Der lange Weg - Leben mit HIV und Aids heute
Es ist ein langer Weg vom Erfahren der HIV-Infektion bis zu dem Moment, in dem das Leben wieder als lebenswert, als rund, erlebt wird. Mancher erreicht diesen Zustand nie. Es braucht viel Kraft und viel Hilfe, sich mit den Einschränkungen abzufinden, mit den Ängsten leben zu lernen, einen neuen Lebensplan aufzubauen, sich anderen Menschen anzuvertrauen und wieder Freude am Leben zu finden.
Die Installation „Der lange Weg“ zeigt diesen Prozess idealtypisch. Sie ist aus der langjährigen Erfahrung der Aids-Beratungsstellen mit den Problemen infizierter Menschen entstanden. Es wird mit dieser Ausstellung der Versuch unternommen, Leben mit HIV nicht nur über Texte, sondern auch über Sinnbilder erfühlbar zu machen.
Aus Angst vor Ausgrenzung wollen Menschen mit HIV, so lange es geht, anonymbleiben. Daher bleiben HIV und Aids für die breite Bevölkerung unsichtbar. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt. Gerade im ländlichen Bereich ist fast niemand bereit, seine Infektion öffentlich zu machen.
Die Ausstellung soll hier ein Brückenschlag sein. Sie will Einblick in die Sorgen und Nöte HIV-infizierter Menschen geben und zum Nachdenken anregen.
Wir hoffen, dass dadurch Vorurteile abgebaut werden können. Entwickelt wurde „Der lange Weg“ für den Regionalen Kirchentag des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Passau in Bad Füssing. Das Motto dieses Kirchentages lautete „Bei dir ist die Quelle des Heils“. Mit dem langen „Heilsweg“ wollen wir zeigen, dass ein Mensch auch heil sein kann, wenn er krank ist, aber gelernt hat, mit der Krankheit, mit den Einschränkungen sein Leben zu leben.
Nachdem die Installation bei dieser Gelegenheit auf eine große Resonanz stieß, wurde sie bei weiteren Anlässen gezeigt: bei einer Nacht der Solidarität auf dem Rathausplatz in Passau, in Schulen und Universitäten, in Kirchen und Gesundheitsämtern.
Im Jahr 2009 wurde die Ausstellung im Rahmen der Präventionsinitiative des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit in einer bayernweiten – anders gestalteten – Version erstellt, die bei der Landeszentrale für Gesundheit jetzt ausgeliehen werden kann. So war sie auch auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München zu sehen.
In dieser Broschüre wird ein Abschnitt dieses Weges eines HIV-Infizierten jeweils auf der linken Seite dargestellt und symbolisiert. Rechts wird diese Station durch Erklärungen, Beschreibungen und Erlebnisse Infizierter weiter veranschaulicht.
Sie können diese Broschüre beim Diakonischen Werk Bayern in der Fachgruppe Kommunikation per
Email oder telefonisch unter 0911 – 93 54 208 kostenlos bestellen.
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