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Symboldbild: Geschichte der Sammlungen der Diakonie Bayern

Die Geschichte der Sammlungen

Sammlungen und Spenden haben eine lange Tradition. Schon im neuen Testament finden wir in der Apostelgeschichte die ersten Sammlungen für schwächere und ärmere Gemeindeglieder. Diese Form der "Caritas", der Barmherzigkeit, gehörte von Anbeginn an zum christlichen Selbstverständnis.

 

Im 12. Jahrhundert erreichte das Spendenwesen einen ersten Höhepunkt. Selbstlos war die Gebefreudigkeit der Spender indes nicht. Denn die Kirche gewährte im Gegenzug einen Ablass oder Nachlass zeitlicher Sündenstrafen. Auswüchse des Ablasshandels lösten schließlich die Reformation aus.

Fortan ging es nicht mehr um das Seelenheil des Spenders. Es sollte wieder die Armut als soziales Phänomen bekämpft werden. Martin Luther sorgte für die Einrichtung des "Gemeinen Kastens". In den legten Gemeindemitglieder ihre freiwilligen Gaben hinein. Lange Zeit gehörte das christliche Almosen zum Gottesdienst.

 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die kirchliche Sammeltätigkeit erneut einen Aufschwung. Als Folge der Industrialisierung verarmten die Menschen in den Städten. Der Staat konnte dieses Problem nicht lösen. Neue sozial-caritative Organisationen und Initiativen gründeten sich. Deren Angehörige zogen als Haussammlerinnen und Sammler durch die Lande.

Arbeitslosigkeit, Armut, Inflation brachten das Spendenwesen nach dem Ersten Weltkrieg zum Erliegen. Im Nationalsozialismus wurden die Möglichkeiten immer mehr eingeschränkt. Alle privaten Initiativen wurden zentralisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg: Hungers- und Wohnungsnot, Schwarzmarkt, Ostvertriebene. Angesichts der großen materiellen Not und des seelischen Leides der Bevölkerung sahen sich besonders die Kirchen zum Handeln gedrängt. Die Wohlfahrtsverbände erkannten die Not. Während in anderen Bundesländern gemeinsam gesammelt wird - so sammeln in Nordrhein-Westfalen Diakonie und Caritas zusammen - wechselten sich die Verbände in  Bayern ab. Die Sammlungen waren bis 2008 staatlich genehmigt, im bayerischen Sammlungsgesetz verankert und fanden unter Aufsicht der Bezirksregierung der Oberpfalz statt.

 

Heute geht es nicht mehr um Opfer oder Opferbereitschaft, sondern um Solidarität mit benachteiligten Menschen. Nach wie vor ist dieser Satz aktuell: "Ich meine, es ist zu eurem eigenen Besten, dass ihr euch an der Sammlung beteiligt. ... Ihr sollt nicht selbst leiden, dass anderen geholfen wird. Aber im Augenblick habt ihr mehr als die anderen. Darum ist es nur recht, dass ihr denen helft, die in Not sind. Wenn ihr dann einmal in Not seid und sie mehr haben als ihr, sollen sie euch helfen. So kommt es zu einem Ausgleich zwischen euch." Haben Sie den Redner erkannt? Ein früher Sammler der christlichen Kirche, Apostel Paulus, 2. Kor 8, 10 ff. (in der Bibelübersetzung der "Guten Nachricht").

Übersicht der Termine aller sammelnden Wohlfahrtsorganisa- tionen in Bayern bis 2018

Ihr Kontakt

Titel
Sammlungen
Name
Sabine Hellwig
Einrichtung
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Strasse
Postfach 120320
PLZ
90332 Nürnberg Bayern
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