Zum Inhalt springen
Hier kommst Du an - Jahresthema der Diakonie Bayern

JAHRESTHEMA 2017/2018 - GESCHICHTEN DES ANKOMMENS BEI DER BAYERISCHEN DIAKONIE

Die Diakonie Katastrophenhilfe

 

Katastrophen geschehen nicht nur weltweit, sondern finden auch vor unserer Haustür statt: Am 1. Juni 2016 kamen in Simbach am Inn durch eine reißende Flutwelle mehrere Menschen ums Leben. 5.000 Haushalte im Landkreis waren betroffen. Die Diakonie Katastrophenhilfe leistete schnell und unbürokratisch Hilfe.

 

Simbach:

Neue Heimat

für die junge Familie.

Haus gekauft,

auf Kredit, Schulden.

Dann das Unfassbare:

Die Flut. An einem Tag

alles verloren.

Wie weiter?

Die Diakonie hilft

mit Rat und Tat,

beim Melden der

Schäden, Beantragen

der Spendengelder,

und immer ein offenes Ohr,

wenn die Ängste wieder kommen.  

Schritt für Schritt ein Neuanfang.

Der Wiedereinzug ins renovierte

Haus: ein Wunder.

Familie F. war im April 2016 in ihr vor kurzem erworbenes und renoviertes Haus in der Gartenstraße in Simbach eingezogen. Das junge Ehepaar hat eine dreijährige Tochter. Die Mutter war mit dem zweiten Kind schwanger und bereits in Elternzeit. Der Vater absolvierte eine Ausbildung zum Techniker und hätte im Juni 2016 die Prüfung ablegen sollen.

 

Zum Zeitpunkt des Einzugs waren im Erdgeschoss alle Räume neu gemacht und die neue Küche eingebaut worden. Da die Renovierung im Obergeschoss weitergehen sollte, standen die Möbel für die oberen Räume provisorisch im Erdgeschoss sowie im Keller und in der Garage.

 

Für die Renovierung des Hauses hatte die Familie bei der Bank einen Kredit aufgenommen. Da der Mann in Ausbildung und das Geld knapp war, hatte die Familie ihre neue Küche auf Raten angeschafft.

 

Dann kam am 1. Juni 2016 die Flut. Voller Sorge kam an diesem Tag der Vater der Familie früher nach Hause. Es gelang ihm, noch kurz vor dem Dammbruch seine hochschwangere Frau und die kleine Tochter mit dem Auto zu Bekannten nach Altötting zu bringen. Als er zum Haus zurückkehren wollte, um sein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen, war inzwischen der Damm gebrochen und kein Durchkommen zur Gartenstraße mehr möglich.

Herr F. ließ das Auto zurück und versuchte es zu Fuß. Dann brach das Handynetz zusammen. So war er auch nicht mehr erreichbar – und seine Frau machte sich nach den Nachrichtenmeldungen aus Simbach schreckliche Sorgen um ihn.

 

Herr F. konnte nichts mehr aus dem Erdgeschoß seines Hauses retten. Auch sein Auto war  durch das Wasser beschädigt worden und kaputt gegangen.

 

Die junge Familie hatte nur mehr die Kleidungsstücke übrig, die ihre Mitglieder am Leibe trugen. Ihr gesamter Besitz war dem Wasser zum Opfer gefallen. Unter diesen Umständen konnte Herr F. die anstehende Prüfung nicht mehr ablegen.

 

Die Katastrophenhilfe der Diakonie half der Familie rasch bei der Finanzierung eines Autos.

Mit dem neugeborenen Sohn zog die Familie nach Wurmannsquick, 25 km von ihrem Zuhause entfernt. Ein Unternehmer stellte ihnen dort zehn Wochen nach der Flut seine Wohnung zur Verfügung. In Wurmannsquick konnte die Familie für die nächsten Monate bleiben und von dort aus auch die langwierige Renovierung ihres Hauses in Simbach organisieren.

 

Die junge Familie hatte eine Versicherung für die Schäden am Gebäude abgeschlossen. Ohne die Wohngebäudeversicherung hätte sie den Kredit bei der Bank nicht bekommen. Leider war jedoch der gesamte Hausrat nicht versichert.

 

Die Diakonie stand mit Rat und Tat und auch wieder mit finanzieller Hilfe der Familie zur Seite. Immer wieder suchten die Eltern die Hilfe der Beratung  – auch um über das Geschehene zu reden, die Ereignisse zu verarbeiten und über weitere Maßnahmen zu sprechen. Die Diakonie half bei der staatlichen Antragstellung und bei der Abwicklung des Schadens beim Landratsamt sowie bei der Versicherung. Die Diakonie unterstützte die Familie dabei, Spendengelder zu beantragen, die beispielsweise die Stadt Simbach zur Verfügung stellte.

 

Der Vater konnte wieder arbeiten und hat ein Jahr nach der Flut die Prüfung erfolgreich abgelegt.

 

 „Wir sind der Diakonie Katastrophenhilfe so dankbar, dass sie uns immer zur Seite stand und für alle unsere Sorgen, Fragen und Nöte offen war“, sagt Herr F. “Ohne die Diakonie hätten wir den Wiedereinzug in unser Haus nicht geschafft.“

Am 1. Juni 2016 verwandeln Starkregenfälle die Bäche und Flüsse in Simbach in reißende Ströme. Der Katastrophenfall tritt ein: Gegen 15 Uhr bricht der Damm. Eine mächtige Flutwelle verheert die Stadt. 480 Menschen können gerettet werden, sieben Todesopfer sind zu beklagen. Ca. 5.000 Haushalte werden im gesamten Landkreis beschädigt bzw. zerstört.

Es beginnt eine umfassende Hilfsaktion: Feuerwehr, THW, BRK, Malteser, Diakonie, Kirchengemeinden, Ehrenamtliche, Notfallseelsorger/-innen und Kriseninterventionsteams unterstützen die Betroffenen. Das Diakonische Werk Passau transportiert Bautrockner nach Simbach und Tann. In der evangelischen Gnadenkirche Simbach bildet sich ein großer ehrenamtlicher Helferkreis um Pfarrer Viktor Meißner und Judith Hartinger. Pfarrer Meißner übernimmt die Ausleihe der Trockengeräte. Judith Hartinger, Mitarbeiterin der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) der Diakonie Passau, ist ab sofort für die Katastrophenhilfe zuständig. Die KASA-Beratungsstelle im Rathaus wird zur Anlaufstelle für Flutopfer. Judith Hartinger stockt ihr Stundenkontingent von acht auf 20 Wochenstunden auf und bietet bis Dezember 2017 wöchentlich zwei Beratungstage im Simbacher Rathaus an. Sie unterstützt Antragsteller/-innen beim Ausfüllen der Formulare, prüft Bescheide, kontrolliert die Spendenverteilung und die Soforthilfe. Sie vermittelt Autos für von der Flut geschädigte Menschen, kauft Spielzeug für die Kinder, besorgt Reinigungskräfte zum Abräumen des Schlamms. Zwei Mitarbeiterinnen stehen Judith Hartinger bis Mitte 2017 zur Seite: Karin Meißner, die Ehefrau des Pfarrers, und Annemarie Spielbauer. Ihre Stellen werden aus Mitteln des Diakonischen Werkes Bayern finanziert. Bis heute kümmern sie sich als Ehrenamtliche weiter um die Nachsorge.

„Das war eine wahnsinnig kräftezehrende Zeit. Ich konnte jeden Tag erleben, wie es sich anfühlt, wenn alles weg ist,“ sagt Judith Hartinger im Rückblick.

  • ca. 280 Geschädigte wurden von der Diakonie Katastrophenhilfe in Simbach am Inn beraten


  • ca. 2.800 Beratungsgespräche wurden geführt


  • ca. 280.000 Euro zahlte das Diakonische Werk Bayern als Härtefall- und Hausratsbeihilfe aus


  • ca. 60.000 Euro zahlte das Diakonische Werk Passau an Spendengeldern

Gute Inhalte herstellen - aber wie?

Contentproduktion für soziale Netzwerke:

Diakonie Bayern zeigt, wie's geht.

Ihr Kontakt

Titel
Öffentlichkeitsarbeit
Name
Dr. Leonie Krüger
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg Bayern
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte
Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte
vkpornodepfile.com