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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2020

„Kein Rotstift im Sozialen - alle Leistungen, die wir erbringen, sind systemrelevant.“

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Sabine Lindau als viertes Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern eingeführt.

Nürnberg, 08. 07. 2020 „Die Mitarbeitenden der Diakonie haben in den vergangenen Wochen und Monaten einen großartigen Job gemacht – und dies muss in Zukunft möglich sein“, sagte Sabine Lindau, das neue Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern, heute bei ihrer Amtseinführung. Coronabedingt fand diese nur in kleinem gottesdienlichem Rahmen in Nürnberg statt. Die 1966 geboren Lindau war bereits im Februar vom Diakonischen Rat als viertes Mitglied in den Vorstand des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes berufen worden und hatte ihr Amt am 2. Juni angetreten.

 „Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Die Diakonie ist systemrelevant, und wir müssen sicherstellen, dass die Menschen, die Hilfe benötigen, diese auch weiterhin bekommen“, so Lindau weiter. Damit dies so bleiben könne, müsse die Handlungsfähigkeit der diakonischen Träger auch in Zukunft sichergestellt sein. „Sie müssen darum die wirtschaftlichen Hilfen bekommen, die sie brauchen.“ Die Folge von Corona dürfe auf keinen Fall „der Rotstift im Sozialen sein.“ Denn viele Hilfen der Diakonie, wie etwa die Familienberatung, aber auch Unterstützungsangebote für Alleinerziehende, seien in den vergangenen Monaten verstärkt in Anspruch genommen worden – „auch von Menschen, die sich früher nicht an die Diakonie gewandt haben.“

Lindau sprach sich bei ihrer Einführung weiterhin klar gegen Rassismus und Antisemitismus aus. „Corona wirkt leider auch hier wie ein Brennglas. Wir waren bei der Bekämpfung dieser beiden beängstigenden Phänomene in Bayern schon mal weiter.“ Nicht nur sie habe den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten die Ausgrenzungstendenzen wieder stark zugenommen hätten. „Wir müssen die Menschen wieder stärker zusammenführen, damit wir auch in Zukunft in einer solidarischen Gesellschaft leben können.“

Im Diakonischen Werk Bayern wird Lindau neben der landesverbandlichen Vertretung in München künftig die Bereiche Integration, Migration und Flüchtlingshilfe sowie Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen verantworten.

Lindau war nach dem Studium der Theologie in Tübingen und Berlin sowie einem Betriebswirtschaftsstudium in Stuttgart zunächst Vorstandsassistentin bei der Unternehmensgruppe „Dienste für Menschen“, Stuttgart, ehe sie als Referentin für stationäre Altenhilfe in das Diakonische Werk Württemberg wechselte. Im Oktober 2000 wechselte sie zur Inneren Mission München. Hier war sie zunächst Assistentin des Vorstandes, ehe sie als Abteilungsleiterin unter anderem die Bereiche Qualitätsmanagement, Ehrenamt, Fortbildung und ab 2003 den Bereich Sozialpsychiatrie und Gesundheit übernahm. Seit 2011 war Lindau Geschäftsführerin der Bezirksstelle München und hat Erfahrung in der Spitzenverbandsarbeit auf Bezirks- sowie Kommunalebene. Im Februar 2020 wurde sie vom Diakonischen Rat, dem Aufsichtsorgan des Landesverbandes, zum vierten Vorstandsmitglied berufen.

Sie ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand, bestehend aus Michael Bammessel (Präsident und Vorstandsvorsitzender), Wolfgang Janowsky (Vorstand Wirtschaft und Recht) sowie Sandra Schuhmann (Vorständin Gesundheit und Teilhabe).

Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V. ist der zweigrößte Wohlfahrtsverband in Bayern. In ihm sind über 1.300 Träger mit mehr als 90.000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle mit ca. 120 Mitarbeitenden befindet sich in Nürnberg.

 

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„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

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Die Diakonie verabschiedet sich in Kempten von Indra Baier-Müller

Nürnberg, 18. Juni 2020 „Wir lassen sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen“, kommentiert Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, den Weggang von Indra Baier-Müller von der Diakonie Kempten. Die 49-Jährige ist seit dem 1. Mai 2020 Landrätin (FW) des Landkreises Oberallgäu. Am morgigen Freitag wird sie im Rahmen eines Gottesdienstes in Kempten verabschiedet.

„Wir verlieren mit Baier-Müller eine engagierte und erfolgreiche Geschäftsführerin im Allgäu, die zudem als Mitglied des Diakonischen Rates auch bayernweit Verantwortung für die Diakonie übernommen hat“, so Bammessel weiter. Der Landkreis Oberallgäu hingegen gewinne eine kompetente und streitbare Landrätin mit einer hohen sozialpolitischen Kompetenz. „Ich wünsche ihr für die persönliche und die politische Zukunft alles Gute und Gottes Segen – und ich freue mich, wenn die Diakonie in ihr auch weiterhin eine starke Fürsprecherin findet.“ 

Die studierte Sozialpädagogin war seit 2013 Geschäftsführerin der Diakonie Kempten, mit aktuell knapp 500 Mitarbeitenden dem größten diakonischen Träger im Allgäu. Sie war zudem stellvertretende Vorsitzende des Diakonischen Rates, dem Aufsichtsgremium der bayerischen Diakonie. Im Landkreis hatte sie sich in der Stichwahl am 29. März 2020 gegen Alfons Hörman (CSU) durchgesetzt.

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Wohnungsnotfallhilfe auch nach Corona sichern.

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Diakonie warnt vor Folgen sinkender Gewerbesteuer

Nürnberg, 10. Juni 2020 Die Diakonie in Bayern rechnet, bedingt durch Corona, mit einem starken Anstieg der Zahl wohnungsloser bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen in Bayern. Die Gründe: Kurzarbeit, steigende Arbeitslosigkeit, drohende Überschuldung, Energie- und Mietschulden und familiäre Krisen bis hin zu Trennungen. „Weil gleichzeitig die Gewerbesteuern einbrechen, befürchten wir, dass die Kommunen und Landkreise bei der Förderung der bestehenden Dienste und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe den Rotstift anlegen müssen,“ warnt Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin in der bayerischen Diakonie.

So rechnet Christian Bernreiter, Präsident des bayerischen Landkreistages mit einem Rückgang der Gewerbesteuern um 20 bis 25 Prozent. Zwar seien, so Schuhmann, im Konjunkturpaket des Bundes auch die Kommunen berücksichtigt - insbesondere die Kompensation der krisenbedingten Gewerbesteuerausfälle.  Schuhmann: „Es kommt jetzt darauf an, dass der Freistaat die vom Bund bereitgestellten Mittel für die Kompensation der Gewerbesteuerausfälle mit Landesmitteln ausreichend ergänzt, damit die Kommunen und Landkreise weiterhin ihren Verpflichtungen nachkommen können.“ Die Verwirklichung des Rechts auf Wohnen, die Rechtsansprüche der Menschen in Wohnungsnot auf Beratung und Unterstützung und die Finanzierung der Wohnungsnotfallhilfe müsse auch zukünftig garantiert werden, um eine weitere soziale Ausgrenzung von Menschen zu vermeiden, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind.

Andreas Kurz vom Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe der Diakonie in Bayern bekräftigt die Forderung, bestehende gut funktionierende Kooperationen in der Wohnungsnotfallhilfe und Vereinbarungen mit Kommunen und Landkreisen aufrecht zu erhalten. „Wir haben in der Krise gemerkt: Was vor Corona gut funktioniert hat, hat auch während der Krise geklappt.“ So hätten Mitarbeitende der Wohnungsnotfallhilfe auch während des Lockdowns Hilfesuchende unterstützt, etwa durch Beratung, Unterkünften, Wohnangeboten und in Verhandlungen mit Ämtern. „Durch die Lockerungen der Maßnahmen in den vergangenen Wochen kehrt auch bei unseren Mitgliedseinrichtungen zunehmend der Alltag ein“, so Kurz. Die Situation für die Betroffenen bleibe angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und den strukturell unterschiedlich ausgebauten Hilfesystemen jedoch weiterhin schwierig. Darum würden auch in den nächsten Jahren die vom Bayerischen Staatsministerium zur Verfügung gestellten Mittel im Aktionsplan „Hilfe für Obdachlose“ für nachhaltige Unterstützungsangebote und Hilfestrukturen in allen bayerischen Regionen weiterhin dringend benötigt, so Andreas Kurz.

In Bayern leben offiziellen Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge mehr als 15.500 Menschen ohne eigene Wohnung; Zusätzlich geht man von einer deutlich höheren Anzahl an Personen in verdeckter Wohnungslosigkeit aus, die in prekären Wohnverhältnissen leben und beispielsweise bei Bekannten oder Freunden unterkommen. Aktuellere amtliche Zahlen von Menschen in Wohnungsnot gibt es bislang nicht, erst im Jahr 2022 soll es eine bundesweit einheitliche Wohnungslosenstatistik geben. 


Der Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) ist ein Zusammenschluss von diakonischen Trägern der Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe. Er greift sozialpolitische Themen und spezifische Fragenstellungen auf und nimmt dazu Stellung. Der Fachverband der Diakonie in Bayern vertritt 33 Mitgliedseinrichtungen mit über 100 verschiedenen Unterstützungsleistungen für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit in Bayern.

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18.000 Euro für die Diakonie in Bayern.

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Amgen Deutschland unterstützt Corona-Hilfe

Nürnberg, 28. Mai 2020 Über eine Spende von 18.000 Euro freut sich die Diakonie in Bayern: Die Münchner Niederlassungen des Bio-Tech-Unternehmens Amgen unterstützen mit diesem Betrag die Arbeit des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes in Zeiten von Corona. Die Spende kommt unter anderem Menschen zugute, die aufgrund von Corona in eine existenzgefährdende Situation geraten sind. Außerdem unterstützt Amgen das Projekt ZusammenHaltFinden des Diakonischen Werks Freising. Hier werden Familien begleitet, in denen ein Elternteil schwer erkrankt oder verstorben ist.  

„Wir freuen uns sehr über die Spende und über das Vertrauen, das Amgen und seine Mitarbeitenden der Diakonie in Bayern entgegenbringen“, so Diakoniepräsident Michael Bammessel in Nürnberg. Eine funktionierende Zivilgesellschaft sei auf das Engagement aller Akteure angewiesen – auch auf das finanzielle. Die Spende der beiden Münchner Unternehmen sei ein gutes Beispiel dafür. „Corona trifft insbesondere jene Menschen hart, die ohnehin in einer schwierigen Lebenssituation sind – sei es wirtschaftlich, sei es aufgrund von Erkrankungen. Jede Spende hilft hier.“

„Die Corona-Pandemie trifft viele Menschen hart, die von Armut betroffen sind und die aufgrund von Kurzarbeit oder Jobverlust auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt Dr. Roman Stampfli, Geschäftsführer der Amgen GmbH. „Mit unserer Spende wollen wir hier bei uns vor Ort in Bayern helfen, die wichtige Arbeit für unsere Gemeinschaft fortzusetzen. Denn wir sind überzeugt, dass wir die Corona-Pandemie nur gemeinsam überstehen werden“, teilt Prof. Dr. Peter Kufer, Vice President BiTE® Technology, der Amgen Research (Munich) GmbH mit.

Die "Soforthilfe Corona für hilfebedürftige Menschen" der Diakonie Bayern setzt sich für von Armut und Ausgrenzung betroffene Menschen ein, die unter den Folgen der Pandemie besonders leiden. Sie können bei der bayerischen Diakonie eine Soforthilfe in Höhe von bis zu 150,- pro Person beantragen.

Im Projekt ZusammenHaltFinden steht die Begleitung von Kindern im Mittelpunkt, in deren Familien ein Elternteil schwer erkrankt oder bereits verstorben ist. Auch sie sind – etwa durch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen – stark von Corona betroffen: Verlustängste verstärken sich und die Kontaktsperre ist eine besondere psychische Belastung. Mit Hilfe der Amgen-Spende werden die Familien technisch so ausgestattet, damit der gegenseitige Austausch und die psychosoziale Begleitung nicht wegbrechen.

Amgen in Deutschland

In Deutschland arbeiten rund 850 Mitarbeiter an zwei Standorten: Die Amgen GmbH in München wurde 1989 als Vertriebsgesellschaft gegründet. Der Fokus liegt auf der klinischen Forschung, der Zulassung und dem Vertrieb von Arzneimitteln. Die Amgen Research (Munich) GmbH ist ein reiner Forschungsstandort für die Entwicklung der „Bispecific T-cell Engager“(BiTE®)-Antikörperkonstrukte mit einer Spezialisierung auf die Entwicklung innovativer Krebstherapien.

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„Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“

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Aktionswoche stellt Kinderrechte in den Mittelpunkt

Nürnberg, 22. Mai 2020 Weitreichende Reformen, um Kindern aus überschuldeten Haushalten gute Startbedingungen für die Zukunft zu ermöglichen, fordert Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern. „Kinder haben ein Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend“, sagte er anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 25. bis 29. Mai 2020. Unter dem Motto „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ stellt die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der Wohlfahrts- und Fachverbände Kinderrechte in den Mittelpunkt. „In der aktuellen Corona-Krise ist dieses Motto aktueller denn je“, so Bammessel.

 

Familien seien in Zeiten, in denen ihre Kinder nicht in Kita oder Schule könnten, be-sonders gefordert, so der Diakoniepräsident weiter. Lange Zeit hätten Spielplätze nicht genutzt werden können. Bereits diese Situation habe Familien besonders gefordert - besonders hart treffe Corona die Familien, die bereits vor der Pandemie in einer belasteten Situation gewesen seien: „Überschuldung ist schon ohne die Einschränkungen durch Covid 19 eine Herausforderung, in der die Betroffenen Unterstützung brauchten“, sagte Bammessel. Knapp 7 Millionen Menschen in Deutschland galten vor Corona als überschuldet. „Es ist sicher, dass diese Zahl nach der Krise deutlich zunehmen wird.“ Menschen hätten durch Kurzarbeit, Jobverlust, gestiegene Preise oder auch notwendige Anschaffungen wie etwa ein Smartphone für das Homeschooling zum Teil massive Einkommensverluste bzw. Mehrkosten zu verkraften. Allein die Preise für Gemüse seien im April im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent gestiegen, die Preise für Obst um etwa 14 Prozent,  „Es werden nach Corona deutlich mehr Menschen ihre Kredite und andere finanziellen Verpflichtungen nicht bedienen können als vorher.“ Zwar habe die Bundesregierung die Möglichkeit geschaffen, die Mietzahlungen für eine gewisse Zeit auszusetzen. „Dies führt aber dazu, dass die Belastungen nach Corona noch weiter zunehmen werden.“

 

Besonders betroffen seien auch hier wiederum die Kinder; sie könnten es nicht einordnen, wenn ihre Eltern etwa wegen finanzieller Sorgen öfter gereizt seien. Bammessel: „Sie sind Zeugen bei den häufigen Streitigkeiten und fragen sich nicht selten, ob sie selbst schuld daran sind. Und Geld für ihre Bedürfnisse ist meistens nicht da.“ Noch schwieriger sei die Situation für Alleinerziehende.

 

„Um den Kindern das Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend zu gewährleisten und ihnen gute Startbedingungen für die Zukunft zu schaffen, bedarf es deutlicher Reformen“, sagte Bammessel. Wenn auch das „Starke-Familien-Gesetz“ ein Anfang sei, um Familien mit niedrigem Einkommen zu unterstützen, sei ein bedarfsgerechter Ausbau familien- und sozialpolitischer Leistungen notwendig Dazu zählt laut Bammessel Maßnahmen wie der Mindestunterhalt, der Regelsatz für Kinder und Jugendliche in Grundsicherung und der Sozialhilfe.  Große Bedeutung müsse auch der finanziellen Allgemeinbildung zukommen. „Präventionsarbeit sollte überall verankert werden. Kinder müssen früh lernen, mit Geld, Handy und Internet umzugehen.“

 

Die Diakonie Bayern mit ihren spezialisierten Schuldnerberatungsstellen bietet an über 30 Standorten fachkundige Beratung und Unterstützung für verschuldete und überschuldete Menschen an. 99 Schuldnerberater*innen der Diakonie in Bayern haben im Jahr 2019 über 11.000 Menschen beraten und begleitet. Der Schwerpunkt der Beratung liegt bei sozial benachteiligten und von Armut betroffenen Menschen. Das Beratungsangebot ist für Ratsuchende kostenfrei. Ziel der sozialen Beratung ist es, die Ratsuchenden bei der Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation zu unterstützen und ihr Selbsthilfepotential zu fördern. Im Vordergrund stehen die Sicherung der Existenz der Ratsuchenden und eine mögliche Schuldenregulierung.

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„Wann, wenn nicht jetzt?“

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Systemrelevanz darf kein bloßes Schlagwort bleiben. Diakonie Bayern zum Tag der Pflege am 12. Mai

Nürnberg, 11. Mai 2020 Selten hat die Pflege so viel gesellschaftliche Anerkennung erfahren wie in den vergangenen Wochen. Die Mitarbeitenden in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wurden im Bundestag mit stehenden Ovationen gefeiert, sie wurden „Helden und Heldinnen“ genannt, und am häufigsten fiel wohl der Begriff der „Systemrelevanz“. „Nachdem offensichtlich erkannt wurde, was für eine wichtige Rolle die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege spielen, wird es Zeit, dieser Erkenntnis auch Taten folgen zu lassen“, so Michael Bammessel, Präsident der Diakonie in Bayern im Vorfeld des „Internationalen Tages der Pflege“, dem 12. Mai. Und seine Kollegin Sandra Schuhmann, als Fachvorständin bei der Diakonie Bayern für die Pflege zuständig, ergänzt: „Ein einmaliger Pflegebonus mag ein schönes Zeichen sein. Wir brauchen jedoch eine dauerhafte Veränderung im System“. Die Anerkennung, die die Pflege momentan erfahre, könne eine gute Grundlage dafür sein.

 

Die Mitarbeitenden in den Einrichtungen hätten in den vergangenen Tagen und Wochen einen unglaublichen Einsatz geleistet, und zum Teil in Fünf-Tages-Schichten gearbeitet, um die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen, so Schuhmann. „Angehörige haben sich mit Geschenkkörben, oder spontanen Ständchen bedankt, und das tat sicher gut.“ Allein die Debatte um die Finanzierung des Pflegebonus in Höhe von 1.500 Euro – zwei Drittel davon tragen Bund und Kassen, für den Rest sollen die Länder aufkommen – zeige aber, dass der Weg zu einer dauerhaften Anerkennung der Pflege noch weit sei. „Bei vielen Kollegen und Kolleginnen wächst der Frust darüber, dass zuerst vollmundig vom Wert der Pflege und von einer Anerkennungsleistung gesprochen wird, und die Umsetzung sich dann so lange hinzieht und von Diskussionen um Finanzierung und Zuständigkeiten geprägt ist.“

 

Für Diakoniepräsident Bammessel ist der Pflegebonus ebenfalls bestenfalls ein Zeichen; er forderte eine grundlegende Veränderung des Systems Pflege. „Ich kenne die Argumente, dass für eine Verbesserung der Finanzierung die Beiträge zur Pflegeversicherung erhöht werden müssten und dass dies wiederum die Lohnnebenkosten in Höhe treiben würde.“ Dass eine bessere Ausstattung der Pflege möglich sei, zeige ein Blick ins Ausland. Bammessel zufolge gibt die Pflegversicherung in Deutschland jährlich zwar 42 Milliarden Euro aus – das sind nach Angaben der Bundesregierung 1,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Aber: „Die skandinavischen Länder nehmen teilweise fast doppelt so viel Geld in die Hand.“ Bammessel forderte, die durch Corona veränderte Wahrnehmung der Pflege als systemrelevant dazu zu nutzen, auch auf politischer Ebene eine Veränderung des „Systems Pflege“ anzugehen. „Wann, wenn nicht jetzt sollen den vielen Reden auch dauerhafte Taten folgen?“

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Kein Zugang zu Bahnhofsmissionen „ohne“

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Masken für Bedürftige dringend gebraucht

München/Nürnberg, 4. Mai 2020 Spenden willkommen: Weil sich viele Bedürftige die vielerorts geforderten Masken schlichtweg nicht leisten können, statten bayerische Bahnhofsmissionen ihre hilfesuchenden Gäste soweit möglich auch damit aus. Alleine an der Einrichtung am Münchner Hauptbahnhof, wo täglich etwa 400 Menschen mit dem Notwendigsten versorgt werden, verteilten die Mitarbeitenden schon rund 1000 Masken. „Wir haben eine sehr hohe Nachfrage“, so Bettina Spahn vom Leitungsteam, „unsere Klienten machen bei den Corona-Schutzmaßnahmen gut mit.“ Seit dem 27. April gilt im ÖPNV und damit laut bayerischem Verkehrsministerium auch in den Bahnhöfen und auf den Bahnsteigen eine Maskenpflicht. „Davon betroffen sind dann auch alle Bedürftigen, die zur Bahnhofsmission an Gleis 11 kommen“, erklärt Spahn.

Auf den verschiedensten Kanälen hat die Bahnhofsmission in der Landeshauptstadt bereits vor Wochen um Spenden geworben - wohlwissend, dass es ihren Gäste meist nicht möglich ist, sich entsprechende Mund-Nasen-Bedeckungen zu kaufen oder sich gar selbst eine zu nähen: „Unsere Klienten befinden sich in sozialen Notlagen und leben zum Teil auf der Straße“, so Bettina Spahn. Die Lage wird immer schwieriger und für die Menschen existentiell bedrohlich, „das sieht man den Leuten deutlich an.“

Dass die Not in vielen Bereichen wächst, haben auch Klaus Schneider und Sonja Svirac von der Augsburger Bahnhofsmission festgestellt. Etwa 40 bis 50 Gäste kommen hier täglich ans Ausgabefenster – nicht nur um sich ein Essenspaket, sondern auch um sich ein freundliches Wort oder einen Rat abzuholen. „Viele sind dankbar, dass in Zeiten des Kontaktverbots jemand für sie da ist und sie wahrnimmt“, so Schneider. Die Nähbegeisterten aus seinem Ehrenamtlichen-Team haben mittlerweile Dutzende Masken für die Gäste genäht, die Bedarf haben. „Begehrt und schnell vergriffen“, so Sandra Bauer-Böhm von der Aschaffenburger Bahnhofsmission, war auch am Untermain das „bunte Sammelsurium an Einweg- und selbstgenähten Masken.“ Hier wie in anderen Einrichtungen klärt man über den richtigen Gebrauch der Mund-Nasen-Bedeckungen auf und versucht Waschmöglichkeiten zu finden, die den Hygieneanforderungen gerecht werden.

„Oberstes Gebot ist natürlich der Schutz der Mitarbeitenden und der Gäste“, so Hedwig Gappa-
Langer, Referentin des Caritas-Fachverbandes IN VIA Bayern e.V. bei der Arbeitsgemeinschaft der
kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern. „Derzeit ist es schwer, an die benötigten Schutzmasken zu kommen“, ergänzt ihr Kollege Harald Keiser von der Diakonie Bayern, „deshalb helfen wir durch Sammelbestellungen bei der Beschaffung.“

Mit Kreativität und großem persönlichen Einsatz reagierten die Stationen im März auf die neuen
Herausforderungen durch den Lockdown. Seit Wochen sind die Helferinnen und Helfer unter
besonderen Schutzvorkehrungen beispielsweise an den Fenstern oder Türen für Bedürftige da,
reichen abgepackte Lebensmittel, geben Auskunft und schenken ein Lächeln – hinter der Maske und zumindest mit den Augen. „Dass fast alle bayerischen Bahnhofsmissionen seit Beginn der Krise für Bedürftige weiterhin da sind, gibt Betroffenen wenigstens ein kleines Stück Sicherheit“, so Gappa-Langer.

Ab Montag, 4. Mai, will die Ingolstädter Bahnhofsmission wieder einen Notbetrieb anbieten –
zunächst für drei Stunden am Tag, zwischen 10 und 13 Uhr. „Wir möchten zunächst sehen, wieviele Leute unterwegs sind, die uns brauchen können“, erklärt Leiterin Heike Bergmann. Ihre Hilfe wird in normalen Zeiten hauptsächlich von Reisenden in Anspruch genommen.Wer die Arbeit der Bahnhofsmissionen unterstützen will – sei es durch eine Geld- oder aktuell eine Masken-Spende – wendet sich bitte an die Bahnhofsmission vor Ort.

Rund 400 Ehrenamtliche und gut 40 hauptberufliche Mitarbeitende sind in den 13 bayerischen Bahnhofsmissionen im Einsatz, um ihren Mitmenschen in sozialen Notlagen oder beim Bahnreisen zu helfen. Fast 288 000 Kontakte mit Hilfesuchenden zählten die größtenteils ökumenisch geführten Einrichtungen in Bayern im vergangenen Jahr. Viele der Gäste sind in sozialen Schwierigkeiten, leiden unter Armut, Einsamkeit, Schulden oder psychischen Problemen. In Bayern tauschen sich die Bahnhofsmissionen in der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen aus. Dies organisieren der Caritas-Fachverband IN VIA Bayern e. V sowie das Diakonische Werk Bayern.

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Bonus für Pflegekräfte ja – aber nicht auf Kosten der Patienten oder der Träger

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Diakonie Bayern warnt.

Nürnberg, 28. April 2020 1.500 Euro Prämie für Mitarbeitende in der ambulanten und stationären Pflege, um deren Engagement in der Corona-Krise anzuerkennen:  Darauf haben sich Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften bereits Anfang April geeinigt. Medienberichten zufolge will die Bundesregierung morgen über einen Gesetzesentwurf beraten, der festlegt, wie der Bonus in Höhe von etwa 900 Millionen Euro finanziert werden soll – und löst damit Kritik unter anderem der Diakonie in Bayern aus.

 

„Es ist richtig: Die Mitarbeitenden in der Pflege leisten in der dieser Krise Außergewöhnliches und haben einen Bonus verdient“, so der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel. Es müsse aber sichergestellt werden, dass weder die Patienten noch die Einrichtungen bzw. deren Träger dafür aufkommen müssten. Dies gelte auch für das nun bekannt gewordene Finanzierungsmodell, das eine Finanzierung von zwei Dritteln des Bonus durch die Pflegekassen vorsieht; den Rest sollen sich Medienberichten zufolge Länder und Arbeitgeber teilen. Dieser Restbetrag beliefe sich pro Vollzeit-Pflegekraft auf 500 Euro.

 

„Ich will nicht ausschließen, dass es einzelne Träger in der Altenhilfe gibt, die die Hälfte davon – 250,- Euro – eventuell finanzieren können“, so Bammessel. „Aber: Insbesondere die Träger der stationären Altenhilfe sind durch den Aufnahmestopp bereits besonders belastet und müssen entsprechende Verluste zum Teil aus Eigenmitteln ausgleichen.“ Ein Bonus von 250,- pro Mitarbeitendem sei für sie nicht so ohne weiteres zu finanzieren. Der für morgen angekündigte Gesetzesentwurf bringe die diakonischen Träger daher in eine schwierige Situation. „Wir wollen die Leistung unserer Kollegen und Kolleginnen anerkennen – aber gleichzeitig als Träger auch wirtschaftlich handlungsfähig bleiben.“

 

An die Bundesregierung gerichtet, sagte Bammessel, der Gesetzesentwurf müsse an dieser Stelle nachgebessert werden. Der Bund habe Bammessel zufolge bereits angekündigt, durch Steuerzuschüsse für die Kranken- und Pflegekassen eine zusätzliche Belastung der Patienten und Patientinnen zu vermeiden. „Eine solche Lösung sollte auch für die Träger gefunden werden.“

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Corona stellt stationäre Jugendhilfe vor große Herausforderungen

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Ausgangsbeschränkungen, Besuchs- und Sportverbote bringen Jugendliche und Pädagog*innen in der stationären Jugendhilfe an Belastungsgrenze

Belastungen, über die in der Kranken- und Altenpflege zurecht berichtet werden, treten auch in anderen sozialen Bereichen auf. So auch in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, in der die weiter andauernde Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie große Umbrüche und Herausforderungen mit sich bringt. Für pädagogische Fach- und Betreuungskräfte ebenso, wie für die betreuten Kinder und Jugendlichen. Leider laufen diese Bedarfe, Nöte und Sorgen im Moment fast komplett unter dem politischen Radar, heißt, dass Jugendhilfe als ebenfalls betroffenes Arbeitsfeld, das zudem zur „kritischen Infrastruktur“ zählt, so gut wie nicht wahrgenommen wird.

In den heilpädagogischen, therapeutischen oder intensivtherapeutischen Wohngruppen der stationären Jugendhilfe leben Kinder und Jugendliche, die große Probleme in ihrer Familie haben, sozial auffällig sind oder mit erheblichen und nicht nur vorübergehenden sozialen Problemen sowie traumatischen Erlebnissen zu kämpfen haben. Die Mädchen und Jungen haben nahezu alle bereits in jungen Jahren Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie gemacht. Ziel der pädagogisch-therapeutischen Unterstützung ist, die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu entwickeln und zu fördern, um ihnen den Anschluss an eine altersgemäße Entwicklung zu ermöglichen.

In Zeiten von Corona gelten nun für die Mädchen und Jungen zusätzlich verschärfte Regelungen, da in einer Wohngruppe viele Menschen mit jeweils eigenen Kontakten zusammenleben. Um auch hier die Ansteckungskette zu unterbrechen besteht in den Wohngruppen ebenfalls ein Besuchsverbot. Sie dürfen sich, wie wir alle nicht mit Freunden treffen, nicht in die Stadt gehen oder ein Sport- bzw. Fitnessstudio besuchen. Zudem dürfen die Jugendlichen aber auch ihre Familien nicht sehen – sie weder an den Wochenenden, noch in den Ferien besuchen. Sie sind 24 Stunden mit den anderen Jugendlichen auf ihren Wohngruppen zusammen, die alle ebenfalls traumatisiert und sozial auffällig sind. Schon ihr gewöhnlicher Alltag ist geprägt von Weglaufen, Regel- und Grenzüberschreitungen sowie verbalen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Jetzt in dieser Krise werden sie zusätzlich getriggert, da ihnen ihre Autonomie und Selbstbestimmung weggenommen werden. Zwei elementare Bedürfnisse für traumatisierte Menschen. Alte Wunde und Traumata brechen auf und es kommt zunehmend zu massiven Konflikten. „Ich habe in der vergangenen Woche vier Meldungen mit besonderen Vorkommnissen an die Heimaufsicht schicken müssen, weil die Jugendlichen es nicht mehr ausgehalten haben, von ihren Liebsten getrennt zu sein und sich jede/r auf seine/ihre Weise ein Ventil gesucht hat“, berichtet Susanne Hernandez-Mora, Bereichsleitung im Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrum Augsburg.

Das führt unweigerlich auch zu einer enormen Zusatzbelastung für die pädagogischen Fach- und Betreuungskräfte. „Sie müssen die Anspannungen und Aggressionen in der Wohngruppendynamik aushalten, ausgleichen und für Deeskalation sorgen und können dabei auch keinen Abstand einhalten, wie er für die Corona-Schutzmaßnahmen notwendig wäre“, sagt Frank Schuldenzucker, Geschäftsführer vom Evangelischen Erziehungsverband Bayern. Auch nähmen sie regelmäßig neue Kinder in ihren Gruppen auf, ohne zu wissen, ob diese eine Corona-Viruserkrankung haben oder nicht. Das belaste auch die eigene Familiensituation zuhause.

Eine große Herausforderung ist auch die Schulschließung. Seit 20. März müssen die Mitarbeitenden auch „Lehrer*innen“ für die unterschiedlichsten Altersstufen und Schulformen sein und einen entsprechenden Lernrahmen gestalten. Für bis zu neun Kinder und Jugendliche. „Das ist fast nicht zu stemmen“, so Hernandez-Mora. „Lehrkräfte, die in den Schulen nicht unterrichten können, in den Einrichtungen einzusetzen wären aber eine Möglichkeit sofern Räume vorhanden sind, in denen der Abstand gewährleistet werden kann.“ „Da dies aber aktuell nicht gemacht wird, müssen die Einrichtungen das Personal für Betreuung und Beschulung am Vormittag selbst organisieren, was mancherorts nicht so einfach zu bewältigen ist und eine noch ungeklärte Finanzierung mit sich bringt“ so Schuldenzucker.

Die meisten Fachkräfte verzichten derzeit auf private Kontakte, um niemanden zusätzlich zu gefährden und geraten dabei zunehmend an ihre Belastungsgrenze. „Es wäre schön, wenn wir Anerkennung, Lob und Solidarität seitens der Gesellschaft bekämen – so, wie es die Pflegefachkräfte zum Glück in diesen Wochen zahlreich erfahren durften. Das wäre eine große moralische Unterstützung für uns,“ sagt Hernandez-Mora. Darüber hinaus müsse es Sonderregelungen für die Kinder und Jugendlichen bezüglich Familien-Kontakt und Freizeitaktivitäten geben und Ideen entwickelt werden, um die Pädagog*innen psychisch zu unterstützen, fordert der Evangelische Erziehungsverband Bayern e.V.

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Vorrang vor Bundesliga: „Sicherheit der Schutzbefohlenen und Mitarbeitenden geht vor“.

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Diakonie Bayern für flächendeckende Covid-19-Tests

Nürnberg, 21. April 2020 Die Diakonie in Bayern fordert umfassende Corona-Tests für soziale Einrichtungen. „Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeitenden muss Vorrang haben“, sagte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, heute in Nürnberg. Er reagierte damit auf Medienberichte, wonach für umfassende Tests für die Spieler der Bundesliga sowohl die Finanzen als auch die Kapazitäten vorhanden seien. „In den Einrichtungen der Altenhilfe gibt es hingegen bis heute keine flächendeckenden Tests – im Gegenteil.“

Bammessel zufolge könnte etwa in Einrichtungen der Altenhilfe oft erst dann ein Covid-19-Test durchgeführt werden, wenn es bereits einen Verdachtsfall gebe. „Das reicht nicht aus – zumal wir häufig sehr lange auf die Ergebnisse warten müssen.“ Bis dahin seien die betreffenden Mitarbeitenden dann unter Quarantäne; Bewohner und Bewohnerinnen müssten für Tage isoliert werden. „Wenn das Ergebnis dann negativ ausfällt, musste das Heim ohne Grund auf einen Mitarbeitenden verzichten bzw. Bewohner und Bewohnerinnen schweren Belastungen aussetzen.“

Er fordere darum nicht nur regelmäßige Tests für alle Bewohner und Mitarbeitenden, sondern auch schnellere Testergebnisse. Dies gelte in erster Linie für Einrichtungen der Altenhilfe, aber auch für die stationäre Behindertenhilfe. „Überall dort, wo Menschen leben, die zu den sogenannten Risikogruppen gehören, brauchen wir entsprechende Verfahren.“ Er verwies auf entsprechende Vorschläge des Robert-Koch-Institutes, das ebenfalls ein regelmäßiges Screening in den genannten Einrichtungen empfohlen hat.

Der Diakoniepräsident weiter: „Es ist ein Unding, wenn Profifußballer besser geschützt werden sollen als pflegebedürftige Menschen. Bis genügend Testmaterialien und Laborkapazitäten vorhanden sind, müssen Schutzbedürftige und Pflegekräfte Vorrang haben vor Bundesligaspielen.“ Bammessel ist selbst Fußballfan und freut sich auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. „Aber das im Wortsinn Not-Wendige muss vor dem Unterhaltsamen kommen.“

Die Kosten für die regelmäßigen Tests in Sozialeinrichtungen müssten  von den Kassen übernommen werden. „So nüchtern das klingen mag: Selbst aus Sicht der Kostenträger sind präventive Tests günstiger als erkrankten Bewohner oder Mitarbeitende.“ Es müssten darum unbedingt die entsprechenden Kapazitäten bereitgestellt bzw. entsprechend ausgebaut werden. Nur so könne die Sicherheit der Mitarbeitenden und der Schutzbefohlenen gewährleistet und verhindert werden, dass sich der Virus unbemerkt in einer Einrichtung ausbreitet. „Wenn wir erst dann testen, wenn ein Verdachtsfall vorliegt, ist es zu spät.“

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