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Presse, 23.11.2011

Land zum Leben – Grund zur Hoffnung. „Brot für die Welt“ wird am 1. Advent in Fürth eröffnet

Nürnberg, 23.11.2011 Mit einem Festgottesdienst in der Fürther St.Michaels-Kirche wird am kommenden Sonntag, den 27. November, die 53. Aktion „Brot für die Welt“ eröffnet. Sie steht unter dem Motto „Land zum Leben – Grund zur Hoffnung“ und will auf die ungleiche Verteilung landwirtschaftlicher Flächen und den problematischen Umgang mit Land und Landeigentum aufmerksam machen. In den Ländern des Südens stellen Land bzw. Landbesitz für viele Menschen ihre Lebensgrundlage dar, ist die oftmals einzige Möglichkeit, um sich und die Familie ernähren zu können. Ob Äthiopiens Kleinbauern, Indiens entrechtete Ureinwohner, die Adivasi, oder die indigenen Völker im argentinischen Chaco - sie alle brauchen "Land zum Leben". Doch ihr Lebensraum ist immer mehr durch den Landraub bedroht. Denn Wachstum der Weltbevölkerung und Anstieg des weltweiten Fleischkonsums führen dazu, dass immer mehr Nahrungs- und Futtermittel produziert werden müssen. Zudem heizt der vermehrte Anbau von Energiepflanzen die Konkurrenz um landwirtschaftlich nutzbare Flächen ebenso an wie der Abbau begehrter Bodenschätze.



So gehen Regierungen immer häufiger dazu über, riesige Ländereien an ausländische Konzerne zu verpachten – ohne dabei Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung zu nehmen. So wurden weltweit allein zwischen Oktober 2008 und Juni 2009 über 45 Millionen Hektar Land verpachtet, drei Viertel davon allein in Afrika. Das Land, das durch dieses „Landgrabbing“ verpachtet wird, steht der einheimischen Bevölkerung dann nicht mehr zur Deckung des eigenen Bedarfs zur Verfügung, sondern wird für den Abbau von Bodenschätzen oder Anbau von Nahrungsmitteln genutzt, die für den Export bzw. die Produktion von Energie bestimmt sind.

Im Mittelpunkt der bayerischen Eröffnung steht darum ein Projekt der Partnerorganisation ASOCIANA in Argentinien. Sie setzt sich für die Wichí-Indianer und andere indigene Stämme ein, die im Urwald des Gran Chaco leben. Dieser wird von internationalen Großkonzernen gerodet, um auf gigantischen Flächen Futtermittel und Nutzpflanzen anzubauen, die in den Industrieländern heiß begehrt sind - und satte Gewinne versprechen. So hat sich die Anbaufläche für Soja in Argentinien von neun Millionen Hektar in 1999 auf achtzehn Millionen Hektar verdoppelt – und das in einem Zeitraum von nur zehn Jahren.

Die Predigt zur Eröffnung der 53. Aktion „Brot für die Welt“ wird der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel halten; die Aktion selbst wird von der Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dorothea Deneke-Stoll eröffnet. Bundesweit weist die Aktion „Brot für die Welt“ ein Spendenvolumen von 62 Millionen Euro für 2010 aus. Allein aus Bayern stammen davon 8,04 Millionen Euro. Gefördert werden mit diesen Mitteln über 1.000 Projekt in Latein- und Mittelamerika, in Asien sowie in Afrika.

Hinweisen möchten wir Sie außerdem auf eine Veranstaltung im Rahmen der 53. Aktion: Unter dem Titel „Pflanzen tanken – Tiere essen – Gerechtigkeit kaufen“ diskutieren am 30. November um 19.30 in Fürth unter anderem der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Ana Alvarez von der argentinischen Organisation ASOCIANA sowie Uwe Kekeritz (MdB).

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