Handwerk für alle
Der Ausgangspunkt
Das Projekt „Diakonie Handwerksbetriebe“ wurde vor über 20 Jahren als Einrichtung innerhalb der Diakonie Augsburg gestartet. Die Beschäftigung von ABM-Kräften mit psychischen Problemen wurde dabei durch das Integrationsamt und den Landesverband, das Diakonische Werk Bayern, finanziell unterstützt. Um Klarheit über die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Projektes zu erhalten wurden die DHB im Jahr 2005 ausgegliedert und in eine eigenständige gemeinnützige GmbH umgewandelt..
Die Partner
Hauptkunde der Handwerksleistungen war für nahezu 20 Jahre die Diakonie Augsburg. Mittlerweile aber hat sich der bisherige nahezu einhundertprozentige Umsatzanteil der Diakonie Augsburg deutlich reduziert. Die neuen Kunden bewegen sich in der Spanne zwischen wohlhabenden Haushalten bis hin zu Sozialleistungsempfängern. Durch die neu eingeführte Werbe- und Kundenpräsenz und durch die verbesserte Arbeitsqualität konnte ein positives Image aufgebaut und vermittelt werden, dass die DHB tatsächlich für jeden Haushalt arbeitet – eine Tatsache, die vielen Augsburgern bis dahin nicht bekannt war. Vermittelt wurde so allerdings auch, dass die Diakonie nicht nahezu kostenlos arbeiten würde, sondern eine Anbieterin am Markt ist wie viele andere auch.
Das Projekt
Die „Diakonie Handwerksbetriebe“ ist eine eigenständige Tochter des Diakonischen Werkes Augsburg und ein Integrationsbetrieb, der psychisch Kranken und Behinderten die Chance gibt, einen Beruf zu erlernen und auszuüben, sowie Beschäftigung bietet für von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte, psychisch behinderte Menschen. Gleichzeitig hat der Integrationsbetrieb handwerkliche Arbeiten und Dienstleistungen für einen breiten Kundenkreis wie soziale Einrichtungen, Privatpersonen und Firmen im Angebot.
Zu den „Diakonie Handwerksbetrieben“ gehören zahlreiche unterschiedliche Arbeitsbereiche: eine Malerei, eine Schreinerei, ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb, ein Secondhandmarkt für Möbel und mehr, ein Möbel-Transport-Service, außerdem Dienstleistungen rund ums Haus sowie auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit, wie etwa die Prüfung von Elektrogeräten.
Jeder Handwerks- und Dienstleistungsbereich wird von einem Meister oder einem erfahrenen Arbeitsanleiter fachlich qualifiziert geleitet. Die professionelle, handwerklich einwandfreie und fristgerechte Fertigstellung der Aufträge ist damit sichergestellt.
Die Finanzen
Nach wie vor haben die „Diakonie Handwerksbetriebe“ das Potential zu weiterem Wachstum. Durch eine gezielte Investitionspolitik konnten zudem die notwendige Rücklage für anstehende Ersatzinvestitionen gebildet werden. Jährliche Preisanpassungen, die sich am Wettbewerb orientieren, haben zu deutlich besseren Margen geführt. Gezielte Zeitungswerbung für ertragsstarke Abteilungen und Mailingaktionen mit Unternehmensinformationen unterstützen den Außenauftritt. Zeitungsartikel und Berichte in Gemeindebriefen haben den Bekanntheitsgrad der „Diakonie Handwerksbetriebe“ gesteigert. Darüber hinaus erhöhten klare Werbebotschaften in den Gelben Seiten die Anzahl der Kundenkontakte.
Der Erfolg
Saubere Arbeit, ein abgestimmtes Werbekonzept und eine total veränderte Kundenstruktur sind ein Schlüssel zum Erfolg. Die Kontaktpflege zur privaten Stammkundschaft und der wichtige Bereich der Nachbarschaftswerbung hat zu einem erfreulichen Zusammenspiel von Umzügen, Malerbetrieb und Schreinerei geführt. Hatte früher jede Abteilung nur an sich alleine gedacht so bringen sich heute die einzelnen Sparten gegenseitig Aufträge von Kundenterminen mit. Ein typisches Beispiel: Ein Mieter will ausziehen und hat einen vor Ort Termin mit der Abteilung Umzüge. Zufällig kommt der Hausbesitzer zu diesem Treffen dazu und schon haben Maler und Schreiner Aufträge. Als wichtiger Faktor bei dieser Art von Kundenkontakten hat sich eine für den Auftraggeber nachvollziehbare Preisgestaltung herausgestellt. Preis- und Termintreue ist eine Voraussetzung für Kundenzufriedenheit.
Für die Mitarbeitenden bedeuten die „Diakonie Handwerksbetriebe“ eine Chance auf ein festes Arbeitsverhältnis und damit Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder auch die Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt.


