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Hier kommst Du an. Geschichten Des Ankommens der Diakonie Bayern

JAHRESTHEMA 2017/2018 - GESCHICHTEN DES ANKOMMENS BEI DER BAYERISCHEN DIAKONIE

Hier kommst Du an. Geschichten des Ankommens der Diakonie Bayern

Perspektiven für Alle – die Aktion der Diakonie Bayern zur Bundestagswahl 2017

„Denn die einen sind im Dunkeln

Und die andern sind im Licht

Und man siehet die im Lichte

Die im Dunkeln sieht man nicht.“

Bertolt Brecht, Dreigroschenoper


Langzeitarbeitslose und Menschen in prekären Lebenslagen fühlen sich häufig von der Politik nicht wahrgenommen. Viele gehen nicht wählen oder geben ihre Stimme extremen Parteien.

Die Aktion des Diakonischen Werkes Bayern und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt hat das Ziel, diese Menschen zu motivieren, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Im Rahmen der Aktion bekommen sie die Möglichkeit, ihre Anliegen den Bundestagskandidat/innen in ihrem jeweiligen Wahlbezirk direkt mitzuteilen.

Zu diesem Zweck verschickt die Diakonie im Juni 2017 Postkarten an diakonische Beratungseinrichtungen in Bayern, auf denen Betroffene ihre Forderungen an die Politik ankreuzen und die sie an den/die zuständige Bundestagswahlkandidat/in in ihrem Wahlbezirk schicken können. Die Kandidat/innen werden bis 14. August 2017 um Rückmeldung gebeten.

Die Forderungen sind mit Betroffenen selbst sowie mit Sozialberaterinnen und -beratern der diakonischen Einrichtungen in Bayern abgestimmt worden:

·       Arbeit statt Sanktionen

·       Menschenwürdiges Existenzminimum

·       Bezahlbarer Wohnraum

·       Wertschätzung statt Ausgrenzung.

 

Das Plakat zur Aktion wurde von einem langzeitarbeitslosen Künstler gestaltet.

Aktionsmaterialien zum Bundestagswahlkampf 2017

  • Postkarte/Front

    Postkartenmotiv zur Aktion im Vorfeld des Bundestagswahlkampfs 2017
  • Plakat

    Plakatmotiv zur Aktion im Vorfeld des Bundestagswahlkampfs 2017

Als ich noch Arbeit hatte,

ging es so la la.

Dann die Krankheit,

die Schulden wachsen 

schneller als die Kinder.

Tiefpunkt: Kündigung vom Vermieter.

Aber nun tut sich was.

Mehr Geld vom Amt,

Schulden abbauen nach Plan.

Die Diakonie hat mich beraten.

 

Ich komm wieder auf die Beine.

Fallbeispiel

Herr O. ist Ende dreißig, verheiratet und hat drei Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Voller Verzweiflung kommt er in die Beratungsstelle der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie, mit der fristlosen Wohnungskündigung seines Vermieters in der Tasche.

 

Die Beraterin erfährt die Vorgeschichte: Herr O. hatte nie eine Berufsausbildung absolviert und arbeitete stets auf Baustellen oder als Produktionshelfer über Zeitarbeitsfirmen. Sein Einkommen war schon immer niedrig, aber es reichte für ihn und seine Familie gerade so zum Leben.

Als sich Herr O. im letzten Jahr beim Fußballspielen eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte und längere Zeit krank war, kündigte ihm sein Arbeitgeber. Seitdem muss die Familie mit noch weniger Geld auskommen. Mit dem ihm zustehenden Arbeitslosengeld I war Herr O. nicht in der Lage, die letzten zwei Monatsmieten zu bezahlen.

 

Jetzt weiß Herr O. nicht mehr weiter und sucht Rat und Hilfe bei der Diakonie. Nach der Berechnung der Beraterin hat die Familie Anspruch auf ergänzende Leistungen vom Jobcenter. Dort schickt die Beraterin Herrn O. gleich hin, damit er einen Antrag auf Arbeitslosengeld II holt. Diesen Antrag füllen sie dann gemeinsam aus. Außerdem setzen sie zusammen ein Schreiben an den Vermieter auf, in dem Herr O. mitteilt, dass er sich um ein Darlehen beim Jobcenter bemüht. Wenn das Jobcenter das zinslose Darlehen gewährt, können damit die Mietschulden beglichen und der Wohnraum für die ganze Familie gesichert werden.

 

Die Beraterin macht oft die Erfahrung, dass bei Mietschulden häufig auch andere Schulden vorhanden sind, und fragt deshalb gezielt nach. Weil das tatsächlich der Fall ist, nimmt die Beraterin Kontakt zur Schuldnerberatung der Diakonie im Haus auf und vereinbart für das Ehepaar O. einen Termin.

 

Der Schuldnerberater unterstützt die Familie dabei, die anderen Schulden zu regulieren.

 

Herr O. ist sehr froh, dass er durch einen Nachbarn von der KASA erfahren hat und die Diakonie ihm weiterhelfen konnte.

 71 Dienststellen (ohne Außenstellen) der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) mit 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 14.560 beratenen Klient/innen und ca. 40.021Beratungsgesprächen.

Die KASA-Mitarbeitenden engagieren sich in 90 armutsorientierten Projekten (u. a. Tafelläden, Diakoniekaufhäuser, Hospizarbeit, Familienerholung). 1.864 aktive Ehrenamtliche leisteten fast 99.000 Einsatzstunden.

Ihr Kontakt

Titel
Öffentlichkeitsarbeit
Name
Dr. Leonie Krüger
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
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