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Symbolbild: Pressearbeit der Diakonie Bayern

Diakonie in Bayern für die Presse

Die Medien sind wichtige Gesprächspartner für die Diakonie in Bayern, die sie kritisch und konstruktiv begleiten. Gleichzeitig ist die Diakonie im Freistaat eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fundierte sozialpolitische Positionen, aber auch um Ansprechpartner und -partnerinnen in den Einrichtungen und Diensten geht.

Die Pressestelle des Landesverbandes steht den Mitarbeitenden der Medien darum jederzeit für Anfragen zur Verfügung.

Meldungen 2020

Diakonie Bayern zeichnet vorbildliche Ehrenamtsprojekte aus

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Teilhabe verwirklichen

Nürnberg, 19.10.2020 Ehrenamtliche in Diakonie und Kirche engagieren sich auf vielfältige Weise für Menschen, um deren Teilhabe am öffentlichen Leben zu fördern. Solche vorbildlichen Projekte zeichnet der Diakonie-Wettbewerb 2020 unter dem Motto „Begegnungen schaffen – Wir fördern ehrenamtliche Projekte zur Teilhabe“ aus.

 

Junge Menschen mit Fluchterfahrung, die neu nach Schweinfurt kommen, können sich ehrenamtlich beim Projekt „Mediakonie“ engagieren. Sie drehen gemeinsam mit Einheimischen kurze Image-Filme über die Stadt Schweinfurt, die auf dem youtube-Kanal und der Instagram-Seite der Mediakonie veröffentlicht werden. So lernen sie ihre neue Heimat kennen und machen die Erfahrung, dass sie ihre Fähigkeiten in der Gruppe individuell einbringen können und gleichzeitig Teil einer Gemeinschaft sind. Das Projekt „Mediakonie“ der Diakonie Schweinfurt erhält den ersten, mit 2.000 Euro dotierten Peis, gespendet je zur Hälfte vom Versicherer im Raum der Kirchen (vrk) und der BKK Diakonie.

 

Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Bayreuth für Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen erhält den zweiten, mit 1.500 Euro dotierten Preis, gespendet von der CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, für das Projekt „Faschingsumzug“. Die Idee stammt von einem Kind aus dem HPZ, Cornelius. Seit 2015 wirken die Kinder des HPZ, ihre Eltern und Betreuer*innen mit großer Begeisterung bei der Gestaltung ihres Umzugswagens für den Faschingszug in Bayreuth mit. Viele Ehrenamtliche engagieren sich bei diesem originellen Projekt, das Teilhabe und Inklusion ermöglicht: Das HPZ ist „mittendrin“ im Faschingsgetümmel.

 

Der dritte Preis, mit 1.000 Euro dotierte Preis geht an das Inklusionsprojekt „Café Miteinand“ der Kirchengemeinde Bad Tölz. Wie können Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung echte gesellschaftliche Teilhabe erfahren? Im ländlichen Raum ist dies besonders schwierig. Zwei tatkräftige Mütter wussten Rat: Sie gründeten das „Café Miteinand“ im Dezember 2019. Innerhalb kürzester Zeit erlebte die Einrichtung regen Zulauf. Dort arbeiten ihre eigenen und andere Kinder mit geistiger Beeinträchtigung gemeinsam mit dem Team von Ehrenamtlichen, um die bunt gemischten Gäste zu bewirten. So entsteht Gemeinschaft, Austausch und ein wirkliches „Miteinander“.

 

Zwei Sonderpreise der St. Gumbertus Stiftung Ansbach in Höhe von jeweils 1.000 Euro werden an die Diakonie Schweinfurt für das Tafel-Projekt „Young Gents“ sowie an die Kirchengemeinde Bad Aibling für das Corona-Hilfsprojekt „Brot & Rosen“ vergeben.

 

Im März 2020 musste die Schweinfurter Tafel in Folge der Corona-Krise ihre Lebensmittelausgabe einstellen: Die Ehrenamtlichen konnten aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes das Angebot nicht mehr aufrechterhalten. Die „Young Gents“, neun junge Männer mit Flucht- oder Migrationshintergrund, sprangen ein und motivierten innerhalb kürzester Zeit 70 neue ehrenamtliche Helfer*innen für das Tafel-Projekt, über die Hälfte von ihnen junge Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrant*innen. So konnte nach nur zwei Wochen die Tafel wieder geöffnet und die Versorgung von 4.000 Hilfsbedürftigen gesichert werden. 

 

In Anspielung auf die Heiligenlegende der Elisabeth von Thüringen wurde das Corona-Hilfsprojekt „Brot & Rosen“ in der Kirchengemeinde Bad Aibling entwickelt. Mehr als 100 Ehrenamtliche zwischen 15 und 80 Jahren versorgen seit dem Beginn der Corona-Pandemie Bedürftige, die z. B. durch die Quarantäne nicht außer Haus gehen können, mit Lebensmittelkörben, Schutzmasken und schenken ihnen Rosen.

 

In diesem Jahr fand der Diakonie-Wettbewerb große Resonanz. Bis zum Bewerbungsschluss am 31. Mai 2020 lagen 24 qualifizierte Einsendungen vor. Die St. Gumbertus Stiftung Ansbach wählte aus den Projekten, die in die engere Wahl kamen, zwei weitere aus, die jeweils mit 1.000 Euro unterstützt werden: Das Projekt „Kulturplus“ der Diakonie Fürth sowie das Lesepatenprojekt „Diakonisches Lernen“ des Diakonievereins Hiltpoltstein.

 

Das Projekt „Kulturplus“ der Diakonie Fürth gibt gespendete Eintrittskarten für kulturelle und andere Veranstaltungen an Bedürftige weiter. Seit der Gründung im September 2017 hat es sich kontinuierlich entwickelt und vergrößert. 2019 konnten die Ehrenamtlichen 90 Prozent der zur Verfügung gestellten 2454 Karten vermitteln.

 

Beim Lesepatenprojekt „Diakonisches Lernen“ in Hiltpoltstein und Gräfenberg engagieren sich Schüler*innen ehrenamtlich. Sie besuchen Kindertagesstätten und Grundschulen sowie Senioreneinrichtungen. Dort kommen sie in Form von Vorlesen, Dichten und Singen mit den jüngeren Kindern bzw. älteren Menschen in Kontakt.

 

Die Preisverleihung für die drei regulären Preise und die beiden Sonderpreise sollte ursprünglich auf der Messe „ConSozial“ am 29. Oktober 2020 in Nürnberg stattfinden, die jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Die Preise werden darum jeweils regional von Vorstandsmitgliedern der Diakonie Bayern übergeben. Diese kleineren, nicht öffentlichen Events mit geladenen Gästen finden zwischen dem 20. und dem 27. Oktober 2020 unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen statt. 

 

Weitere Informationen über den Diakonie-Wettbewerb 2020 und die Preisträger stehen unter www.diakonie-bayern.de/wettbewerb2020 zur Verfügung.

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Weil Wegschauen nicht vor Schlägen schützt

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Herbstsammlung der Diakonie für Hilfen gegen Gewalt in Partnerschaft und Familie

Nürnberg, 8. Oktober 2020 Eine statistische Zahl, die erschreckt: Jede vierte Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Opfer von Gewalt in der Partnerschaft – sei es durch ihren aktuellen oder einen ehemaligen Partner. Die Gewalterfahrungen reichen dabei von verbalen Demütigen und Verletzungen bis hin zu brutalster körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Unter dem Motto „Weil Wegschauen nicht vor Schlägen schützt“ sammelt die Diakonie Bayern darum vom 12. - 18. Oktober für dieses und andere diakonische Arbeitsfelder.

 

Studien belegen weiterhin: Gewalt in der Partnerschaft findet in allen Milieus statt, und ist unabhängig vom Alter der Frauen. Und wie so oft gehören zu den Opfern auch die Kinder, die die Gewalt vielleicht nicht selbst erfahren, sie aber beobachten und so miterleben. Diakoniepräsident Michael Bammessel: „Wir wissen aus der Arbeit der vergangenen Jahre, wie notwendig diese Angebote sind, und dass sie oft genug Leben retten. Und viele Experten und Expertinnen sagen - als Folge der Corona-Pandemie - einen wachsenden Bedarf voraus.“

 

Die Diakonie ist als Trägerin von Frauenschutzhäusern, Frauen-Notrufen sowie Frauenberatungsstellen, in denen Frauen und deren Kinder Schutz und Unterstützung finden können, eine wichtige Anlaufstelle für die Betroffenen. Die Einrichtungen der Diakonie helfen sowohl in akuten Notsituationen, bei der Entwicklung einer längerfristigen Perspektive im Umgang mit Gewalterfahrungen und bei der Suche nach Auswegen und Lösungen. Die Mitarbeitenden der Diakonie erfahren hier täglich, dass sich hinter den statistischen Zahlen individuelle Schicksale verbergen, die jeweils auch individuelle Hilfen benötigen. Die Diakonie in Bayern bietet unter anderem in 10 Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensberatung, 6 Frauenhäusern bzw. Schutzwohnungen betroffenen Frauen und ihren Kindern Hilfe und Unterstützung an.

 

Eröffnet wird die Sammlung in Freising im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Christi-Himmelfahrts-Kirche (Beginn: 9.30); gestaltet wird der Gottesdienst von Dekan Christian Weigel sowie von Sabine Lindau, zuständige Vorständin der Diakonie Bayern. Auch in anderen Orten wie etwa in Traunstein wird durch Gottesdienste auf die Diakonie-Sammlung hingewiesen. Das Diakonische Werk Bayern begleitet die Sammlung unter anderem durch den Diakonie-Podcast MIKA: Ab dem 12. Oktober wird sich täglich eine Podcast-Folge mit dem Sammlungsthema beschäftigen.

Die Herbstsammlung der Diakonie in Bayern wird vom 12. – 18. Oktober in ganz Bayern durchgeführt. Coronabedingt finden die Haus- und Straßensammlungen nur vereinzelt und unter Beachtung der Hygienevorgaben statt.

70% der Spenden an die Kirchengemeinden bleiben im Dekanatsbezirk zur Förderung der diakonischen Arbeit.30% der Spenden an die Kirchengemeinden werden an das Diakonische Werk Bayern für die Projektförderung in ganz Bayern weitergeleitet. Im Jahr 2019 erbrachte sie knapp 560.000 Euro.

 

Spendenkonto:

Diakonisches Werk Bayern

Evangelische Bank eG (GENODEF1EK1)

DE20 5206 0410 0005 2222 22

Stichwort: Diakoniesammlung H-2020           

 

Oder nutzen Sie unsere Spendenhotline und unterstützen Sie die Diakonie telefonisch unter 0800 700 50 80

 

 

 

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Diakonie fordert Ausbau der Wohnungsnotfallhilfe

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Zu Beginn der kalten Jahreszeit

Nürnberg, 6. Oktober 2020 Mit einem deutlichen Appell haben sich die Diakonie Bayern und der Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe an die Politik gewandt: „Es ist viel geschehen – die Wohnungsnotfallhilfe muss jedoch weiterhin gesichert und ausgebaut werden“, so die zuständige Vorständin, Sandra Schuhmann der Diakonie Bayern am Rande des Verbandsfachtages, der heute gleichzeitig digital und in Nürnberg stattfindet. Im Rahmen des Aktionsplans „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ der bayerischen Staatsregierung habe man schwerpunktmäßig Präventionsstellen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit und aufsuchende Sozialarbeit in Obdachlosenunterkünften ausbauen können. Es müsse aber noch mehr geschehen, so Schumann.

Dass die Unterkünfte für wohnungslose Menschen bislang kaum von Corona betroffen seien, zeige, dass die Verantwortlichen hier einen guten Job machen würden, so Schuhmann, und dass die Hygieneschutzkonzepte greifen würden. „Allerdings: Die kalte Jahreszeit wird für eine zusätzliche Nachfrage sorgen – wir sehen hier einen erhöhten Bedarf an Unterbringungs- - und Aufenthaltsmöglichkeiten auch entsprechend den Infektionsschutzmaßnahmen auf die Einrichtungen zukommen.“

Um zu verhindern, dass die Notunterkünfte zu dauerhaften Unterkünften werden, fordert die Diakonie den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum. Schuhmann: „Der Bund, das Land, die Kommunen und Gemeinden müssen den sozialen Wohnungsbau stärker in den Blick nehmen und entsprechende Anreize dafür schaffen und einen Zugang z. B. durch Belegungsrechte erschließen.“

Der Vorsitzende des Fachverbandes, Andreas Kurz. ergänzt: „Die Diakonie selbst leistet hier einen Beitrag und schafft in dem ihr möglichen Rahmen zusätzlichen Wohnraum.“ Als Beispiel nannte Kurz das Diakonische Werk Rosenheim, die Stadtmission in Nürnberg sowie Herzogsägmühle.

Um dem wachsenden Problem der Wohnungsnot und der drohenden Wohnungslosigkeit angemessen begegnen zu können, fordern die Diakonie und ihr Fachverband bayernweit ein strukturell und fachlich ausgebautes Hilfesystem der Wohnungsnotfallhilfe mit auskömmlichen Rahmenbedingungen. Der Aktionsplan „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales sei, so Kurz, dabei ein wichtiges Instrument. Dank der bereitgestellten, staatlichen Mittel hätten einige strukturelle Lücken im Rahmen einer Anschubfinanzierung geschlossen werden können. Vorständin Schuhmann: „Allerdings werden weiterhin dringend Mittel im Doppelhaushalt 2021/2022 für weitere wirksamen Modellprojekte als Anschubfinanzierung benötigt, die dann in eine Regelfinanzierung durch die kreisfreie Stadt bzw. den Landkreis überführt werden können.“ Ziel muss es sein, hier ein bayernweit flächendeckendes Hilfesystem an Fachstellen der Wohnungsnotfallhilfe dauerhaft zu schaffen.

In Bayern leben offiziellen Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge mehr als 15.500 Menschen ohne eigene Wohnung; Zusätzlich geht man von einer deutlich höheren Anzahl an Personen in verdeckter Wohnungslosigkeit aus, die in prekären Wohnverhältnissen leben und beispielsweise bei Bekannten oder Freunden unterkommen. Aktuellere amtliche Zahlen von Menschen in Wohnungsnot gibt es bislang nicht, erst im Jahr 2022 soll es eine bundesweit einheitliche Wohnungslosenstatistik geben. 

Der Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) ist ein Zusammenschluss von diakonischen Trägern der Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe. Er greift sozialpolitische Themen und spezifische Fragenstellungen auf und nimmt dazu Stellung. Der Fachverband der Diakonie in Bayern vertritt 33 Mitgliedseinrichtungen mit über 100 verschiedenen Angeboten mit Unterstützungsleistungen für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit in Bayern.

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Tag der Wohnungslosen am 11. September

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Diakonie Bayern für Ausbau flächendeckender Angebote

Nürnberg, 8. September 2020 Mehr als 650.000 Menschen in Deutschland verfügen nach aktuellen Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAGW 2019) über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum. Dazu zählen auch diejenigen, die in einer Notunterkunft leben oder „Platte machen“, also ohne jede Unterkunft auf der Straße leben. Zahlen des Bayerischen Sozialministeriums aus dem Jahr 2017 zufolge sind in Bayern weit über 15.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Zum „Tag der Wohnungslosen“ am 11. September fordert die Diakonie in Bayern darum einen weiteren Ausbau entsprechender Hilfen für Wohnungslose bzw. für von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen – zu denen auch immer mehr Kinder zählen.

„Die Corona-Pandemie hat die Situation der Betroffenen zum Teil massiv verschärft“, so Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin im zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverband. Menschen ohne festen Wohnsitz hatten – und haben bis heute – kaum die Möglichkeit, Hygienevorschriften umzusetzen. „Wie soll man sich ohne eigenes Bad regelmäßig die Hände waschen?“

Schuhmann kritisiert das Auslaufen des Moratoriums für Mietzahlungen. „Die Möglichkeit, die Zahlung von Mietschulden pandemiebedingt während der Coronakrise für einen gewissen Zeitraum auszusetzen, hat viele Menschen vor dem Verlust der Wohnung bewahrt. Seit dem 1. Juli mussten die regulären Mietzahlungen wieder aufgenommen werden – obwohl noch überhaupt nicht absehbar ist, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt bzw. welche wirtschaftlichen Folgen erst jetzt spürbar werden.“ Die hohe Anzahl von Menschen, die coronabedingt in Kurzarbeit waren bzw. sind, Solo-Selbständige, die in den vergangenen Monaten massive Einnahmeverluste hinnehmen mussten – all diese Personengruppen seien immer noch von Wohnungslosigkeit bedroht. „Sollte es zu einer zweiten Welle kommen, muss das Moratorium wieder in Kraft gesetzt werden.“ Allerdings sollten Vermieter, die durch die verzögerte Mietzahlung ihrerseits in Schwierigkeiten geraten, durch staatliche Maßnahmen abgesichert werden – etwa über einen Fonds, wie ihn auch der Deutsche Mieterbund vorgeschlagen habe, so Schuhmann.

Schuhmann wies in diesem Zusammenhang erneut auf die Fachstellen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit hin, die die Diakonie in mehreren bayerischen Landkreisen unterhält. Schuhmann: „Mit Hilfe des Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales konnten insgesamt 14 Modellprojekte in Trägerschaft der Diakonie in Bayern in den Jahren 2019 und 2020 realisiert werden – unter anderem auch zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit.“ 

Durch die strukturellen Unterschiede, den angespannten Wohnungsmarkt und den wachsenden Bedarf aufgrund der Corona-Pandemie ist es Schuhmann zufolge erforderlich, das Hilfesystem in Bayern auch weiterhin strukturell und fachlich zu verbessern. „Die begonnenen Modellprojekte müssen fortgeführt und neue Projekte gestartet werden, um eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Menschen bei drohender oder akuter Wohnungslosigkeit sicherzustellen. Schuhmann: „Corona hat viele Nebenwirkungen – der Verlust der eigenen Wohnung ist eine der schlimmsten.“

 

Fachstellen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit in diakonischer Trägerschaft gibt bereits in Ansbach, Gersthofen, Coburg, Dillingen, Ebersberg, Freising, Kempten, Memmingen, Neu-Ulm, Neusäß, Ostallgäu, Landsberg, Rosenheim, Weilheim-Schongau und Weißenburg-Gunzenhausen. Weitere Informationen zum Thema Wohnungsverlust hat die Diakonie Bayern auch in einer neuen Arbeitshilfe zusammengestellt, die unter https://www.diakonie-bayern.de/medien-publikationen-downloads/downloads.html herunterladen werden kann.

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10.167.999 Euro Spenden aus Bayern

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Großes Vertrauen in Brot für die Welt: Evangelisches Hilfswerk legt Jahresbilanz vor

27. August 2020. Brot für die Welt hat allein aus Bayern im vergangenen Jahr Spenden in Höhe von 10.167.000 Euro erhalten. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung um 792.900 Euro. „Wir sind froh und dankbar für das große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender Brot für die Welt auch 2019 geschenkt haben. Mit ihren Spenden und Kollekten gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit haben sie Millionen Menschen geholfen, ihre Lebenssituation zu verbessern“, sagt Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern. Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit des evangelischen Hilfswerks im vergangenen Jahr mit mehr als 64,4 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein Plus von 0,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2018: 63,6 Mio. Euro).

 

„Wir haben in den letzten Monaten sehr auf Europa geblickt – doch wir wissen: Corona kann insbesondere in den ärmeren Ländern katastrophale Folgen haben“, so Bammessel weiter. Dabei gehe die Gefahr nicht nur vom Virus selbst aus, sondern von den indirekten Folgen der Pandemie. So steigen pandemiebedingt beispielsweise die Lebensmittelpreise an, was die Ernährungssituation armer Familien und insbesondere der Kinder verschärfe. Bammessel: „Jeder Euro, den wir im vergangenen Jahr erhalten haben, ist darum auch ein Zeichen der internationalen Solidarität“.

Neu bewilligt wurden im vergangenen Jahr 693 Projekte, davon mit 242 die meisten in Afrika. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen.

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2019 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Beiträge Dritter, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 312,6 Millionen Euro zur Verfügung, das waren gut fünf Millionen Euro mehr als 2018 (307,3 Mio. Euro). Im Anteil aus Bayern sind alle Kollekten und Spenden aus der Region enthalten.

Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 281,8 Millionen Euro (91,6 Prozent der Mittel). Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 8,4 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig.

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen rund 1.800 Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in mehr als 90 Ländern.

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Gutes Spendenergebnis für die Diakonie Katastrophenhilfe

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Diakonie Katastrophenhilfe legt Jahresbilanz 2019 vor

12. August 2020. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr 3.171.108 Euro Spenden allein aus Bayern erhalten. Das ist ein gutes Ergebnis. „Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern, die auch im vergangenen Jahr möglich gemacht haben, dass die Diakonie Katastrophenhilfe weltweit Menschen in Not unterstützen konnte“, sagt Sandra Schuhmann, zuständiges Vorstandsmitglied im Diakonischen Werk Bayern. Bundesweit gingen 2019 Spenden in Höhe von 23,9 Millionen Euro bei dem evangelischen Hilfswerk ein. Der leichte Anstieg (2018: 23,6 Mio. Euro bundeweit/3,07 Mio. für Bayern) ist auf die Spenden für die Nothilfe nach dem verheerenden Wirbelsturm Idai in Mosambik im März 2019 zurückzuführen.

Neben Spenden hat die Diakonie Katastrophenhilfe 2019 auch öffentliche Mittel von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen in Höhe von 16,3 Millionen Euro erhalten.

So konnte die Diakonie Katastrophenhilfe im vergangenen Jahr insgesamt 122 Hilfsprojekte in 32 Ländern bewilligen und dafür etwa 41 Millionen Euro bereitstellen. Die meisten Mittel sind in die vom Syrien-Krieg betroffenen Länder geflossen (6,8 Mio. Euro). Danach waren die Demokratische Republik Kongo (6 Mio. Euro) und der Südsudan (3,5 Mio. Euro) die Länder mit den größten Projektausgaben.

Die Diakonie Katastrophenhilfe wurde 1954 gegründet. Sie ist das Hilfswerk für humanitäre Hilfe der evangelischen Kirchen in Deutschland. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Die Hilfe wird unvoreingenommen von politischer Einstellung, Religion, Geschlecht, Hautfarbe und Nationalität geleistet. Dabei achtet das Hilfswerk auf strikte Neutralität und ist in seinen Entscheidungen unabhängig.

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Situation der Tagespflegen existenzbedrohend.

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Diakonie fordert Hilfspaket.

Nürnberg, 28.07.2020 Die Einrichtungen der Tagespflege in Bayern geraten in immer größere wirtschaftliche Schwierigkeiten. „Nach dem Lockdown im Frühjahr können sie nun zwar wieder Gäste aufnehmen“, so Michael Bammessel, Präsident der bayerischen Diakonie. „Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, ist die Platzzahl jedoch faktisch halbiert.“. Die Kosten der Träger seien dagegen unverändert hoch. „Damit sind Angebote, für die wir auch mit der Unterstützung der Politik lange gekämpft haben, in ihrer Existenz bedroht.“

Neben den Personalkosten sind es insbesondere die Investitionskosten, die die Träger belasten. „Um die Einrichtungen aufzubauen, haben die Träger zum Teil hohe Summen investiert. Diese Investitionskosten können aufgrund der pandemiebedingten geringeren Auslastung seit März nicht mehr refinanziert werden.“ Er gehe davon aus, dass sich diese reduzierte Auslastung auch im Herbst fortsetzen werde. „Um die Existenz der Tagespflegen zu sichern, benötigen wir seitens der Staatsregierung dringend Hilfe“, sagte Bammessel und forderte ein Hilfspaket ähnlich jenem für die Krankenhäuser.

Dem Vorschlag der Politik, die Einnahmeausfälle über die Pflegesätze zu refinanzieren, erteilte Bammessel eine Absage. „Dies würde bedeuten, dass jene, die einen Platz in einer Tagespflege bekommen, die unverschuldeten Einnahmeverluste der Träger zu schultern haben.“ Angesichts der zahlreichen Rettungs- und Hilfspakete der vergangenen Monate forderte Bammessel, dass die Politik auch in diesem Bereich aktiv werden müsse. Es gebe bislang keine Hilfspakete, von denen die Tagespflegen profitieren können: „Die Träger, ihre Mitarbeitenden, insbesondere aber die Pflegebedürftigen brauchen Hilfe, und zwar schnell.“

Tagespflegen sind der Diakonie zufolge ein zentrales Angebot für Menschen mit Pflegebedarf, die keine vollstationäre Pflege benötigen. Die Gäste werden in der Regel am Vormittag in die Einrichtung gebracht und am Nachmittag wieder abgeholt.  Die Diakonie in Bayern allein unterhält über 50 Tagespflegen. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie wurden knapp 1.000 Plätze angeboten, die sich mittlerweile nahezu halbiert haben. „Unsere Träger führen zum Teil bereits Wartelisten, so hoch ist der Bedarf.“

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„Kein Rotstift im Sozialen - alle Leistungen, die wir erbringen, sind systemrelevant.“

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Sabine Lindau als viertes Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern eingeführt.

Nürnberg, 08. 07. 2020 „Die Mitarbeitenden der Diakonie haben in den vergangenen Wochen und Monaten einen großartigen Job gemacht – und dies muss in Zukunft möglich sein“, sagte Sabine Lindau, das neue Vorstandsmitglied der Diakonie Bayern, heute bei ihrer Amtseinführung. Coronabedingt fand diese nur in kleinem gottesdienlichem Rahmen in Nürnberg statt. Die 1966 geborene Lindau war bereits im Februar vom Diakonischen Rat als viertes Mitglied in den Vorstand des zweitgrößten bayerischen Wohlfahrtsverbandes berufen worden und hatte ihr Amt am 2. Juni angetreten.

 „Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Die Diakonie ist systemrelevant, und wir müssen sicherstellen, dass die Menschen, die Hilfe benötigen, diese auch weiterhin bekommen“, so Lindau weiter. Damit dies so bleiben könne, müsse die Handlungsfähigkeit der diakonischen Träger auch in Zukunft sichergestellt sein. „Sie müssen darum die wirtschaftlichen Hilfen bekommen, die sie brauchen.“ Die Folge von Corona dürfe auf keinen Fall „der Rotstift im Sozialen sein.“ Denn viele Hilfen der Diakonie, wie etwa die Familienberatung, aber auch Unterstützungsangebote für Alleinerziehende, seien in den vergangenen Monaten verstärkt in Anspruch genommen worden – „auch von Menschen, die sich früher nicht an die Diakonie gewandt haben.“

Lindau sprach sich bei ihrer Einführung weiterhin klar gegen Rassismus und Antisemitismus aus. „Corona wirkt leider auch hier wie ein Brennglas. Wir waren bei der Bekämpfung dieser beiden beängstigenden Phänomene in Bayern schon mal weiter.“ Nicht nur sie habe den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten die Ausgrenzungstendenzen wieder stark zugenommen hätten. „Wir müssen die Menschen wieder stärker zusammenführen, damit wir auch in Zukunft in einer solidarischen Gesellschaft leben können.“

Im Diakonischen Werk Bayern wird Lindau neben der landesverbandlichen Vertretung in München künftig die Bereiche Integration, Migration und Flüchtlingshilfe sowie Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen verantworten.

Lindau war nach dem Studium der Theologie in Tübingen und Berlin sowie einem Betriebswirtschaftsstudium in Stuttgart zunächst Vorstandsassistentin bei der Unternehmensgruppe „Dienste für Menschen“, Stuttgart, ehe sie als Referentin für stationäre Altenhilfe in das Diakonische Werk Württemberg wechselte. Im Oktober 2000 wechselte sie zur Inneren Mission München. Hier war sie zunächst Assistentin des Vorstandes, ehe sie als Abteilungsleiterin unter anderem die Bereiche Qualitätsmanagement, Ehrenamt, Fortbildung und ab 2003 den Bereich Sozialpsychiatrie und Gesundheit übernahm. Seit 2011 war Lindau Geschäftsführerin der Bezirksstelle München und hat Erfahrung in der Spitzenverbandsarbeit auf Bezirks- sowie Kommunalebene. Im Februar 2020 wurde sie vom Diakonischen Rat, dem Aufsichtsorgan des Landesverbandes, zum vierten Vorstandsmitglied berufen.

Sie ergänzt den bislang dreiköpfigen Vorstand, bestehend aus Michael Bammessel (Präsident und Vorstandsvorsitzender), Wolfgang Janowsky (Vorstand Wirtschaft und Recht) sowie Sandra Schuhmann (Vorständin Gesundheit und Teilhabe).

Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e. V. ist der zweitgrößte Wohlfahrtsverband in Bayern. In ihm sind über 1.300 Träger mit mehr als 90.000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle mit ca. 120 Mitarbeitenden befindet sich in Nürnberg.

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„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

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Die Diakonie verabschiedet sich in Kempten von Indra Baier-Müller

Nürnberg, 18. Juni 2020 „Wir lassen sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen“, kommentiert Michael Bammessel, Präsident der Diakonie Bayern, den Weggang von Indra Baier-Müller von der Diakonie Kempten. Die 49-Jährige ist seit dem 1. Mai 2020 Landrätin (FW) des Landkreises Oberallgäu. Am morgigen Freitag wird sie im Rahmen eines Gottesdienstes in Kempten verabschiedet.

„Wir verlieren mit Baier-Müller eine engagierte und erfolgreiche Geschäftsführerin im Allgäu, die zudem als Mitglied des Diakonischen Rates auch bayernweit Verantwortung für die Diakonie übernommen hat“, so Bammessel weiter. Der Landkreis Oberallgäu hingegen gewinne eine kompetente und streitbare Landrätin mit einer hohen sozialpolitischen Kompetenz. „Ich wünsche ihr für die persönliche und die politische Zukunft alles Gute und Gottes Segen – und ich freue mich, wenn die Diakonie in ihr auch weiterhin eine starke Fürsprecherin findet.“ 

Die studierte Sozialpädagogin war seit 2013 Geschäftsführerin der Diakonie Kempten, mit aktuell knapp 500 Mitarbeitenden dem größten diakonischen Träger im Allgäu. Sie war zudem stellvertretende Vorsitzende des Diakonischen Rates, dem Aufsichtsgremium der bayerischen Diakonie. Im Landkreis hatte sie sich in der Stichwahl am 29. März 2020 gegen Alfons Hörman (CSU) durchgesetzt.

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Wohnungsnotfallhilfe auch nach Corona sichern.

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Diakonie warnt vor Folgen sinkender Gewerbesteuer

Nürnberg, 10. Juni 2020 Die Diakonie in Bayern rechnet, bedingt durch Corona, mit einem starken Anstieg der Zahl wohnungsloser bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen in Bayern. Die Gründe: Kurzarbeit, steigende Arbeitslosigkeit, drohende Überschuldung, Energie- und Mietschulden und familiäre Krisen bis hin zu Trennungen. „Weil gleichzeitig die Gewerbesteuern einbrechen, befürchten wir, dass die Kommunen und Landkreise bei der Förderung der bestehenden Dienste und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe den Rotstift anlegen müssen,“ warnt Sandra Schuhmann, zuständige Vorständin in der bayerischen Diakonie.

So rechnet Christian Bernreiter, Präsident des bayerischen Landkreistages mit einem Rückgang der Gewerbesteuern um 20 bis 25 Prozent. Zwar seien, so Schuhmann, im Konjunkturpaket des Bundes auch die Kommunen berücksichtigt - insbesondere die Kompensation der krisenbedingten Gewerbesteuerausfälle.  Schuhmann: „Es kommt jetzt darauf an, dass der Freistaat die vom Bund bereitgestellten Mittel für die Kompensation der Gewerbesteuerausfälle mit Landesmitteln ausreichend ergänzt, damit die Kommunen und Landkreise weiterhin ihren Verpflichtungen nachkommen können.“ Die Verwirklichung des Rechts auf Wohnen, die Rechtsansprüche der Menschen in Wohnungsnot auf Beratung und Unterstützung und die Finanzierung der Wohnungsnotfallhilfe müsse auch zukünftig garantiert werden, um eine weitere soziale Ausgrenzung von Menschen zu vermeiden, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind.

Andreas Kurz vom Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe der Diakonie in Bayern bekräftigt die Forderung, bestehende gut funktionierende Kooperationen in der Wohnungsnotfallhilfe und Vereinbarungen mit Kommunen und Landkreisen aufrecht zu erhalten. „Wir haben in der Krise gemerkt: Was vor Corona gut funktioniert hat, hat auch während der Krise geklappt.“ So hätten Mitarbeitende der Wohnungsnotfallhilfe auch während des Lockdowns Hilfesuchende unterstützt, etwa durch Beratung, Unterkünften, Wohnangeboten und in Verhandlungen mit Ämtern. „Durch die Lockerungen der Maßnahmen in den vergangenen Wochen kehrt auch bei unseren Mitgliedseinrichtungen zunehmend der Alltag ein“, so Kurz. Die Situation für die Betroffenen bleibe angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und den strukturell unterschiedlich ausgebauten Hilfesystemen jedoch weiterhin schwierig. Darum würden auch in den nächsten Jahren die vom Bayerischen Staatsministerium zur Verfügung gestellten Mittel im Aktionsplan „Hilfe für Obdachlose“ für nachhaltige Unterstützungsangebote und Hilfestrukturen in allen bayerischen Regionen weiterhin dringend benötigt, so Andreas Kurz.

In Bayern leben offiziellen Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge mehr als 15.500 Menschen ohne eigene Wohnung; Zusätzlich geht man von einer deutlich höheren Anzahl an Personen in verdeckter Wohnungslosigkeit aus, die in prekären Wohnverhältnissen leben und beispielsweise bei Bekannten oder Freunden unterkommen. Aktuellere amtliche Zahlen von Menschen in Wohnungsnot gibt es bislang nicht, erst im Jahr 2022 soll es eine bundesweit einheitliche Wohnungslosenstatistik geben. 


Der Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) ist ein Zusammenschluss von diakonischen Trägern der Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe. Er greift sozialpolitische Themen und spezifische Fragenstellungen auf und nimmt dazu Stellung. Der Fachverband der Diakonie in Bayern vertritt 33 Mitgliedseinrichtungen mit über 100 verschiedenen Unterstützungsleistungen für Menschen in drohender bzw. akuter Wohnungslosigkeit in Bayern.

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