Pilotstudie abgeschlossen: Videospiele fördern die Fitness älterer Menschen
Nürnberg/Hof, 18.01.2010 - Videospiele können die kognitiven und sensomotorischen Fähigkeiten von Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Einrichtungen der Altenhilfe fördern. Dies ist ein Ergebnis der viermonatigen Studie, die die Diakonie Bayern gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Erlangen in Einrichtungen der Diakonie Hochfranken durchgeführt hat. Bewohnerinnen und Bewohner spielten im Rahmen der ergotherapeutischen Angebote regelmäßig mit der Videokonsole „Wii“ des japanischen Unternehmens Nintendo.
12 Wochen spielten Bewohnerinnen und Bewohner dreier Senioreneinrichtungen der Diakonie Hochfranken (Hof) regelmäßig Darts, Tennis und Bowling – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. Denn die Studie belegt nicht nur, dass Konsolenspiele auch für Menschen mit altersbedingten Einschränkungen attraktiv sein können und von ihnen bei entsprechender Unterstützung als Freizeitangebot angenommen werden. „Die Studie zeigt ebenfalls, dass auch die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden im Untersuchungszeitraum günstig beeinflusst werden“, so der Präsident des Diakonischen Werks Bayern, Dr. Ludwig Markert, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Nürnberg. Das belegen verschiedene wissenschaftliche Tests, denen sich die Teilnehmenden vor, während und nach der Spielphase unterzogen. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg der kognitiven Werte.
Nach Aussagen der begleitenden Wissenschaftler des Universitätsklinikums Erlangen liegt das unter anderem am Spielprinzip der Konsole. Diese wird nicht mit einem Gerät gesteuert, das allein mit den Fingern bedient wird. Vielmehr werden die im Spiel notwendigen Bewegungen vom Spieler imitiert. Wer Tennis oder Bowling spielt, bewegt dabei wie im echten Spiel den ganzen Oberkörper. Weil viele Spiele dennoch im Sitzen gespielt werden könnten, ist die Konsole auch für Spielerinnen und Spieler attraktiv, die in der Bewegung eingeschränkt sind.
Auch wenn in der Regel eine Begleitung durch Ergotherapeuten oder Pflegepersonal notwendig sei, könne, so Markert, die Konsole also ein attraktives Freizeitangebot in Einrichtungen der Altenhilfe darstellen.
Der nächste Schritt wäre laut Professor Elmar Gräßel vom Universitätsklinikum Erlangen eine umfassende Wirksamkeitsstudie, mit deren Hilfe die Ergebnisse der Pilotstudie konkretisiert werden könnten.
Die Pilotstudie der Diakonie Bayern und des Universitätsklinikums Erlangen war die erste auf mehrere Monate angelegte und wissenschaftlich fundiert begleitete Untersuchung dieser Art. Gefördert wurde die Untersuchung auch vom Bayerischen Sozialministerium. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst, die bei der Diakonie Bayern (meinhardt@diakonie-bayern.de) angefordert werden kann. Die Studienergebnisse finden sich auch im Internet unter
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