluss von Trägern gemeinsamer Angebote. Sie ermöglichen einen intensiveren fachlichen Diskurs der Mitglieder und die fachliche Vertretung der Anliegen gegenüber der Politik, der Kirche, den Kostenträgern und den anderen Verbänden. Zu den größten gehören der Fachverband Evangelische Altenhilfe sowie der Evangelische Erziehungsverband Bayern.

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„Erziehung ist (k)ein Kinderspiel“

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Diakonie Bayern sammelt ab Sonntag für die Erziehungsberatung

Nürnberg 06.03.2018 Wer Kinder hat, weiß es: So schön das Leben mit dem Nachwuchs meistens ist – manchmal geht eben doch einiges schief. Sei es, weil die eigenen Ansprüche zu hoch sind, sei es, weil das eigene Kind plötzlich einen Weg gehen will, der so gar nicht der eigene ist. Kurz: Das Leben mit Kindern ist eine Herausforderung der besonderen Art. Beratung und Unterstützung bieten hier die Erziehungsberatungsstellen der Diakonie Bayern; sie stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Frühjahrssammlung, die am kommenden Montag, den 12. März beginnt und bis zum 18. März im ganzen Freistaat stattfindet.

Das Zusammenleben in der Familie verlangt allen Mitgliedern einiges ab – nicht zuletzt Flexibilität. Und sich bei Erziehungsfragen, kindlichen Entwicklungsproblemen, Konflikten innerhalb oder außerhalb der Familie oder auch bei Trennung und Scheidung professionelle Hilfe zu holen, ist daher normal und selbstverständlich. Die Erziehungsberatung der Diakonie bietet hier ein breites Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche. Zu den Leistungen gehören neben Einzelgesprächen auch Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern zu Themen wie psychische Krankheiten, Scheidungskinder, Suchtgefährdung sowie Vorträge und Präventionsangebote an Kindergärten und Schulen. Die Beraterinnen und Berater aus den Fachrichtungen Psychologie oder Sozialpädagogik haben dabei viel Erfahrung mit der Lebenswelt und den Konflikten von Kindern, Jugendlichen und Familien. Selbstverständlich unterliegen sie der Schweigepflicht. Die Beratung ist für die Hilfesuchenden grundsätzlich kostenfrei.

23 Erziehungsberatungsstellen der Diakonie gibt es in Bayern. 2016 wurden knapp 15.000 Kinder und Jugendliche in mehr als 100.000 Beratungsstunden betreut. Das Angebot ist Teil der psycho-sozialen Grundversorgung und Krisenhilfe für Kinder, Jugendliche und Familien.  Weitere Informationen zur Erziehungsberatung sowie ein Verzeichnis der Beratungsstellen in Bayern finden Sie auch im Internet unter www.beratung-in-bayern.de.

Im vergangenen Jahr erbrachte die Frühjahrssammlung der Diakonie Bayern 621.311,10 €. 20% der Spenden an die Kirchengemeinde verbleiben direkt in der Kirchengemeinde für diakonische Arbeit und Projekte. 45% der Spenden an die Kirchengemeinde verbleiben im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit vor Ort. 35% der Spenden an die Kirchengemeinde gehen ans Diakonische Werk Bayern für diakonische Projekte.

Spendenkonto:

Diakonisches Werk Bayern
EVANGELISCHE BANK eG
IBAN: DE20 5206 0410 0005 2222 22

Stichwort: Frühjahrssammlung 2018

Oder auch telefonisch unter

0800 700 50 80


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