Zum Inhalt springen
Hier kommst Du an - Jahresthema der Diakonie Bayern

JAHRESTHEMA 2017/2018 - GESCHICHTEN DES ANKOMMENS BEI DER BAYERISCHEN DIAKONIE

Die Diakonie hilft. Weltweit.

Der evangelische Entwicklungsdienst Brot für die Welt ist in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Unsere Geschichte erzählt von Agnes Irima aus Kenia, die früher täglich zum sieben Kilometer entfernten Fluss laufen musste, um Wasser zu holen. Heute geht sie nur noch ein paar Hundert Meter weit zum Regenwassertank ihres Dorfes, der mit Hilfe von Spendengeldern von Brot für die Welt gebaut werden konnte. Das Thema „Wasser für alle“ ist der Schwerpunkt der 59. Aktion von Brot für die Welt, die zum 1. Advent 2017 eröffnet wird.

Früher

Agnes Irima lief

7 Kilometer jeden Tag zum Fluss

30 Kilo im Kanister schleppte sie

zurück zur Familie

schlechtes Wasser, das krank macht

und den Durst nie stillen konnte

Heute

Agnes Irima lacht

Endlich eine Wasserstelle beim Dorf

klug gebaut auch für die Zukunft

vom gesammelten Regen auf dem Berg

Gemüse und Obst anbauen

Starke Kinder, die den Schultag schaffen

Hoffnung trotzt Dürre

Danke Brot für die Welt

„Früher hatte ich immer Angst, zu wenig Wasser für meine Familie zu haben“, sagt Agnes Irima aus Kenia. Heute ist das anders. Sie steht entspannt vor der Wasserstelle ihres Dorfes und schaut zu, wie das klare Wasser aus dem Hahn in ihren gelben Kanister sprudelt. Seitdem der Entwicklungsdienst der Anglikanischen Kirche in Kenia (Anglican Development Service, ADS) mit Unterstützung von Brot für die Welt in ihrem Dorf Gichunguri eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser aufgebaut hat, braucht die 44-Jährige sich nicht mehr zu sorgen.

 

Woher kommt das Wasser? Auf dem Berghang thront ein Felsen von der Größe eines Mehrfamilienhauses. Seine über zweitausend Quadratmeter große Oberfläche neigt sich leicht nach unten. Mit Steinen hat eine lokale Baufirma eine Rinne um den Felsen gemauert. Bei Regen leitet diese das Wasser, das auf die Oberfläche prasselt, in einen Behälter aus Beton, in dem sich Sand und Steine absetzen. Von da aus fließt es in einen 75 Kubikmeter großen Tank. Dieser speist die Wasserstelle am Fuß des Berghangs, an der Agnes Irima und die anderen Dorfbewohnerinnen jeden Morgen ihr Wasser holen. Nur wenige Tage Regen genügen, um den großen Tank zu füllen.

 

Anges Irima schleppt ihren 30 kg schweren gelben Wasserkanister nach Hause. Für sie kein Problem: „Im Vergleich zu früher ist das doch eine leichte Übung“. Früher musste sie fast sieben Kilometer weit laufen, um an Wasser zu kommen. Heute sind es nur noch ein paar Hundert Meter.

 

„Früher fehlte uns meist das Wasser für die Zubereitung unseres Hirsebreis. Wir stellen daraus unseren täglichen Energydrink her“, sagt Agnes Irima und lacht. Der Brei besteht aus Sorghummehl, einer sehr nährstoffreichen Hirseart.

 

„Mein Leben lässt sich in eine Zeit vor und nach der Einrichtung des Trinkwassersystems einteilen. Um rechtzeitig zur Wasserstelle am Fluss zu gelangen, musste ich morgens um drei Uhr aufstehen. Zusammen mit den anderen Frauen des Dorfes machten wir uns dann lärmend auf den Weg. Das schützte uns vor wilden Tieren, vor Pythons oder Leoparden. Noch mehr aber fürchteten wir die Überfälle von Menschen. Unsere größte Angst war jedoch, nach dem anstrengenden Marsch kein Wasser mehr vorzufinden.“ Außerhalb der Regenzeit sind viele Flüsse am Mount Kenya ausgetrocknet. „Dann gruben wir Löcher in das Flussbett, in denen Wasser zusammenläuft, und schöpften es heraus.“ Hatte das schon jemand vor ihnen getan, braucht es einige Stunden, bis sich wieder Wasser gesammelt hat. „Ich musste es dann mühsam mit einer Schöpfkelle herausholen oder eine weitere Stunde zur nächsten Wasserstelle laufen.“ Doch das war nicht das einzige Problem: Das Wasser in den Löchern ist häufig schmutzig, weil auch Tiere daraus trinken.

 

„Wir hatten Probleme mit Würmern, erkrankten an der Amöbenruhr, besonders die Kinder litten häufig an Durchfall,“ erzählt Agnes Irima. Neben ihren drei eigenen Kindern kümmern sich Agnes Irima und ihr Mann Nephat Ngui auch noch um die zwei Kinder ihrer verstorbenen Schwester. Kinder trinken, wenn sie Durst haben und Wasser vorfinden, egal wie schmutzig es ist. Aber auch Agnes Irima konnte das Wasser nicht immer abkochen. „Wenn ich mit den anderen Frauen nach einigen Stunden Fußmarsch an die Wasserstelle kam, stürzten wir uns durstig auf das kühle Nass. Was sollten wir tun?“ Agnes Irima zuckt mit den Schultern.

 

„Das Schlimmste waren die Sorge und die ständige Anspannung. Ich hatte nachts Alpträume, dass ich kein Wasser finde. Was wäre dann aus den Kindern geworden?“ Aber auch wenn sie Wasser vorfand: Mehr als 30 Liter konnte sie nicht transportieren. Damit musste die vielköpfige Familie einen Tag lang auskommen – das Waschen von Geschirr und Wäsche inklusive. Mit Argusaugen wachte Agnes Irima über die Wasservorräte, damit sie auch den ganzen Tag reichten. „Ich wusste immer ganz genau, wie viele Becher im Kanister waren.“ Alle tranken zu wenig, hatten Kopfschmerzen, fühlten sich schwach und konnten sich nicht konzentrieren.

 

Heute trinken Agnes Irima und ihre Familie mindestens doppelt so viel. Nicht dass sie Wasser im Überfluss hätten. Für jeden Kanister bezahlen sie umgerechnet fünfzig Eurocent. So werden Instandhaltung und Ausbau der Wasserversorgung finanziert. Trotzdem ist immer genug da, zum Trinken, für den Sorghumbrei und für die Zubereitung des Nationalgerichtes Ugali, das aus Maismehl gekocht wird. „Wir fühlen uns gesund und kräftig, und die Kinder kommen gut in der Schule mit.“

 

„Seitdem ich mich nicht mehr die Hälfte des Tages um die Beschaffung von Wasser kümmern muss, habe ich mehr Zeit für die Landwirtschaft.“ Auf ihrem kleinen Stück Land baut die Familie Mais, Gemüse und Obst an. Fast alles verbrauchen sie selbst. Sie verkauft jetzt auch einmal in der Woche selbstgekochten Sorghumbrei auf dem Markt. Schließlich müssen sie und ihr Mann, der als Tagelöhner auf Baustellen und bei anderen Bauern arbeitet, für fünf Kinder die Schul- und Universitätsgebühren aufbringen.

 

In der letzten Regenzeit von Oktober bis Dezember hat es nur wenige Tage geregnet. Die Maisernte fällt daher für die meisten Bauern aus. Auch für Agnes Irima und ihren Mann. Doch zum Glück haben die beiden noch vieles andere angebaut. Dürrekatastrophen wie diese treten aufgrund des Klimawandels immer häufiger auf. Damit das Trinkwassersystem trotzdem genug für alle Dorfbewohner/-innen bereitstellt, baut ADS gerade zwei weitere Tanks. Wenn diese fertig sind, soll auch die Dorfschule sich daraus versorgen können. Zurzeit müssen die Schüler/-innen mit zwei Bechern pro Tag auskommen.

Projektträger: Anglican Development Service – Mount Kenya East (ADS-MKE)

Spendenbedarf: 50.000 Euro

Hilfe zur Selbsthilfe: Der Entwicklungsdienst der Anglikanischen Kirche in der Diözese Mount Kenya East wurde 1982 gegründet. Sein Ziel ist es, die Armen und Ausgegrenzten in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen. Das von Brot für die Welt unterstützte Projekt richtet sich an 2.250 mittellose Familien in fünf Landkreisen, die besonders unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Sie werden unter anderem durch die Einführung von unterschiedlichen Methoden der Regenwassernutzung sowie durch Schulungen zu standortgerechtem Anbau unterstützt.

Fast 700 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jeder dritte Mensch lebt ohne sanitäre Einrichtungen. Die Wasserknappheit trifft vor allem die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Dort sind viele arme Menschen vom städtischen Versorgungsnetz abgekoppelt. Noch schlimmer ist die Situation in ländlichen Regionen: Das knappe Wasser muss dort oft von weit entfernten Quellen geholt werden. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft leidet unter der Wasserkrise, und die Ernährungssicherheit ist gefährdet.

 

Auch wenn es in einer Region genug Wasser gibt, heißt das nicht, dass alle Menschen dort Zugang dazu haben. Häufig mangelt es an der nötigen Infrastruktur. Teilweise ist Wasser so teuer, dass sich arme Menschen nicht genug davon leisten können. Und in Regionen, in denen Konflikte herrschen, wird der Zugang zu Wasser oft als Machtmittel missbraucht. Ohne Wasser gibt es jedoch kein Leben: Wasser, Ernährungssicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Wasser gehört zum täglichen Brot. Es ist ein öffentliches, aber endliches Gut. Für alle Menschen.

 

 

1.    Alle Menschen haben ein Recht auf sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung.

 

Etwa 3,5 Millionen Menschen, fast die Hälfte davon Kinder, sterben jährlich an den Folgen von Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Im Jahr 2010 haben die Vereinten Nationen das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung anerkannt. Es berechtigt alle Menschen zu ausreichendem, sauberem und bezahlbarem Wasser für den persönlichen und häuslichen Gebrauch.

 

Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass das Recht auf Wasser überall umgesetzt wird. Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt verteidigen dieses Recht, unterstützen arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen beim Bau von Brunnen und Toiletten und klären über Hygiene auf.

 

2.    Auch Kleinbauernfamilien müssen Zugang zu Wasser haben. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Menschen satt werden.

 

Die intensive Landwirtschaft verbraucht 70 Prozent unserer weltweiten Wasservorräte. Große Agrarkonzerne haben vielerorts riesige Monokulturplantagen errichtet, die sehr viel Wasser benötigen. Viele Kleinbauernfamilien haben dadurch ihren Zugang zu Wasser verloren. Wenn der Regen infolge des Klimawandels immer häufiger ausbleibt und sie ihr Land nicht bewässern können, drohen Hunger und Mangelernährung.

 

Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass auch die Rechte der Menschen vor Ort gewahrt werden. Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt bekämpfen Land- und Wasserraub durch internationale Konzerne. Sie fördern kleinräumige und kostengünstige Waserspeicher- und Bewässerungssysteme, die die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung direkt verbessern können.

 

3.    Unser Lebensstil und Konsumverhalten haben unmittelbare Auswirkungen auf die globale Wasserverfügbarkeit. Wir sollten daher bewusst einkaufen.

 

Etwa 20 Prozent des weltweit in der Landwirtschaft eingesetzten Wassers wird in „virtueller“ Form über Produkte ins Ausland exportiert. Auch nach Deutschland. Felder für Futtersoja oder Baumwolle werden in vielen trockenen Regionen aufwändig bewässert. Dieses Wasser fehlt für die Versorgung der Menschen vor Ort. Ein Fünftel der Erdbevölkerung lebt in Regionen, in denen mehr Wasser verbraucht wird als wieder in den Kreislauf zurückfließt. So sinkt der Grundwasserspiegel, was wiederum Trinkwasser-Brunnen versiegen lässt.

 

Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass die Politik den Agrarsektor und die Industrie dazu bringt, verantwortungsbewusster und nachhaltiger mit der Ressource Wasser umzugehen. Und wir fordern die Menschen in Deutschland dazu auf, durch den Kauf regionaler und saisonaler Produkte den Import virtuellen Wassers aus den trockenen Regionen der Welt zu reduzieren.

Mehr Spenden für Brot für die Welt: 9.243.620 Euro aus Bayern − Evangelisches Hilfswerk legt Jahresbilanz vor

 

Eine Steigerung um nahezu eine Million Euro und erneut der Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich – so lautet die Jahresbilanz des Evangelischen Hilfswerks, das jetzt seinen Jahresbericht vorgelegt hat. Genau 9.243.620 Euro an Spenden hat Brot für die Welt im vergangenen Jahr in Bayern erhalten. In dieser Summe sind alle Kollekten und Spenden aus der Region enthalten. Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit von Brot für die Welt im vergangenen Jahr mit mehr als 61,7 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein deutliches Plus von 4,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (57,5 Mio. Euro).

 

„Die Hilfe von Brot für die Welt geschieht durch viele Projektpartner direkt vor Ort. Wir eröffnen den Menschen in den armen Ländern des Südens damit wirkliche Perspektiven – und das ist das wirksamste Mittel gegen die Fluchtursachen,“ sagte der Präsident der bayerischen Diakonie Michael Bammessel bei der Vorstellung des Jahresberichts. Er freue sich sehr darüber, dass so viele Spenderinnen und Spender Brot für die Welt auch 2016 ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Allen, die dazu beigetragen haben, danke ich herzlich.“

 

Brot für die Welt arbeitet weltweit mit lokalen Partnerorganisationen zusammen. Im vergangenen Jahr wurden 617 Projekte in 93 Ländern neu bewilligt, davon sind mit 203 Projekten die meisten in Afrika. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen.

 

Brot für die Welt ist das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen. Gegründet 1959, fördert das Werk heute in mehr als 90 Ländern Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit.

 

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2016 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Beiträge Dritter, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 273,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 246,7 Millionen Euro (91,3 Prozent der Mittel). Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 8,7 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig.

Berlin, 31. August 2017. Brot für die Welt erwartet von der künftigen Bundesregierung ein besser abgestimmtes Handeln bei der weltweiten Armutsbekämpfung. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks sagte: „Das gesamte Kabinett muss mit Blick auf nachhaltige Entwicklung künftig an einem Strang ziehen.“ So habe in der vergangenen Legislaturperiode etwa das Entwicklungsministerium Programme gefördert, die afrikanischen Kleinbauern höhere Einkommen ermöglichen und gleichzeitig habe das Landwirtschaftsministerium mit seiner Unterstützung für die Exportoffensive der deutschen Ernährungswirtschaft in Afrika den lokalen Bauern Absatzmärkte genommen.

 

Füllkrug-Weitzel erklärte bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin, in der abgelaufenen Legislaturperiode habe es einige positive Entwicklungen gegeben, um Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in der Welt zu überwinden. „Das Pariser Klima-Abkommen und die Agenda 2030 mit den nachhaltigen Entwicklungszielen sind Meilensteine für eine weltweit gerechte Entwicklung. Deutschland hat bei deren Zustandekommen eine Vorreiterrolle übernommen.“ Jetzt müsse die Bundesregierung auch bei deren Umsetzung mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehöre, klimaschädliche Emissionen schneller zu reduzieren.

 

Die neue Bundesregierung müsse sich auch dafür einsetzen, dass die Entwicklungsländer nicht noch mehr ausbluteten. Füllkrug-Weitzel: „Aus den Entwicklungsländern fließt viel mehr Geld ab, als sie durch Investitionen, Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten oder Entwicklungshilfe erhalten.“ Allein dadurch, dass multinationale Konzerne Steueroasen nutzten, entgingen den Staaten jährlich hunderte Milliarden Dollar Einnahmen. Dieses Geld werde für Bildung, Gesundheit und weitere Aufgaben dringend benötigt. Es komme darauf an, die weltwirtschaftlichen Beziehungen fair zu gestalten. „Deutschland sollte Vorreiter werden für eine international verträgliche Handels-, Außen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.“

 

Mit Blick auf die Flüchtlinge, die nach Deutschland und Europa gekommen sind, kritisierte Füllkrug-Weitzel: „Die Bundesregierung hat vielfach erklärt, dass sie die Ursachen von Flucht und Vertreibung angehen will. Stattdessen geht es ihr aber eher darum, Menschen aus Europa fernzuhalten als wirklich die Ursachen zu bekämpfen.“ So werde ausgeblendet, dass Kriege und gewaltsame Konflikte weltweit zu den zentralen Fluchtursachen zählen. „Deutschland erlaubt Waffenexporte nach Saudi-Arabien, das sowohl im Jemen als auch in Syrien eine kriegstreibende Rolle spielt.“

 

Brot für die Welt arbeitet in mehr als 90 Ländern mit lokalen Partnern zusammen. Mit Bezug auf die Arbeitsbedingungen sagte Füllkrug-Weitzel: „Partnerorganisationen, die sich für Menschenrechte, Demokratie und Umwelt engagieren, geraten immer öfter unter Druck. Ihnen wird die Registrierung entzogen oder der Zugang zu Geldern erschwert. Das stellt die größte Herausforderung für die internationale Projektarbeit dar.“

 

Einnahmen und Ausgaben

 

Brot für die Welt hat im vergangenen Jahr mehr als 61,7 Millionen Euro an Spenden und Kollekten erhalten. Das ist ein deutliches Plus von 4,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (57,5 Mio. Euro). Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2016 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED; 54,4 Mio. Euro) und Beiträge Dritter (144,6 Mio. Euro), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks dankte allen Spenderinnen und Spendern, allen Kirchen, Gemeinden und politischen Entscheidungsträgern, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, für ihr Vertrauen: „Ihre Unterstützung hat uns ermöglicht, unsere Hilfsprogramme auszuweiten.“ Weltweit wurden im vergangenen Jahr 619 regionale und zwölf überregionale Projekte neu bewilligt. Zu den klassischen  Schwerpunkten konnten auch Integrationsprogramme für Flüchtlinge und Binnenvertriebene etwa in Mali, im Libanon und in Jordanien gefördert werden.

 

Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 273,5 Millionen Euro (2015: 255,4 Mio. Euro) zur Überwindung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zur Verfügung. Davon waren 246,7 Millionen Euro oder 91,3 Prozent für die Projektarbeit bestimmt. Die Ausgaben für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit lagen bei 2,2 Prozent und für Verwaltung bei 6,5 Prozent. Brot für die Welt liegt damit in der besten Kategorie („niedrig“) des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI). Es vergibt das DZI-Spendensiegel.

 

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

Ihr Kontakt

Titel
Öffentlichkeitsarbeit
Name
Dr. Leonie Krüger
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg Bayern
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte
Titel
Pressesprecher
Name
Daniel Wagner
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg
Tel.
Mobil
Fax
Web
Visitenkarte