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Fachtag „Diakonie im sozialen Nahraum“ am 18.11.2016 in Nürnberg


Reflexion

 

Die „Diakonie im sozialen Nahraum“ hat viele Gesichter. Das wurde beim Fachtag am 18.11.2016 im Südpunkt in Nürnberg deutlich. Ziel war es, Menschen zusammen zu bringen, die jede und jeder auf seine Weise kirchlich-diakonisch in seinem Umfeld tätig sind. So reichte die Palette der Teilnehmer und Teilnehmerinnen von Schülerinnen und Schülern der Initiative Diakonisches Lernen, die Senioren im Pflegeheim besuchen, bis hin zum Präsidenten des Diakonischen Werkes Bayern, Michael Bammessel, der unter dem Titel „#Meine Diakonie“ für eine engere Vernetzung von Kirche und Diakonie auch im eigenen Denken warb: Oft herrschen auf beiden Seiten Vorbehalte und auch Zerrbilder, die das Miteinander nicht immer leichter machen, so Bammessel. Dabei haben beide gut ausgebaute Strukturen, um die sie andere beneiden.

 Die Kommunikationsinitiative „#Meine Diakonie“ soll Menschen ermutigen, nicht nur von der „Der Diakonie“ zu sprechen, sondern sich stärker mit ihr zu identifizieren und „Meine Diakonie“ zu sagen. Pressesprecher Daniel Wagner stellte verschiedene Bausteine der Kommunikationsinitiative vor, die von Statements von Mitarbeitenden bei Kirche und Diakonie bis zu einem lächelnden Kronenkreuz reichen. All diese verschiedenen Bausteine sollen auf einem USB-Stick an Multiplikatoren verschickt werden, die dann damit arbeiten können.

Die Initiative wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern grund­sätzlich sehr positiv aufgenommen. Es wurde angeregt, den Adressaten­kreis der Initiative zu erweitern. So sollten auch die Diakoniebeauftragten in den Dekanaten und engagierte Ehrenamtliche in den Verteilerkreis mit in den Blick genommen werden.

Nach einer Pause, die vor allem zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und auch zum Kennenlernen genutzt wurde, präsentierte Prof. Dr. König von der evangelischen Hochschule in Nürnberg die Ergebnisse seiner Evaluation der f.i.t.- Projekte.
Seine Präsentation finden Sie hier.

 Die f.i.t-Initiative war eine gemeinsame Anstrengung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Diakonischen Werkes Bayern, um Zeichen gegen Armut und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft zu setzen und den Schulterschluss von Kirche und Diakonie bei diesem Thema zu demonstrieren. 60 kreative Projekte, bei denen jeweils Diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden zusammenwirkten, sind so möglich geworden. Prof. König hob das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement hervor, ohne das die Projekte nicht möglich geworden wären. Er hob hervor, dass seiner Meinung nach auch neue Mitarbeitende gewonnen wurden, die sich sonst nicht im binnenkirchlichen Milieu bewegen. Eine Öffnung in den sozialen Nahraum verändert auch die sich beteiligenden Gemeinden. Gerade deshalb bedarf es auch der guten und professionellen Begleitung aller Beteiligten, so Prof. König.

Als Fazit der aus seiner Sicht gelungenen f.i.t-Projekte regte er ein Umdenken an. Kirche sollte sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren und nicht an den bereits vorhandenen kirchlichen Strukturen.

Die anschließende Diskussion war von der Frage geprägt, inwieweit solche kirchlich-diakonischen Initiativen als „missionarisch“ zu bezeichnen sind.  Die Initiativen führten nicht zu einem höheren Kirchenbesuch am Sonntagmorgen. Allerdings war dies auch nicht die primäre Zielsetzung der meisten f.i.t.-Projekte. Vielmehr sollten Menschen befähigt werden, positive Akzente gegen Armut und Ausgrenzung zu setzen und gute Erfahrungen mit Kirche und Diakonie zu machen. Nicht zuletzt führten die f.i.t-Projekte zu einem positiven öffentlichen Echo, gerade in den lokalen Medien.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des „Diakonischen Lernens“. Die Stars waren hier Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Realschule Ortenburg, die mit ihrer Schulleiterin Heide Hesse und ihrem Religionslehrer Thomas Kleeberg extra nach Nürnberg angereist waren und schweren Herzens auf ihren normalen Unterricht verzichteten.

In Kleingruppen erzählten sie von ihren Begegnungen mit Senioren in einer nahegelegenen Pflegeeinrichtung und erfuhren von der Arbeit der anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Erfrischend präsentierten sie die Ergebnisse der Kleingruppen vor dem Plenum und die Freude die ihnen das „diakonische Lernen“ macht war ihnen anzumerken.
Pfarrer Dorner, der Projektleiter der Initiative Diakonisches Lernen
, betonte, dass die Vorbereitung und die Reflexion der „Außeneinsätze“ ein wesentliches pädagogisches Merkmal des Gesamtkonzeptes sind. Es geht nicht darum, dass sich Schülerinnen und Schüler einmal eine diakonische Einrichtung oder ein diakonisches Tätigkeitsfeld anschauen, sondern dass sie selbst darin gut begleitet aktiv werden können und sich so als „selbstwirksam“ erleben. Diese positiven Erfahrungen können auch die spätere Berufswahl beeinflussen. Bei dem schon heute herrschenden Fachkräftemangel in vielen diakonischen Bereichen, ist dies sicherlich ein sehr wichtiger gesamtgesellschaftlicher Aspekt dieser Initiative.
Seine Präsentation finden Sie hier.

Schulleiterin Heide Hesse unterstrich in ihrem Vortrag, noch einmal die positiven Auswirkungen des „Diakonischen Lernens“ für die ganze Schule und dankte vor allem Herrn Kleeberg für dessen Engagement und seine Initiative. Wichtig, so die Rektorin, ist es, dass die ganze Schulfamilie hinter dem Projekt steht und auch mit eingebunden ist, da sich immer wieder Überschneidungen und Berührungspunkte mit anderen Fächern und Aktionen ergeben. Insgesamt haben Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern das Projekt für die Evangelische Realschule  Ortenburg als große Bereicherung erlebt.

Mit einer Vorstellung von Referentinnen und Referenten aus dem Diakonischen Werk Bayern und ihrem jeweiligen Bezug zum „Sozialen Nahraum“ schloss der Fachtag.

Nach Abschluss der Veranstaltung erreichten uns viele Rückmeldungen, mit einem Dank an die Beteiligten für die gewonnene Information und Motivation, für den sozialen Nahraum tätig zu werden, aber auch mit der Forderung, nach mehr Zeit für gegenseitiges Kennenlernen und zum Austausch von Erfahrungen.

Impulse zur Gemeindediakonie

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