Lasst Blumen sprechen...
Der Ausgangspunkt
Die Idee ging von einem Gärtnermeister aus, der seinen Betrieb in Kiefersfelden verpachten wollte, weil es keinen Betriebsnachfolger gab. Gleichzeitig war die Diakonie Rosenheim auf der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Alkoholerkrankungen und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche aus der Jugendwerkstatt. Dort musste dringend die Ausbildungspalette erweitert werden, um weiterhin für die Arbeitsagentur ein attraktives Angebot machen zu können. Die Diakonie Rosenheim sah die Chance einer erheblichen Erweiterung der Arbeitsangebote für alle Zielgruppen und die Chance mit der Diaflora soviel Gewinn zu erwirtschaften, dass sie sich selbst trägt.
Da die Gärtnerei fast gegenüber vom „Haus Sebastian“, einer Einrichtung der Suchtkrankenhilfe, liegt, hat das Diakonische Werk Rosenheim 2006 für den Betrieb der Gärtnerei die Diaflora GmbH gegründet, die nun eine 100 prozentige Tochtergesellschaft ist. Der Gärtnerei ist ein Blumenladen mitten im Dorf angeschlossen, in dem eigene und zugekaufte Produkte vermarktet werden. Zudem ist die Diaflora auf verschiedenen regionalen Wochenmärkten präsent. Die Gärtnerei ist als Unternehmen am Markt tätig; es gibt im Inntal auf deutscher Seite erst in 20 km Entfernung die nächste Gärtnerei.
Der Partner/Der Kunde
Zuerst aktiv wurde die Unternehmensseite, ein Gärtnermeister, der sich stark in seiner Kirche engagierte und der hoffte, dass er seinen Betrieb über einen sozialen Zweck weiter am Leben erhalten könne. Die Partnerschaft besteht in einem relativ günstigen Pachtverhältnis, das für 10 Jahre abgeschlossen wurde. Zudem arbeitet der Gärtnermeister bei Bedarf weiter im Betrieb mit. Die ursprünglich avisierte Klientel wurde mittlerweile um Praktikanten, Ein-Euro-Jobber und Zuverdienstarbeitsplätze ergänzt. Ansonsten richtet sich das Angebot an Laufkundschaft, Stammkunden und verschiedene Vertragspartner, wie politische Gemeinden, Hotels, Bestattungsunternehmen, u.a.
Das Projekt
Diaflora ist anerkannter Ausbildungsbetrieb. Mittlerweile beschäftigt Diaflora auf einer Anbaufläche von 1900 qm unter Glas und 2100 qm Freiland sieben Auszubildende (Zierpflanzengärtner oder -fachwerker), eine Azubine als Floristin, zwei Praktikanten aus dem Haus Sebastian, zehn Mitarbeitende auf Zuverdienstarbeitsplätzen für Menschen mit Suchterkrankungen und drei Ein-Euro-Kräfte. Hauptamtlich arbeiten im Betrieb ein Gärtnermeister, eine Gärtnergesellin, eine Floristin und eine Floristin (halbtags).
Hauptsächlich werden Balkon und Beetpflanzen produziert, was viel Handarbeit verlangt, allerdings auch bei der Vielzahl von zu beschäftigenden Menschen auch so gewollt ist. Das Miteinander von Auszubildenden und den Erwachsenen klappt trotz anfänglicher Bedenken hervorragend. Der Blumenladen und die Gärtnerei haben sich etabliert im Angebot der Gemeinde Kiefersfelden, allerdings würde sich der Betrieb ohne die öffentlichen Zuschüsse nicht rechnen, da dafür zu viele Menschen beschäftigt sind. Vor der Übernahme durch die Diakonie wurden die gleichen Leistungen mit einem Gärtnermeister, drei Lehrlingen und einigen Saisonaushilfskräften erbracht.
Die Finanzen
Finanziell trägt sich das Projekt noch nicht; ideell hat es sich sehr bewährt. Gerade für Förderschüler oder Menschen, die einen Zuverdienstarbeitsplatz brauchen, gibt es in der Region wenig tagesstrukturierende Angebote, bzw. Lehrstellen. Damit kann die Diakonie Rosenheim verschiedene Ziele erreichen: tagesstrukturierende Angebote für die Klienten und Klientinnen aus der Suchthilfe, zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche, Angebote für Ein-Euro-Arbeitsgelegenheiten und einen inzwischen florierenden Betrieb mit einem hochwertigen Angebot auch im Dienstleistungssektor, sowie den größten Blumenladen mit anerkannt hoher Qualität im Ort. Wir sind zuversichtlich, dass wir 2009 ohne finanziellen Verlust abschließen.
Der Erfolg
Die Diaflora versucht einen marktfähigen Betrieb mit den Produkten zu etablieren, die in der Gemeinde nachgefragt werden. Die Diakonie Rosenheim ist Abnehmer vieler Produkte und Dienstleistungen vom Blumeneinkauf für Veranstaltungen, Ehrungen, etc. bis hin zu kompletten Gartenanlagen für ihre Einrichtungen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Verkauf und Dienstleistungen für Dritte, z.B. Grabpflegen, einem kompletten Blumen- und Gartenpflanzensortiment u.a.


