...dass man da wohnen kann - Diakonische Perspektiven
Und du sollst heißen: Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen kann.
Jesaja 58,12
Der Bauauftrag der Diakonie:
Seid um das Wohl der Städte besorgt, und betet für sie! Denn wenn es ihnen gut geht, dann geht es auch euch gut.
Jer. 29 7
In einer Zeit, in der immer mehr Lücken in das soziale Gefüge des Landes geschlagen werden, hat die Diakonie in Bayern einen Bauauftrag. Einen Aufbau-Auftrag. Sie schließt Lücken: Lücken der Gerechtigkeit. Lücken der Teilhabe. Lücken der Solidarität. Lücken der Menschenwürde. Dabei ist die Diakonie kein Lückenbüßer. Sie nimmt ihren gestalterischen Auftrag ernst. Sie bestimmt den Bauplan mit, an dem unsere Gesellschaft arbeitet.
Denn wer baut, verändert und verbessert die Lebensverhältnisse der Menschen. Er verbessert die Lebenswelt, gestaltet sie langfristig nach einem größeren Plan um. Er schließt aber auch Lücken, die in ein Ensemble gerissen wurden. Beides, das „Ausbessern der Wege“ - also das konzeptionelle, langfristige (Mit-)Gestalten unserer Gesellschaft und das Schließen der Lücken - also das rasche, bedarfsorientierte Eingreifen -, ist Aufgabe der bayerischen Diakonie.
Die Mitarbeit der Diakonie ist auf vielen Großbaustellen gefordert. Dazu gehört die Großbaustelle Politik und Wirtschaft ebenso wie die Großbaustelle Gesellschaft sowie die Großbaustellen Diakonie und Kirche. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie wichtig die Mitarbeit der Diakonie und ihre Eintreten für die Menschen in Deutschland ist.
Die folgenden Punkte zeigen auf, wo es aus Sicht der bayerischen Diakonie notwendige Aufbauarbeit bzw. Renovierungsbedarf gibt.
1. Großbaustellen Politik und Wirtschaft
Unsere Bautätigkeit setzt insbesondere bei zwei Großbaustellen an, auf denen maßgeblich Infrastruktur geschaffen wird.
1. 1. Baustelle Politik
A. Grundlage der Planung
Der im Grundgesetz verankerte Sozialstaat ist d a s zentrale soziale Sicherungssystem der Gesellschaft. Der Ausgleich von Risiken und die Förderung des Zusammenhalts ist der Garant für die Stabilität der Gesellschaft und die entscheidende Voraussetzung für ihren Bestand. Daher darf sich der Staat aus dieser Aufgabe, die er überwiegend nicht selber, sondern durch kompetente freie Träger ausübt, nicht zurückziehen auch wenn damit vermeintliche Einsparungen zu erzielen wären.
Gleichzeitig ist ein funktionierender Sozialstaat auch Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft (wie eine verantwortliche Wirtschaft ihrerseits für einen funktionierenden Staat).
Festzuhalten ist, dass es Grunddimensionen sozialstaatlichen Handelns gibt, die nicht abhängig sein dürfen von politische Meinung oder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Sie gelten über Grenzen hinweg – auch angesichts der Veränderungen, die die Europäische Union mit sich bringt.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet dafür,
- dass Solidarität, Selbstverantwortung und Subsidiarität die Strukturprinzipien des Sozialstaats bleiben.
- dass Soziales Handeln weiter professionalisiert wird.
- die Sozialabgaben schrittweise vom Einkommen aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit abgekoppelt werden, auch andere Einkommensarten, etwa Kapital- und Mieterträge, berücksichtigt und die Möglichkeiten von Steuerfinanzierung ausgeschöpft werden.
- dass der soziale Friede durch eine armutsfeste Absicherung genauso wie ein Risikoausgleich, die Vermeidung eines Auseinanderdriftens der Gesellschaft genauso wie Maßnahmen zur Integration, Teilhabe und Aktivierung gewährleistet wird.
- dass Sozialabgaben stärker investiv und nicht nur konsumtiv ausgerichtet werden.
- dass der Sozialstaat permanent effizient gestaltet wird (im Sinne von Reibungsverlusten).
- dass Ausgleich und Gerechtigkeit zwischen den Generationen stets neu bestimmt werden.
- Dass sich die Politik bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise dafür einsetzt, die damit verbundenen Lasten solidarisch zu verteilen, und auch die Verursacher in angemessenem Rahmen an möglichen Kosten beteiligt.
- Dass Bemühungen, die öffentlichen Haushalte zu konsolidieren, ebenfalls sozial verträglich gestaltet werden und nicht einseitig zu Lasten einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe gehen.
- Dass einmal erreichte Standards nicht unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt und ggf. wieder abgesenkt werden.
- Dass der Staat in regelmäßigen Abständen die soziale Lage in Deutschland bzw. im Freistaat ehrlich dokumentiert und bei Bedarf Maßnahmen zur Gegensteuerung einleitet, wenn bestimmte Entwicklungen dies notwendig machen.
1. 2. Baustelle Wirtschaft
A. Grundlage der Planung
Wirtschaft kann sich nicht jenseits der Gesellschaft positionieren. Sie ist als ein gesellschaftliches Segment ein Teil der Gesellschaft. Es können nicht auf der einen Seite Gewinne privatisiert, Verluste auf der anderen Seite aber Staat und Steuerzahlern aufgebürdet werden, denn Eigentum verpflichtet. Eine Umverteilung zu Lasten derer am unteren Rand darf es nicht geben. Es ist eine wichtige Aufgabe von Unternehmen, durch Übernahme von Verantwortung die Verhältnisse in der Gesellschaft mit zu gestalten. In einer so verstandenen Verantwortung der Unternehmen ist eine Partnerschaft zur Diakonie erwünscht.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat jedoch auch gezeigt, dass die Verantwortung der Unternehmen noch weiter reicht, und sie aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenhänge die Stabilität politischer Gebilde massiv gefährden können, wenn sie nicht verantwortungsvoll handeln und die langfristigen Folgen ihrer Handlungen nicht angemessen bewerten.
Auch die Träger der Diakonie in Bayern handeln wirtschaftlich verantwortungsvoll. Sie tun das, um die Menschen, die ihr anvertraut sind, in optimaler Weise zu unterstützen und zu befähigen. Sie arbeiten ständig daran, Lösungen für wirtschaftliche Sachzwänge im Interesse dieser Menschen zu finden. Sie kooperieren bevorzugt mit sozial verantwortlichen Partnern. Zugleich stellt die Diakonie in Bayern eine vielfältige soziale Infrastruktur bereit und hilft so, den Standort Bayern zu verbessern.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet dafür,
- dass der gesellschaftliche Reichtum ausgewogen verteilt wird
- dass armutsfeste Einkommen anstelle nicht auskömmlicher Einkommen eingeführt werden
- dass die Umverteilungsmechanismen Erbschaftssteuer und Kapitalertragssteuer durch weitere Instrumente ergänzt werden
- dass Unternehmen ihre soziale Verantwortung übernehmen
- dass Unternehmen auch ihre Verantwortung bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise und ihrer Folgen übernehmen.
- dass Wirtschaft von der Diakonie
- als „Gegnerin“ und Missionsfeld, aber auch
- als Kundin und Partnerin
begriffen wird.
- dass Diakonie als Teil der Wirtschaft und insofern auch wirtschaftlich verantwortlich handelnd verstanden wird.
2. Großbaustelle Gesellschaft: Solidarität und Menschenwürde
Wir bauen an einer Gesellschaft, die sich am Leitbild der Diakonie orientiert. Dies bedeutet: Wir nehmen den einzelnen Menschen mit seinen Gaben, Fähigkeit, aber auch seinen Schwächen wahr und wenden uns nicht von seiner Not ab. Wir achten ihn als Geschöpf Gottes mit einer ihm unveräußerlichen Würde. Dies entspricht unserem Auftrag in der Nachfolge Jesu Christi.
2.1. Baustelle Armut
A. Grundlage der Planung
Armut und ihre Ursachen müssen auf politischer Ebene und durch einzelne Maßnahmen bekämpft werden. Dabei gilt, dass Armut nicht nur das Problem der Armen ist, sondern auch das Problem der Reichen, mithin also aller ist. Darum kann Armut nicht unabhängig von Reichtum gesehen werden. Die Verhinderung drohender Armut und die Bekämpfung existierender Armut angesichts einer sich stets weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich ist eine zentrale Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – im Interesse der Menschen und im Interesse des sozialen Friedens.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet
- für eine gesamtgesellschaftliche Solidarität.
- für die gerechte Ressourcenverteilung (s. dazu unter Punkt 2. Baustelle Wirtschaft, B Einzelbaustellen).
- anwaltschaftlich für die Menschen, die sich ihr anvertrauen. Ein wesentliches Ziel ist die Ermöglichung von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen Formen und auf allen Ebenen. Dazu zählt wirtschaftliche ebenso wie kulturelle und politische Teilhabe sowie die Teilhabe am Arbeitsleben.
Sie orientiert sich in ihrem Handeln besonderes an jenen Zielgruppen, die etwa durch die Armutsberichterstattung als besonders von Armut betroffen identifiziert werden.
2.2. Baustelle Arbeitslosigkeit
A. Grundlage der Planung
Die Teilhabe am Arbeitsleben ist ein wichtiges Element gesellschaftlicher Teilhabe. Eine langfristig hohe Arbeitslosigkeit wirkt daher ausgrenzend. Dabei sind Langzeitarbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit keine Übergangsphänomene mehr. Der Abbau einfacherer Tätigkeiten in der deutschen Wirtschaft (Rationalisierung, Technisierung, Globalisierung) trägt zu einem wachsenden Defizit an Teilhabe von Menschen bei, die viele Anforderungen des Arbeitsmarktes – etwa wegen fehlender Bildungschancen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen - nicht erfüllen können. Dies ist ein Defizit an Teilhabe, kein Defizit der Personen. Gleichzeitig ist Arbeitslosigkeit eine Folge des wirtschaftlichen und des politischen Handelns. Die Wirtschaft ist daran beteiligt und soll daher ihren Teil zur Lösung beitragen.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet dafür,
- dass der zweite und der dritte Arbeitsmarkt durch verschiedene, differenzierte arbeitsmarktpolitische Instrumente wie
- Kombilohnmodelle
- Mindestlohnmodelle
- Gestaltung der Möglichkeiten eines Zuverdienstes
- Umverteilung innerhalb der Grenzen der Gefährdung ökonomischer Effizienz
gestärkt werden - mit dem Ziel existenzsichernder Einkommen.
- dass in soziale Infrastruktur investiert wird.
- dass Rechtsansprüche umgesetzt und durchgesetzt werden.
- dass durch Bildungschancen Teilhabe ermöglicht wird.
- dass die Ermöglichung von Teilhabe zum Erfolgskriterium von Wirtschaft und Politik werden
- dass trotz sinkender Arbeitslosenzahlen die Ursache für diese Entwicklung nicht vergessen wird – nämlich der immense Anstieg von Arbeitsplätzen im Niedriglohnbereich und die damit verbundenen Folgen für die Betroffenen.
2.3. Baustelle Bildung
A. Grundlage der Planung
Bildung ist die Voraussetzung für Teilhabegerechtigkeit und damit ein Grundpfeiler für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft. Bildung ist der Schlüssel zu Lebensgestaltung genauso wie zu Persönlichkeitsentwicklung und damit weit mehr als Wissenserwerb. Bildung befähigt zum Handeln, sozial, wirtschaftlich, politisch, diakonisch. Bildung hat in allen Lebensphasen zentrale Bedeutung.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern
- setzt sich für niederschwellige Zugänge zu Bildungsmöglichkeiten ein.
- entwickelt nachhaltig wirksame Instrumente, um Teilhabe zu ermöglichen und zu dieser zu ermuntern.
- stärkt die Vernetzung zwischen den Bildungsverantwortlichen und –orten.
- entwickelt Positionen zu kostenlosen Plätzen in Kindertageseinrichtungen.
- beteiligt sich an der Diskussion um das dreigliedrige Schulsystem und möglicher Alternativen dazu und entwickelt Positionen dazu.
- entwickelt Maßnahmen der Aus-, Weiter- und Fortbildung.
- entwickelt wirksame Instrumente für besonders benachteiligte Menschen.
- setzt sich für gerechte Ressourcenverteilung und Chancengerechtigkeit ein.
- bietet Qualität an und sichert diese.
2.4. Baustelle Familie
A. Grundlage der Planung
Wie die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Frühjahr 2000 in Bad Alexandersbad festgestellt hat, lebt Familie in vielen Formen: Wo immer verantwortliches Zusammenleben von Menschen geschieht, besteht ein Anspruch auf Schutz, Anerkennung und Förderung durch die Gesellschaft. Dies gilt nicht nur wegen der demographischen Funktion, die Familie haben kann. Auch verwirklicht sich ihr eine generationsübergreifende Solidarität: Eltern übernehmen für ihre Kinder ebenso Verantwortung wie Kinder für ihre Eltern. In der Gemeinschaftsform Familie können grundlegende Erfahrungen gesammelt, Verhaltensweisen eingeübt und Solidarität gelebt werden. Sie ist deshalb ein Lernraum für Menschen. Darum ist ein familienfreundliches Klima notwendig. Dies gilt in politischer und gesellschaftlicher ebenso wie in finanzieller Hinsicht.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet für
- ein komplementäres Verhältnis der verschiedenen Familienformen
- die Stärkung bzw. Befähigung der Erziehungskompetenzen
- die generationsübergreifende Solidarität
- bedarfsgerechte familienunterstützende, -ergänzende und „substituierende“ Maßnahmen
- die Wahlfreiheit zur institutionellen Betreuung bzw. zur Betreuung zu Hause ermöglichen
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- die finanzielle Grundsicherung und Unterstützung von Familien
- die Schaffung eines familienfreundlichen Klimas
2.5. Baustelle Solidarität
A. Grundlage der Planung
Die Stärke einer Gesellschaft bemisst sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht. Neben Kindern bedürfen alte Menschen und Menschen mit Behinderung ebenso unserer besonderen Aufmerksamkeit wie Menschen, die in unserem Land aus verschiedenen Gründen Zuflucht suchen. Der Einsatz der Gesamtgesellschaft für diese Menschen ist eine Grundaufgabe, deren Verwirklichung nicht von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Staates abhängig gemacht werden darf.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern
- begleitet und berät Menschen in allen Lebenslagen. Sie tritt ein für diejenigen, die nicht gehört werden und engagiert sich für eine menschenwürdige Gesetzgebung, eine chancengerechte Gesellschaft und eine konsequente Orientierung am Gemeinwohl.
- setzt sich ein würdevolles und wertgeschätztes Leben im Alter ein. Dazu gehört neben der Ermöglichung von Teilhabe auch die wirtschaftliche Absicherung und mithin die Verhinderung von Altersarmut
- setzt sich für eine Pflege und Betreuung alter Menschen bis zuletzt ein, die am Bedarf der Menschen orientiert ist.
- engagiert sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehört insbesondere die Teilhabe am Arbeitsmarkt.
- arbeitet für ein Zuwanderungs- und Flüchtlingsrecht, das die Gestaltungsrechte des Staates ebenso berücksichtigt wie die humanitären Notlagen der Betroffenen.
- ist international engagiert und nimmt mit der Aktion „Brot für die Welt“, mit „Diakonie Katastrophenhilfe“ und anderen Angeboten der ökumenischen Diakonie auch weltweite Verantwortung wahr.
3. Großbaustelle Kirche und Diakonie
Die Kirche hat den Auftrag, die frohe Botschaft der Liebe Gottes in Jesus Christus allen Menschen zu bezeugen. Zeugnis in Wort und Tat gehören zusammen. Menschen in Not brauchen eine helfende Hand. Sie brauchen zugleich das tröstliche und stärkende Wort von der Liebe Gottes. Beides – Wort und Tat – bedingen einander und sind nicht ohne das jeweils andere denkbar.
3.1 Großbaustelle Kirche und Diakonie
A. Grundlage der Planung
Das Motto der Landessynode mit Schwerpunkt Diakonie zum kirchlich-diakonischen Verhältnis „Auf dass sie eins seien“ wurde in den Grundsatz gefasst: „Diakonie ist Kirche, Kirche ist Diakonie.“ Das findet seinen Ausdruck in der gemeinsamen Überzeugung, dass die Wahrnehmung der Not des Nächsten und die helfende und unterstützende Zuwendung zu Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen untrennbar zum Glauben an den Gott allen Lebens gehören. Gott selbst macht sich zum Anwalt der notleidenden Menschen. Mehr noch: Im Mitmenschen begegnet uns Gott selbst und schenkt die Möglichkeit, seinem liebenden Willen zu entsprechen (Matt. 25,31-46).[1]
Die Not anderer Menschen – unabhängig von Rasse, Nation, Religion oder Geschlecht – treibt zum Handeln. Das ist Wesensmerkmal diakonischen Handelns bis heute. Die bayerische Diakonie lebt das vor Ort, aber auch in der Weite (zum Beispiel durch Brot für die Welt, Katastrophenhilfe und Partnerschaftsarbeit). Dies gilt umso mehr, als mit dem Wachstum der Europäischen Union auch Veränderungen in sozialer Hinsicht verbunden sind: Kirche und Diakonie wollen bei den Menschen sein – wo auch immer sie leben.
B. Einzelbaustellen
Die Diakonie in Bayern arbeitet dafür,
· dass sich „notwendige Wesens- und Lebensäußerung der Kirche“ (Art. 15(1), vgl. § 1(1) Diakoniegesetz der ELKB) im gelingenden Zusammenspiel der kirchlichen und diakonischen Einrichtungen auf allen Ebenen wiederfinden:
o Im Kirchenvorstand, im Dekanatsbezirk, über die Bezirksstellen und Diakonischen Werke in der Region.
o In spezifischen Berufsbildern wie Diakonissen, Diakoninnen und Diakonen sowie in Beauftragungen wie zum Beispiel dem Diakonat.
· dass sich die Diakonie selbst angesichts der Veränderungen im sozialen Gefüge stets verändert, ihre Organisation anpasst und sie innerhalb und außerhalb des Verbandes flexibel agiert.
· dass Kirche und Diakonie als Anwälte für Menschen in besonderen Lebenslagen schlagkräftig gemeinsam und geschlossen deren Anliegen vertreten - sowohl durch politische Einflussnahme als auch durch konkrete Projekte und Maßnahmen.
· dass Kirche und Diakonie zu nachbarschaftlichem Engagement motivieren und die Möglichkeit bieten, christliche Verantwortung in tätiger Nächstenliebe im Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen wahrzunehmen.
All das steht freilich unter der Bedingung und der Verheißung des Psalm 127: „Wenn nicht der HERR das Haus baut, so bauen die Bauleute umsonst.“


