Für ein familienfreundliches Unternehmen
Ausgangspunkt
Bereits im Vorfeld der Zusammenarbeit zwischen Diakonie und der medi GmbH & Co KG., einem Hersteller medizinischer Hilfsmittel, hatte die Stadt Bayreuth mit der Diakonie Kontakt aufgenommen, um eine engere Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen der Diakonie und Unternehmen der Region anzuregen – unter anderem bei einem bereits etablierten Unternehmerstammtisch. In der Folge beschäftigten sich große Bayreuther Unternehmen, aber auch zum Beispiel die Universität im Rahmen ihrer Zielentwicklungen für ein familienfreundliches Unternehmen bzw. eine familienfreundliche Hochschule mit dem Thema Kindertagesbetreuung.
Die Partner
Nachdem medi das Thema „familienfreundliches Unternehmen“ intern unter den verschiedensten Aspekten beleuchtet hatte, wurde unter anderem eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Das Ergebnis: Von den Mitarbeitenden wurde eine arbeitsplatznahe Kinderbetreuung gewünscht. Da eine der 20 Kindertagesstätten der Diakonie Bayreuth in unmittelbarer Nähe zum Standort der Firma liegt, kam die Personalabteilung im Sommer 2007 auf die Diakonie zu. Seit November 2008 gibt es nun einen offiziellen Kooperationsvertrag zwischen der Diakonie Bayreuth und der medi GmbH & Co. KG. Er ist - bei einem Frauenanteil von 75 Prozent - für das Unternehmen ein wichtiger „Baustein“ im Gesamtpaket „familienfreundliches Unternehmen“.
Das Projekt
Laut Vertragstext vereinbaren die Vertragsparteien „…eine Zusammenarbeit in der Betreuung der Kinder von medi-Mitarbeitern in der Kindertagesstätte `Lainecker Schlossbande`…. .“, und zwar zu folgenden Bedingungen: ab dem Betreuungsjahr 2009/10 stellt die Kindertagesstätte dem Unternehmen bis zu 10 Plätze (maximal fünf Kinderkrippenplätze und fünf Kindergartenplätze) zur Verfügung, für die medi pro tatsächlich belegten Platz einen festgelegten Betrag bezahlt. Grundsätzlich erhältdabei medi ein Vorbelegungsrecht in der Kita, die Plätze für Kinder von 0 – 10 Jahren anbietet. Damit werden im Stadtteil arbeitende den im Stadtteil wohnenden Bürgern gleichgesetzt. Laut Vertrag ist medi dazu berechtigt, „…diese zehn Plätze in vollem Umfang oder nur teilweise für seine Mitarbeiter in Anspruch zu nehmen….“ Das Unternehmen übernimmt eine Platzfreihaltegebühr, wenn z.B. ein Platz erst während des Jahres belegt wird. Das Vertragsverhältnis ist unbefristet und verpflichtet weder medi noch die Diakonie dazu, ausschließlich miteinander zu kooperieren.
Diese Erfahrungen des Miteinanders lassen die Möglichkeit offen, bei erhöhtem Betreuungsbedarfs seitens medi das Kontingent eines Tages zu erhöhen. Gegebenenfalls könnte die Kita im Einvernehmen mit der Stadt Bayreuth auch weiter ausgebaut werden, z. B. bei steigendem Krippenbedarf.
Die Finanzen
Die Diakonie Bayreuth bekommt für die Vorbelegungsrechte pro belegten Platz einen vertraglich festgelegten Zuschuss von medi. Gewinne werden dadurch nicht erzielt. Die zusätzlichen Mittel werden für Mitarbeiterfort- und Weiterbildung verwendet wird im Falle von Vertretungsnotwendigkeiten eingesetzt.
Der Erfolg
Die Diakonie Bayreuth möchte für ortsansässige Unternehmen ein verlässlicher Partner hinsichtlich Kinderbetreuung sein.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll unterstützt werden; zudem geht es um die Standortsicherung der eigenen Einrichtung und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig möchte man Arbeitgeber konkret bei der Umsetzung und Entwicklung familienfreundlicher Maßnahmen unterstützen und den Mut zu Kindern bei den Arbeitnehmenden fördern. Das entwickelte Modell wurde dabei von Anfang an, als übertragbares Modell auch auf andere Träger angesehen. Ziel ist auch die Zielumsetzung der Stadt Bayreuth „familienfreundliche Stadt“ und „interessanter Standort für Wirtschaftsunternehmen“ zu unterstützen.
Unternehmen können sich durch eine Kooperation wie zwischen der Diakonie Bayreuth und medi standortnah familienfreundliche Angebote sichern und können sich gleichzeitig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Auch der Aspekt des „voneinander Lernens“ spielt eine Rolle. Soziale und wirtschaftliche Arbeitswelten gewinnen beide durch regelmäßigen Kontakt und Austausch.


