Zum Inhalt springen
Hier kommst Du an - Jahresthema der Diakonie Bayern

JAHRESTHEMA 2017/2018 - GESCHICHTEN DES ANKOMMENS BEI DER BAYERISCHEN DIAKONIE

Herzlich willkommen!

 

Die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in der Nürnberger Südstadt öffnet vom 14. Januar bis zum 25. Februar 2018 täglich von 10.30 bis 15.30 Uhr ihre Türen als Vesperkirche.

Etwa 400 Ehrenamtliche geben jeden Tag ca. 500 Essen aus und bewirten in diesen sechs Wochen insgesamt mehr als 20.000 Gäste. Vesperkirchen gibt es auch in anderen bayerischen Städten.

Kommt rein,

freut euch

an schön gedeckten Tischen,

an gern geteilten Speisen.

Begegnet

offenen Ohren,

offenen Armen.

In der Vesperkirche

ist Platz für

das Gespräch

von Mensch zu Mensch.

Unter dem Namen „Vesperkirche“ öffnen über 30 evangelische Kirchengemeinden in Baden-Württemberg und Bayern jährlich in den Wintermonaten ihre Kirchentüren. Sie bieten ihren Gästen ein warmes Mittagessen zu einem stark vergünstigten, eher symbolischen Preis an. Menschen aller Altersklassen und aus allen sozialen Schichten treffen sich dort und kommen miteinander ins Gespräch. Zusätzliche Angebote  wie z. B. Beratungen, medizinische Betreuung, Gottesdienste und Andachten, seelsorgerliche Gespräche, Spiele für Kinder oder auch Konzerte und Vorträge runden das Programm der Vesperkirchen ab.

 

Das erste Projekt dieser Art startete 1995 in der Stuttgarter Leonhardskirche. Die Idee zu diesem Projekt hatte Diakoniepfarrer Martin Friz.

 

In Bayern fand die erste Vesperkirche 2015 in Schweinfurt statt. Seitdem begegnen sich dort einmal im Jahr für drei Wochen jeden Tag mehr als 350 Menschen. Vom 21. Januar bis 11. Februar 2018 ist St. Johannis in Schweinfurt wieder als Vesperkirche geöffnet. Bei einem kompletten Essen für einen Beitrag von 1,50 Euro und vielen zusätzlichen diakonischen, sozialen und seelsorgerlichen Angeboten wird ein besonderes Miteinander der Gastfreundschaft gepflegt. Das soziale Klima in Schweinfurt und Umgebung wird durch die Vesperkirche auf besondere Weise nachhaltig positiv beeinflusst. (http://www.vesperkirche-schweinfurt.de)

 

Weitere Vesperkirchen in Bayern gibt es in Nürnberg. Die Idee findet immer mehr Verbreitung: In Würzburg geht im Frühjahr 2018 eine Vesperkirche in Grombühl St. Thomas an den Start (http://www.thomaskirche-wuerzburg.de/cm/).

Die Idee: Der Kirchenraum, der beste und wichtigste Raum einer Gemeinde, ihr „Wohnzimmer“ gleichsam, in der kalten Jahreszeit offen und gastlich bereitet. Ein offener Kirchenraum, in dem Menschen eine warme Mahlzeit für einen symbolischen Preis von einem Euro, warme Getränke und vielfältige Angebote vorfinden.

 

Ein offener Kirchenraum:

Ein Raum des Miteinanders und der Wärme, der Stille und des Gesprächs.

Ein Raum mit schön gedeckten Tischen und warmem Essen.

Ein Raum mit einer Tasse Kaffee oder Tee und der aktuellen Tageszeitung.

Ein Raum, in dem sich Bedürftige und Menschen, die eine gut bezahlte Arbeit haben, begegnen können.

Ein Raum, in dem die alte Frau mit geringer Rente kostenlos frisiert wird oder ihr die Fingernägel manikürt werden.

Ein Raum, in dem Menschen ärztliche oder juristische Beratung erhalten.

Ein Raum mit einer Kinderspielecke, in dem Eltern, die vom Mindestsatz leben, und deren Kinder eine warme Mahlzeit und einen gemütlichen Platz finden.

Ein Raum, in dem sich Menschen engagieren, freundlich und hilfsbereit und immer auf Augenhöhe mit den Gästen sind.

Wir haben den Raum, wir haben die Möglichkeit!

 

»ICH HATTE VON DIR NUR

VOM HÖRENSAGEN VERNOMMEN;

ABER NUN HAT MEIN AUGE

DICH GESEHEN.« HIOB 42,5

 

Resümee 2017: Erfolg ist das Werk vieler Hände!

 

Zum zweiten Mal öffnete am 15. Januar 2017 die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche ihren Kirchenraum und das Gemeindezentrum für 43 Tage Vesperkirche.

 

Etwa 400 ehrenamtliche Mitarbeitende sorgten dafür, dass die Besucher/-innen ein warmes Essen erhielten, dazu Kaffee, Tee und Kuchen. Täglich wurden über 500 Portionen Essen und mindestens 500 Stück Kuchen ausgegeben und ca. 180 l Kaffee und 50 l Tee ausgeschenkt. Die Kirchengemeinde dankt den eifrigen Kuchenbäckerinnen und -bäckern für die zahlreichen verschiedenen Kuchen, Muffins, Krapfen, Bamberger Hörnchen, die täglich gebracht wurden – eine Bäckerin hat in den sechs Wochen 40 Kuchen gebacken! Es wurden  jeden Tag zwei Kilogramm Zucker und 24 Liter Milch verbraucht, dazu viele Flaschen Mineralwasser und Karaffen mit frischem Leitungswasser. In der Spülküche hat das Spülteam mindestens je 22 000 Speise- und Kuchenteller gespült, dazu Suppentassen, Salatschalen und ungezählte Kaffeebecher, Gläser und Besteck. Das Serviceteam musste dies alles abräumen und säubern. Eine gewaltige Leistung, für die die Kirchengemeinde sehr dankbar ist.

 

Eine Neuheit waren die Dienstags-Gespräche über aktuelle soziale Fragen.

 

Als Zusatzangebote gab es Frisieren, Massage, Entspannungsangebote, Stricken und Nähen, Geschichten, medizinische, soziale und rechtliche Beratung.

 

Dazu im Angebot künstlerische Aktivitäten, wie Malen (auch für Kinder), Werken und eine Schreibwerkstatt.

 

Die Statistik der Zusatzangebote: An 222 Angeboten haben etwa 1600 Gäste teilgenommen.

 

Quelle und weitere Informationen: vesperkirche-nuernberg.de

Gerda H. ist 75 Jahre alt und seit drei Jahren Witwe. In ihrem Viertel Nürnberg Lichtenhof lebt sie seit 1945, als sie aus Ostpreußen nach Nürnberg gekommen war.

 

Schon mit 20 Jahren heiratete sie ihren „Horst“. Einen gebürtigen „Nämbercher“. Horst arbeitete zuerst als Gießer in der M.A.N. und stieg dann zum Abteilungsleiter auf. Gerda H. hat sich immer um den Haushalt und die beiden Kinder gekümmert. Ihre 80-qm-Mietwohnung mit Balkon war und ist seit über 50 Jahren ihre Heimat und ihr Rückzugsort.

 

Nachdem ihr Mann mit 63 in Rente gegangen war, hatten sie einige schöne Jahre zusammen. Sie sind gereist und sogar hin und wieder ins Theater oder in die Oper gegangen, was sie früher nie gemacht hatten. Leider sind ihre Kinder und Enkel nicht in Nürnberg geblieben, sondern nach Düsseldorf und Berlin gezogen. Besonders ihre drei Enkel vermisst sie und freut sich jedes Mal sehr, wenn sie zu Besuch kommen.

 

Der Schlaganfall ihres Mannes 2013 hat auch sie aus der Bahn geworfen. Zunächst versuchte sie ihn zu Hause zu pflegen, aber nach einiger Zeit wurde klar, dass dies nicht möglich sein würde. Ein gutes Jahr lebte er im Pflegeheim, und sie besuchte ihn täglich. Weihnachten 2014 ist er dann gestorben. Seitdem kam Gerda H. bis auf die Besuche auf dem Friedhof kaum noch aus dem Haus. Auch das Kochen machte ihr für sich alleine keinen Spaß mehr. Höhepunkte in ihrem Leben waren die seltenen Besuche ihrer Kinder und Enkel. Ihnen gegenüber lässt sie es sich nicht anmerken, wie alleine sie sich manchmal fühlt und wie traurig sie immer noch ist.

 

Von der Vesperkirche in der Gustav-Adolf Kirche ganz in ihrer Nähe wusste sie schon aus der Zeitung. Das große Backsteingebäude kennt sie, seit sie in Nürnberg ist.

Geheiratet hat sie ihren Horst hier, und die beiden Kinder sind hier getauft. Und Weihnachten geht sie immer noch mit den Kindern und Enkeln zum Gottesdienst. Wegen den Kerzen und der Orgelmusik.

Aber essen in der Kirche? Wo gibt es denn sowas?

 

Und dann ist sie einfach mal hineingegangen, so zum Schauen. Es war viel wärmer als gedacht und sie konnte sich gleich einen Kaffee und die Zeitung holen. Tatsächlich hat sie auch Erna W. getroffen. Sie wohnt im selben Haus, sie haben sich aber schon länger nicht mehr gesehen. Zusammen haben sie sich dann das Essen geholt. Gut war es und so günstig – nur ein Euro. Gerda H. hat mehr gegeben. Es wäre ihr sonst peinlich gewesen. Sie ist nicht reich, aber auch nicht arm. Die Gemeinschaft hat ihr gut getan mit Erna W. und den anderen an ihrem Tisch. Am Abend war dann sogar noch ein Konzert. Seit langem hat sie wieder mal gelacht und die anderen haben ihr zugehört, als sie von Horst erzählt hat.

 

Mittlerweile kommt sie fast jeden Tag, wenn Vesperkirche im Januar und Februar ist. Und oft bringt sie ihren selbstgebackenen Gugelhupf mit. Der ist immer gleich weg. „Wer hätte gedacht, dass ich mal jeden Tag in die Kirche gehe“, meint sie lachend.

Gute Inhalte herstellen - aber wie?

Contentproduktion für soziale Netzwerke:

Diakonie Bayern zeigt, wie's geht.

Ihr Kontakt

Titel
Öffentlichkeitsarbeit
Name
Dr. Leonie Krüger
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg Bayern
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte
Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte
vkpornodepfile.com