Bahnhofsmissionen: Steigender Bedarf. Frauen sind immer häufiger in Not.
München/Nürnberg 08.05.2008 Knapp 80.000 Frauen suchten im vergangenen Jahr die Bahnhofsmissionen zwischen Aschaffenburg und Passau auf. Das ist eine Steigerung um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Menschen mit psychischen Auffälligkeiten, die bei den kirchlich getragenen Diensten Hilfe suchten, ist gestiegen: 2007 waren es 15.000 mehr als im Vorjahr.
Diese Zahlen gab jetzt die Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern bekannt, in der sich 14 Dienste aus dem Freistaat zusammengeschlossen haben. Mehr als 670.000 Mal leisteten hier im vergangenen Jahr die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitenden Hilfe. Vor allem „gezielte soziale Hilfen“ - Kleider-, Sach- und kleinere finanzielle Spenden - sind für viele Besucherinnen und Besucher immer wichtiger geworden. Die Nachfrage hier stieg um fast 50 Prozent auf knapp 12.000 erbrachte Hilfeleistungen.
Viele Besucher und Besucherinnen haben der Arbeitsgemeinschaft zufolge gleich mehrere Probleme: Schulden, fehlende soziale Bindungen, schlechte körperliche Verfassung oder keine Bleibe - das schlägt auf die Psyche. Für sie sind die Bahnhofsmissionen häufig der einzige Ort, wo sie ohne Termin einfach vorbeikommen können, ein offenes Ohr finden, mit jemandem sprechen können und Hilfe bekommen.
Auffällig ist, so die Arbeitsgemeinschaft, dass oft gerade Frauen mit Familie schon zur Monatsmitte nicht mehr wissen, wovon sie leben sollen. Gespart werden muss dann an allen Ecken und Enden, am Essen genauso wie an Medikamenten oder dem Schulausflug der Kinder, so die Erfahrung aus den Bahnhofsmissionen. Und: Mittlerweile führen auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den kleinen Bahnhofsmissionen ein bis drei Beratungs- und Krisengespräche am Tag. In München sind es im Mittel 45 und in Würzburg fast 15 täglich



